Dienstag, 8. Januar 2019

Transmortale IX

Das Programm für die Transmortale IX, 2019 ist gerade herausgekommen:

Sonntag, 6. Januar 2019

Friedhofsjubiläum in Meerane 2018

Bis zum Ende des letzten Jahres hat der Friedhof in Meerane in Sachsen sein 150jähriges Jubiläum mit einer Reihe von Veranstaltungen begangen.

Den Abschluss bildete ein Klavierkonzert mit Lesung der Pianistin und Echo-Preisträgerin Cora Irsen, in dem es um die Pianistin und Komponistin Marie Jaëll (1846 bis 1925) ging - eine Frau zwischen Weimar und Paris - und ihre Begegnungen mit Brahms, Liszt und Saint-Saëns.

Veranstaltet hat das Konzert der Förderkreis Friedhof Meerane e.V., der sich seit 2011 aktiv um den Friedhof kümmert und in den letzten Jahren besonders die Wiederherstellung und Erhaltung der im Jahr 1914 erbauten Friedhofshalle auf seine Agenda gesetzt und dafür in den vergangenen Jahren Geld gesammelt hat.

Die Außensanierung ist inzwischen fertiggestellt. Kurz vor Weihnachten kam dann der Bescheid, dass das Landesamt für Denkmalpflege des Freistaates Sachsen Maßnahmen aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm VII der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien (BKM) für die Erhaltung des Friedhofsgebäudes mit 103.150 Euro ko-finanziert. Damit ist der dritte Bauabschnitt der Hallensanierung gesichert, denn vom Bund kommen noch einmal Fördermittel in Höhe von 138.100 Euro dazu. Diese Unterstützung von Land und Bund wäre sicher ohne die Arbeit des Förderkreises wohl kaum zustande gekommen.
Neue Friedhofshalle Meerane 1916, Historische Postkarte
im Besitz von Jens Hamann, dem ich für
die Abbildungserlaubnis danke. Quelle

Leider besitzt der Förderkreis Friedhof Meerane e.V. bislang noch keine eigene Website und ist auch nicht auf Facebook vertreten. immerhin werden seine Aktivitäten regelmäßig im "Meeraner Blatt" im Internet veröffentlicht. Zum Friedhofsjubiläum ist eine eigene Festschrift erschienen, außerdem gibt es auch eine Jubiläumskerze und Anhänger aus in Silber gefassten Schieferstückchen vom Dach der 100-jährigen Neuen Friedhofshalle zu erwerben. Die Anhänger sind in einer limitierten Auflage von 12 Exemplaren extra für die Hallensanierung entworfen, gefertigt und gespendet worden.

Blick in den Schmuckhof der Leichenhalle, Quelle s.o.
Wer Kontakt aufnehmen will, schreibe an foerderkreis-friedhof-meerane(bei)enviatel.net.

Freitag, 14. Dezember 2018

"Remember. Journey through memories. European Cemeteries Route"

 2012 habe ich hier über die Route der Europäischen Friedhofskultur berichtet. In diesem Jahr nun ist eine Neuauflage der damaligen Guidebooks erschienen (das veraltete Guidebook ist inzwischen aus dem Internet verschwunden).

Das neue - auch wieder englischsprachige - Buch ist mit vielen farbigen Fotos aufgemacht und stellt ähnlich wie das frühere Guidebook nach zwei kurzen Einleitungskapiteln auf jeder Seite einen historischen Friedhof vor. Die Abfolge scheint dabei relativ beliebig zu sein - jedenfalls erschließt sie sich mir nicht. Insgesamt sind in diesem Buch 63 europäische Friedhöfe anzutreffen, so dass man einen sehr guten Überblick über den kulturellen und historischen Reichtum erhält, der an diesen besonderen Orten Europas erhalten geblieben ist. Allerdings findet man im Internet noch einmal deutlich mehr Mitglieder der Route, denn offenbar sind nicht alle dem Aufruf gefolgt, Material für die neue Broschüre einzusenden.

Seiten für den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg und
den südlichen Friedhof in München
Da der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V., für den ich hier ja auch stehe, Mitglied sowohl der Association of Significant Cemerteries wie der Europäischen Kulturroute ist (und weil wir auf die Aufforderung Bilder und Text neu zu übersenden auch reagiert haben), ist er auch in der neuen Broschüre vertreten und die Association hat dem Förderkreis vorab drei gebundene Exemplare des neuen Buches zugesandt.

Und damit haben wir auch das Problem dieses Buches. Der Förderkreis müsste 200 Euro für die Druckvorlage bezahlen und könnte dann auf eigene Kosten so viele Exemplare des Buches drucken lassen, wie er möchte. Der Vorstand hatte gewichtige Gründe sich dagegen zu entscheiden: Zu den 200 Euro Honorar kämen noch die nicht unerheblichen Druckkosten für jedes Buch, so dass man nur einige wenige Exemplare zu einem hohen Preis herstellen und verkaufen könnte. Aber wer hat Interesse ein solches Buch mit englischen Texten zu kaufen, wenn er dasselbe und mehr im Internet lesen und ansehen kann?  Und so stelle ich hier ein wunderbares Buch vor, von dem ich nicht weiß, ob man es irgendwo auch erwerben kann...

