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Donnerstag, 15. Oktober 2020

"Totenhemd & Leichenschmaus" - eine Ausstellung in Ditzingen

Im Stadmuseum am Laien in Ditzingen ist die Ausstellung "Totenhemd & Leichenschmaus - Eine Ausstellung zur Bestattungs- und Trauerkultur" zu sehen. Das Konzept ist so ausgerichtet, dass die Besucher einen Eindruck von den Bestattungs- und Trauerbräuchen der Vergangenheit bis heute erhält, also sozusagen vom Ankleiden des Toten über Trauerfeier und Bestattung, bis Hinwendung zu einem neuen Lebensabschnitt ohne den oder die Verstorbene.

Für die Ausstellung haben viele Menschen aus Ditzingen und der Region ihre Erinnerungen geteilt, Objekte geschenkt und geliehen. Initiert wurde sie von den Mitgliedern des Projekts „Ewig anders Ditzingen“, das die Stuttgarter Trauerbegleiterin Maike Sander in Ditzingen etablierte.

"Ewig anders Ditzingen“ ist ein Projekt des bürgerschaftlichen Engagements, das sich mit der Trauerkultur beschäftigt. Hintergrund sind Veränderungen in der Gesellschaft, die einen Einfluss auf Friedhöfe und Trauerkultur haben. So führt zum Beispiel der Trend zu Urnengräbern und Baumbestattungen zu mehr freien Friedhofsflächen, die zunehmende Mobilität in der Arbeitswelt bringt die räumliche Trennung von den Gräbern der Angehörigen mit sich. Gleichzeitig ist der Friedhof auch ein Ort der Erholung und ein Biotop geworden. Im Rahmen des Projektes wurde bereits eine Fläche auf dem Friedhof gestaltet und weitere Aktionen angestoßen.

Die Ausstellung läuft vom 16. September 2020 bis 31. Januar 2021. Dazu gibt es ein Begleitprogramm, in dem es auch um die Ditzinger Friedhöfe geht. Zudem ist für den November eine Ausstellung über die Friedhöfe im Projektraum (Marktstraße 24) geplant. 

Samstag, 5. September 2020

Sieben Schubkarren - Sind wir nicht alle Sternenstaub? - Ausstellung Nordfriedhof Dresden

Ausstellungsflyer und -plakat
 Gestern wurde in der Kapelle des Nordfriedhofes in Dresden die Ausstellung von Gerhard Rossmann mit dem obigen Titel eröffnet, die noch bis zum 4.10. dort zu sehen ist. In der - nicht mehr für Trauerfeiern genutzten - Kapelle werden schon seit ein paar Jahren immer wieder Ausstellungen aktueller Kunst gezeigt. Die Installation des Wuppertaler Künstlers Gerhard Rossmann bezieht sich dabei direkt auf den Tod, wenn die Seibenzahl genutzt wird um ganz verschiedene Lebensräume symbolisch miteinander zu verbinden, sozusagen zu einem “Crossover zwischen Wohnzimmer, Friedhof und Grabkammer”, wie der Künstler seine Installation beschreibt. 

Zu sehen sind sieben Schubkarren, dazu sieben chemische Verbindungen, sieben Stehlampen, sieben mehr oder weniger bequeme Sessel, sieben golden gerahmte Wandspiegel, Grabsteinfragmente von aufgelassenen Gräbern, ein 777 Liter Aquarium mit einem Meteoriten, das Feuchtpräparat eines Gehirns, ein Bettgestell, 33 Totenhemden und sieben Tonnen Erde.

Dazu ist im Flyer zu lesen: „Sind wir nicht alle Sternenstaub, Überreste längst erloschener Himmelskörper? Elemente entstehen in den Sternen durch Kernfusion aus Wasserstoff und Helium. Circa zwanzig Elemente sind in Säugetierorganismen, wie dem Menschen von Bedeutung. Und das meiste im Körper ist Wasser. Wasser bedeutet Leben, Wasser kann den Tod bedeuten. Das Gedenken bekommt einen Ort Leichenhemden flattern im Wind. Totengräber verrichten ihre Arbeit: Erde zu Erde, Stein zu Stein. Das Grab und vor allem der Gedenkstein materialisieren über Jahrzehnte den Nachhall eines Menschenlebens. Der Stein selbst und die in ihn gemeißelten Inschriften bergen die Hoffnung auf Ewigkeit. Eine Hoffnung, die für die trauernden Hinterbliebenen, in der Gewissheit der eigenen Endlichkeit, tröstlich wirken kann. Die Lebenden besuchen ihre Toten. Die Gemeinschaft der Toten trifft die Gemeinschaft der Lebenden. Die Besuchszeit ist vorbei. Sieben Schubkarren warten auf den kommenden Tag. Sie sind außer Dienst."

Die Ausstellung organisiert hat der Verein Denk Mal Fort e.V. - Die Erinnerungswerkstatt Dresden , auf dessen Facebookseite es auch ein paar Bilder von der Eröffnung gibt, zusammen mit der Künstlerin Susan Donath.

