Freitag, 28. November 2014

Historische Friedhöfe auf dem Jahresplaner des BHU

Jahresplaner des BHU zum Kulturdenkmal des Jahres 2015
Wie hier schon berichtet hat der Bund Heimat und Umwelt (BHU) den historischen Friedhof zum Kulturdenkmal des Jahres 2015 erkoren. Jetzt hat er dazu einen Jahresplaner mit Bildern von Friedhöfen und Grabmalen herausgegeben. Daneben sind alle Landesverbände des Bund mit ihren Anschriften und Webseiten aufgelistet. 

Zu bestellen ist der Kalender beim Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU), Adenauerallee 68, 53113 Bonn  Fax-Nr. 0228 215503, E-Mail: bhu@bhu.de. Die Schutzgebühr beträgt 1,00 Euro pro Stück. Für den Versand werden pauschal 4,-- Euro Versandkosten berechnet.




Samstag, 22. November 2014

Projekt Ohlsdorf 2050

Wow! Wenn das keine tolle Nachricht ist:
Grabmal Eckler in der Nähe des
Eingangs des Ohlsdorfer Friedhofs
Der Ohlsdorfer Friedhof informiert, dass das Bundesbauministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“  die „nachhaltige Sicherung und Entwicklung des weltgrößten Parkfriedhofs als bedeutende denkmalgeschützte Gartenanlage“ mit 2 Millionen Euro fördert. Weiter heißt es in der Pressemitteilung:

"Schwerpunkte der Förderung sind Denkmalensembles, bauliche Kulturgüter von nationalem Rang, energetische Maßnahmen und das Stadtgrün. Insgesamt werden im Rahmen des Bundesprogramms 50 Millionen Euro bereitgestellt. Die Förderung stellt das einzige geförderte Projekt in Hamburg dar, die übrigen Mittel entfallen auf die anderen Bundesländer.
Die Förderung, eingeworben von der Hamburger Friedhöfe -AöR- und der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, erfolgt für die Jahre 2015 bis 2018. Weitere Projektkosten in Höhe von einer Million Euro werden von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, der Hamburger Friedhöfe -AöR- sowie dem Denkmalschutzamt getragen. Der Anteil der Hamburger Friedhöfe -AöR- beträgt bis 2018 160.000 Euro.
Im Einzelnen werden die Mittel eingesetzt für:
-  Nutzung und Gestaltung der Parkanlage und des Friedhofs,
-  Erhaltung und Pflege von Gebäuden und Infrastruktur,
-  denkmalgerechte Sanierung und Weiterentwicklung von Grünflächen,
- einen Ideenwettbewerb mit Preisverleihung zu neuen Erholungsformen,
- die Kommunikation des Projektes in Abstimmung mit  der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.
Projekt- und Bereichsleiter Rainer Wirz dazu: 'Der Ohlsdorfer Friedhof wird bundesweit als beispielhaft wahrgenommen, insbesondere, wie es immer wieder gelungen ist, seinen grünen und kulturellen Reichtum zum Nutzen für alle Hamburgerinnen und Hamburger zu bewahren. Für den Friedhof eröffnet sich mit der Förderung durch das Bundesbauministerium die Perspektive einer langfristigen und visionären Entwicklung.' "


Donnerstag, 20. November 2014

Die Kunst im Stillen - Band 5 ist erschienen!

Die Kunst im Stillen. Kunstschätze auf Leipziger
Friedhöfen, Bd. 5 von Alfred E. Otto Paul 
Mich hat der 5. Band der Reihe "Die Kunst im Stillen - Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen" von Alfred E. Otto Paul erreicht.

Gerade habe ich nochmal nachgesehen: Ich begleite seit 2009 die Publikationen dieses Autors mit meinen Besprechungen (Band 1, Band 2, Band 3, Band 4 dieser Reihe, sowie das Buch über den Leipziger Johannisfriedhof). Von Band zu Band habe ich mich immer mehr für die umfangreichen Recherchearbeiten begeistert, die der Autor für die Grabstätten leistet, die er vorstellt. Besonders imponiert mir dabei der lange Atem, mit dem Alfred E. Otto Paul es durchhält über die Jahre hinweg dem Friedhofsthema in Leipzig immer neue Facetten abzugewinnen. Das lässt sich eigentlich nur damit erklären, dass Friedhöfe und Grabstätten nicht so "tot" und abgestorben sind, wie viele Menschen glauben, sondern eben viele unterschiedliche Lebensgeschichten erzählen. So bilden sie, wenn man die Geschichten zu lesen versteht, ein höchst lebendiges Buch der jeweiligen Ortsgeschichte. Muss ich noch hinzufügen, dass Alfred E. Otto Paul darin zu lesen versteht?


