Sonntag, 11. November 2018

Grabmalpatenschaften - eine Sendung im Deutschlandfunk

Grabmal Rübcke (ehemals Gerstenkorn), das erste Paten-
schaftsgrabmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof, von dem in dem
Beitrag auch die Rede ist (Foto Marianne Didiér)
Am letzten Sonnabend (10.11.2018) ist im Wochenendjournal des Deutschlandfunk eine Sendung mit dem Titel "Grabpatenschaften - Letzte Ruhe an historischer Stätte" von Wolf Renschke ausgestrahlt worden. Herr Renschke hat dazu eine Reihe von historischen Friedhöfen besucht (Melaten in Köln, Hauptfriedhof Frankfurt, Ohlsdorfer Friedhof) und Interviews geführt. Unter anderem hat er auch mich interviewt. Die Sendung, die daraus geworden ist, finde ich sehr interessant und informativ. Wer sich für das Thema allgemein interessiert, bekommt damit einen guten ersten Eindruck (hier zum Nachhören).

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Halloween

Tod auf dem Flohmarkt (Foto Leisner)
Heute ist es mal wieder soweit, dass kleine Geister durch den Abend wandern und mit Süßigkeiten gefüttert werden wollen, damit sie kein Unheil anrichten.

Und was denkt der Tod ?

Freitag, 26. Oktober 2018

„Worauf man mit Andacht stehen und gehen kann“ – Ein literarischer Friedhofs-Besuch

Arnold Böcklin, Toteninsel, Alte Nationalgalerie Berlin (Foto Leisner)
Diesmal schreibe ich hier in eigener Sache: Für den neuen Band des "Lexikons der Bestattungs- und Friedhofskultur - Begriffe aus Literatur, Musik, Fotografie und Film" habe ich vor einiger Zeit das Stichwort "Friedhof" bearbeitet.

Dabei ist mir aufgefallen, wie viele interessante Beschreibungen und Geschichten  es in der Literatur über Friedhöfe gibt. Deshalb habe ich für den Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. eine Lesung zusammengestellt.

Als Titel habe ich das Zitat von Luther gewählt: „Worauf man mit Andacht stehen und gehen kann“, Damit laden wir jetzt im Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. zu einem literarischen Friedhofs-Besuch ein, in dem Auszüge aus Romanen, Gedichten und Liedern gelesen und gesungen werden. Es lesen langjährige Mitglieder des Förderkreises (Norbert Fischer, Horst-Günther Lange und ich selbst). Die Sopranistin Dr. Julia Kretschmer-Wachsmann wird mit Unterstützung am Klavier durch Herrn Matthias Gabri die Lieder vortragen. Horst-Günther Lange begleitet die Lesung auf der Barocklaute.
Die Lesung findet am 18.11. um 15:00 in der Cordeshalle im Forum Ohlsdorf in Hamburg statt. Der Eintritt ist frei.

Samstag, 20. Oktober 2018

Tutenfru! ÜBER ABERGLAUBE UND TOD - Ausstellung in Kassel

Flyer zur Autsstellung im Sepulkralmuseum in Kassel 
"tutenfru", also Totenfrau, so heißt die neue Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, die am 26. Oktober eröffnet wird. Der ein wenig erklärungsbedürftige Titel weist auf den Ruf der Taube hin, der als „Tutenfru, Tutenfru!“ und damit als Warnung vor der bald kommenden Totenfrau verstanden wurde und für große Furcht sorgte. Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Museums (aus der ich hier das Meiste zitiere), dass auch der Ruf des Waldkauzes mit seinem „Kuwitt, Kuwitt!“ als „Komm mit!“ übersetzt wurde und die Angst dem Tod geweiht zu sein erregte. Es gibt noch viele weitere Beispiele für die angstbesetzte Vorstellungen im Bereich des Todes, um die es in dieser Ausstellung geht.

Im Mittelpunkt sollen Exponate aus der Sammlung des Museums stehen, die im Hinblick auf ihre übernatürlich magischen Bedeutungen und „Wirksamkeiten“ eindrucksvoll inszeniert werden. Die Verwendung als Heil- und Schutzzauber oder in einer Umkehrung gar als Schadenszauber stellt dabei einen zentralen Aspekt dar, wie die Ausstellungsmacher schreiben. Alte und neue Medien, Animationen und interaktive Zugangsmöglichkeiten veranschaulichen die „abergläubischen“ Handlungen. Highlights sind unter anderem ein römischer Schmuckanhänger (1. Jh. v. Chr.), der gegen den bösen Blick zum Einsatz kam, eine „Stolperfliese“ gegen finstere Mächte (16./17. Jh.) sowie verschiedene Bauopfer, z.B. eine mumifizierte Katze (17. Jh.), die der Besänftigung von Hausgeistern galten. Auch eine Freikugel (19. Jh.) ist zu sehen, von der es heißt, dass sie ihr Ziel immer trifft, weil sie vom Teufel geweiht wurde.