Zu der Ausstellung läuft ein Begleitprogramm mit Friedhofsführungen. Die Ausstellung ist geöffnet: Mi, Fr-So 14-18 Uhr, Nordfriedhof Dresden, Kannenhenkelweg 1, 01099 Dresden. Feierhalle.

Dienstag, 1. September 2020

ASCHE - und was vom Ende bleibt

Im Friedhof F'orum am Züricher Sihlfeld-Friedhof wird am 3. September eine Foto-Ausstellung mit dem oben genannten Titel eröffnet. Gezeigt werden Bilder der Fotografin Tina Ruisinger. Sie befragt mit ihnen das, was vom Menschen nach der Kremation übrigbleibt. 

Neben Asche und Knochenresten bleiben ja auch jene Teile nach der Kremation zurück, die im Leben als Ersatz und Unterstützung gedient haben. In der Ankündigung heißt es dazu: "Als Archäologin der Gegenwart sucht Tina Ruisinger in der Asche nach Überbleibseln von Biografien, und ihre Funde erblühen vor dem Objektiv zu Kleinoden von rätselhafter Schönheit." Die Ausstellung "Asche" ist die Fortsetzung der Arbeit "Spuren", bei der es der Fotografin um die Dinge geht, die zurückbleiben, wenn eine Person stirbt, also Spuren des Verstorbenen, als tröstliche Erinnerungen für die Hinterbliebenen. Während aber das Interesse dort an den Dingen liegt, die die die Lebenden zurückbehalten, geht es bei Asche speziell um die Verstorbenen. Was bleibt von einem menschlichen Körper übrig, wenn er tot ist? Welche unmittelbaren Spuren hinterlässt er? Die Fotografin hat dafür die Asche von 50 Verstorbenen im Krematorium Nordheim fotografiert.

Daneben gibt es Antworten auf handfeste Fragen wie diese: Wie fein kann Asche gemahlen werden? Darf mein Lieblings-Rum mit auf die letzte Reise? Und was passiert mit meinem künstlichen Hüftgelenk?" Zu den Bildern gibt es eigens zu diesem Thema verfasste Texte von verschiedenen schweizerischen Journalistinnen und Dichtern.






Mittwoch, 8. April 2020

"Zeit los lassen" - Ausstellung auf dem Friedhof am Hörnli in Basel


Matthias Zurbrügg, Wort-Installation auf dem Friedhof am Hörnli, Basel 2020 (Foto Zurbrügg)
Am 2. April 2020 begann auf dem Baseler Friedhof am Hörnli eine ungewöhnliche Ausstellung des Berner Künstlers Matthias Zurbrügg, die im Jahr davor ähnlich schon in Bern auf dem Schosshaldenfriedhof zu besichstigen war. Ihr Untertitel heißt "Poesie am Ort der letzten Ruhe" und, da die Aufbauarbeiten schon seit Anfang März in Gange waren, ist das Projekt trotz der Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus der Öffentlichkeit zugänglich. Leider konnte dazu keine Eröffnungsfeier stattfinden. Aber immerhin können einzelne Besucher die Wortbilder während den Öffnungszeiten des Friedhofs (von 7 bis 19.30 Uhr) besichtigen. Gruppen sind allerdings nicht zugelassen.


"Liebe Ahnen", Kolumbarium auf dem Friedhof am Hörnli (Foto Zurbrügg)
Die Ausstellung besteht aus 26 Wortbildern, die auf dem Friedhof verteilt sind. Sie bestehen aus hölzernen Buchstaben, die zwischen vierzig Zentimeter und vier Metern gross sind. Mit den Worten hat der Künslter jeweils einen konkreten Bezug zum Standort hergestellt, so steht zum Beispiel auf einem Kolumbarium schon von weitem "Liebe Ahnen" zu lesen. Sie sollen einerseits zum Nachdenken anregen – über das Dasein, das Sterben, den Tod und die Unendlichkeit - andererseits aber kein düsteres Bild des Todes vermittelt, sondern ihn ins Leben integrieren. Die Poesie, die in den Wörtern enthalten ist, soll dabei zum Sprechen anregen und neue Horizonte öffnen, wie es in einer Beschreibung der Berner Ausstellung vom letzten Jahr heißt. 

Zur Ausstellung bietet der Künslter einen Plan (Unkostenbeitrag 10 oder Solidaritätsbeitrag von 20 Franken) an, so dass auch die eher versteckten Wörter gefunden werden können. Eigentlich aber gehören zu den Wortbildern literarisch-poetische Rundgänge, auf denen der Künstler Auszüge aus literarischen Werken, dramatischen Stücken und von ihm verfasste Texte vorträgt. Falls die Corona-Einschränkungen aufgehoben werden, sollen sie ebenfalls angeboten werden. 

(Ich danke Matthias Zurbrügg für die Übersendung der Fotos!)