Dienstag, 18. November 2014

Der Ohlsdorfer Friedhof im Fernsehen

Ankündigung im NDR
Unter dem Titel "die nordstory - Im Wald der Engel" sendet der NDR am

Freitag, 21. November 2014, 20:15 Uhr

einen einstündigen Beitrag über den Ohlsdorfer Friedhof.

Unter dieser Webadresse findet sich zur Zeit im Netz eine Vorschau, in der der Friedhof als Oase mitten in der Großstadt Hamburg vorgestellt wird. Der Film will Ohlsdorf als "Lebensraum" zeigen, wo gearbeitet, erlebt, erzählt, musiziert, gelacht und natürlich auch geweint wird, den auf den Wegen und zwischen den Gräbern sind täglich Menschen unterwegs. Von ihnen, den Gärtnern, Bestattern, Vogelfreunden, Schulkindern, einem Märchenerzähler, berittenen Polizisten, einem Busfahrer, Freunden der Rosen und der bildhauerischen Erotik wird berichtet.

Inzwischen findet man den Beitrag unter http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_nordstory/die-nordstory-Der-Ohlsdorfer-Friedhof,sendung305648.html. Wie lange, weiß ich nicht (23.11.2014)

Visit Cemetery - eine europäische Website zu historischen Friedhöfen

Logo der Webseite http://www.visitcemetery.eu/en/
http://www.visitcemetery.eu/en/ ist eine Webseite, auf die ich vor Kurzem "gestoßen" bin. Gestoßen ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn dabei hat das "Netzwerken" über Facebook mitgewirkt. Wie das ging? Ich bin vor einiger Zeit einer Gruppe zu Grabmalfotografie beigetreten und habe dort zum ersten Mal einen Beitrag gepostet, der auf dieses Blog hier führte. Daraufhin erhielt ich jede Menge Rückmeldung und darunter war auch der Hinweis auf die Facebookseite von visitcemetery.eu und von dort natürlich auf die Webseite. Wurde ich also eher selbst gestoßen?

Aber das schreibe ich hier nur am Rande. Eigentlich will ich auf die Webseite aufmerksam machen, die mich optisch sofort für sich eingenommen hat. Sie nennt sich selbst die erste Webseite für alle Reisenden, die an einem unbekannten Ort nicht nur Architektur und Kunstmuseen besuchen, sondern die Kunst und Kultur des Ortes gern aus einer anderen Perspektive betrachten und nach etwas Untypischen suchen; also kurz gesagt gern auf Friedhöfe gehen und dort die Kunst der Vergangenheit betrachten.

Leider erfährt man unter "who we are" nichts über die Macher. Da es aber neben einer Seite zu Friedhöfen in Italien, einer weiteren zu Europa und einer dritten zu Begräbnisplätzen in der Welt nur noch eine Seite mit dem Titel "'Friedhofsfotografen" gibt, nehme ich an, dass sich die dort genannten professionellen Fotografen zusammengetan haben und gemeinsam den Inhalt verantworten. Übrigens habe ich natürlich sofort vorgeschlagen auch den Ohlsdorfer Friedhof mit aufzunehmen und warte jetzt darauf, dass er dort auftaucht!

