Montag, 21. November 2011

Ein Erfolg des Fördervereins: Die Grabgruft von Haselberg in Greifswald ist saniert!


Ein Beitrag von Anja Kretschmer aus Greifswald

Die restauriete Grabgruft von Haselberg, 2011 (Foto Anja Kretschmer)
Der Förderverein „Alter Friedhof Greifswald e.V.“ hat es - nach unermüdlicher Spendenakquise und Vorsprechen beim kommunalen Bauamt sowie der Bürgerschaft - geschafft, dass die wohl älteste Grabgruft auf dem dortigen Friedhof instand gesetzt wurde.

Der Erhalt der Sepulkralkultur ist auch in den nordöstlichen Gebieten noch nicht selbstverständlich und bedarf einer steten Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit. Wie schon 2009 berichtet, verharrte die Grabgruft von Haselberg seit Jahrzehnten in einem äußerst desolaten und gefährdeten Zustand. Nur notdürftige Sicherungsmaßnahmen hatten sie bisher vor dem Zusammensturz gerettet.

Großzügige Spenden einer örtlichen gemeinnützigen Stiftung sowie die Bereitstellung finanzieller Mittel seitens des Hochbauamtes ermöglichten es jetzt, dass das historische Grabgebäude aus dem 1. Viertel des 19. Jahrhunderts saniert und in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden konnte. Selbst die marode Tür konnte von einem Greifswalder Holzrestaurator aufgearbeitet werden. Der letzte Bauabschnitt ist nun beendet. Der Außenanstrich sowie die Umbettung der sieben Verstorbenen, die für die Sanierung ausgelagert worden waren, erfolgen im Frühjahr 2011.

Der Greifswalder Stadtfriedhof besitzt die ältesten Grabgebäude in Vorpommern. Sie wurden den Familien bei der Verlegung der Friedhöfe an die Stadtperipherie Anfang des 19. Jahrhunderts als Entschädigung für die Aufgabe ihrer kirchlichen Erbbegräbnisstätten angeboten. Die Stadt hatte eigens dafür 1819 einen Musterbau errichtet, der den Bürgern die Ausführung einer solchen repräsentativen Grabstätte vergegenständlichen sollte. Dieser Bau ist längst nicht mehr erhalten, ebenso wie 15 weitere Grabgrüfte und Kapellen. Die Grabgruft von Haselberg präsentiert als eine der wenigen noch die städtischen Gestaltungsrichtlinien mit mittigem Rundbogenportal und seitlich flankierender Halbsäulen.

Die Familie von Haselberg gehörte um 1800 zu den angesehenen Stadtbürgern. Die Brüder Lorenz Wilhelm (1764 -1844) und Gabriel Peter (1768 - 1838) waren bedeutende Mediziner und Juristen. Der Enkel von Gabriel Peter ist der bekannte Stralsunder Stadtbaumeister Ernst von Haselberg (1827-1905).


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