Samstag, 20. Oktober 2018

Tutenfru! ÜBER ABERGLAUBE UND TOD - Ausstellung in Kassel

Flyer zur Autsstellung im Sepulkralmuseum in Kassel 
"tutenfru", also Totenfrau, so heißt die neue Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, die am 26. Oktober eröffnet wird. Der ein wenig erklärungsbedürftige Titel weist auf den Ruf der Taube hin, der als „Tutenfru, Tutenfru!“ und damit als Warnung vor der bald kommenden Totenfrau verstanden wurde und für große Furcht sorgte. Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Museums (aus der ich hier das Meiste zitiere), dass auch der Ruf des Waldkauzes mit seinem „Kuwitt, Kuwitt!“ als „Komm mit!“ übersetzt wurde und die Angst dem Tod geweiht zu sein erregte. Es gibt noch viele weitere Beispiele für die angstbesetzte Vorstellungen im Bereich des Todes, um die es in dieser Ausstellung geht.

Im Mittelpunkt sollen Exponate aus der Sammlung des Museums stehen, die im Hinblick auf ihre übernatürlich magischen Bedeutungen und „Wirksamkeiten“ eindrucksvoll inszeniert werden. Die Verwendung als Heil- und Schutzzauber oder in einer Umkehrung gar als Schadenszauber stellt dabei einen zentralen Aspekt dar, wie die Ausstellungsmacher schreiben. Alte und neue Medien, Animationen und interaktive Zugangsmöglichkeiten veranschaulichen die „abergläubischen“ Handlungen. Highlights sind unter anderem ein römischer Schmuckanhänger (1. Jh. v. Chr.), der gegen den bösen Blick zum Einsatz kam, eine „Stolperfliese“ gegen finstere Mächte (16./17. Jh.) sowie verschiedene Bauopfer, z.B. eine mumifizierte Katze (17. Jh.), die der Besänftigung von Hausgeistern galten. Auch eine Freikugel (19. Jh.) ist zu sehen, von der es heißt, dass sie ihr Ziel immer trifft, weil sie vom Teufel geweiht wurde.

Ein Blick in die Gegenwart lässt außerdem Menschen zu Wort kommen, die beruflich oder ehrenamtlich mit dem Tod konfrontiert sind. In filmischen Porträts geben sie Einblicke in ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Aberglauben. Zudem informiert eine Weltkarte des Aberglaubens über noch heute existierende übernatürliche und magische Anschauungen sowie daran geknüpfte Handlungsmuster in verschiedenen Ländern und Kulturen.

Zur Ausstellung erscheint Ende November als Publikation das "Handwörterbuch des aufgeklärten Aberglaubens", das weniger als Ausstellungskatalog dienen soll, sondern vielmehr über den Museumsraum hinaus die Besucher*innen in ihrem Alltag begleiten kann. Lexikalisch von A bis Z strukturiert, werden darin Begriffe der Sepulkralkultur im Kontext des Aberglaubens erläutert, um eine inhaltliche Aufklärung zu ermöglichen und ein Nachdenken über eigenes abergläubisches Verhalten zu provozieren.


Freitag, 16. Februar 2018

Alles klar? Glas und Tod

Ausstellungseinladung
Heute kam die nebenstehende Einladung zur neuen Sonderausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, in der "transparente Dinge und transzendente Vorstellungen" an Werken aus Glas aus der eigenen Sammlung präsentiert werden.

Gleichzeitig wird bei der Ausstellungseröffnung am 22.Februar um 19:00 Uhr auch der neue Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. und Direktor des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur, Dr. Dirk Pörschmann, offiziell vorgestellt, der seit dem 1. Januar im Amt ist.

Ich werde zwar nicht dabei sein, wünsche aber dem neuen Direktor alles Gute und bin gespannt auf die neuen Impulse, die er den Kasseler Einrichtungen geben wird.

Donnerstag, 10. November 2016

Vita Dubia - neue Ausgabe der Zeitschrift "Friedhof und Denkmal"

Titelseite der Zeitschrift für Sepulkralkutur "Friedhof und
Denkmal", 3/4-2016
Auf die Ausstellung "Vita Dubia" in Kassel wurde hier schon hingewiesen. Jetzt ist auch die neue Ausgabe der Kasseler Zeitschrift erschienen, die sich als Doppelheft ganz dem Thema der Ausstellung widmet. Graphisch reizvoll ist das Heft entsprechend der Themenräume der Ausstellung gestaltet. In ihnen werden die "Große Angst" vor dem Scheintod, die Persönlichkeit Wilhelm Hufelands, das Ringen um die Todeszeichen, die Apparate zur Vermeidung des Scheintods und ein Ausblick dargestellt.

Zusätzlich ist in dem neuen Heft ein Aufsatz über Vorrichtungen an Särgen abgedruckt, die möglicherweise auf die Angst vor dem Scheintod hinweisen, und in der Rubrik "Aus den Beständen des Museum" wird eine Lithografie mit dem Titel "Die Leichenessen" vorgestellt, auf der ein auferstandener Toter die Anwesenden erscheckt. Insgesamt liegt damit ein gut lesbares Kurzkompendium für die Thematik des Scheintodes vor, das jedem empfohlen ist, der sich mit dieser uns heute seltsam anmutenden Furcht beschäftigen will. Eine Leseprobe ist auf der Seite des Museums für Sepulkralkultur abrufbar.