Schaut man sich die Friedhofsseiten an, so erhält man zuerst einen Überblick über die Orte und wird dann durch Anklicken auf die einzelnen Friedhöfe weitergeleitet. Dort gibt es (mehrsprachig, allerdings nicht deutsch) Infos zu dem jeweiligen Friedhof und auch zu besonders berühmten Personen, die dort begraben sind. Darauf folgt eine Fotostrecke und zum Schluß´noch die passende Landkarte von Google. Damit erhält man einen wunderbaren optischen Einblick, denn die Fotos zeigen interessante Perspektiven und ungewöhnliche Details, so dass man im Grunde einen Rundgang mit den Augen der jeweiligen Fotografen macht. Es liegt auf der Hand, dass der Schwerpunkt dabei nicht auf der ausführlichen Information über Friedhofsgeschichte und Persönlichkeiten liegt. Was aber nicht heißt, dass nicht zu einzelnen Persönlichkeiten auch längere Beiträge zu lesen sind.

Montag, 17. November 2014

Denk Mal Fort e.V. - Verein zur Erhaltung des sowjetischen Garnisonsfriedhofs in Dresden

Abteilung A, Obelisk von Friedrich Press (ich danke Susan
Donath für die Fotos in diesem Post)
In diesem Jahr hat sich in Dresden der Verein "Denk Mal Fort! e.V." gegründet. Er ist aus der  2011 gegründeten Bürgerinitiative „Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden“ hervorgegangen. Diese kleine Gruppe engagierte sich gegen die Umgestaltungspläne des Friedhofseigentümers (Freistaates Sachsen) für den Nordflügel dieser historischen Friedhofsanlage, mit der die Anlage auf Kosten der Kultur pflegeleichter gemacht werden sollte. Geplant ist die Friedhofsarchitektur einzuebnen und durch eine schlichte Grünfläche mit kleinem Gedenkbereich ersetzen.

Grabmalreihen Abteilung A 
Dagegen betrachtet der neue Verein den Sowjetischen Garnisonfriedhof in Dresden als ein einmaliges historisches Zeitzeugnis und damit Dokument für die 50 Jahre währende Epoche der Anwesenheit sowjetischer Truppen; und damit als eine Anlage, die ganz und gar als Denkmal in ihrem derzeitigen Erscheinungsbild dauerhaft erhalten bleiben sollte. Er schreibt in seiner Selbstdarstellung, dass die "Grabmal- und die Friedhofssubstanz, die nun durch die Pläne des Eigentümers zur Disposition steht, ... dem Besucher die Bedeutsamkeit dieses Ortes , wie es keine neu geschaffene Gedenkstätte könnte. Erst beim Abschreiten der Grabreihen wird deutlich, wie viele junge Menschen hier in Dresden und ganz Sachsen Jahr um Jahr infolge teils unmenschlicher Bedingungen innerhalb des sowjetischen Militärs den Tod fanden." Der zur Disposition stehende Nordflügel bildet dabei die folgerichtige Fortsetzung der Hauptanlage. Nur dadurch wird ein halbes Jahrhundert sowjetischer Präsend lückenlos dokumentiert. Dabei zeugen die Inschriften auf den Grabmalen von "sowjetischer Beerdigungs- und Trauerkultur, unterscheiden zwischen Frauen und Kindern, zwischen Soldaten, Sergeanten und Armeeangestellten". Ihre Entfernung würde zur Anonymisierung der Gräber. 

Zugleich sieht der Verein in dem Friedhof die Chance, Stadtgeschichte auch für junge Leute nacherlebbar zu machen und weist auf "ein enormes noch zu erschließendes Potenzial für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit" hin und ihn in ein "diskurs- und demokratieorientiertes Gedenkkonzept" der Stadt  zu integrieren.

Facebookseite von "Denk Mal Fort"
Mit der Vereinsgründung will man nun das historischen Erbes der Stadt Dresden bewahren und in der lokalen Gedenk- und Erinnerungskultur verankern. Zweck des gemeinnützigenVereins ist laut Satzung "die dauerhafte Erhaltung und Pflege von Denkmälern und Gräbern der Toten der Reichseinigungskriege, des Ersten Weltkrieges, des Zweiten Weltkrieges, der NS-Diktatur, des Kalten Krieges und des Stalinismus auf dem Territorium der Landeshauptstadt Dresden. Weiterhin zielt er darauf ab, einen Beitrag zur Ausgestaltung der lokalen und regionalen Erinnerungskultur zu leisten, Bildungs- und Jugendarbeit durchzuführen, völkerverbindenden, generationsübergreifenden Dialog zu fördern und die wissenschaftliche Erforschung der Entstehungsgeschichte der vorstehend genannten historischen Stätten sowie der Schicksale der durch diese gewürdigten Menschen zu unterstützen." Der Verein besitzt auch schon seine eigene Facebookseite unter dem Namen: Denk-Mal-Fort-eV-Die-Erinnerungswerkstatt-Dresden. (Die können aber natürlich nur alle jene sehen, die sich auf Facebook registrieren. Deshalb kann ich hier auch nicht darauf verlinken. Aber vielleicht entchließt sich der Verein ja noch dazu, auch ein Weblog oder eine eigene Website einzurichten.)

