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Sonntag, 4. Oktober 2026

Call for Papers! - transmortale XVI März 2027

 Die transmortale XVI – Neue Forschungen zu Sterben, Tod und Trauer findet am 20. März 2027 im Museum für Sepulkralkultur (Kassel).

Wie verändern sich unsere Vorstellungen von Sterben, Tod, Trauer und Gedenken? Die transmortale XVI lädt Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen dazu ein, aktuelle Forschungsprojekte vorzustellen, neue Perspektiven zu entwickeln und miteinander ins Gespräch zu kommen. Beiträge als Vortrag oder Poster können bis zum 31. Oktober 2026 eingereicht werden.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod begleitet die Menschheit seit Anbeginn ihrer Tage. Er ist ein Problem der Lebenden, weshalb alle wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem (Zusammen-)Leben der Menschen befassen, auch Berührungspunkte mit den Themen Sterben und Tod, Abschied und Gedenken, Endlichkeit sowie den Versuchen haben, das Unvermeidliche zu bewältigen.

Montag, 12. Januar 2026

transmortale XV – 6. und 7. März 2026 in Kassel

Auch in diesem Jahr findet wieder die Tagung transmortale in Kassel im Museum für Sepulkralkultur statt, bei der es darum geht, dass - vorwiegend junge Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten aus dem Bereich Sepulkralkultur vorstellen und diskutieren. Am Freitagabend, dem 6. März, beginnt die Tagung diesmal mit einer als Symposium organisierten Buchvorstellung, wie es auf der Website des Museums heißt: "Die dann druckfrisch vorliegende Publikation '(Un-) Sichtbarkeit der Toten. Theologisches am Friedhof' (24 Textbeiträge, Springer VS / Wiesbaden) wird durch eine Einführung der Herausgeber, drei Vorträge sowie ein Podiumsgespräch vorgestellt." Der 7. März bietet eine thematisch offene Plattform für Nachwuchswissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen, die ihre Forschungsprojekte oder Qualifikationsarbeiten zum Thema Tod vorstellen. 

Veranstaltet wird das Treffen in Kooperation zwischen dem Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Kassel, der Universität Hamburg, Institut für Empirische Kulturwissenschaft 
und der Stiftung Deutsche Bestattungskultur. Diesmal findet außerdem eine Zusammenarbeit mit dem Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik am Fachbereich Evangelische Theologie (Prof. Dr. Malte Krüger) sowie dem Katholisch-Theologischen Seminar (Prof. Dr. Tobias Hack) – beide Philipps-Universität Marburg – statt.

Das Programm kann unter diesem Link abgerufen werden. 

Anmelden sollte man sich bis zum 27. Februar 2026 bei der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V., Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25 – 27, 34117 Kassel, E-Mail: info@sepulkralmuseum.de, Tel.: 0561 9189340. Der Teilnahmebeitrag beträgt 50,- Euro / ermäßigt 25,- Euro (Studierende). Für den zweiten Tag kann für 30,- Euro pro Person Verpflegung (Mittagsimbiss, Kuchen, Obst, Getränke) gestellt werden. Ohne diese ist Selbstversorgung erforderlich.


Sonntag, 2. November 2025

Echo des Unbekannten - Vom Umgang mit Tod und Vergänglichkeit

Cover des Ausstellungskataloges
 In der Kunsthalle "Talstraße" in Halle an der Saale findet bis zum 15. 2. 2026 eine Ausstellung zum Tod statt, die von zahlreichen Veranstaltungen begleitet wird. Dazu ist ein Katalog erschienen, den man per Video auf der Seite "Publikationen" des Kunstvereins durchblättern kann. 