Friedhof und Denkmal - Zeitschrift für Sepulkralkultur, Kassel 3/4-2016/61. Jg./ H 20682, 62 S. zahlreiche farbige Abbildungen, 8,00 Euro

Freitag, 30. September 2016

Am Fuße der Pyramide - 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom

Flyer zur Ausstellung
Unter diesem Titel feiert der "Cimitero Acattolico di Roma" das Jubiläum seines dreihundertjährigen Bestehens mit einer großen Ausstellung in der Casa di Goethe in Rom. Kuratiert wurde sie von dem bekannten Historiker und Denkmalpfleger Nicholas Stanley-Price, zugleich Autor einer umfangreiche Publikation über den Friedhof, die gerade auch auf Deutsch erschienen ist.

In der Pressemitteilung heißt es dazu: "Zum ersten Mal vermittelt eine Ausstellung einen Überblick darüber, wie Künstler seit Ende des 18. Jahrhunderts bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts den sogenannten 'Protestantischen Friedhof' oder 'NichtKatholischen Friedhof bei der Pyramide' in ihren Bildern dargestellt haben. Mehr als vierzig Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken zeigen die besondere Schönheit des Orts mit seinen hohen Bäumen, Grabdenkmälern und suggestiven Himmelsausschnitten. Gleichzeitig dokumentieren die Bilder die Geschichte und allmählichen Veränderungen des stillen Winkels im Schatten der im römischen Stadtteil Testaccio gelegenen Cestius-Pyramide." 

Zu den bekanntesten Grabmälern, von denen einige von so berühmten Künstlern wie z.B. Bertel Thorvaldsen entworfen worden sind, gehören die Ruhestätten von John Keats und Percy Bysshe Shelley, August von Goethe und dem Beat-Dichter Gregory Corso. 

Bartolomeo Pinelli (Naechtliche Bestattung an der Cestiuspyramide) 1831.jpg
Bartolomeo Pinelli, Nächtliche Bestattung an der Cestiuspyramide

 By Bartolomeo Pinelli - scanned by RTH, Public Domain, 

Die Ausstellungstexte sind auf Deutsch im Internet veröffentlicht. Sie bestehen aus einer Einführung und vier thematischen Bereichen: Die "Künstler und der Friedhof für Ausländer in Rom" werden zu Anfang vorgestellt; es folgen "Die Ersten Grabsteine und die Nächtlichen Begräbnisse"; "Die Protestantischen Gräber im Schatten der Pyramide", "Der neue Friedhof unter den Zypressen und Rosen" und "Die Gräber von Keats, Shelley, Goethe und Anderen". 

Der Ausstellungskatalog ist dreisprachig in Deutsch, Englisch und Italienisch erschienen und kostet in Deutschland inklusive Versand 21,00 Euro. Die Ausstellung läuft vom 23.9. bis zum 13.11.2016.

Montag, 26. September 2016

Vita Dubia- eine neue Ausstellung im Sepulkralmuseum

Flyer zur Ausstellung
Am 7. Oktober 2016 lädt das Sepulkralmuseum in Kassel zur Eröffnung einer neuen großen Ausstellung mit dem Titel "Vita Dubia" ein. Genauere Auskunft über den Inhalt gibt der Untertitel "Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden". 

Der Begleittext weist darauf hin, dass die Angst vor dem Scheintod um 1800 n. Chr. zu einem weit verbreiteten Phänomen wurde. Damals verstärkten die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Errungenschaften der Zeit der Aufklärung die Zweifel daran, ob die Grenze zwischen Leben und Tod immer richtig bestimmt wurde. Das Problem beunruhigte plötzlich europaweit die Gemüter. Es regte Wissenschaftler zu bizarren Experimenten an und veranlasste skeptische Erfinder zum Bau merkwürdiger Rettungsapparate. "Es entfachte auch eine Debatte darüber, welche Hinrichtungsmethode 'humaner' sei: Köpfen oder Hängen? Gleichzeitig löste die weit verbreitete Verunsicherung einen kreativen Impuls aus. Denn sie inspirierte die Dichter und Schriftsteller der Romantik zu großartigen, bisweilen düsteren und unheimlichen Gedichten, Novellen und Romanen. Zu den bekanntesten literarischen Werken zählen etwa ‚Schneewittchen‘ von den Brüdern Grimm oder auch Mary Shelleys ‚Frankenstein‘." 

Auch die neue Ausgabe der Zeitschrift "Friedhof und Denkmal" der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal nimmt mit einem Doppelheft die Thematik der Ausstellung auf. Dabei geht es dann unter anderem um "Die große Angst", "Christoph Wilhelm Hufeland - ein Leben im Dienst der Lebensverlängerung", "Hufeland und der Mythos einer Maschine", "Scheintod, Galvanismus und Elektrizität", "Apparate" und "Särge mit Notausgang". 