Sonntag, 11. November 2018

Grabmalpatenschaften - eine Sendung im Deutschlandfunk

Grabmal Rübcke (ehemals Gerstenkorn), das erste Paten-
schaftsgrabmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof, von dem in dem
Beitrag auch die Rede ist (Foto Marianne Didiér)
Am letzten Sonnabend (10.11.2018) ist im Wochenendjournal des Deutschlandfunk eine Sendung mit dem Titel "Grabpatenschaften - Letzte Ruhe an historischer Stätte" von Wolf Renschke ausgestrahlt worden. Herr Renschke hat dazu eine Reihe von historischen Friedhöfen besucht (Melaten in Köln, Hauptfriedhof Frankfurt, Ohlsdorfer Friedhof) und Interviews geführt. Unter anderem hat er auch mich interviewt. Die Sendung, die daraus geworden ist, finde ich sehr interessant und informativ. Wer sich für das Thema allgemein interessiert, bekommt damit einen guten ersten Eindruck (hier zum Nachhören).

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Halloween

Tod auf dem Flohmarkt (Foto Leisner)
Heute ist es mal wieder soweit, dass kleine Geister durch den Abend wandern und mit Süßigkeiten gefüttert werden wollen, damit sie kein Unheil anrichten.

Und was denkt der Tod ?

Freitag, 26. Oktober 2018

„Worauf man mit Andacht stehen und gehen kann“ – Ein literarischer Friedhofs-Besuch

Arnold Böcklin, Toteninsel, Alte Nationalgalerie Berlin (Foto Leisner)
Diesmal schreibe ich hier in eigener Sache: Für den neuen Band des "Lexikons der Bestattungs- und Friedhofskultur - Begriffe aus Literatur, Musik, Fotografie und Film" habe ich vor einiger Zeit das Stichwort "Friedhof" bearbeitet.

Dabei ist mir aufgefallen, wie viele interessante Beschreibungen und Geschichten  es in der Literatur über Friedhöfe gibt. Deshalb habe ich für den Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. eine Lesung zusammengestellt.

Als Titel habe ich das Zitat von Luther gewählt: „Worauf man mit Andacht stehen und gehen kann“, Damit laden wir jetzt im Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. zu einem literarischen Friedhofs-Besuch ein, in dem Auszüge aus Romanen, Gedichten und Liedern gelesen und gesungen werden. Es lesen langjährige Mitglieder des Förderkreises (Norbert Fischer, Horst-Günther Lange und ich selbst). Die Sopranistin Dr. Julia Kretschmer-Wachsmann wird mit Unterstützung am Klavier durch Herrn Matthias Gabri die Lieder vortragen. Horst-Günther Lange begleitet die Lesung auf der Barocklaute.
Die Lesung findet am 18.11. um 15:00 in der Cordeshalle im Forum Ohlsdorf in Hamburg statt. Der Eintritt ist frei.

Samstag, 20. Oktober 2018

Tutenfru! ÜBER ABERGLAUBE UND TOD - Ausstellung in Kassel

Flyer zur Autsstellung im Sepulkralmuseum in Kassel 
"tutenfru", also Totenfrau, so heißt die neue Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, die am 26. Oktober eröffnet wird. Der ein wenig erklärungsbedürftige Titel weist auf den Ruf der Taube hin, der als „Tutenfru, Tutenfru!“ und damit als Warnung vor der bald kommenden Totenfrau verstanden wurde und für große Furcht sorgte. Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Museums (aus der ich hier das Meiste zitiere), dass auch der Ruf des Waldkauzes mit seinem „Kuwitt, Kuwitt!“ als „Komm mit!“ übersetzt wurde und die Angst dem Tod geweiht zu sein erregte. Es gibt noch viele weitere Beispiele für die angstbesetzte Vorstellungen im Bereich des Todes, um die es in dieser Ausstellung geht.

Im Mittelpunkt sollen Exponate aus der Sammlung des Museums stehen, die im Hinblick auf ihre übernatürlich magischen Bedeutungen und „Wirksamkeiten“ eindrucksvoll inszeniert werden. Die Verwendung als Heil- und Schutzzauber oder in einer Umkehrung gar als Schadenszauber stellt dabei einen zentralen Aspekt dar, wie die Ausstellungsmacher schreiben. Alte und neue Medien, Animationen und interaktive Zugangsmöglichkeiten veranschaulichen die „abergläubischen“ Handlungen. Highlights sind unter anderem ein römischer Schmuckanhänger (1. Jh. v. Chr.), der gegen den bösen Blick zum Einsatz kam, eine „Stolperfliese“ gegen finstere Mächte (16./17. Jh.) sowie verschiedene Bauopfer, z.B. eine mumifizierte Katze (17. Jh.), die der Besänftigung von Hausgeistern galten. Auch eine Freikugel (19. Jh.) ist zu sehen, von der es heißt, dass sie ihr Ziel immer trifft, weil sie vom Teufel geweiht wurde.

Ein Blick in die Gegenwart lässt außerdem Menschen zu Wort kommen, die beruflich oder ehrenamtlich mit dem Tod konfrontiert sind. In filmischen Porträts geben sie Einblicke in ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Aberglauben. Zudem informiert eine Weltkarte des Aberglaubens über noch heute existierende übernatürliche und magische Anschauungen sowie daran geknüpfte Handlungsmuster in verschiedenen Ländern und Kulturen.

Zur Ausstellung erscheint Ende November als Publikation das "Handwörterbuch des aufgeklärten Aberglaubens", das weniger als Ausstellungskatalog dienen soll, sondern vielmehr über den Museumsraum hinaus die Besucher*innen in ihrem Alltag begleiten kann. Lexikalisch von A bis Z strukturiert, werden darin Begriffe der Sepulkralkultur im Kontext des Aberglaubens erläutert, um eine inhaltliche Aufklärung zu ermöglichen und ein Nachdenken über eigenes abergläubisches Verhalten zu provozieren.