Samstag, 12. Juni 2021

Call for papers zum Thema "Friedhofstourismus"


Die diesjährige Konferenz der Association of Significant Cemeteries of Europe (ASCE) hat das
Thema Friedhofstourismus. 
 
Bild vom Wiener Zentralfriedhof auf der Seite der ASCE in Bezug auf den Call vor papers
 
Friedhöfe haben Geschichten zu erzählen
 
Dabei geht es den VeranstalterInnen um "Wie-Fragen": Wie können Friedhöfe ihre kulturelle Bedeutung der Öffentlichkeit vermitteln? Wie können Friedhöfe feststellen, warum sie wichtig sind und für wen? Wie können Friedhöfe mit Besuchern und potenziellen Besuchern interagieren? Wie können Friedhöfe ihr Verständnis ihres kulturellen Wertes am besten teilen? Wie können Friedhöfe das Besuchererlebnis bereichern? Wie können Friedhöfe all dies tun und gleichzeitig ihren Hauptzweck als Begräbnisstätten respektieren? 
 
Gesucht werden Referenten mit praktischen Kenntnissen oder Erfahrungen, die ihre Inhalte einem breiten internationalen Publikum vermitteln können.  
 
Konferenztermine und Veranstaltungsort: Donnerstag 11. und Freitag 12. November 2021, online, via Zoom (organisiert von den Friends of Highgate Cemetery Trust für die Association of Significant Cemeteries of Europe).

Konferenzthemen, Call for papers und die Maske um einen eigenen Vorschlag einzureichen finden sich auf der Website der ASCE.

 

Der Riensberger Friedhof in Bremen 1811-1921

Cover von Weisser, Riensberger Friedhof
Im November letzten Jahres habe ich hier auf die wissenschaftlich-künstlerische Erforschung des Riensberger Friedhofs in Bremen durch Mike Weisser hingewiesen. Jetzt hat der Künstler und Autor seine zwölfmonatige Feldforschung in Form eines umfangreichen Buches publiziert. 

Damit probiert er zugleich die Verbindung von Buch und Internet aus: Neben seiner eigenen Einleitung und die in das Gesamtthema Friedhof und Tod einführenden Texte von Seiten der Institutionen, die seine Arbeit unterstützen und würdigen, steht jeweils ein QR-Code. Wenn man diesen ausliest, gelangt man im Internet z.B. auf das Gesamtinventar des Friedhofs, sowie eine Reihe weiterer Seiten der Autors, die man natürlich auch über seine Homepage aufsuchen kann. Dementsprechend lautet der Untertitel des Buches: "Intermediale Heimatforschung und Quellensammlung als zeigemäßer Beitrag zur Sepulkralkultur". 

Auf die erwähnten einführenden Texte folgt ein umfangreicher Abbildungsteil, in dem in großformatigen Farbbildern, verbunden mit kleineren Detailaufnahmen, die Grabmale des Friedhofs vorgestellt werden. Die Auswahl des Autors bezieht sowohl die künstlerisch gestalteten Erinnerungsmale, als auch die Grabanlagen bedeutender Persönlichkeiten der Hansestadt ein und vernachlässigt auch nicht die kleineren Grabmale wie Kreuze, Stelen und liegende Steine. Ausführliche Bildunterschriften geben Auskunft über die Bestatteten und den Denkmalwert des jeweiligen Grabmals. Weitere Details zu den Familien, Einzelpersonen und Besonderheiten der Gestaltungs werden ebenfalls erwähnt. Nicht ganz klar sind die Auswahlkriterien, doch kann man davon ausgehen, dass die Vorarbeiten der Bremer Denkmalpflege die Grundlage gebildet haben. 

Montag, 7. Juni 2021

"150 Jahre Friedhof Glauchau - Erinnerungen & Aktuelle Bezüge"


Glauchau ist eine Große Kreisstadt im sächsischen Landkreis Zwickau. Sie war zu ihrer Blütezeit im ausgehenden 19. Jahrhundert ein wichtiger Standort der Textilindustrie.