Das ganze Thema ist übrigens auch sehr eng mit der Entwicklung der historischen Friedhöfe verbunden, denn gerade Hufeland hat sich intensiv dafür eingesetzt, dass überall auf den Begräbnisplätzen neue Leichenhäuser gebaut wurden, in den die Toten bis zur endgültigen Gewissheit des Todes aufgebahrt werden konnten. 

Die Ausstellung ist vom 8. Oktober 2016 bis zum 16. April 2017 zu sehen. Eröffnung am 7. Oktober 2016, um 19.30 Uhr, dann wird neben der Begrüßung eine Einführung in das Thema gegeben und die Autorin und Journalistin Petra Nagel wird sich "Literarische Gedanken zum 'Scheintod'" machen. Im Rahmen der Ausstellung findet ein umfangreiches Begleitprogramm statt.


Samstag, 20. August 2016

"Der letzte Weg" - Ausstellung im Diezösanmuseum Bamberg

Ausstellungsflyer
Leider werde ich diese Ausstellung in Bamberg nicht sehen können, doch verspricht sie einen interessanten Einblick in die Bestattungstraditionen der Vergangenheit.

Erarbeitet wurde sie unter der Ägide des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in mit dem Diözesanmuseum Bamberg. Der Lehrstuhl feiert übrigens in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen. Laut Information des Lehrstuhls ist die Ausstellung ist in zwei „Abteilungen“ gegliedert: 

"Die erste befasst sich mit dem Kranksein und Dahinsiechen, mit dem Sterben in spiritueller und physischer Hinsicht, mit der Aufbahrung und dem Begraben-Werden. Eine szenische Darstellung visualisiert dabei eine (geschönte) Situation im Sarg, weitere Exponate sind Versehgarnituren, Särge, Urnen und Fotografien aufgebahrter Personen.

Freitag, 1. Juli 2016

15 Jahre Garten der Frauen in Ohlsdorf

Der Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof feiert in diesem Sommer sein 15jhähriges Bestehen und lädt wieder während der Sommermonate zu Führungen und zum Besuch seiner Ausstellung zur Geschichte des Vereins im Wasserturm ein.


Donnerstag, 8. Januar 2015

Zwischen den Fronten - Leben und Sterben im Ersten Weltkrieg

Das Buch zur Ausstellung "Die
Verwandlung - Sterben und
Trauer 1914-1918" in Kassel
Eigentlich ist das kein Buch über historische Friedhöfe. Aber es hat doch seinen Platz in diesem Blog. Zum einen ist es die ausführliche Publikation zu der Gemeinschaftsausstellung in Kassel, über die ich hier berichtet habe, und zum anderen steht der Tod natürlich hinter jeder Ausstellung und jeder Abhandlung über den Ersten Weltkrieg. Und dazu gehören natürlich auch die Soldatenfriedhöfe, die noch heute ob ihrer schieren Masse der jungen Männer, die dort begraben liegen, den Besucher erschauern lassen.  

Das Buch zur Ausstellung zeigt noch einmal sehr deutlich, dass hier ein gemeinsames Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven behandelt worden ist. Nach Vorwort, Dank und einem einleitenden Beitrag zum Ersten Weltkrieg als totalem Kulturkrieg und modernern Medienkrieg, folgen drei Hauptteile, die mit "Geistige Mobilmachung", "Zwischen den Fornten: Alltag an der Kriegsfront und der Heimatfront" und "Trauer, Trost, Erinnerung" überschrieben sind. Diese Hauptteile sind allerdings sehr unterschiedlich gewichtet. Während im ersten sechs Beiträge zusammengefasst sind, liegt der Schwerpunkt auf dem zweiten Teil mit elf Beiträgen. Dagegen wird der letzte nur durch den Beitrag von Reiner Sörries, dem Direktor des Kassler Sepulkralmuseums, abgedeckt.

Montag, 15. Dezember 2014

Die Verwandlung - Sterben und Tauer 1914 -1918

Friedhof und Denkmal 5-2014. Die Zeitschrift
enthält einen ausführlichen Beitrag zur Ausstellung.
Auch im Kasseler Sepulkralmuseum wird in diesem Jahr mit einer Ausstellung an den Beginn des Ersten Weltkriegs erinnert. Zusammengetragen wurde sie aus den Beständen mehrerer selbstständiger Museen, die sich vor längerer Zeit zu einem Arbeitskreis (AsKI) zusammen geschlossen haben. Dadurch liegt der Schwerpunkt auf sehr persönlichen Erinnerungsstücken aus dem Krieg, die durch ihre Direktheit den Besucher stärker zu berühren vermögen als historisch noch so genaue Berichte.

Natürlich geht es dabei auch um die Erfahrung des massenhaften Todes und den Umgang mit der Bestattung der Soldaten im Feld, sowie Trauer und Leid in der Heimat.