Gezeigt werden Kunstwerke, die das Thema Tod vom Mittelalter bis in die Gegenwart in den Blick genommen haben. Darunter befinden sich zum Beispiel auch Frottagen - also Abreibungen von gravierten Bildern mit Ölwachs auf Papier -, die von mittelalterlichen Grabmalplatten in England gemacht worden sind, Graphiken von Albrecht Dürer, Plastiken des Bildhauers Ernst Barlach, aber auch Särge aus verschiedenen Zeiten, darunter ein plastisch als Turnschuh gestalteter Sarg aus Ghana, um nur einige der Kunstwerke zu nennen. 

Der Katalog versammelt Beiträge von ausgewiesenen Kennern der Materie, die das Thema aus ganz verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. So geht es unter anderem um die Veränderungen der Gesellschaft, die auch den Umgang mit Sterben, Tod und Bestatten verändert haben. Dazu wird die Bestattungsgesetzgebung in Deutschland als Seismograph herangezogen und die Religion befragt, bevor es um einzelne Sonderthemen wie die mumifizierten (und gefährdeten) Toten in Palermo, Darstellungen des Todes in der internationalen Kunst, Trauerrituale und ihre Veränderung, die Ghanaische Bestattungskultur und zum Schluß um "Friedhof und Grabmal im bürgerlichen Zeitalter" geht. Biografien und eine Liste der ausgestellten Werke runden den Katalog ab, der die Objekte der Ausstellung mit zahlreichen Abbildungen wiedergibt. 

Insgesamt ist diese bunte Mischung besonders für Menschen zu empfehlen, die normalerweise eher selten mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit zu tun haben. Die zahlreichen Werke und die inhaltlich ein breites Feld abdeckenden Beiträge regen zur Reflektion an; eine Reflektion, die vor Ort sicher durch die Begleitvorträge, Filmvorführungen und Ausstellungsführungen noch verstärkt wird. 

Echo des Unbekannten. Vom Umgang mit Tod und Vergänglichkeit, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung,  hrg. von Matthias Rataiczyk, Kunstverein „Talstrasse“ e.V., 216 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Halle Saale 2025,  35 Euro, Katalogbestellung

   

 

Samstag, 18. Oktober 2025

Abschaffung des Todes - Säkularistische Ewigkeiten vom 18. bis ins 21. Jahrhundert

Cover, Kosuch: Abschaffung des Todes
Mit diesem Buch, dessen Titel nur auf den ersten Blick etwas irreführend wirkt, legt die Autorin eine außerordentlich umfangreiche Studie zu der Frage vor, wie sich die Vorstellungen vom Überdauern der Toten seit der Aufklärung bis in die Gegenwart geändert und von der religiösen Vorherrschaft gelöst haben; bzw. im wissenschaftlichen Duktus der Autorin: Wie die handelnden Akteure – sie waren hauptsächlich männlich – „den Menschen nach der Überschreitung der Grenze des Todes dachten bzw. sinnhaft im Sein verankerten und welche historischen Hintergründe, welches Wissen, welche Techniken, Technologien und Praktiken mit ihrer Sinnstiftung verbunden waren.“ 

Die Hauptthese, die mit einer ungewöhnlich breiten Quellenkenntnis unterlegt wird, ist, „dass der nicht vergehende Mensch ein entscheidendes Signum des Säkularistischen darstellt“ und dass dabei technische und wissenschaftlich-medizinische Neuerungen sein Überdauern versprachen und auch heute noch versprechen. Säkularistisch bedeutet in der Definition der Autorin „die Ablehnung religiöser Weltbilder, Institutionen und Praktiken und ihren Ersatz durch solche, deren Basis Weltlichkeit, Wissenschaft, Rationalität und zivile Moralvorstellungen bilden.“ (S. 11, Anm. 10) 

Damit wendet sich die Arbeit solchen Konzepten und den damit verbundenen Praktiken zu, die einerseits nicht das christliche Glaubenssystem eingebunden sind, und andererseits trotzdem ein Fortbestehens der Toten, wenn auch in anderer Form, ermöglichen wollen. Die Untersuchung ist dabei zeitlich weit gefasst, geographisch übergreifend und wissenschaftlich interdisziplinär angelegt. Zwar werden hauptsächlich westeuropäische Beispiele interpretiert, doch es gibt auch Ausblicke auf die Verhältnisse in Amerika und Russland. Grundlage und Ausgangspunkt der Untersuchung sind hauptsächlich schriftliche Quellen zur Geschichte der neuzeitlichen Kremation. 