Ein Blick in die Gegenwart lässt außerdem Menschen zu Wort kommen, die beruflich oder ehrenamtlich mit dem Tod konfrontiert sind. In filmischen Porträts geben sie Einblicke in ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Aberglauben. Zudem informiert eine Weltkarte des Aberglaubens über noch heute existierende übernatürliche und magische Anschauungen sowie daran geknüpfte Handlungsmuster in verschiedenen Ländern und Kulturen.

Zur Ausstellung erscheint Ende November als Publikation das "Handwörterbuch des aufgeklärten Aberglaubens", das weniger als Ausstellungskatalog dienen soll, sondern vielmehr über den Museumsraum hinaus die Besucher*innen in ihrem Alltag begleiten kann. Lexikalisch von A bis Z strukturiert, werden darin Begriffe der Sepulkralkultur im Kontext des Aberglaubens erläutert, um eine inhaltliche Aufklärung zu ermöglichen und ein Nachdenken über eigenes abergläubisches Verhalten zu provozieren.


Donnerstag, 18. Oktober 2018

Tod-Gedächtnis-Landschaft

Cover des neuesn Bandes der Irseer Dialoge
bei Kohlhammer
Der lang erwartete Tagungsband "Tod-Gedächtnis-Landschaft" ist endlich erschienen. Er versammelt einen großen Teil der Vorträge der gleichnamigen 12. Tagung der Reihe "Sterben, Tod und Jenseitsglaube" in der Schwabenakademie Irsee (Allgäu) aus dem Jahr 2012. Obwohl es also schon etwas länger her ist, dass die Vorträge - z.T. in englischer Sprache - gehalten wurden, so hat der Band doch hohe Relevanz für den Diskurs über die Erinnerungskultur. Wie schon in dem Post über die inhaltlich nicht weit entfernt liegende Publikation der Tagung "Erinnerungslandschaften" erwähnt, sind die beiden Wissenschaftler Aleida und Jan Assman dieses Jahr mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt worden, weil sie sich intensiv mit dem Thema des kulturellen Gedächtnisses auseinandergesetzt haben.

Dabei nähern sich die Beiträge in diesem Tagungsband dem Themenkreis der in die Landschaft eingeschriebenen Erinnerung an den Tod von ganz unterschiedlichen Seiten. Zur Einführung definieren die Herausgeber Norbert Fischer und Markwart Herzog die Begriffe Landschaft und Gedächtniskultur, und beziehen dann den Tod in diese Begrifflichkeit ein. Der Zusammenhang dieser drei Begriffe zeigt sich - im Sinne Aleida Assmanns - als Resultat eines gesellschaftlichen Prozesses,"der sein Gedächtnis in jeder historischen Periode neu erfindet und entsprechende Artefakte mit symbolischer Bedeutung versieht."

Dienstag, 16. Oktober 2018

Pilze suchen

Schade, diese Ankündigung habe ich gerade erst auf Facebook gesehen, wäre ich früher darauf gestoßen, hätte ich sie noch zur rechten Zeit hier im Blog veröffentlichen können. Aber bei Facebook entscheidet der Algorithmus, was man wann sieht
:-(((.

So kann ich nur hoffen, dass das Pilze-Suchen auf dem Urnenhain Tolkewitz ein voller Erfolg war!

Donnerstag, 13. September 2018

150 Jahre Friedhof am Diebsteich in Altona

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen in Altona - damals noch eine von Hamburg unabhängige und seit einigen Jahren preußische Stadt - die Kapazitäten des Friedhofs Norderreihe zu ende, auf dem seit 1831 die Toten beerdigt worden waren. Neue Friedhofsflächen fand man in der damaligen Bahrenfelder Feldmark.

1868, also genau vor 150 Jahren, wurde dort der neue kirchliche Friedhof am Diebsteich eröffnet. Der Name Diebsteich weist übrigens wahrscheinlich nicht auf Übeltäter hin sondern darauf, dass dieser Teich "deep", also tief, war.
Gräbstätte von Günther Ludwig Stuhlmann auf dem Diebsteichfriedhof,
zusammen mit dem ganzen Friedhof steht dieses Grabmal
auf der Denkmalliste der Hansestadt Hamburg
(Quelle: Von Pauli-Pirat - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59378848 )
Der Kirchengemeinde-verband Altona lädt dazu am 23. September ab 12 Uhr zu einer Jubiläumsfeier mit Festakt in der Kapelle des Friedhofes ein.  Unter anderem gibt es den Vortrag „Vom Gottesacker zum Friedhof – Friedhöfe in Altona“ von Dr. Holmer Stahncke (Journalist, Buchautor und Kenner der Geschichte Altonas) zu hören. Dr. Joachim Schnitter (Gartendenkmalpflege und Freiraumplanung) spricht über „Volksparkachse, Fernbahnhof und das grüne Gedächtnis der Stadt“ und Helga Magdalena Thienel (Sozialwissenschaftlerin mit
Schwerpunkt Stadtforschung und Kulturgeschichte) wird die Besonderheiten des Friedhof auf einem kulturhistorischen Rundgang erläutern. Sie erforscht im Rahmen ihrer Doktorarbeit die Geschichte dieses Bestattungsplatzes. (Treffpunkt: Am Diebsteich 4, 22761 Hamburg-Bahrenfeld - Eingang direkt am S-Bahnhof).