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Donnerstag, 18. Oktober 2018

Tod-Gedächtnis-Landschaft

Cover des neuesn Bandes der Irseer Dialoge
bei Kohlhammer
Der lang erwartete Tagungsband "Tod-Gedächtnis-Landschaft" ist endlich erschienen. Er versammelt einen großen Teil der Vorträge der gleichnamigen 12. Tagung der Reihe "Sterben, Tod und Jenseitsglaube" in der Schwabenakademie Irsee (Allgäu) aus dem Jahr 2012. Obwohl es also schon etwas länger her ist, dass die Vorträge - z.T. in englischer Sprache - gehalten wurden, so hat der Band doch hohe Relevanz für den Diskurs über die Erinnerungskultur. Wie schon in dem Post über die inhaltlich nicht weit entfernt liegende Publikation der Tagung "Erinnerungslandschaften" erwähnt, sind die beiden Wissenschaftler Aleida und Jan Assman dieses Jahr mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt worden, weil sie sich intensiv mit dem Thema des kulturellen Gedächtnisses auseinandergesetzt haben.

Dabei nähern sich die Beiträge in diesem Tagungsband dem Themenkreis der in die Landschaft eingeschriebenen Erinnerung an den Tod von ganz unterschiedlichen Seiten. Zur Einführung definieren die Herausgeber Norbert Fischer und Markwart Herzog die Begriffe Landschaft und Gedächtniskultur, und beziehen dann den Tod in diese Begrifflichkeit ein. Der Zusammenhang dieser drei Begriffe zeigt sich - im Sinne Aleida Assmanns - als Resultat eines gesellschaftlichen Prozesses,"der sein Gedächtnis in jeder historischen Periode neu erfindet und entsprechende Artefakte mit symbolischer Bedeutung versieht."

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Gedächtnislandschaften in Geschichte und Gegenwart

Buchcover: Fischer, Gedächtnislandschaften
in Geschichte und Gegenwart
Norbert Fischer hat seine Vorlesungen im Rahmen der Otto-Freising-Gastprofessur an der Katholischen Universität Eichstädt dazu genutzt, seine langjährigen Forschungen zur Sepulkralkultur unter dem Begriff der "Gedächtnislandschaft" zusammenzufassen und damit seine teilweise schon einzeln veröffentlichten Fallstudien unter den "Kategorien 'Raum' und 'Landschaft' aus kulturwissenschaftlicher Perspektive mit der symbolischen Bedeutung der Gedächtniskultur" zu verknüpfen (S. 7). Ihm geht es dabei um materialisierte Formen der Gedächtniskultur, die dann zur Gedächtnislandschaft werden, "wenn sie in räumlicher und symbolischer Verdichtung gestaltet und wahrgenommen werden" (S. 9). Den Begriff Landschaft definiert er dabei als einen "als zusammenhängend und homogen empfundenen Raumausschnitt - sei es unter naturästhetischen Aspekten 'als schöner Gegend', sei es als identitätsstiftende kulturelle Formation" und damit als "kulturell geprägter Raum, der unter dem Interesse einer besonderen Formation, Gestaltung oder Organisation reflektiert wird". Landschaft wird damit zugleich sowohl zum Oberbegriff für ein bestimmtes räumlich gebundenes und materiell gestaltetes Erbe, als auch für einen Fundus von historisch, gesellschaftlich und kulturell bestimmten Ideen und Wahrnehmungsformen.