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Call for papers - Transmortale XV

Eingang zum Gräberfeld für die Toten des Konzentrationslagers in Moorkaten (Foto Leisner) 
In diesem Blog wird seit Jahren über den Tagungsworkshop "transmortale" berichtet. Im kommenden Jahr findet er zum fünfzehnten Mal statt und zwar am 6./7. März 2026 im Museum für Sepulkralkultur (Kassel). Er beginnt am Freitagabend, 6. März mit einem Kolloquium im Rahmen einer Buchpräsentation. Der Samstag, 7. März, steht – thematisch offen – Nachwuchs-Wissenschaftler:innen zur Vorstellung ihres an Sepulkralkultur ausgerichteten Forschungsprojektes oder ihrer Qualifikationsarbeit zur Verfügung. Es können auch Vorschläge für Posterpräsentationen eingereicht werden. 

Die Themen rund um den Tod beschäftigen im Bereich von Friedhof und Grab schon immer Disziplinen wie Archäologie, Ethnologie, Kulturanthropologie oder Kunstgeschichte. Inzwischen interessieren sich jedoch ganz unterschiedliche Disziplinen für den Wandel der Trauer- und Bestattungskultur, zum Beispiel die Soziologie, Psychologie, Geschichte, Medizin(-Ethik), Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Geschlechterforschung sowie Kultur- und Medienwissenschaften. Der Workshop transmortale richtet sich an junge Wissenschaftler:innen, die sich in der Abschlussphase einer Qualifikationsschrift befinden, aber auch an Postdocs und andere interessierte Forschende. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, neue Perspektiven zu entwerfen und sie in größerer Runde zu diskutieren. Ziel ist eine interdisziplinäre Auseinandersetzung, die empirische und theoretische Ansätze zusammenführt und einen intensiven Austausch eröffnet. 

Tagungssprache ist Deutsch, es sind aber auch englischsprachige Beiträge möglich. Für Referierende werden die Kosten für maximal eine Übernachtung und die Verpflegung während der Tagung übernommen.

Wer Interesse hat, sein Forschungsprojekt in einem Vortrag/einer Präsentation (max. 20 Minuten) oder in Form eines Posters vorzustellen, sendet bitte seinen Themenvorschlag bis zum 31. Oktober 2025 (mit Abstract von max. einer Seite inkl. Curriculum Vitae) an die folgende E-Mail-Adresse: niedermeyer@sepulkralmuseum.de
 

Weitere Informationen sind hier zu finden.

Sonntag, 3. August 2025

Stadt und Tod

Weil ich leider im Augenblick kaum Zeit habe, kommt hier die Zusammenfassung der Herausgeber von einem sehr interessanten Themenheft, das man kostenlos herunterladen kann.

Gezeigt wir darin, dass die Beziehung zwischen Stadt und Tod durch das Zusammentreffen religiöser, hygienischer, technisch-industrieller und ästhetischer Diskurse geprägt ist. Die Beiträge konzentrieren sich auf den Tod unter Stadtbewohnern. Dazu gehören beispielsweise Stadtmagistrate oder religiöse Würdenträger, die in ländlichen Gebieten nicht in gleichem Maße vertreten waren. Die Toten werden als Teil der städtischen Umwelt verstanden. Dieses Umfeld bildet auch die Bühne für öffentliche Beisetzungen von Nationalhelden oder hochrangigen Politikern; die Art und Weise, wie diese durchgeführt werden und wie die Erinnerung an die Toten lebendig gehalten wird, entwickelt sich mit der städtischen Landschaft und drückt bestimmte Einstellungen und Werte aus. Der Tod und die Toten gehören untrennbar zur Stadt und müssen als zentraler Aspekt von Urbanität betrachtet werden. Reichtum, Status, Geschlecht, Alter und viele andere Aspekte, die für Stadtbewohner von entscheidender Bedeutung waren, spiegelten sich in der Art und Weise ihrer Bestattung wider. Die Beiträge dieser Sonderausgabe verstehen die städtischen Toten als Linse für die Stadtgeschichte im Allgemeinen. 