Donnerstag, 13. November 2014

Friedhofsgeflüster auf dem Rostocker Friedhof

Jeden Monat bei Vollmond hat Anja Kretschner, deren Dissertation über die Mausoleen in Norddeutschland hier schon besprochen wurde, in diesem Jahr zu einer besonderen Friedhofsführung eingeladem, dem  "Friedhofsgeflüster". Beim letzten Vollmond vor einigen Tagen ging sie im Dunkeln mit ihren Besuchern zu verschiedenen historischen Gräbern auf dem Neuen Rostocker Friedhof und erzählte von den verstorbenen Persönlichkeiten, ebenso wie von Aberglauben und Bräuchen, die in Verbindung mit Tod und Bestattung stehen. Der Andrang war groß: Es kamen über hundert Besucher, die sich einmal so richtig gruseln wollten!

Dabei ist für Anja Kretschmer der Friedhof auch im Dunkeln einer der sichersten Orte in der ganzen Stadt, wie sie in dem Film sagt, den das Regionalfernsehen von dieser Führung gedreht hat. Durch ihn bekommt man einen schönen Eindruck von dieser besonderen Führung mit Kerzenschein und Taschenlampen. (Achtung der Link ist wahrscheinlich in den nächsten sieben Tagen aufzurufen, da die Fernsehanstalten ihre Filme nicht dauerhaft ins Netz stellen!)


Mittwoch, 12. November 2014

Erinnerung: CfP zur geplanten Tagung über historische Friedhöfe

Nur zur Erinnerung:
Am 15. 11. endet der Call for Papers für die geplante Tagung über Historische Friedhöfe in Kassel Juni 2015. alles Nähere ist hier zu finden.

Montag, 3. November 2014

Wo sie ruhen.de

http://wo-sie-ruhen.de/#0
Heute morgen ist sie nun wirklich freigeschaltet worden, die neue Website "wo sie ruhen.de"!

Vor etwa einem Jahr haben Herr Schoenfeld und ich die Texte für die Grabmale des Ohlsdorfer Friedhofs geschrieben, jetzt sind sie, vorgelesen von dem bekannten Schauspieler und Rezitator Hans-Jürgen Schatz, über die neue Website zu hören und dort auch nachzulesen, dazu gibt es Bilder der Grabmale, der Persönlichkeiten und teilweise auch des historischen Umfeldes und natürlich Infos zu dem jeweiligen Friedhof inklusive eines interaktiven Plans mit Einzeichnung der Grabstätten.

Da gibt es viel zu entdecken. Insgesamt sind 1007 Grabmale aufgenommen, die auf 37 national bedeutsamen historischen Friedhöfen in Deutschland stehen. Das heißt man kann jetzt mit einem mobilen Gerät über die Friedhöfe gehen, sich mit Hilfe der GPS-Koordinaten zu den einzelnen Grabmale leiten lassen und vor Ort hören, was es Interessantes über die Menschen zu berichten gibt, die dort beerdigt sind, oder über die Grabmale, vor denen man steht.

Ich habe schon mal ein bißchen hineingehört und bin begeistert, wieviel Neues so zu erfahren ist. Kennen Sie oder ihr, liebe Blogleser/innen, z.B. noch Paulinchen aus dem Struwelpeter, die mit den Zündhölzern spielte und dabei das Haus anzündete? Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof findet sich das Grab von Pauline Schmidt, dem Kind, das der Figur im Struwelpeter ihren Namen gab. Was es mit den Zündhölzern dabei für eine Bewandtnis hatte, das wird auf der Website  (unter 09. Pauline Schmidt) lebendig erzählt.