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Freitag, 3. Oktober 2025

Digitale Salongespräche zur Friedhofskultur

In diesem Herbst und Winter veranstaltet das  Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur wieder die sehr beliebten Digitalen Salons mit interessanten Themen zur Friedhofskultur. Der nächste Salon findet schon

am 8.10. um 17 Uhr statt:

Kunst als Chance für Friedhof und Kirche

Mit  Alexander Ochs, Kurator Purple Path, Kulturhauptstadt Chemnitz; Ralf Günther, Friedhofsverwalter Lößnitz; Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD; Reto Bühler, Leiter Friedhof Forum Zürich – Museum über Leben und Tod

Über 15.000 Besucher werden in diesem Jahr die Friedhofskirche in der kleinen Stadt Lößnitz besucht haben. Angezogen hat sie eine Installation der weltweit renommierten Künstlerin Rebecca Horn im Rahmen von Purple Path, dem Kunst – und Kulturweg der Kulturhauptstadt Europas 2025 Chemnitz. 

Im Rahmen eines digitalen Salons des Kuratoriums Immaterielles Erbe Friedhofskultur spricht der Friedhofsexperte Tobias Pehle mit Purple Path Kurator Alexander Ochs über die Anziehungskraft der Horn-Installation und die von Kunst in Kirchen. Ralf Günther, der Friedhofs- und Kirchenverwalter von Lößnitz, berichtet über seine Erfahrung. Zudem bringen Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und Reto Bühler, Leiter des Friedhof Forum Zürich– Museum über Leben und Tod, ihre Expertisen zum Thema „Kunst als Chance für den Friedhof“ ein. Die Teilnahme an der einstündigen Veranstaltung über die Plattform Teams ist kostenfrei. Der Beitritt ist über folgenden Link möglich. (Dieser Text und die folgenden Zeilen sind der Pressemitteilung entnommen.)

Weitere Themen und Termine sind:

Sonntag, 25. August 2024

Sternengräber – Abschied von den Kleinsten

Sternenkindergrab auf dem Ohlsdorfer Friedhof (Foto Leisner)
Das Kuratorium, das zur Unterstützung des immatierellen Kulturerbes der Friedhöfe gegründet wurde, veranstaltet seit 2021 in loser Folge kostenfreie "Digitale Salons". Dazu werden Fachleute eingeladen, die in einer Onlinesitzung ihre speziellen Friedhofsthemen vorstellen und mit den Teilnehmern diskutieren.

Der nächste Salon findet am 2. September, um 18.00 Uhr zum Thema der "Sternengräber" statt. Eingeladen sind die Vorsitzende des Bundesverbands Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V., Nicole Gehret, die Trauerbegleiterin Elke Heinen und das Kuratoriumsmitglied Dr. Michael Hase, Psychiater und Psychotherapeut. Sie werden über die Trauerverarbeitung und Erinnerungskultur für die Kleinsten sprechen, deren Grabstätten inzwischen auf fast allen Friedhöfen zu finden sind und mit ihrer liebevollen und oft bunten Gestaltung zu den berührendsten Orten auf Friedhöfen zählen.

Anmelden kann man sich unter diesem Link.


Donnerstag, 19. Januar 2023

Friedhof als Fokus von Kulturpolitik

Screenshot von der Videoaufzeichung des Salongesprächs vom 17.1.2023
Das Kuratorium immaterielles Erbe Friedhofskultur e.V. lädt monatlich einmal zu einem digitalen Salon ein. Den Link zur Zoomsitzung erhält man, wenn man sich angemeldet hat. Der erste Salon fand vor kurzem am 17. Januar unter dem Titel „Friedhof als Fokus von Kulturpolitik: Geht das?“ statt. Eingeladen war Olaf Zimmermann, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitung des Kulturrates "Politik & Kultur" und u.a. auch Vorsitzender des Stiftungsbeirates der Kulturstiftung des Bundes und Sprecher der Initiative kulturelle Integration. Der Deutsche Kulturrat ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände. Er ist der Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union in allen kulturpolitischen Angelegenheiten. 

Mittwoch, 9. September 2020

Friedhöfe als immaterielles Kulturerbe auszeichnen!

Informationstafel des Kuratoriums für die Friedhöfe



Zum Tag des Friedhofs am 20.9. ruft das Kuratorium immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur zur bundesweiten Aktion auf!