Beiträge: 
Martin Christ/Dieter Schott: Die Stadt und der Tod (Einleitung)

Norbert Fischer: Stadt, Friedhof und Natur: Zur Entwicklung landschaftlicher Friedhöfe im urbanen Raum vom 18. bis zum frühen 21. Jahrhundert 

Rüdiger Hachtmann: Zweierlei Tod in Berlin 1848 und 1849. Märzgefallene und Choleraopfer

Verena Kümmel: Die Stadt als Bühne öffentlicher Totenfeiern. Paris, London und Berlin

Benedikt Brunner: Sterben in der ‚Stadt ohne Gott‘. Säkularisierungsdeutungen, Urbanität und die Frage nach der Zukunft des christlichen Sterbens 

Carolin Kosuch: Die Ewige Stadt und der Tod im 19. Jahrhundert. Bestattungsorte Nichtreligiöser in Rom

Martin Christ: Die Etablierung des „Jewish Burial Ground“ in Wolverhampton, England
(1851) 

Bethany M Wade: A Cemetery Fit for a Cultured and Christian City: Religious Freedom, Cultural Diversity, and the Urban Landscape in the Late-19th-Century Spanish Caribbean

Dieter Schott: Leitrezension: Neue Perspektiven auf städtische ‚Todesräume‘ in der sozialwissenschaftlichen Forschung.  

Die Stadt und der Tod – Themenheft „Moderne Stadtgeschichte“, Jahrgang 2025, 1. Halbjahresband, Hrsg.: Martin Christ und Dieter Schott, Berlin 2025, 236 Seiten, mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen; ISSN: 2941-6159 online, kostenloser Download 

Montag, 22. Juli 2024

Call for papers - Jahrestagung Arbeitskreis Thanatologie in Hamburg 2025

Grabmal auf dem Kirchhof in Kollmar an der Elbe (Foto Leisner)
Am 28. Februar und 1. Marz 2025 soll die interdisziplinare Tagung "Kulturen der Trauer und des Todes in Geschichte, Gegenwart und Zukunft" in Hamburg stattfinden, die von Norbert Fischer und Thorsten Benkel organisiert wird. 

Es sollen unterschiedliche Facetten des Verhältnisses der Kultur(entwicklung) und dem Diskursgeflecht Sterben/Tod/Trauer ausgelotet werden. Vor einem breiten thematischen und disziplinären Horizont sind Vortragsvorschläge willkommen, die Bezüge in theoretischer, empirischer oder auch methodologischer Ausrichtung aufgreifen. 

Die Veranstalter rufen zur Teilnahme und Einsendung von Abstracts im Umfang von bis zu 2.500 Zeichen zzgl. einer kurzen Personendarstellung bis 15. September 2024 auf (zu senden an: norbertfischer@t-online.de oder Thorsten.Benkel@uni-passau.de) Weitere Informationen finden sich hier.


Freitag, 3. Mai 2024

R.I.P. Die letzte Adresse - Tod und Bestattungskultur in Leipzig

Cover der Ausstellungsbroschüre
Im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig findet zur Zeit - vom 20.3. bis 1.9.2024 - eine Sonderausstellung zu Tod und Bestattung in der eigenen Region statt. Dazu gibt es ein Begleitprogramm, bei dem neben Vorträgen, Musikdarbietungen zum Thema, auch Ausstellungs- und Friedhofsführungen angeboten werden.
 
