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Freitag, 1. Mai 2020

Corona-Update Nr. 3: Rundgang zum Tag der Stadtnatur - Dresden

Auf dem Neuen Annenfriedhof in Dresden waren zum langen Tag der Stadtnatur am 2. und 3. Mai 2020 eigentlich Führungen geplant. Jetzt aber wird auf der Website des Dresdener BUND am 2. Mai ein Video der Rundgang

Von der Familiengruft zur grünen Wiese - Bestattungskultur im Wandel

freigeschaltet. Dazu gibt es auf der Facebookseite des Friedhofs einen Plan für diesen Rundgang, so dass man ihn leicht ohne Führung machen kann, besonders da sich auf dem Friedhof an 23 Stationen blaue Karten mit Informationen rund um den Friedhof als Teil der Stadtlandschaft finden. Video und Rundgang ergänzen einander inhaltlich, weshalb es gut ist, beides zu nutzen, wie die Friedhofsverwalterin Lara Schink empfiehlt.
 
Plan und Bild einer Station des Rundgangs über den Neuen St. Annenfriedhof in Dresden (Bilder Lara Schink)
Tatsächlich verbinden Friedhöfe vielfältigste Funktionen in ihrem Stadtteil, wie es in der Ankündigung des Rundganges heißt: "Sie sind Ruhestätte, Treffpunkt, Denkmal, Park, Freilichtmuseum, Garten, sowie Lebensraum für Pflanzen und Tiere inmitten der bebauten Flächen der Stadtteile. Diese Funktionsvielfalt ist auf kaum einem anderen Friedhof so ersichtlich wie auf dem als Parkfriedhof angelegten Neuen Annenfriedhof in Dresden-Löbtau. In diesem Video erfahren Sie mehr über die Geschichte des Ortes und seine Besonderheiten als Stadtteilfriedhof."

Corona-Update Nr. 2: Keine Messe "Leben und Tod" - aber "Leben und Tod vernetzt"

Website von Leben und Tod vernetzt
Die Messe "Leben und Tod" in Bremen ist wie so viele andere Messen abgesagt.

Aber die Veranstalter haben sich etwas einfallen lassen und viele Helfer gefunden, die auf ihre Honorare verzichten um die Internetveranstaltung "Leben und Tod vernetzt. Gemeinsam von zu Hause" stattfinden zu lassen. Deshalb wird es zum Datum der Messe, am 8. und 9. Mai, einen Livestream mit Podcasts, Video- und Blogbeiträgen, Live-Gesprächen und vielem mehr zu dem Themenkomplex Sterben, Tod, Bestatten und Erinnern geben, der komplett kostenfrei ist. Die Veranstalter schreiben: "Themen sind zum Beispiel geführte Meditationen, Anleitungen zu Trauerritualen aus der Ferne, Expertengespräche und Musik."

Wer sich nicht nur für historische Friedhöfe sondern für mit dem Tod zusammenhängende Themen interessiert, sollte unbedingt am 8. und 9. Mai bei der Seite https://www.leben-und-tod-vernetzt.de/ hereinschauen.

Montag, 20. November 2017

Eine neue App für den Ohlsdorfer Friedhof

Ohlsdorf App auf dem iPhone
(Foto J. Holz 2017)
Im letzten Post habe ich schon auf die neue App hingewiesen, mit der sich der Ohlsdorfer Friedhof per Smartphone erkunden lässt. Sie ist zwar noch ausbaufähig, aber schon jetzt enthält sie über 700 Orte, darunter 580 Gräber von Prominenten, sowie Kapellen, Friedhofsgärtnereien und Grabanlagen, aber auch Hinweise auf alle Bushaltestellen, Toiletten, Notrufsäulen, Parkplätze und Eingänge, sowie die Öffnungszeiten. Per GPS wird der eigene Standort gezeigt, sowie - je nach Einstellung - z.B. die Gräber prominenter Persönlichkeiten und die jeweilige Entfernung zu einem bestimmten Ort. Mit der Suchfunktion lassen sich sogar die Friedhofskoordinaten anzeigen. Praktisch ist zum einen, dass das Kartenmaterial online und offline benutzt werden kann, zum anderen die leichte Handhabung.