Cover der Broschüre über den Glauchauer Friedhof
Es jetzt habe ich erfahren, dass man dort 2019 das 150jährige Jubiläum des örtlichen Friedhofs mit zahlreichen Veranstaltungen während einer Gedenkwoche im November feierte. Doch auch im nachhinein ist dieses Ereignis durchaus wert hier im Blog erwähnt zu werden, finde ich. 

In dieser Gedenkwoche wurde in einem Eröffnungsvortrag der Geschichte des Friedhofes nachgegangen. Außerdem gab es durch Mitarbeitende des Friedhofs konzipierte Führungen und eine Lichtinstallation. In einem Familiengottesdienst und einem Gesprächsabend wurde der Blick auf die letzten Dinge des Lebens gerichtet. Es folgte ein weiterer Vortrag zu Formen der Trauer und des Abschiedes, sowie Gottesdienste, Andachten und ein Konzert, in dem die christliche Auferstehungshoffnung Thema war. Außerdem wurden in einer Abendveranstaltung geistliche und weltliche Texte zum Thema vorgelesen, verbunden durch Musik.

Zum Jubiläum erschien eine mehr als hundert Seiten umfassende Broschüre zur Geschichte des Friedhofs, verbunden mit dem Abdruck des Vortrags zur Trauerkultur im Wandel, Informationen zu aktuellen Bestattungsformen auf dem Friehof und zur o.g. Lichtinstallation. 

Der Abriss über die Friedhofsgeschichte des Ortes enthält die gesamte Entwicklungsgeschichte der Bestattung vor Ort mit vielen interessanten Details. Genannt sei hier nur die Zeichnung des Glauchauer Leichenwagens von 1846, für den ein Hofwagen aus Altenburg als Vorlage diente. Hinzugefügt hat der Autor aus aktuellem Anlass einen Abriss über die Geschichte der Seuchen vor Ort.

 

Samstag, 29. Mai 2021

Crossroads of diversity - ein Fotobuch der ASCE


Dieses Jahr feiert die ASCE (Association of significant cemeteries in Europe) ihr zwanzigjähriges bestehen. Das is ein Grund dafür, dass sie anlässlich der „Week of Discovering European Cemeteries“ (Europäische Woche der Friedhofsentdeckungen) ein neues E-Book mit dem Titel „Crossroads of diversity“ (Kreuzwege der Vielfältigkeit) herausgegeben hat. 

Mit dem Fotobuch feiert die Vereinigung der europäischen Friedhöfe  die Vielfalt. In einer Reihe von großartigen Bildern von Friedhöfen in ganz Europa wird unter dem Motto des Buches auf ganz unterschiedliche Verbindungen und Kreuzwege eingegangen, die sich in den Friedhöfen widerspiegeln. Darunter ist der Wiener Zentralfriedhof, genauso vertreten wie der Friedhof Glasnevin in Dublin, aber auch Bestattungsplätze der Balkanstaaten, Italiens und Spaniens und einer Reihe anderer Länder. Aus Deutschland ist der Ohlsdorfer Friedhof mit einem Bild der Chinesischen Grabstätte vertreten, die darauf hinweist, dass in Hamburg Angehörige von ganz unterschiedlichen Nationen leben und auf dem weltgrößten Parkfriedhof gemeinsam bestattet werden. 

Insgesamt sind in dem Buch siebenunddreißig Bilder aus fünfzehn Ländern vereinigt. Sie zeigen ganz unterschiedliche und einzigartige Friedhöfe, die doch alle die gleiche Sprache sprechen: Sie alle erzählen von der Diversität der dort Bestatteten.

Das Fotobuch kann man online ansehen unter: https://online.fliphtml5.com/ialuo/aqwf/#p=1

 

Freitag, 28. Mai 2021

Corona und Tod - Schwerpunkt der Ohlsdorf-Zeitschrift

Die neue Ausgabe von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" widmet sich aus gegebenem Anlaß dem Schwerpunkt "Corona und Tod". In den Beiträgen geht es um Bestattung, Trauer und öffentliches Gedenken in der Zeit der Epidemie, sowie um ein darauf bezogenes Forschungsprojekt. 