Das Das Begleitbuch zu der Sonderausstellung geht auf die unterschiedlichen Aspekte der Bestattungskultur der Stadt näher ein. Doreen Zerbe, die sich schon in ihrer Dissertation mit den Denkmalen in der Stadtkirche Wittenberg als Zeugnisse lutherischer Memorialkultur befasst hat, zeichnet die Entwicklungsgeschichte der Leipziger Friedhöfe und der jeweiligen zeitgenössichen Bestattungskultur nach. Der folgene Beitrag geht auf die jüdischen Friedhöfe am Ort ein. Besonders interessant ist, dass die sozialistische Bestattungskultur in der Stadt in einem eigenen Kapitel thematisiert wird und ein weiteres speziell auf den Sozialistischen Ehrenhain auf dem Leipziger Südfriedhof eingeht. 

Die Themen „Menschen ohne Grabstein“, „Bestattung in einer globalisierten Welt“ und ein Interview mit einem Bestatter, sowie ein Hinweis auf die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V., die sich der Erhaltung der Friedhofskultur verschrieben hat, runden das Buch ab. 

Zwischen den Beiträgen findet sich auf schwarzem Grund jeweils die Frage „Hätten Sie’s gewusst?“ und dazu werden kurze allgemeine Informationen zum Thema gegeben.    

Insgesamt ist es sehr zu begrüßen, dass gerade ein Stadtmuseum so ausführlich dieses besondere Thema bezogen auf die eigene Region untersucht und seinen Besuchern vorstellt. Ungewöhnlich ist dabei auch das Titelbild der Website, das ein Aquarell von Leipzigs erstem Bestattungsinstitut zeigt. 

                Screenshot der Ausstellungswebsite mit Aquarell des ersten Leipziger Beerdigungsinstitutes

 Allerdings würde ich die Aussage auf dieser Seite, dass heute der Tod weithin als größtes Tabuthema des modernen Menschen gilt, nicht unterschreiben.

R.I.P. – DIE LETZTE ADRESSE. Tod und Bestattungskultur in Leipzig. Begleitbuch zur gleichnamigen Sonderausstellung. Herausgegeben von Ulrike Dura, Anselm Hartinger, Steffen Poser im Auftrag der Stadt Leipzig. 2024 Leipzig, 119 Seiten, zahlr. Abb.

Samstag, 6. Januar 2024

Ausstellung "Sterblich sein" in Wien

Im Wiener Dommuseum ist noch bis zum 25. August 2024 die Ausstellung "Sterblich sein" zu sehen. Wie auf der Website zu lesen ist, befasst sich die Ausstellung mit dem Lebensende und zwar im Rahmen der Kunst. Es werden Kunstwerke, die einen kulturhistorischen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart spannen, einander gegenübergestellt. Damit soll "der tiefen Bedeutung von Tod nicht nur im individuellen, sondern auch im kollektiven und gesellschaftspolitischen Kontext" nachgespürt und "intime, persönliche Ansätze ... genauso ... wie die öffentliche, politische Rolle des Sterbens und die Auseinandersetzung damit" beleuchtet werden.

Dazu gibt es im Netz ein ausführliches Begleitheft, in dem die ausgestellten Kunstwerke vorgestellt werden. Nur wenig bezieht sich darunter so direkt auf einen Bestattungsplatz wie die Blätter aus der Serie "Zu Besuch beim Todt – Herr Stifter läd’ ein", die Maria Bussmann (geboren 1966) 2023 geschaffen hat.
Illustration der Gartenlaube 1872 (Quelle wikimedia)

Adalbert Stifters Text "Ein Gang durch die Katakomben" beschreibt das Netz aus Gängen und Gewölben unter dem Stephansplatz, wo bis ins 18. Jahrhundert der Friedhof der Kirche lag. Zu Stifters Zeiten lagen die Toten dort in offenen Särgen und es war schmutzig und dunkel. 