Ich habe die App gerade auf dem Friedhof getestet und mich per GPS-Signal ein wenig führen lassen. Das funktionierte anfangs perfekt, dann allerdings verfing sich das Signal und wurde nicht mehr angezeigt, "wg. Zeitüberschreitung". Wenn man sich auf dem Friedhof nicht auskennt, kann man dann immer noch nach dem Wegeplan alles finden, was man sucht. Der blaue Punkt, wo man selbst ist, fehlt dann eben nur. Trotz dieses Problems ist die App bestimmt hilfreich, wenn man sich auf dem großen Ohlsdorfer Friedhof zurechtfinden will. Mich hat nur das kleine helle Feld rechts unten ein wenig gestört. Es zeigt an, wo sich der vergrößerbare Kartenausschnitt auf dem Friedhofsplan befindet. Aber dadurch wird der vergrößerbare Ausschnitt sehr eingeschränkt. Ruft man dann noch die Info zu einem Grab auf, dann sieht man den Plan fast gar nicht mehr. Das hat mich irritiert.

Die App ist in Deutsch und Englisch erhältlich und läuft auf Smartphones und Tablets (iOS ab 8.0 und Android ab 4.1).  Hier gibt es Informationen und weitere Bilder zur App, die für 1,09 Euro zu haben ist.

Samstag, 18. November 2017

#digina17 und die Zunkunft der Friedhöfe

Grabstätte Mackentum, Ohlsdorf
(Foto Leisner 1993)
Die digina, die gerade in München stattgefunden hat, ist eine Konferenz, in der es um das digitale Leben und speziell um den digitalen Nachlass und das digitale Nachleben geht; besonders um die Frage, wie man seine Daten organisiert, schützt, regelt und weitergibt. Das ist natürlich ein Thema, dass jeden angeht, der oder die das Internet nutzt und dort bewusst oder unbewusst Spuren hinterlässt. Doch inwieweit geht es auch Friedhofsfreunde an, die sich für historische Friedhöfe einsetzen?

Offenbar ist der Tod und sind die Friedhöfe inzwischen wieder mitten in der Gesellschaft angekommen. Die Verbindung zu historischen Friedhöfen und zu dort bestatteten bekannten Persönlichkeiten gilt anscheinend sogar als geschäftsfördernd - zumindest im virtuellen Bereich. So kommt die Seite friedhofguide.de/ sowohl mit ihrem Namen wie mit ihrer Startseite als Führer über deutsche Friedhöfe daher und springt damit auf den wachsenden Trend auf, historische Friedhöfe als touristische Ziele zu besuchen. Tatsächlich steht als Geschäftsmodell hinter dieser Seite aber ein viel breiteres virtuelles Dienstleistungsangebot. Es wendet sich sowohl an Friedhofsverwaltungen, Bestatter und andere Berufe, die mit dem Friedhof in Verbindung stehen, wie an Trauernde.

Erstere sollen über dieses Portal virtuelle Friedhofsrundgänge erstellen und damit auf ihre Geschichte und die historischen Persönlichkeiten, die dort bestattet sind, hinweisen. Bestatter sollen ihre Dienstleistungen um digitale Angebote erweitern können - z.B. indem sie Digitale Gedenkseiten für Hinterbliebene anbieten und Führer, die per Smartphone und GPS-Koordinaten Trauernde zum realen Grab bringen und mit Informationen darüber versorgen (sozusagen die neue "Digitale Grabpflege"!). Trauernden wird angeboten, die Erinnerung an Verstorbene dadurch lebendig zu erhalten, dass sie über das Portal die Friedhöfe mit ihren Gräbern, auf denen ihre Angehörigen beigesetzt sind, digitalisieren und virtuell miteinander verbinden. (Hier stehen mehr Infos zu dieser Website!)

Werden wir in Zukunft also nur noch virtuell Friedhöfe besuchen? Das ist nicht zu erwarten, obwohl es tatsächlich schon viele Angebote gibt, am Computer historische Friedhöfe zu entdecken oder sich mit Hilfe des Smartphones über ihre verschlungenen Pfade zu Grabmälern bedeutender Persönlichkeiten führen zu lassen (siehe meinen nicht gehaltenen Vortrag in der Schwabenakademie Irsee). Gerade ist eine solche App auch für den Ohlsdorfer Friedhof auf den Markt gekommen.