Dazu kommt unter der Rubrik "Kultur und Geschichte" ein Überblick über die Umbrüche, die mit den großen Seuchen der Geschichte einher gegangen sind. Die Zeitschrift wird online gestellt unter: https://www.fof-ohlsdorf.de/zeitschrift

Samstag, 8. Mai 2021

Festival "Hallo Tod" in Zürich

Flyer zum Kulturfestival "Hallo Tod"
In Zürich lädt die "Kulturbande" mit dem Projekt "Hallo, Tod!" dazu ein, "dem Unausweichlichen zu begegnen, kreativ und im Austausch mit anderen". Der Höhepunkt dieses Projektes bildet ein Kulturfestival mit demselben Namen. Die "Kulturbande" ist eine interdisziplinäre Gruppe Kulturschaffender. Ihr Festival findet vom 25. bis zum 30. Mai 2021mit über 50 Angeboten und Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Zürich sowie digital, im weltweiten Netz statt. Das ganze Programm findet man hier.

Vertreten als Veranstaltungsort ist auch das Friedhof Forum der Stadt Zürich, in der noch die Ausstellung "ASCHE​ – und was vom Ende bleibt" , sowie die Installation "Travel wear you want" zu sehen ist. Außerdem finden dort unter dem Titel "Nor here nor there" Videoperformances mit dialogischer Führung statt und mit der Installation "endlich sein" ein "auditiver Spaziergang für mehr Life-Death-Balance im Alltag". 

Für alle, die nicht in Zürich zu Hause sind, gibt es die Möglichkeit an einer ganzen Reihe von Programmpunkten im Internet teilzunehmen. Tickets zu den einzelnen Veranstaltungen können online erworben werden. Zahlreiche Angebote sind gratis. Bei manchen davon braucht's eine Voranmeldung.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Freitod - Ohlsdorf Zeitschrift für Trauerkultur

In der ersten Ausgabe der Zeitschrift des Ohlsdorfer Fördervereins im Jahr 2021 (Nr. 152) bildet der Freitod as Hauptthema. Einleitend heißt es dazu: "Der Umgang mit dem Freitod stellte schon früher und so auch heute noch nahe Angehörige aber auch die Gesellschaft als Ganzes vor große Herausforderungen. Eine Vielzahl von Aspekten begleiten das schwierige Thema des selbstgewählten Todes: Die Zurückbleibenden müssen Schmerz und Selbstvorwürfe aushalten, die Religionen und Gesellschaften müssen Antworten auf solche Fragen finden wie: Gibt es ein Recht den eigenen Tod selbst herbeizuführen? Und ist die Beihilfe zum Freitod erlaubt? Im christlichen Glauben galten „Selbstmörder“ jahrhundertelang als unehrlich und wurden durch ihre Bestattung außerhalb geweihter Erde aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Einige dieser Aspekte sollen die hier versammelten Beiträge näher beleuchten. Es geht sowohl um die Geschichte der unehrenhaften Bestattung, als um Orte des Todes und Bestattung von Suizidanten und um einige ihrer Gräber in Ohlsdorf. Aber auch ein Bestatter und eine Trauerbegleiterin kommen zu Wort und berichten von den Möglichkeiten einfühlsam und hilfreich mit dem Freitod in der gegenwärtigen Bestattungs- und Trauerkultur umzugehen."

Die Beiträge beschäftigen sich mit dem Umgang mit Selbstmördern vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert, dem Suizid als einem letzten Ausweg in der Zeit des Nationalsozialismus dargestellt an Grabstätten auf dem Ohlsdorfer Friedhof, dem sogenannten Selbstmörderfriedhof im Berliner Grunewald und dem japanischen Aokigahara-Wald, aber auch mit dem Thema "Bestattung nach Suizid" und Trauerbegleitung nach dem Freitod von Kindern.