Für ihre Bildserie hat die Künstlerin auch die Totenbücher aus dem Domarchiv genutzt, in denen die Namen der in den herzoglichen Grüften Begrabenen aufglistet sind. Im Begleitheft heißt es dazu: "Durch Vignetten, die an jene der Totenbücher erinnern, eröffnet Bussmann eine Sicht auf Szenen, die einer verkehrten Welt entsprungen scheinen. Hier sind etwa die Skelette höchst lebendig dabei, ihr Tagwerk zu verrichten, während die Tourist*innen wie geisterhafte Gestalten wirken. Maria Bussmann macht diesen Zwiespalt des Totengedenkens offenkundig. Zwischen Heiligkeit und Grausen liegt eine tiefe Verunsicherung, die sich als menschliche Grundkonstante erweist: Mitten im Leben ist der Tod nah." (Zu den Katakomben siehe auch die Gartenlaube von 1872)


Sonntag, 29. August 2021

London month of the dead

Screenshot der Website "London Month of the Dead" 2021

In London findet von Ende September bis Ende Oktober wieder der "Monat der Toten" statt, eines der beliebtesten und am meisten erwarteten Festivals im Kalender der Stadt, wie es in der Selbstbeschreibung heißt. Man will zum Thema Tod und Stadt informieren, unterhalten und provozieren. Insgesamt gibt es 48 Veranstaltungen, die alle Aspekte der Sterblichkeit umfassen. Nachdem die Vorträge im letzten Jahr alle online gehalten wurden und nur ein kleines Programm von Friedhofskonzerten im Freien stattfand, finden dieses Jahr 2021 jeden Dienstag Online-Vorträgen statt und daneben gibt es zahlreiche Vorträge und Konzerte mit Publikum ("mit Fleisch und Knochen"), sowie Workshops und geführte Friedhofswanderungen. 

So wird z.B. bei einer Führung durch den Friedhof von Abney Park das Thema "Spiritualisten und Mystik" in den Mittelpunkt gestellt und dabei das Grab von Georgiana Eagle besucht, die sich mit Hilfe einiger Gedankenlesetricks schon als hellseherisches Medium auftrat, bevor die Spiritualismus-Bewegung begann. In der Dissenter's chapel auf dem Kensal Green Cemetery berichtet der Historiker Robert Stephenson (alias Dr. Death) über fünf grausige Londoner Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Oder man kann sich durch einige der Mausoleen des Highgate Cemetery West führen lassen, die der Friends of Highgate Cemetery Trust restauriert hat. Hier reicht allerdings der Platz nicht aus um das ganze vielfältige Programm vorzustellen, das auch für ein deutsches Friedhofsfestival vorbildlich sein könnte...

Übrigens werden 20 % der Ticketeinnahmen den jeweiligen Veranstaltungsorten gespendet und es gibt geführte Touren auf den großen Londoner Friedhöfen Highgate, Kensal Green, Abney Park, Nunhead und West Norwood. Bei allen Führungen außerhalb der Friedhöfe sind außerdem Spenden an einen der Friedhöfe, die als die "glorreichen Sieben"gelten, möglich (neben den genannten sind das noch Brompton und Tower Hamlets). Die 20%-Spende für die Online-Gespräche und die meisten anderen Veranstaltungen in gehen an die Freunde des Kensal Green Cemetery und die wertvolle Arbeit, die sie beim Erhalt der historischen Denkmäler und Gebäude auf dem Friedhof leisten. 

Eine Liste aller Veranstaltungen und mehr Infos (auf Englisch) findet man hier.

Montag, 21. Juni 2021

MEMENTO MORI FESTIVAL - Wien

Illustration ©Katja Schwalenberg

In Wien findet vom 7.–17. Oktober 2021 ein genreübergreifendes Kulturfestival rund um Tod und Trauer unter dem Motto "Memento mori" statt. 

Mit knapp 50 Veranstaltungen in 11 Tagen ist es sein Ziel, den die Auseinandersetzung mit dem eigenen und fremden Sterben zu fördern. Vor dem aktuellen Hintergrund der Pandemie soll das Festival eine Reflexion der Trauerkultur befördern. 