Solche neuen Angebote machen aber auch klar, dass Start-ups in den Startlöchern stehen um nun auch die Realität des Todes mit seinen vielfältigen Facetten in der virtuellen Welt abzubilden und daraus neue Verdienstmöglichkeiten zu generieren. Verwaltungen von historischen Friedhöfe sollten sich überlegen, ob sie nicht lieber selbst endlich damit beginnen, den Hinterbliebenen und damit ihren eigenen Kunden virtuelle Angebote zu machen, anstatt diese Möglichkeit an andere zu verschenken.

Sonntag, 2. Juli 2017

Audiowalk über den Alten Friedhof in Gießen

Webseite mit dem neuen Audiowalk für den Gießener Alten Friedhof
Vor wenigen Tagen haben Studierende der Fachjournalistik Geschichte ihren neuen Audiospaziergang „Erzählungen vom Tod – Begräbniskultur und Mentalität im Wandel der Zeit“ auf dem Alten Friedhof in Gießen vorgestellt.

Das Projekt ist im letzten Semester an der Justus Liebig Universität entstanden, geleitet von der Historikerin Dr. Eva Maria Gajek und dem Redakteur des Hessischen Rundfunks Kevin Arnold. Zusammengearbeitet haben die Studenten zudem mit einer Produktionsfirma und dem Garten- und Friedhofsamt der Stadt Gießen.

Der Audiowalk ist im Internet veröffentlicht und kann so auch mit Smartphone oder Tablet vor Ort abgerufen werden. In insgesamt zwölf Audios von bis zu sechs Minuten Länge erzählen die Studierenden Geschichten über bekannte Persönlichkeiten der Stadt, aber auch über die Baugeschichte und die Begräbniskultur auf dem Alten Friedhof. Erarbeitet wurden die Beiträge anhand von Dokumenten im Stadtarchiv Gießens, Interviews, zeitgenössischen Berichten und Literatur.

Mit eindrucksvollen Audios, in denen die Erzählstimmen mit unterschiedlichen Klangkulissen hinterlegt sind, werden Geschichte und Gegenwart an Ort und Stelle akustisch erfahrbar. Auch wenn mir beim Ansehen der neuen Internetseite auffiel, dass auf der Seite mit dem Friedhofsplan unter dem Punkt "Stationen des Audiowalks" nur sieben Audios zu erkennen und anzuklicken sind, und auch wenn ich anfangs verwirrt war, als ich beim Audio "Friedhofssymbolik" erst einmal etwas über die Figur des Thanatos hörte, aber auf dem Bild einen Engel sah - auf den im Audio später dann noch eingegangen wird, beglückwünsche ich die Studenten zu ihrer gelungenen Arbeit und wünsche mir solche Audiospaziergänge für mehr historische Friedhöfe!

Dienstag, 28. April 2015

Sowjetische Kriegsgräberstätten in Deutschland - eine neue Datenbank

Website der Datenbank für Sowjetische
Kriegsgräberstätten in Deutschland
Vor wenigen Tagen wurde in der russischen Botschaft in Berlin der Link zu einem neuen Internetportal feierlich eröffnet. Auf www.sowjetische-memoriale.de ist eine Datenbank von über 4100 Orten in Deutschland zu finden, an denen Russinnen und Russen, aber auch Vertreter anderer Unionsrepubliken begraben sind. Rund 650.000 russische bzw. sowjetische Bürgerinnen und Bürger sind während der beiden Weltkriege als Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter oder im Kampf auf deutschem Boden ums Leben gekommen. Die genaue Zahl weiß man aber nicht. Mit der neuen Datenbank wird die Erforschung Opferzahl und das Auffinden jedes einzelnen Grabes wesentlich einfacher werden.

Natürlich ist dieser Datenbank eine mehrjährige Projektarbeit vorangegangen. Sie wurde im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst begonnen und soll dazu beitragen die Erinnerung an Krieg und Gewalt lebendig zu erhalten oder sie überhaupt erst möglich zu machen. Einbezogen wurden nicht nur die Grabstätten russischer Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs, sondern auch die der nach Kriegsende in Ostdeutschland stationierten sowjetischen Truppen. Das Projekt wurde durch Erkenntnisse des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und mehr als 200 weiterer institutioneller und gesellschaftlicher Vereine und Organisationen sowie durch Hinweise vieler privater und ehrenamtlicher Einzelpersonen unterstützt. 