Nachdem die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes im März dieses Jahres in der Corona-Krise medial unterging (ich habe merfach dazu im Blog berichtet, Label Kulturerbe), soll es einen Neustart am Tag des Friedhofs geben, um auf den neuen Titel der Friedhofskultur aufmerksam zu machen. In Abstimmung mit der Deutschen UNESCO-Kommission bzw. in Zusammenarbeit mit dem Friedhofswesen sowie in enger Verzahnung mit der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal und dem Museum für Sepulkralkultur wird dafür die Aktion "Friedhöfe auszeichnen" gestartet. Indem Friedhöfe durch hochwertige Informationstafeln als Kulturraum dieses immateriellen Kulturerbes ausgewiesen werden, sollen sie eindeutig mit dem immateriellen Kulturerbe verbunden werden. Im Rahmen dieser Aktion sollen zum Tag des Friedhofs an den wichtigsten Friedhöfen die ersten Informationstafeln „Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ angebracht werden.

Konkret sollen am Freitag, dem 18.9.2020, die teilnehmenden Friedhofsverwaltungen zeitgleich um 11 Uhr zu einem Pressetermin einladen, um dann medienwirksam eine Informationstafel am Friedhofseingang anzubringen. Damit soll der Wert der Friedhofskultur für die Gesellschaft deutlich sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig soll aber auch die Gemeinsamkeit im deutschen Friedhofswesen demonstriert und ein öffentliches Bild vom Friedhof von der kulturellen Warte aus präsentiert werden.

Friedhöfe/-verwaltungen können sich hier noch online anmelden.

Dienstag, 30. Juni 2020

Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur gegründet

Screenshot Website Kulturerbe Friedhof

Im März habe ich hier berichtet, dass die Friedhofskultur in Deutschland als immaterielles Kulturerbe in das bundesweite Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen worden ist.

Jetzt ist es trotz der schwierigen Bedingungen durch die Pandemie gelungen ein Kuratorium zu gründen, das als offizieller Partner der deutschen UNESCO-Kommission für die Pflege, den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses immateriellen Kulturerbes wirken wird. Unter dem Namen „Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ wird es sich künftig als gemeinnütziger Verein speziell im Sinne der UNESCO um dieses Erbe kümmern.

Laut Pressemitteilung ist das Gremium mit hoher Fachexpertise aus verschiedenen Disziplinen besetzt. ES versteht sich nicht nur als Schnittstelle zwischen UNESCO und Friedhofswesen, sondern vor allem auch als Initiator und Impulsgeber einer aktiven, zeitgerechten und zukunftsfähigen Friedhofskultur. Den Vorstand bilden Marcel Kop und Martin Struck gemeinsam mit Schatzmeister Conrad von Mallinckrodt; die Geschäftsführung hat Tobias Pehle übernommen, der schon die Eintragung als Kulturerbe federführend vorangetrieben hatte. Neben dem Vorstand mit seiner Expertise aus den Gewerken, sowie den Bereichen Finanzen und Kommunikation bringen Kuratoriumsmitglieder wie Prof. Dr. Norbert Fischer, Dr. Michael Hase oder Yara Hackstein ihr Fachwissen aus Kulturwissenschaften, Psychologie und kultureller Bildung ein. Das Kuratorium will sein Kompetenznetzwerk außerdem stetig weiter ausbauen.

Gearbeitet werden soll in enger Verzahnung mit dem Arbeitskreis Friedhof und Denkmal und dem zugehörigen Museum für Sepulkralkultur in Kassel, sowie mit den gestalterischen Kräften im Friedhofswesen. Als Kernaufgabe gilt es den Wert der Friedhofskultur für die Gesellschaft auf breiter
Ebene sichtbar zu machen und zu verankern. Zu den Zielsetzungen gehören außerdem die Förderung von Wissenschaft und Forschung, der kulturellen Bildung und der internationalen Vernetzung.

Der Antrag, die Friedhofskultur in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes
aufzunehmen, war von einer Initiative gestellt worden, zu der sich verschiedene Verbände des Friedhofswesens zusammengeschlossen hatten – dies allerding ohne konkrete Rechtsform. Das Kuratorium wurde nicht zuletzt auch deshalb gegründet, um künftig Rechtssicherheit bei der Zusammenarbeit mit Partnern auf nationaler und internationaler Ebene sicherzustellen.

Das Kuratorium hat die Pflege der Internetseite www.kulturerbe-friedhof.de übernommen. Auf dieser Plattform wird der Verein weiterhin über neue Entwicklungen im Bereich Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur in Deutschland berichten.

Freitag, 13. März 2020

Friedhofskultur in Deutschland ist zum immateriellen Kulturerbe ernannt!

Historisches Grabmal auf dem Leipziger Südfriedhof (Foto Leisner)
Eine großartige Nachricht für Friedhofsfreunde: Laut Pressemitteilung der Inititative Kulturerbe Friedhof ist die

Friedhofskultur in Deutschland auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission von der Kultusministerkonferenz als immaterielles Kulturerbe in das bundesweite Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen worden. 