Laut seiner Pressemitteilung vom 16. April 2021 soll das Festival Anregungen zur Trauerarbeit bieten, Menschen ins Gespräch bringen und auf ein bewussteres Leben abzielen. "Frei nach dem Motto: Dem Tod kann man nicht entkommen, aber besser vorbereitet entgegentreten."

Initiiert wird MEMENTO MORI von Kuratorin Tina Zickler. Zum Programm gehören nicht nur Lectures, Workshops, Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Theateraufführungen, Spaziergänge und Führungen durch Museen, sondern auch Führungen über Wiener Friedhöfe, besonders den Zentralfriedhof. Zwei Installationen beschäftigen sich außerdem mit dem Thema. Zur Zeit wird das Programm noch laufend aktualisiert.

MEMENTO MORIFESTIVAL 7.–17. Okt 2021Volkskundemuseum, Wien

Kontakt:labprojects kulturvereinDiplom-Kommunikationswirtin Tina Zickler info@projekt-schwadron.at

Interviews der Veranstalterin zum Programm kann man dort auch als Podcasts abrufen.

Freitag, 28. Mai 2021

Corona und Tod - Schwerpunkt der Ohlsdorf-Zeitschrift

Die neue Ausgabe von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" widmet sich aus gegebenem Anlaß dem Schwerpunkt "Corona und Tod". In den Beiträgen geht es um Bestattung, Trauer und öffentliches Gedenken in der Zeit der Epidemie, sowie um ein darauf bezogenes Forschungsprojekt. 

Dazu kommt unter der Rubrik "Kultur und Geschichte" ein Überblick über die Umbrüche, die mit den großen Seuchen der Geschichte einher gegangen sind. Die Zeitschrift wird online gestellt unter: https://www.fof-ohlsdorf.de/zeitschrift

Samstag, 8. Mai 2021

Festival "Hallo Tod" in Zürich

Flyer zum Kulturfestival "Hallo Tod"
In Zürich lädt die "Kulturbande" mit dem Projekt "Hallo, Tod!" dazu ein, "dem Unausweichlichen zu begegnen, kreativ und im Austausch mit anderen". Der Höhepunkt dieses Projektes bildet ein Kulturfestival mit demselben Namen. Die "Kulturbande" ist eine interdisziplinäre Gruppe Kulturschaffender. Ihr Festival findet vom 25. bis zum 30. Mai 2021mit über 50 Angeboten und Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Zürich sowie digital, im weltweiten Netz statt. Das ganze Programm findet man hier.

Vertreten als Veranstaltungsort ist auch das Friedhof Forum der Stadt Zürich, in der noch die Ausstellung "ASCHE​ – und was vom Ende bleibt" , sowie die Installation "Travel wear you want" zu sehen ist. Außerdem finden dort unter dem Titel "Nor here nor there" Videoperformances mit dialogischer Führung statt und mit der Installation "endlich sein" ein "auditiver Spaziergang für mehr Life-Death-Balance im Alltag". 

Für alle, die nicht in Zürich zu Hause sind, gibt es die Möglichkeit an einer ganzen Reihe von Programmpunkten im Internet teilzunehmen. Tickets zu den einzelnen Veranstaltungen können online erworben werden. Zahlreiche Angebote sind gratis. Bei manchen davon braucht's eine Voranmeldung.

Mittwoch, 24. März 2021

Call for Papers - Social Context of Death, Dying and Disposal: Diversity and Decolonisation

 


Call For Papers:

 Die "Association for the Study of Death and Society (ASDS)" - "Vereinigung für das Studium von Tod und Gesellschaft" veranstaltet vom 1.- 4.September 2021 die 15. Internationale Konferenz zum sozialen Kontext von Tod, Sterben und Bestattung zum Thema "Vielfalt und Entkolonisierung".