Die neue Datenbank im Internet wird von dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst und dem Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit, Botschaft der Russischen Föderation getragen und ist zweisprachig (Deutsch und Russisch). 

Freitag, 20. März 2015

QR-Codes auf dem Friedhof - Das Beispiel Aschersleben

Ein unscharfes
Fotos von meinem
Handy mit der App
zum Lesen von
QR-Codes
Im letzten Jahr berichteten die Netzpiloten zum ersten Mal darüber, "Wie Aschersleben den Friedhof modernisiert". Aschersleben ist die älteste Stadt im Bundlesland Sachsen-Anhalt. Dort hat man auf dem Friedhof einen Erinnerungspfad angelegt, bei dem die Grabstätten bekannter Persönlichkeiten mit QR-Codes versehen worden sind. Damit kann man mobil über das Handy Informationen über ihr Leben abrufen. Nachlesen kann man die Informationen auch zuhause auf der Seite des Internetportals QR-Erinnerung. Diese Website definiert sich als ein Ort des Gedenkens, der zugleich soll es ein Archiv für die Nachwelt werden soll.

Aschersleben scheint sozusagen das Pilotprojekt dieses Internetportals zu sein, denn bisher sind dort nur Informationen über diesen Friedhof zu finden. Grund ist auch hier der demografische und kulturelle Wandel, durch den der Friedhof in den letzten 24 Jahren rund 5.000 Grabstätten und damit auch Besucher verloren hat. Mit dem Einsatz der QR-Codes möchte man mehr Besucher anlocken und auf historische Persönlichkeiten hinweisen. Friedhofsbetreiber Holger Dietrich sieht diese Idee auch als Möglichkeit des Stadtmarketings. Die kleinen Tafeln an den Grabstellen wichtiger Menschen aus Aschersleben enthalten kurze Infos und die Codes. dazu gibt es dann aber auch noch einen ganz normalen gedruckten Flyer.

Und dieser Link führt noch zu einem Video des mdr über den Ascherslebener Friedhof.

Freitag, 2. Mai 2014

Die "Digitale Invasion" des Assistens Kirkegaard in Kopenhagen

Digital Invasions vom Assistens Kirkegaard auf Storyfy
In meinem Post vom 21.4.2014 habe ich schon auf die neue Kommunikationsform der "digital invasions" als Möglichkeit für der Öffentlichkeitsarbeit hingewiesen. Sie eignet sich auch für solche kulturell und geschichtlich aufgeladenen Orte, wie historische Friedhöfe es sind.

Die Tweets von der "ersten" digitalen Invasion eines Friedhofs von der Journalistin Marlene Hofmann kann man hier nachlesen.

Dienstag, 25. Juni 2013

Friedhofsfreunde - eine neue "Community" auf google+

Friedhofsfreunde auf google+
Vor wenigen Tagen habe ich auf google+ eine neue öffentliche Community mit dem Namen dieses Blogs eingerichtet und dazu geschrieben, dass es in dieser virtuellen Gemeinschaft um historische Friedhöfe, ihre Geschichte und ihre Grabmalkultur gehen soll. Eingeladen sind alle, die gern auf Friedhöfe gehen und auch Fotos machen. Meine Begründung ist, dass ich selbst gern auf historische Friedhöfe gehe und deshalb denke, dass auch andere Menschen im Netz sind, die dieses Interesse teilen.

Erstmal habe ich niemanden eingeladen, zu dieser Gemeinschaft hinzuzukommen. Doch hat sich schon ein neues Mitglied gemeldet und einige Fotos seiner Lieblingsplätze gepostet.

Mit diesem Post hier weise ich also meine Leserinnen und Leser auf diese neue Gemeinschaft hin. Vielleicht hat ja der eine oder die andere Lust auch seine/ihre Bilder, Eindrücke, Gedanken und Vorschläge zum Umgang mit historischen Friedhöfen dort zu posten.