Damit würdigt die Bundesrepublik "den identitätsstiftenden, lebendigen und vielschichtigen Wert der Friedhofskultur für unsere Gesellschaft", wie es in der Mitteilung heißt, "und das nicht nur in kultureller Hinsicht, sondern beispielsweise auch unter sozialen und historischen Aspekten oder in Bezug auf Klimaschutz, Integration und Völkerverständigung."

Den Antrag hatte die "Initiative Kulturerbe Friedhof" gestellt, zu der sich viele Kräfte im Friedhofswesen zusammengeschlossen haben. Ausgezeichnet werden damit nicht "die Friedhöfe an sich, sondern vor allem das, was Menschen auf dem Friedhof tun: das Trauern, Erinnern und Gedenken einerseits, das Gestalten, Pflegen und Bewahren andererseits. Den Rahmen dafür schaffen Friedhofsverwalter*innen, Bestatter*innen, Gärt-ner*innen und Steinmetz*innen, aber auch viele ehrenamtlich Tätige in christlichen, jüdischen und muslimischen Gemeinden. Hinzu kommen viele Menschen, die sich in Vereinen z.B. um den Denkmalschutz verdient machen."

Mittwoch, 4. November 2015

Friedhofskultur soll Weltkulturerbe werden!

Interview mit Barbara Leisner zum Wandel der Trauerkultur
(Seniorenratgeber Ausgabe November 2015, S. 76)
Zur Zeit sind Friedhöfe in den Medien und besonders im Fernsehen wieder einmal - wie jedes Jahr - Thema. Ich selbst durfte dazu dem Senioren-Ratgeber ein Interview geben, das sich auf den Wandel der Trauerkultur bezog. Das ist auch genau der Ausgangspunkt einer Initiative, die von einer ganzen Reihe von Institutionen getragen wird, die mit Friedhof und Bestattung zu tun haben.

Die Initiative Kulturerbe Friedhof  hat sich zum Ziel gesetzt, die Deutschte Friedhofskultur in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eintragen zu lassen. Am 29. Oktober wurde diese Initiative im Bestattungsforum des Ohlsdorfer Friedhofes der Öffentlichketi vorgestellt und natürlich gehört auch der Förderverein Ohlsdorfer Friedhof e.V. den Unterstützern dieses Ziels.

Ich persönlich hoffe, dass sich auch alle übrigen Vereine zur Erhaltung historischer Friedhöfe anschließen werden! (Das kann man hier tun!)

Der vollständige Text des Antrags bei der Unesco ist inzwischen veröffentlich worden. Darin wird die Friedhofskultur beschrieben, die vielfältige kulturelle Ausdrucksformen umfasst. Sie beziehen sich - wie der Antrag formuliert - "vor allem auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung zusammen mit der gestalterischen, künstlerischen und handwerklichen Dimension des Kulturraums Friedhof sowie auf individuelle Trauerverarbeitung und persönliches Gedenken."

Friedhöfe werden als Ausdruck der deutschen Erinnerungskultur verstanden und damit sozusagen als ortsgebundene Geschichtsbücher. Es wird auf den Wandel der "Rituale und Gestaltungskonzepte der Friedhöfe mit den zeitgeistlichen Strömungen" verwiesen. Und es heißt weiter: "Der Kulturraum Friedhof lässt sich nicht nur in Bezug auf Sitten und Gebräuche als gesamtgesellschaftlicher, integrativer Pfeiler unseres Landes verorten, sondern auch in gestalterischer Hinsicht. Unsere Friedhöfe sind als Gärten der Erinnerung einzigartig in Europa und zugleich Grün- und Kulturflächen mit hoher landschaftsarchitektonischer und städtebaulicher Bedeutung. Die individuell angelegten und geschmückten Gräber fügen sich zu einem facettenreichen Gesamtbild, das seit Jahrhunderten Zeitgeist und Geschmack unseres Landes widerspiegelt." Damit präsentiert sich die Friedhofskultur nach Meinung der Antragstellter "als äußerst lebendiges Kulturgut", das seine identitätsstiftende Kraft "nicht primär aus der materiellen Präsenz der Friedhöfe, sondern aus der hier erlebbaren, sich fortschreibenden Erinnerungskultur, die Menschen nach innen bewegt und Gesellschaft nach außen prägt" bezieht.

Es bleibt abzuwarten, ob die Unesco dem Antrag zustimmt. Auf jeden Fall aber ist die Initiative schon öffentlichkeitswirksam geworden und hat es sogar in die Nachrichtensendung des ZDF geschafft (Abendnachrichten vom 2.11.2015).