Samstag, 23. Mai 2026

Grundsteinlegung auf dem Eliasfriedhof in Dresden

Grufthäuser auf dem Eliasfriedhof, 2017 (von SchiDD - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Quelle)
Mit dem schon 1876 geschlossenen Eliasfriedhof ist in Dresden ein außerordentlich authentischer historischer Friedhof erhalten. Die barocke Camposantoanlage enthält einen über zwei Jahrhunderte gewachsenen fast unverändert erhaltenen Grabmalbestand.

Jetzt soll dieser Friedhof mit dem denkmalgerechten Wiederaufbau des ehemaligen "Totenbettmeisterhauses" ein Gebäude erhalten, in dem unter anderem ein Ausstellungsraum und ein Ort der Begegnung für den Förderverein des Friedhofs entstehen soll. Der Friedhof als „Freilichtmuseum historischer Grabmalkunst“ wird so für Besucherinnen und Besucher noch zugänglicher und sie können mehr über die Geschichte Dresdens und seiner Bewohner erfahren.

"Totenbettmeister" war der Name des obersten Totengräbers. In der Einladung des Fördervereins steht zu lesen, dass sein Häuschen sich bereits um 1690 an der Ziegelstraße befand. Es wurde 1864 abgetragen und durch einen Neubau an der Nordwestecke des Friedhofs ersetzt. Auch nach der Schließung des Friedhofs im Jahr 1876 wohnten hier Beschäftigte, die für die Anlage zuständig waren. Im Zuge der Bombardierung der Stadt im Februar 1945 brannte das Haus vollständig aus, die Ruine wurde später beseitigt. Wie es einst aussah, sieht man hier.

Der Förderverein Eliasfriedhof Dresden e.V. hat sich jahrelang für einen Neubau eingesetzt. Nun wird diese Vision Realität – unterstützt durch EFRE-Fördermittel, Mittel der Landeshauptstadt Dresden und Eigenmittel des Fördervereins.

Alle Beteiligten freuen sich jetzt auf die feierliche

Grundsteinlegung  

Mittwoch, 27. Mai 2026 – Ziegelstraße 22, 01067 Dresden
Einlass: 17:00 Uhr
Beginn: 17:30 Uhr 

Kostenlos



Donnerstag, 23. April 2026

Grün. Nah. Für immer da?! - Ausstellung über den Wandel der Friedhofskultur

In der Kreuzkirche in Dresden läuft seit dem 17. April 2026 die oben genannte Ausstellung zusammen mit einer Vortragsreihe. Hier der Flyer dazu: 



Fotoausstellung "Hamburger Friedhofskapellen"

Im Rahmen des 11. Hamburger Architektur Sommers 2026 stellen der Fotograf Nic Fey und das Architekturbüro Acollage Bilder von Hamburger Friedhofskapellen aus. Hier die Einladung zur Vernissage und folgenden Veranstaltungen:



Dienstag, 7. April 2026

Zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen

 

Im Rahmen des Dresdner Modellprojekts „Vom
Parkfriedhof zum Friedhofspark“ auf dem Neuen Annenfriedhof der Stadt hat die Friedhofsverwalterin Lara Schink eine "Handreichung zum Umgang mit Friedhofs-Freiflächen" erstellt, die unter diesem Link zum kostenlosen Download bereit steht. Vorab möchte ich diesen Text schon einmal allen empfehlen, die mit der Entwicklung von Friedhöfen und besonders der Bewahrung historischer Begräbnisplätze zu tun haben. Oder wie es im Vorwort heißt: Die an dem Projekt Beteiligten "möchten mit dieser Publikation Mut machen, Friedhöfe mit anderen Augen zu sehen: ihre vielfältigen Potenziale zu erkennen, anzuerkennen und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln - mit frischen Ideen, zugleich aber stets Hand in Hand gehend mit ihrer jahrhundertealten Kulturtradition".

Die Publikation ist als Teil des ExWoSt-Forschungsvorhabens1 „Green Urban Labs II“ entstanden. In diesem Projekt wurden die Potenziale von Friedhofsfreiflächen im Rahmen eines partizipativen Umgestaltungsprozesses unter Einbindung einer Vielzahl von Akteuren aus Bürgerschaft, Ämtern, Hochschul- und Vereinswesen erforscht. 

Montag, 12. Januar 2026

transmortale XV – 6. und 7. März 2026 in Kassel

Auch in diesem Jahr findet wieder die Tagung transmortale in Kassel im Museum für Sepulkralkultur statt, bei der es darum geht, dass - vorwiegend junge Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten aus dem Bereich Sepulkralkultur vorstellen und diskutieren. Am Freitagabend, dem 6. März, beginnt die Tagung diesmal mit einer als Symposium organisierten Buchvorstellung, wie es auf der Website des Museums heißt: "Die dann druckfrisch vorliegende Publikation '(Un-) Sichtbarkeit der Toten. Theologisches am Friedhof' (24 Textbeiträge, Springer VS / Wiesbaden) wird durch eine Einführung der Herausgeber, drei Vorträge sowie ein Podiumsgespräch vorgestellt." Der 7. März bietet eine thematisch offene Plattform für Nachwuchswissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen, die ihre Forschungsprojekte oder Qualifikationsarbeiten zum Thema Tod vorstellen. 