Dienstag, 19. August 2014

150 Jahre Stadtfriedhof Engesohde in Hannover

Wie in Darmstadt wird auch in Hannover ein ganzes Jahr lang ein Friedhofsjubiläum begangen. Der Stadtfriedhof Engesohde feiert sein 150jähriges Bestehen.

Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres scheint mir die Kunstinstallation "Sonnenallee" der Street Art-Künstlerin Mansha Friedrich zu sein, die die zentrale Lindenalle seit dem 25. Juli (und noch bis zum 31.12.2014) in ein ganz neues Farbenkleid gehüllt hat.
Kunstinstallation "Sonnenalle" von Mansha
Friedrich 2014 (Foto Manscha Friedrich)

Kunstinstallation "Sonnenalle" von Mansha
Friedrich 2014 (Foto Manscha Friedrich)
Die Stämme der Lindenbäume sind nämlich "bestrickt" und zwar in Farben, die von Orange bis Hellgelb verlaufen. Dadurch entsteht ein optischer Tunnel, der sich - je nach Blickrichtung - öffnet oder schließt. Durch die vereinzelnd durch das Blätterwerk dringenden Lichtstrahlen werden gezielt helle Lichtmomente erzeugt. Damit wirkt die Allee zugleich verfremdet und durch das Farbspiel wird sie zu einem Korridor zum Licht. Mit dem Farbwechsel der Blätter im Herbst wird sich das Bild erneut verändern. Durch die fallenden Blätter erreicht die Kronen mehr Licht und der Tunnel wird heller erscheinen und mit dem Fallen der Blätter aufbrechen. Diese Information habe der Ankündigung entnommen. Die Installation gehört im Übrigen zugleich zu der Veranstaltungsreihe "Die Gartenregion bewegt", mit der in Hannover für das städtische und private Grün geworben wird.

Freitag, 15. August 2014

Ein buntes Jubiläumsprogramm für den Waldfriedhof in Darmstadt

Flyer zum Jubiläum des
Waldfriedhofs (Quelle)
Der Waldfriedhof in Darmstadt besteht in diesem Jahr seit hundert Jahren. Dazu hat man ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das in einem eigenen Flyer veröffentlicht ist. Die Jubiläumsfeierlichkeiten sind schon im Mai offiziell eröffnet worden und laufen noch bis zum 2. November 2014.

Liest man das Programm durch, so fallen die besonders zahlreichen und vielfältigen Aktionen auf, die in diesem Jahr in Darmstadt auf dem Friedhof angeboten werden. Der Schwerpunkt liegt auf Ausstellungen, Lesungen und Führungen mit künstlerischem, interkulturellem und kindgerechtem Hintergrund, aber auch Gottesdienste, Theaterstücke und Musik werden auf dem Friedhof stattfinden. Darunter sind viele Aktionen, die Kinder an das Thema Tod heranführen sollen. Für die Sommerferien sind sogar Ferienspiele zu verschiedenen Themen angesetzt.

Am Programm beteiligt sind verschiedene Ämter der Stadt, sowie Einrichtungen, Vereine und Betriebe, die jeweils in eigener Regie für die Umsestzung sorgen. Mit allen Programmpunkten will man das Interesse am Thema Friedhof, Trauer und Tod wecken und "den Waldfriedhof als ein architektonisches Juwel stärker ins Bewusstsein rücken“, wie es auf der Internetseite zum Jubiläum heißt.

Außerdem hat am zur Eröffnung des Jubiläumsjahres im ehemaligen Verwalterhaus des Friedhofs ein neues Café eröffnet, das vom Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen als Inklusionsprojekt betrieben wird.

Besonders interessant scheint mir an dem Programm die interaktive Ausstellung mit dem rätselhaften Titel „leben aus gestorben“, die man in den Trauerhallen des Friedhofs im wahrsten Sinne des Wortes "erleben" kann. Die Ausstellung wird nähmlich als theatrale Veranstaltung von Schauspielern bespielt, die sozusagen durch die Hallen und auch die Kellerräume führen. Damit sollen Gegenakzente zur gesellschaftlichen Tabuisierung des Todes gesetzt werden. Mit "morbidem Charme" wollen die Macher dazu anregen, eigene Wege im Umgang mit Abschied und Trauer zu finden. Eine ausführlichere Beschreibung kann man hier lesen. Ab dem 14. September wird die Ausstellung an Sonntagen ohne theatral-interaktive Führung von 11-16 Uhr geöffnet sein. Will man sie theatral erleben, kann man hier einen Termin buchen und hier den Flyer der Ausstellung ansehen.

Freitag, 11. Juli 2014

100 Jahre Hauptfriedhof Saarbrücken

Programmflyer Saarbrücken
Vom 12.-14.7.2014 feiert der Hauptfriedhof sein hundertjähriges Jubiläum und dazu hat man ein dichtes Programm auf die Beine gestellt. Am Sonnabend um 16 Uhr eröffnet die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Feier vor und in der alten Einsegnungshalle im alten Teil des Friedhofs. Den Festvortrag zur Zukunft der Friedhöfe hält Prof. Dr. Norbert Fischer. Ab 19.30 Uhr setzt sich dann das Liquid Penguin Ensemble kritisch mit dem Ersten Weltkrieg auseinander. Der Sonntag beginnt mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der alten Einsegnungshalle. 