Es sollen Vorträge und Panels zu einer Reihe von Themen präsentiert werden, die dem Hauptthema „Vielfalt und Entkolonialisierung“ verbunden sind. Wie immer ist die Konferenz multidisziplinär und offen für alle, einschließlich Künstler, Akademiker, Fachleute und Praktiker aller Art, deren Interessen und / oder Praktiken mit Tod und Sterben zusammenhängen. 

Aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Pandemie wird die Konferenz vollständig online stattfinden und dieses Jahr von der Manchester Metropolitan University, Großbritannien, im Auftrag der Association for the Study of Death and Society (ASDS) veranstaltet. 

Die Konferenz wird von einem kostenlosen virtuellen Kunst- und Kulturprogramm in Zusammenarbeit mit "Sick! Festival" begleitet. Diese Veranstaltungen sind öffentlich und werden die Konferenzthemen durch Ausstellung, Aufführung und Diskussion ansprechen. 

Begrüßt werden Beiträge und Panels zu der folgenden (nicht erschöpfenden) Liste möglicher Themen, die sich auf Tod, Sterben und Bestattungbeziehen: Tiere; LGBTQIA+; Rasse, Kolonialismus / Entkolonialisierung; Kulturelle Aneignung; Umweltschutz und Aussterben; Grievability (Betrauerbarkeit) und das reine Leben; Behinderung; Geschlecht; Intersektionalität (von englisch intersection „Schnittmenge“ = Überschneidung und Gleichzeitigkeit von verschiedenen Diskriminierungskategorien gegenüber einer Person; Repräsentation; Klasse; Volkswirtschaften; Neoliberalismus; Migration; Ungleichheiten; the post human (der Nachmensch); Radikalismus.

Einreichungen für Panels sollten bis Freitag, den 9. April 2021 per E-Mail an DDD15@mmu.ac.uk gesendet werden. Weitere Anweisungen werden gegeben, wenn der Vorschlag angenommen wird. Die letzte Frist für einzelne Abstracts und vollständige Panel-Details endet am Freitag, den 14. Mai 2021 um 23:59 Uhr. 

Für einzelne Vorträge (individual paper abstracts) soll man sich hier (https://eu.eventscloud.com/eSites/200218973/Login) mit dem Titel, dem Abstract und der Biografie anmelden. Alle Vorträge sollten nicht länger als 20 Minuten sein. 

Juni 2021 wird die Registrierung für die Konferenz geöffnet.

(Dieser Text ist von der englischen Website übersetzt und leicht gekürzt. BL.)

Samstag, 6. März 2021

transmortale X online - Neue Forschungen zum Thema Tod

Nachdem die transmortale im letzten Jahre wegen der Pandemie ganz abgesagt wurde, wird jezt die zehnte Ausgabe online nachgeholt. Das ist zwar ein Jubiläum, aber leider gibt es ja in diesen Zeiten keine Möglichkeit sich in Kassel zu treffen und zu feiern. Immerhin kann man sich zu der Online-Ausgabe einfach vom heimischen PC aus zuschalten und das feiere ich persönlich, weil es eine großartige Möglichkeit für mich ist, endlich einmal wieder dabei zu sein.

Veranstalter ist der schon bekannte Arbeitskreis transmortale X des Museums für Sepulkralkultur und der Universität Hamburg. Die Veranstaltung wird mit der Tagungssoftware Webex durchgeführt. Der Beitrag für die Online-Teilnahme beträgt 15,– Euro. Man kann sich noch bis bis zum 24. 3. 2021 über den Internetauftritt des Museums für Sepulkralkultur oder direkt bei Ines Niedermeyer (E-Mail: niedermeyer@sepulkralmuseum.de, Tel.: 0561 91893-40) anmelden.

Über die vergangenen Tagungen habe ich mehrfach in diesem Blog berichtet und auch auf der Homepage des Museums für Sepulkralkultur können die Programme und Tagungsberichte der früheren transmortale-Veranstaltungen eingesehen werden.

Hier das Programm der transmortale X online 2021: