Inzwischen ist im Internet die "Dokumentation zum 28. Kölner Gespräch zu Architektur und Denkmalpflege" veröffentlicht worden, auf die ich hier schon hingewiesen hatte. Zur Einführung gibt Kerstin Walter einen typologischen Überblick über die Friedhofsarten und weist darauf hin, dass die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger eine Arbeitsgruppe beauftragt hat, im bundesweiten Austausch zwei Erfassungsbögen als empfehlenswerte Methode der Inventarisation zu erarbeiten – einen für Friedhofsanlagen und einen für Grabmale. Eine Handreichung zur Erfassung und die Bögen kann man inzwischen aus dem Netz herunterladen (Handreichung; Erfassungsbogen Friedhöfe, Erfassungsbogen Grabstätte)
Im ersten Themenblock über die Grundlagen hat der Leiter des Kasseler Sepulkralmuseums Dirk Pörschmann über "Entwicklungen und Veränderungen in der Bestattungskultur" referiert. Antje Clausmeyer stellt, bezogen auf Nordrheinwestfahlen, rechtliche Möglichkeiten der Unterschutzstellung von Friedhöfen und ihre Folgen für die praktische Denkmalpflege in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen, während Jörg Deter das Friedhofsentwicklungskonzept für die Stadt Düsseldorf erläutert und Heike Blondin am Beispiel Krefeld feststellt, dass Friedhöfe sowohl in Bezug auf ihre Funktionen, wie auf neue Friedhofsträger in Konkurrenz zu den bisherigen und damit in Bezug auf ihre Finanzierung an einen Wendepunkt stehen.
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Freitag, 24. Januar 2020
Samstag, 28. Oktober 2017
Förderverein in Dortmund restauriert Kindergräber
In Dortmund wurde im September des letzten Jahres ein Förderverein für den Nordfriedhof gegründet. Joachim vom Brocke hat darüber in einem Post auf seinem Blog "Nordstadtblogger: Aus der Nordstadt – über die Nordstadt – Nachrichten aus Dortmund" ausführlich berichtet. Leider scheint der Verein keine weitreichende Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, denn bisher habe ich noch keine Website von ihm gefunden.
Dafür berichteten aber die Nordstadtblogger im Juli dieses Jahres über einen ersten Erfolg des Vereins: Ein Bestattungsunternehmen hat fünf Grabmale für Kinder vom Anfang des letzten Jahrhunderts restaurieren lassen. Aufgrund der Initiative des Friedhofsverwalters wurden sie zudem neu entlang des Hauptwegs zur Trauerhalle aufgestellt.
Bei den Grabmalen handelt es sich um zeittypische schlichte kleine "Grottengrabmale", deren Form aus einem Rahmen besteht - meistens aus Sandstein gehauen oder aus Kunststein gegossen -, der oft die Form von Steinquadern hat, sowie einer darin eingelassenen Schriftplatte aus schwarzem Glas oder Granit, bzw. weißem Marmor. Die Schrift ist häufig noch vergoldet. Viele Grotten haben zudem einen Aufsatz z.B. in Form eines Kreuzes. Bei zwei Grabmalen sieht man auf dem Bild, dass solche Aufsätze einstmals vorhanden waren.
Der Förderverein plant außerdem zwei Ruhebänke an diesem Weg aufzustellen, damit ältere Friedhofsbesucher auf dem Weg vom Parkplatz bis zur Trauerhalle eine Pause einlegen können.
Traurig sind die Mitglieder des Fördervereins immer noch über einen Bronzediebstahl, bei dem im letzten Jahr eine historische Bronzestatue und eine Bronzeplatte vom Friedhof entfernt wurden. Man überlegt, wie die Leerstelle gefüllt werden könnte.
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| Grabmal in Grottenform für die einjährig verstorbene Wilhelmine Bach, gest. 1905, Foto: Ole Steen/Die Nordstadtblogger |
Bei den Grabmalen handelt es sich um zeittypische schlichte kleine "Grottengrabmale", deren Form aus einem Rahmen besteht - meistens aus Sandstein gehauen oder aus Kunststein gegossen -, der oft die Form von Steinquadern hat, sowie einer darin eingelassenen Schriftplatte aus schwarzem Glas oder Granit, bzw. weißem Marmor. Die Schrift ist häufig noch vergoldet. Viele Grotten haben zudem einen Aufsatz z.B. in Form eines Kreuzes. Bei zwei Grabmalen sieht man auf dem Bild, dass solche Aufsätze einstmals vorhanden waren.
Der Förderverein plant außerdem zwei Ruhebänke an diesem Weg aufzustellen, damit ältere Friedhofsbesucher auf dem Weg vom Parkplatz bis zur Trauerhalle eine Pause einlegen können.
Traurig sind die Mitglieder des Fördervereins immer noch über einen Bronzediebstahl, bei dem im letzten Jahr eine historische Bronzestatue und eine Bronzeplatte vom Friedhof entfernt wurden. Man überlegt, wie die Leerstelle gefüllt werden könnte.
Montag, 8. Dezember 2014
Der Hoppenlaufriedhof in Stuttgart wird saniert!
| Eingang zum Hoppenlaufriedhof (Foto Leisner 2009) |
Samstag, 22. November 2014
Projekt Ohlsdorf 2050
Wow! Wenn das keine tolle Nachricht ist:
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| Grabmal Eckler in der Nähe des Eingangs des Ohlsdorfer Friedhofs |
"Schwerpunkte
der Förderung sind Denkmalensembles, bauliche Kulturgüter von
nationalem Rang, energetische Maßnahmen und das Stadtgrün. Insgesamt
werden im Rahmen des Bundesprogramms 50 Millionen Euro bereitgestellt.
Die Förderung stellt das einzige geförderte Projekt in Hamburg dar, die
übrigen Mittel entfallen auf die anderen Bundesländer.
Die
Förderung, eingeworben von der Hamburger Friedhöfe -AöR- und der
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, erfolgt für die Jahre 2015 bis
2018. Weitere Projektkosten in Höhe von einer Million Euro werden von
der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, der Hamburger Friedhöfe
-AöR- sowie dem Denkmalschutzamt getragen. Der Anteil der Hamburger
Friedhöfe -AöR- beträgt bis 2018 160.000 Euro.
Im Einzelnen werden die Mittel eingesetzt für:
- Nutzung und Gestaltung der Parkanlage und des Friedhofs,
- Erhaltung und Pflege von Gebäuden und Infrastruktur,
- denkmalgerechte Sanierung und Weiterentwicklung von Grünflächen,
- einen Ideenwettbewerb mit Preisverleihung zu neuen Erholungsformen,
- die Kommunikation des Projektes in Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.
Projekt-
und Bereichsleiter Rainer Wirz dazu: 'Der Ohlsdorfer Friedhof wird
bundesweit als beispielhaft wahrgenommen, insbesondere, wie es immer
wieder gelungen ist, seinen grünen und kulturellen Reichtum zum Nutzen
für alle Hamburgerinnen und Hamburger zu bewahren. Für den Friedhof
eröffnet sich mit der Förderung durch das Bundesbauministerium die
Perspektive einer langfristigen und visionären Entwicklung.' "
Freitag, 17. Januar 2014
Fegen und restaurieren in Berlin
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| Hans-Jürgen Schatz am 4.11.2013 in Hamburg (Foto Leisner) |
Den Schauspieler Hans-Jürgen Schatz habe ich im letzten Jahr
kennengelernt, als die geplante „Friedhofsapp“ vorgestellt wurde. Damals wusste
ich noch nicht, dass er zu den Persönlichkeiten gehört, die sich mit großem
Engagement und ebenso großem Erfolg für die Erhaltung historischer Friedhöfe
und Grabmale einsetzen.
Aber Schatz sammelt nicht nur Geld zur Erhaltung von Grabmalen berühmter Persönlichkeiten in Berlin. Er sorgt auch dafür, dass die Bewohner der Stadt auf ihr kulturelles Erbe aufmerksam werden. So luden er und der Pfarrer Jürgen Quandt (Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte) in den beiden letzten Jahren zusammen mit dem „Tagesspiegel“ zum Friedhofsputztag im November ein, um die Friedhöfe nicht unter dem Herbstlaub versinken zu lassen; natürlich mit der Hoffnung den einen oder anderen nicht nur für die Sauberhaltung der Wege, sondern auch für die Erhaltung der Gräber zu begeistern.
Freitag, 1. November 2013
Grabmale - restaurieren und präsentieren
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| Die neue Ausgabe erscheint in Kürze |
Ihr Ortskuratur überbringt gerade eine bronzene Erinnerungsplakette zum alten Friedhof in Nebel auf Amrum. Sie soll an die Restaurierung der historischen Grabdenkmäler erinnern und trägt den Hinweis “Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale”. Damit soll das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale bleibend sichtbar gemacht werden (hoffentlich zieht die Bronze nicht den Diebstahl nach sich!) und zu weiterer Unterstützung motivieren. 40.000 Euro stellte man im vergangenen Jahr für die Restaurierung und Wiederaufstellung der historischen Grabdenkmäler zur Verfügung.
Mir fiel diese Nachricht besonders auf, weil wir für die neue Ausgabe unserer Ohlsdorf-Zeitschrift das Thema "Grabmale - restaurieren und präsentieren" gewählt haben. Die Restaurierung des Friedhofs in Nebel wird darin ausführlich besprochen und die neuaufgestellten Steine zieren unser Titelbild.
Montag, 18. März 2013
Neues Restaurierungsprojekt auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden
Das VKF-Verfahren (Vakuum-Kreislauf-Festigungsverfahren nach Patent Vujasin) bedeutet, dass das zu behandelnde Objekt luftdicht in lösungsmittelresistente Folien eingeschweißt wird. Dann wird die Luft mit einer Vakuumpumpe aus dem Foliensack gepumpt und das geeignete Festigungsmittel zugeführt. Theoretisch verteilt es sich sofort gleichmäßig und tiefreichend im Stein.
Wenn das Verfahren bei den Grabmalen erfolgreich ist, erwarten die Dresdener eine 'Musterlösung' für umweltgeschädigte Kleindenkmale aus Cottaer Sandstein. Das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit der Firma Atelier Pummer. Dabei soll das Verfahren erstmals an einem barocken Grabmal aus Cottaer Sandstein angewandt und seine Wirkung detailliert naturwissenschaftlich überprüft werden. Tatsächlich ist dieses Verfahren offenbar nicht umunstritten und bedarf der Prüfung, denn frühere Kunstharztränkungen haben bei Plastiken auch schon mehr Schaden als Nutzen gestiftet.
Sonntag, 25. November 2012
Neue Broschüre zur Grabgruft in Greifswald
| Cover der neuen Broschüre (Foto Leisner, mit freundlicher Erlaubnis von Anja Kretschmer) |
Damit liegt erstmalig ein publizierter Forschungs- und Arbeitsbericht über ein architektonisches Sepulkraldenkmal vor, das einerseits Anregung für andere Friedhofsverwaltungen darstellt und andererseits Anleitung für weitere Instandsetzungsmaßnahmen gibt. Text und Layout stammen von der Kunsthistorikerin Dr. Anja Kretschmer.
Die Broschüre kann über den Verein bestellt werden: Förderverein "Alter Friedof Greifswald" e.V., Steinmetz Manfred Schapat, Am Neuen Friedhof 11, 17849 Greifswald (Kosten 6,- Euro zzgl. Versand).
Donnerstag, 30. August 2012
Mausoleum Moll in Neumünster
Im Schleswig-Holsteinischen Neumünster gibt es einen kleinen aber rührigen "Verein zur Förderung der Grabdenkmale der Friedhöfe des Kirchengemeindeverbandes Neumünster e.V." (zugegeben ein wirklich umständlicher Name), der in den letzten Jahren seine Energien gebündelt hat um das Mausoleum von Alexander Moll auf dem Nordfriedhof restaurieren zu lassen. Letztes Jahr wurde es fertig. Dazu hat der Verein das hier abgebildete Faltblatt herausgegeben.
Montag, 20. August 2012
Die letze Reise - Überführung der restaurierten Särge in die Haselberg Grabgruft in Greifswald
Der Friedhofsverein, die Kunsthistorikerin Anja Kretschmer und der Holzrestaurator Clemens Pawlesky werden über die Historie und Restaurierung der wohl ältesten Grabgruft im städtischen Gebiet Vorpommerns informieren, bevor dann die Särge in der instandgesetzten Grabgruft wieder zur letzten Ruhe gebettet werden.
Anja Kretschmer wird an diesem Tag außerdem ihr in diesem Jahr als Buch erschienene Doktorarbeit "Von Mausoleen und Grabkapellen auf deutschen Stadtfriedhöfen im 19. Jahrhundert am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns. Bestandsaufnahme, Würdigung und denkmalpflegerische Konzepte" zum ersten Mal öffentlich vorstellen.
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Montag, 21. November 2011
Ein Erfolg des Fördervereins: Die Grabgruft von Haselberg in Greifswald ist saniert!
Ein Beitrag von Anja Kretschmer aus Greifswald
| Die restauriete Grabgruft von Haselberg, 2011 (Foto Anja Kretschmer) |
Der Erhalt der Sepulkralkultur ist auch in den nordöstlichen Gebieten noch nicht selbstverständlich und bedarf einer steten Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit. Wie schon 2009 berichtet, verharrte die Grabgruft von Haselberg seit Jahrzehnten in einem äußerst desolaten und gefährdeten Zustand. Nur notdürftige Sicherungsmaßnahmen hatten sie bisher vor dem Zusammensturz gerettet.
Großzügige Spenden einer örtlichen gemeinnützigen Stiftung sowie die Bereitstellung finanzieller Mittel seitens des Hochbauamtes ermöglichten es jetzt, dass das historische Grabgebäude aus dem 1. Viertel des 19. Jahrhunderts saniert und in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden konnte. Selbst die marode Tür konnte von einem Greifswalder Holzrestaurator aufgearbeitet werden. Der letzte Bauabschnitt ist nun beendet. Der Außenanstrich sowie die Umbettung der sieben Verstorbenen, die für die Sanierung ausgelagert worden waren, erfolgen im Frühjahr 2011.
Der Greifswalder Stadtfriedhof besitzt die ältesten Grabgebäude in Vorpommern. Sie wurden den Familien bei der Verlegung der Friedhöfe an die Stadtperipherie Anfang des 19. Jahrhunderts als Entschädigung für die Aufgabe ihrer kirchlichen Erbbegräbnisstätten angeboten. Die Stadt hatte eigens dafür 1819 einen Musterbau errichtet, der den Bürgern die Ausführung einer solchen repräsentativen Grabstätte vergegenständlichen sollte. Dieser Bau ist längst nicht mehr erhalten, ebenso wie 15 weitere Grabgrüfte und Kapellen. Die Grabgruft von Haselberg präsentiert als eine der wenigen noch die städtischen Gestaltungsrichtlinien mit mittigem Rundbogenportal und seitlich flankierender Halbsäulen.
Die Familie von Haselberg gehörte um 1800 zu den angesehenen Stadtbürgern. Die Brüder Lorenz Wilhelm (1764 -1844) und Gabriel Peter (1768 - 1838) waren bedeutende Mediziner und Juristen. Der Enkel von Gabriel Peter ist der bekannte Stralsunder Stadtbaumeister Ernst von Haselberg (1827-1905).
Donnerstag, 29. September 2011
Stiftung für den Nordfriedhof und den Friedhof Biebrich in Wiesbaden
In Wiesbaden gibt es zum Beispiel für den Nordfriedhof und den Friedhof Biebrich die Bernhard von Wiesen-Stiftung, die sich seit dem Jahr 2001 für die Restaurierung von verfallenen oder beschädigten Denkmälern auf beiden Friedhöfen einsetzt und finanzielle Mittel dafür bereit stellt.
So hat man schon die Grabstätte von Maximilian Dilthey restauriert, der Kirchenrat und Hofprediger in Biebrich war, und half bei der Wiederherstellung des Mausoleums der Familie Schumann. Auf diese Weise können auch relativ begrenzte Mittel zur Erhaltung der Erinnerungskultur vor Ort eingesetzt werden.
Donnerstag, 1. September 2011
Restauriert und gleich wieder beschädigt - das Christusrelief auf dem Südwestkirchhof in Berlin-Stahnsdorf
Seitdem erstrahlt das frisch restaurierte großformatige Relief in neuem Glanz und stimmt die Besucher auf den größten evangelischen Friedhof Deutschlands ein. Denn das rund zwölf Meter lange und zwei Meter hohe Relief des Berliner Bildhauers Ludwig Manzel (1858-1936) aus leuchtend weißen Carrara-Marmor zeigt Christus inmitten von mehr als zwanzig Leidenden; nach dem Matthäus-Evangelium (19.2), in dem es heißt: "Eine große Menschenmenge folgte ihm, und er heilte ihre Kranken." Eigentlich war es für eine evangelische Kirche in Posen bestellt. Doch der Erste Weltkrieg vereitelte die Aufstellung des schon 1912 fertiggestellten Werkes und so kaufte es die Berliner Stadtsynode siebzehn Jahre später für den Südwestkirchhof an.
Leider währte die Freude über das restaurierte und mit einer kupfernen Abdeckung geschützte Relief nicht lange. Gestern ging die Nachricht durch die Medien, dass Diebe am Wochenende die Kupferabdeckung abgerissen und fortgeschafft haben.
Sonntag, 19. Dezember 2010
Der Melatenfriedhof und seine Zukunft
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| CD - Cover (Foto Leisner, mit fr. Genehmigung des Greven Verlag Köln) |
Zurück bleiben die vielen erhaltenswerten Denkmäler, die - wie alles auf dieser Welt - dem "Zahn der Zeit" ausgesetzt sind. Doch die Kölner Denkmalpflege hat vorgebaut. Die Stadtkonservatorin hat ein Gutachten zum Zustand der erhaltenswerten Denkmäler des Friedhofs in Auftrag gegeben, das inzwischen als Buch mit zugehöriger CD vorliegt. In dem außen sehr schön gestalteten, leinengebundenen und hochformatigen Band wird als erstes die historische Entwicklung des Friedhofes nachgezeichnet. Nachdem sowohl auf die Beisetzungsgeschichte, wie auf die bauliche Ausgestaltung eingegangen worden ist, werden die Denkmäler in Hochbauten, Kleindenkmäler, Kriegerdenkmäler und Grabmäler ohne Nutzung untergliedert.
Nach einer Erläuterung ihrer Vorgehensweise, grenzen dann die beiden mit der Untersuchung beauftragten Autoren Marianne Vogt-Werling und Michael Werling ihr Untersuchungsgebiet ab, das sich auf die Zustandsaufnahme und Bewertung der als denkmalwert eingeschätzten Objekte auf dem Friedhof beschränkt. Darauf folgen die einzelnen Grabmaltypen des Friedhofes in ihrer geschichtlichen Entwicklung, wobei ihr Zustand nach den vorher ausgearbeiteten Kriterien eingeordnet wird. Die Autoren beziehen sich dabei auf die neueste Literatur und bieten eine auch für Untersuchungen auf anderen historischen Friedhöfen gut handhabbare Systematik der Grabmaltypen, auch wenn man über die Frage streiten könnte, welches Grabmal noch den Namen Stele verdient und welches schon als Grabwand einzuordnen wäre.
Auf der positiven Seite ziehen die Autoren das Fazit , dass "74% der Grabdenkmäler und denkmalwerten Grabanlagen sich in einem guten Zustand befinden, so dass auch mittelfristig hier keine Sanierungskosten zu erwarten sind." Die andere Seite aber ist, dass 433 Grabsteine in den nächsten zehn Jahren saniert werden müssen, um größere Kosten abzuwenden, und dass sogar 177 Denkmäler dringend restauriert werden müssen, darunter auch der wunderbare "Thanatos" auf der Grabstätte Hamm von 1818.
Ein Glossar der Grabmaltypen, sowie der symbolischen Darstellungen rundet zusammen mit einem Vertragsentwurf für die Vergabe von Patenschaften das Buch ab. Doch das ist noch nicht alles: Beigefügt ist eine CD mit dem Belegungsplan und digitalen Rundgängen zu allen denkmalwerten Gräbern, die sehr einfach zu handhaben ist, da man nur mit der Maus über die Zahlen oder Punkte in den Plänen gehen muss, um in einem Fenster auf der rechten Seite das zugehörige Bild und die entsprechenden Daten der Grabmalaufnahme und eine Beschreibung des entsprechenden Grabmals oder Objektes zu sehen. Die einzige Information, die mir dabei gefehlt hat, war die Aufnahme der Inschriften, die zwar für die Frage der Ehrhaltung nur am Rande bedeutsam ist, aber doch ein nicht unwichtiges Detail von Grabmälern bildet.
Insgesamt finde ich diesen Band, der reich mit schwarz-weiß Fotos ausgestattet ist, zusammen mit seiner CD mit ihren virtuellen Rundgängen beispielhaft und kann ihn nur als Muster für entsprechende Gutachten auf anderen historischen Friedhöfen empfehlen. Allerdings sollte man nicht erwarten hier mehr über die auf dem Melatenfriedhof beigesetzten Persönlichkeiten zu erfahren, sondern dafür andere Werke zu Rate ziehen.
Die Abbildungen hier stammen aus dem Buch, das auf den inneren Einbandseiten eine Plan der geschichtlichen Entwicklung von Melaten und den Gesamtplan zeigt, sowie von der CD.
Sonntag, 13. Juni 2010
150 Jahre Friedhof Bernadottestraße in Hamburg
Am letzten Sonnabend gab es dann noch eine ganze Reihe von Angeboten auf dem Friedhof, die über die Vorsorge bis zur Trauerbegleitung, von der gärtnerischen Grabgestaltung bis hin zu Steinmetzarbeiten reichten. Dazu erläuterten kulturhistorische Führungen die Geschichte des Friedhofs und des Stadtteils. Mit einem Festgottesdienst wurde auch die Friedhofskapelle nach einer umfangreichen Sanierung wieder ihrer Bestimmung übergeben.
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Mittwoch, 31. März 2010
Dresden - Innerer Neustädter Friedhof: Eine sachkundige Ergänzung
Jörn Wichert von der Friedhofsinitiative schickte mir die folgenden Ergänzungen zu meinem Post, mit denen er meine Frage nach den Silanen beantwortet. Er schreibt:
Als Fachpartner fungieren sowohl die TU Dresden als auch TU Bergakademie Freiberg. Letztere ist in die Restaurierung und denkmalpflegerischen Untersuchungen involviert. Die anderen Projekte wurde an der TU Dresden realisiert. Ich möchte das nur der Vollständigkeit halber erwähnen. Die Steinfestigung wird im Allgemeinen mittels Akrylharzvollstränkung oder durch Tränkung mit Kieselsäureestern vorgenommen.
Bei den Silanen handelt es sich um ein anorganisches Mittel und zusammen mit dem Verfahren soll eine gleichmäßige Festigkeit von Außen nach Innen erreicht werden. D.h. keine Krustenbildung, die ein Abschalen verursachen und somit genau das Gegenteil einer Rettung erreichen kann. Da es sich um ein neues Verfahren handelt, werden die aufwendigen begleitenden Untersuchungen durchgeführt, um aus konservatorischer Sicht nachvollziehbare Ergebnisse zu erhalten. Ein weiteres Ergebnis soll sein, mittels (geomechanischer) numerischer Simulation Langzeitprognosen zum Verhalten des Steins/Grabmals nach der Tränkung gegenüber erhöhter Temperatur und Spannung stellen zu können. Ist dies erfolgreich, könnte man zukünftige Objekte zumindest substanzschonender untersuchen.
Samstag, 13. Februar 2010
Der Verschönerungs-Verein zu Rostock e.V. und der Lindenpark
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| Grabmal Schleuder (1836) (Foto Hannes Rother) |
Die Eröffnung des ersten kommunalen Rostocker Friedhofes, des heutigen Lindenparks am Saarplatz, war gerade erst fünf Jahre her, als am 30. April 1836 zwölf Männer in Rostock den „Verein zur Verschönerung der Stadt Rostock und ihrer Umgebungen“ gründeten. Es war die Zeit der Entfestigung Rostocks, eine Zeit, in der die Rostockerinnen und Rostocker darangingen, ihre die Stadt einengenden Wallanlagen zu öffnen und landschaftlich umzugestalten sowie die Dung- und Schuttplätze vor den Toren der Stadt zu beseitigen, um dort erholsame Spaziergänge auf neu angelegten Promenaden unter frisch gepflanzten Bäumen unternehmen zu können. Zugleich war es die Zeit der Vereinsgründungen – überall entstanden Patriotische Vereine, Gewerbevereine, Turnvereine, Kunst- und Altertumsvereine und Verschönerungsvereine.
Eine städtische Gartenverwaltung war im Rostock jener Zeit noch nicht entstanden – und so war vor allem bürgerschaftliches Engagement Grundlage für die Gestaltung vieler, großenteils noch bestehender Parkanlagen, deren Wert als grüne Oasen heute nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Mit der Einrichtung einer städtischen Gartenverwaltung erübrigte sich jedoch allmählich das Wirken des Verschönerungsvereins von 1836, so dass er 1872 seine erfolgreiche Arbeit einstellte.
Der Begräbnisplatz am Saarplatz wurde durch die Eröffnung eines weiteren Friedhofs 1912 zum Alten Friedhof. Seine Umgestaltung zu einem Wohngebietspark begann dann nach dem Beschluss der Aufhebung und dem Ablauf letzten Ruhefristen im Jahr 1979. So wurde er zum heutigen Lindenpark, allerdings unter weitgehender Erhaltung des orthogonalen Wegesystems sowie von etwa 100 Grabsteinen, von denen noch etwa 80 vorhanden sind.
Heute ist das zuständige Amt für Stadtgrün aufgrund von Sparzwängen bei Personal und Finanzen zunehmend immer weniger in der Lage, den Park fachgerecht zu pflegen, geschweige denn eine konzeptionelle Weiterentwicklung als Voraussetzung für seinen Fortbestand zu initiieren.
So sind es wie 1836 engagierte Einwohnerinnen und Einwohner, die durch ehrenamtliches Engagement Wege zur Erhaltung und Pflege des Lindenparks finden wollen. Sie gründeten am 21. Januar 2009 in der Tradition des Vorgängers einen neuen Verschönerungs-Verein zu Rostock e.V. und sind zuversichtlich, in absehbarer Zeit ähnlich erfolgreich zu sein wie 1836.
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| Aktiver Einsatz der Vereinsmitglieder im Oktober (Foto Hannes Rother) |
Und doch muss man der Tatsache ins Auge sehen, dass die zur Verfügung stehenden Finanzen auf längere Zeit die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Erfüllung städtischer Aufgaben einschränken werden. Dem allmählichen Substanzverlust jedoch sehenden Auges zuzusehen, ohne selbst aktiv zu werden, ist für viele keine verantwortbare Alternative.
So betreiben die Mitglieder des Vereins durch zweimal jährlich stattfindende Arbeitseinsätze inhaltliche und zugleich Öffentlichkeitsarbeit – und betätigen sich zugleich selbst praktisch. Dass sich gleich beim ersten Einsatz im Oktober 2009 trotz schlechten Wetters neben den Vereinsmitgliedern über 20 Rostockerinnen und Rostocker allein aufgrund einer Pressemitteilung beteiligten, zeigt dass das Interesse der Bevölkerung am Erhalt der Parkanlage ungebrochen ist. So haben zwei Herren, beide weit über 80, eine der Lindenalleen in persönliche Patenschaft übernommen, um dort regelmäßig die Stockausschläge zurückzuschneiden.
Kontakt:
Verschönerungs-Verein zu Rostock e.V.
Borenweg 1b, 18057 Rostock
kontakt@verschoenerungsverein-rostock.de
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Greifswalder Friedhofskalender für 2010
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| Titelseite Fotokalender (Foto Anja Kretschmer) |
Der gesamte Erlös soll diesmal in die Sanierung einer der ältesten Grabgruften Vorpommerns, die Gruft der Familie Haselberg, fließen. Sie ist immer noch das besondere Sorgenkind des Vereins, der braucht dringend finanzielle Eigenmittel benötigt, damit auch die Stadt und das Land Mecklenburg-Vorpommern diese äußerst wichtige Sanierung unterstützen. Auch überregionale Hilfe ist hier sehr willkommen!
Der Kalender ist über die email-Adresse: kretschmeranja@hotmail.com zu bestellen und koste 10,- Euro zzgl. Versand.
Sonntag, 6. Dezember 2009
Johan Thorn Prikker - Ein Mausoleum auf dem Düssseldorfer Nordfriedhof
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| Buchcover (Foto Leisner, mit fr. Genehmigung Grupello Verlag Düsseldorf) |
Sein zweigeschossiger Innenraum wurde von dem niederländischen Künstler Johann Thorm Prikker mit Malereien, Glasfenstern und Mosaiken ausgestaltet, durch die der Innenraum zu einem ungewöhnlichen Gesamtkunstwerk geworden ist.
Ihm sind die meisten der exzellenten Fotos von Walter Klein gewidmet, die den größten Teil des Buches ausmachen. Der Text von Melanie Florin gibt dazu kompetent und in gebotener Kürze einen Überblick über den Künslter und Lehrer an verschiedenen Kunsthochschulen Thorn Prikker und sein Gesamtwerk, über das Bauwerk und seine Ausstattung sowie über seine ehemaligen und seine heutigen Besitzer.
Das gebunde Buch mit seiner ansprechenden äußeren Aufmachung - auf der Vorderseite des Einbands ist die Front des Mausoleums, auf der Rückseite ein Mosaikausschnitt abgebildet - und seiner aufwendigen Gestaltung publiziert dieses besondere sepulkrale Gesamtkunstwerk in einer wunderbar angemessenen Form.
Info zum Buch: Johann Thorn Prikker. Ein Mausoleum auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof. Mit Fotos von Walter Klein und einem Text von Melanie Florin. Grupello Verlag Düsseldorf. ISBN 978-3-89978-082-6
Freitag, 4. Dezember 2009
Verfall und Restaurierung - das ehemalige Mausoleum Schröder (heute Kretschmer)
| Mausoeleum Kretschmer, nachdem die Bäume gefällt wurden (Foto Leisner) |
In diesem Jahr aber ist die Ruhezeit abgelaufen und das Mausoleum - es gilt als der größte Bau seiner Art in Nordeuropa - fiel in das Eigentum der Verwaltung zurück. Die Hoffnung, dass jemand für diesen großen und maroden Bau die Patenschaft übernehmen würde, war äußerst gering.
| Mausoleum Kretschmer (Foto Peter Wachsmann) |
| Mausoleum Kretschmer (Foto Peter Wachsmann) |
| Mausoleum Kretschmer (Foto Peter Wachsmann) |
Zu erfahren war, dass in den nächsten Monaten (und Jahren?) als erstes die Wände mit einer besonderen Methode trocken gelegt werden sollen. Das heißt, dass es sicher noch einige Zeit dauern wird, bis das renovierte "Mausoleum Kretschmer" seiner Bestimmung als Ort für kulturelle Veranstaltungen in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten wird.
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