An beiden Tagen wird die Feier musikalisch vom Mellika Meskine Duo begleitet und es gibt es Führungen zu verschiedenen Themen. Dr. Rainer Knauf wird die Bedeutung des Friedhofs als Begräbnisplatz für gefallene Soldaten beider Weltkriege aufzeigen und dazu wird die Schauspielerin Michaela Auinger passende Texte vorlesen; eine botanische Führung widmet sich der Fauna und Flora des Friedhofs; unterschiedliche Grabarten werden bei einer Rundfahrt im Panorama-Oldtimerbus gezeigt und am Sonntag kann man außerdem in einer Pferdekutsche wie anno dazumal über den Friedhof rollen!

Impressionen vom Saarbrücker Hauptfriedhof“ vom saarländischen Künstler Werner Constroffer sind in der alten Aussegnungshalle ausgestellt und an beiden Tagen finden Zeichenexkursionen mit dem Künstler zu spannenden Stellen auf dem Hauptfriedhof statt.

Für Kinder gibt es ein Mitmachprogramm, wo Blumensträuße gebunden oder Skulpturen angefertigt und am Sonntag Grenzen beim pädagogischen Klettern überwunden oder bei begleiteten Erlebnistouren eine interessante Seite des Friedhofs erlebt werden kann.

Köstlichkeiten aus der Region runden die Veranstaltung kulinarisch ab.

Der Saarbrücker Hauptfriedhof wurde ab 1912 als Zentralfriedhof für die gerade entstandene Großstadt geplant. Der Ersten Weltkrieg brachte es mit sich, dass er 1914 zunächst als Ehrenfriedhof für die gefallenen Soldaten angelegt wurde. Zwei Jahre später wurde er für die Allgemeinheit geöffnet, aber erst 1926 fiel der Beschluß ihn endgültig zum Hauptfriedhof auszubauen.

Das Programm kann man hier herunterladen.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht

Das ist der Titel einer Ausstellung im Sepulkralmuseum in Kassel, die am 4. Mai zuende gegangen ist. Ich habe sie gerade noch sehen können und komme erst jetzt dazu darüber zu schreiben. Eigentlich ist es auch keine Ausstellung nur zum Sehen, sondern eher eine zum Hören. Sie ist das Ergebnis eines langfristigen Projektes von Friedhofsgängen mit Schriftstellern. Zu sehen ist jeweils das Bild eines Autors oder einer Autorin auf dem Friedhof, den er oder sie sich ausgewählt hat. Dazu bekam man einen Audioguide und konnte die Interviews auf den - zum größten Teil historischen - Friedhöfen hören, die der Initiator und Journalist Tobias Wenzel jeweils geführt hat.

So hat zum Beispiel Cees Notteboom das Grab der deutschen Rekordfliegerin Marga Wolf von Etzdorf auf dem Invalidenfriedhof in Berlin gesucht oder der argentinische Autor Felix Bruzzone hat auf der Miltärbasis Campo de Mayo bei Buenos Aires von dem Grab seiner Eltern erzählt, das nicht existiert, weil sie von der Junta ermordet wurden. Es sind viele verschiedene Leben und ganz unterschiedliche Gedanken zum Tod und zum Friedhof, mit denen man in dieser Ausstellung konfrontiert wird. Die Begräbnisplätze sind dabei sozusagen die Ideenträger, die dazu anregen sich mit dem eigenen Leben und dem Tod auseinander zu setzen.
Buchcover
"Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht"
(Abbildung mit freundlicher Erlaubnis
des Knesebeck Verlages vom 14.5.2014) 

Aber die Ausstellung ist doch schon zu Ende, warum also berichte ich so spät noch darüber? Erstens, weil das Sepulkralmuseum in Kassel immer einen Besuch wert ist - am 23. Mai wird dort übrigens die neue Ausstellung "Totentänze aus dem Ersten Weltkrieg" eröffnet und darauf folgen weitere, die sich in der einen oder anderen Weise mit dem Weltkrieg auseinandersetzen. Das Programm ist hier einzusehen.

Zweitens aber auch, weil man die Audios weiterhin im Internet hören kann, da sie im Deutschlandradio Kultur veröffentlicht worden sind. Außerdem wird die Ausstellung vom 27.09.2014 - 02.11.2014 in der Rostocker Kunsthalle zu sehen sein und zu dem Projekt gibt es ein Buch:

Tobias Wenzel: Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht. Friedhofsgänge mit Schriftstellern
Mit einem Vorwort von Jussi Adler-Olsen, München: Knesebeck Verlag. 224 Seiten. 29,95 Euro

Dienstag, 25. Februar 2014

Fotoausstellung "Die Kunst im Stillen" in Leipzig

Am 6. März wird in der Leipziger Stadtbibliothek eine neue Fotoausstellung eröffnet, die den Titel der Buchreihe von Alfred E. Otto Paul trägt, deren einzelne Bände hier im Laufe der Zeit schon vorgestellt worden sind:
»Kunst im Stillen - Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen«

Eröffnet wird die Ausstellung um 18 Uhr im Oberlichtsaal der Bibliothek mit Reflexionen zur Friedhofskunst von dem vielseitig begabten Literaturprofessor und Künstler Elmar Schenkel von der Universität Leipzig. Das Violinenduo Hiltrud Ilg & Edwin Ilg, Gewandhaus Leipzig, wird die 
Veranstaltung musikalisch umrahmen. Zur Ausstellung ist ein informativer Flyer erschienen. 