Veranstaltet wird das Treffen in Kooperation zwischen dem Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Kassel, der Universität Hamburg, Institut für Empirische Kulturwissenschaft 
und der Stiftung Deutsche Bestattungskultur. Diesmal findet außerdem eine Zusammenarbeit mit dem Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik am Fachbereich Evangelische Theologie (Prof. Dr. Malte Krüger) sowie dem Katholisch-Theologischen Seminar (Prof. Dr. Tobias Hack) – beide Philipps-Universität Marburg – statt.

Das Programm kann unter diesem Link abgerufen werden. 

Anmelden sollte man sich bis zum 27. Februar 2026 bei der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V., Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25 – 27, 34117 Kassel, E-Mail: info@sepulkralmuseum.de, Tel.: 0561 9189340. Der Teilnahmebeitrag beträgt 50,- Euro / ermäßigt 25,- Euro (Studierende). Für den zweiten Tag kann für 30,- Euro pro Person Verpflegung (Mittagsimbiss, Kuchen, Obst, Getränke) gestellt werden. Ohne diese ist Selbstversorgung erforderlich.


Sonntag, 2. November 2025

Echo des Unbekannten - Vom Umgang mit Tod und Vergänglichkeit

Cover des Ausstellungskataloges
 In der Kunsthalle "Talstraße" in Halle an der Saale findet bis zum 15. 2. 2026 eine Ausstellung zum Tod statt, die von zahlreichen Veranstaltungen begleitet wird. Dazu ist ein Katalog erschienen, den man per Video auf der Seite "Publikationen" des Kunstvereins durchblättern kann. 

Gezeigt werden Kunstwerke, die das Thema Tod vom Mittelalter bis in die Gegenwart in den Blick genommen haben. Darunter befinden sich zum Beispiel auch Frottagen - also Abreibungen von gravierten Bildern mit Ölwachs auf Papier -, die von mittelalterlichen Grabmalplatten in England gemacht worden sind, Graphiken von Albrecht Dürer, Plastiken des Bildhauers Ernst Barlach, aber auch Särge aus verschiedenen Zeiten, darunter ein plastisch als Turnschuh gestalteter Sarg aus Ghana, um nur einige der Kunstwerke zu nennen. 

Der Katalog versammelt Beiträge von ausgewiesenen Kennern der Materie, die das Thema aus ganz verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. So geht es unter anderem um die Veränderungen der Gesellschaft, die auch den Umgang mit Sterben, Tod und Bestatten verändert haben. Dazu wird die Bestattungsgesetzgebung in Deutschland als Seismograph herangezogen und die Religion befragt, bevor es um einzelne Sonderthemen wie die mumifizierten (und gefährdeten) Toten in Palermo, Darstellungen des Todes in der internationalen Kunst, Trauerrituale und ihre Veränderung, die Ghanaische Bestattungskultur und zum Schluß um "Friedhof und Grabmal im bürgerlichen Zeitalter" geht. Biografien und eine Liste der ausgestellten Werke runden den Katalog ab, der die Objekte der Ausstellung mit zahlreichen Abbildungen wiedergibt. 

Insgesamt ist diese bunte Mischung besonders für Menschen zu empfehlen, die normalerweise eher selten mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit zu tun haben. Die zahlreichen Werke und die inhaltlich ein breites Feld abdeckenden Beiträge regen zur Reflektion an; eine Reflektion, die vor Ort sicher durch die Begleitvorträge, Filmvorführungen und Ausstellungsführungen noch verstärkt wird. 

Echo des Unbekannten. Vom Umgang mit Tod und Vergänglichkeit, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung,  hrg. von Matthias Rataiczyk, Kunstverein „Talstrasse“ e.V., 216 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Halle Saale 2025,  35 Euro, Katalogbestellung

   

 

Freitag, 31. Oktober 2025

Halloween

 Zu Halloween verlinke ich mal wieder auf einen frühen Zeichentrickfilm, der die spätere Verfilmung des uralten Stoffes vom Geisterhaus oder -schloss in Mickey-Mouse-Art vorwegnimmt. Mal wieder schreibe ich, weil in diesem Blog auch der großartige "skeleton-dance" von Walt Disney zu finden ist.  

Walt Disney Looney Tunes - The Haunted House (1929), by Walt Disney, Jack King 

Das Original stammt von der - von mir sehr geschätzten - amerikanischen Plattform  "archive org" (https://archive.org/details/looneytunesmickey7), die prall mit interessanten Büchern, Filmen, Musikstücken und Audioaufnahmen gefüllt ist.