Leipziger Städtische Bibliotheken
Leipziger Stadtbibliothek
Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11, 04107 Leipzig
Tel. 03 41 / 1 23 53 43
Flyer zur Ausstellung "Die Kunst im Stillen"

geöffnet: Mo-Fr 10-19 Uhr, Mi 13-19 Uhr, 
Sa 10-14 Uhr
E-Mail: stadtbib@leipzig.de 
www.stadtbibliothek.leipzig.de

Und hier noch ein Bild von der gut
besuchten Ausstellungseröffnung (Foto Alfred E. Otto Paul)



Montag, 9. Dezember 2013

Ausstellung "Himmelskinder aus Brandenburg - Vom vorzeitigen Ende der Kindheit 1500 - 1900"

Kindergrabmal aus Kottingworth im Altmühltal
(Foto Leisner)
Diese Ausstellung ist vom 22.11.2013 - 23.02.2014 im Stadt- und Regionalsmuseum Schloss Lübben in Brandenburg  zu sehen. Im Rahmen des Themas des Kulturland-Brandenburg-Jahres "spiel und ernst - ernst und spiel. kindheit in brandenburg" widmet sie sich dem Kindertod. Es geht dabei ebenso um die Kindersterblichkeit und ihre Ursachen wie um die Frage, wie Kinder früher bestattet und wie an sie erinnert wurde.

Dabei wird natürlich auch auf die Totenkronen hingewiesen, die früher Kindern und Ledigen mit ins Grab gegeben oder auf den Sarg gelegt wurden. Sie waren Stellvertreter jener Brautkronen, die den zu jung Verstorbenen verwehrt geblieben waren und künden von der "Hochzeit mit dem Himmel". Ein schönes Bild von einer Totenkrone aus der Dorfkirche von Herzberg (Gem. Rietz-Neuendorf, Brandenburg) findet sich übrigens hier. Aber nicht nur Totenkronen auch Briefe von trauernden Eltern, Gemälde, Fotos, Skulpturen, Grafiken und Hörbeiträge mit Kindertotenliedern sowie Predigten geben ein Einblick in den Umgang mit dem Kindertod seit dem 15. Jahrhundert und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Dem Tod gegenübergestellt sind Exponate, die vom Leben und vom Spiel der Kinder erzählen.

Die Ausstellung wurde von Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck erarbeitet, die sich mit diesem Thema seit langem intensiv auseinandersetzt. Dazu wird noch eine Publikation erscheinen. Gefördert wurde dieses Projekt von einer ganzen Reihe von Institutionen, die mit Lübben verbunden sind.

Montag, 18. November 2013

Karlsruher Verein gibt sein Winterprogramm heraus

Mausoleum Bürklin, Hauptfriedhof Karlsruhe
(Foto Leisner 29.3.2011)
In meiner Linkliste fehlte er bisher, dabei kenne ich den Verein zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur bestimmt schon seit der Gründung des Mitte April 2002 eröffneten Info-Centers am Hauptfriedhof in Karlsruhe. Jetzt habe ich den Link endlich zur Liste auf der rechten Seite hinzugefügt.

Der Grund ist, dass ich heute zum ersten Mal den neuesten Flyer mit den Veranstaltungen von November 2013 bis März 2014 per Post zugeschickt bekam. Man kann ihn sicher bald im Netz herunterladen. Aber im Augenblick sieht man dort noch den Flyer von 2013. Da ich mir nicht sicher bin, ob ich das Urheberrecht verletze, wenn ich den neuen Flyer hier abbilde, habe ich hier nur den Text des Winterprogramms ausgeschnitten, denn trotz Anfrage ist auf der Website immer noch nur das Herbstprogramm zu lesen (nachgeschaut habe ich am 9.12.2013 und ja, ich bin gerade abgemahnt worden wegen des fremden Fotos einer Pommesschale in einem Blog!).

In dem Info-Center in Karlsruhe läuft übrigens bis zum 29.3.2014 noch eine Ausstellung über Professor Josef Durm und das 100jährige Mausoleum  Bürklin, für dessen Errichtung er zuständig war. Er erforschte wenige Jahre zuvor das Theoderich-Grabmal in Ravenna und man sieht, dass es zum Vorbild wurde.
Programmausschnitt aus dem Flyer des Infocenters
am Karlsruher Hauptfriedhof