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Montag, 2. Mai 2022

Ein neuer Freundesverein für die Annenfriedhöfe in Dresden und ein wichtiges Projekt

Neuer Annenfriedhof. Ostseite des Ehrenhofs (GMP: 51.042721,13.696064) mit Feierhalle und Säulengang im Neorenaissance-Stil aus dem Jahre 1875 vom Semperschüler Robert Wimmer.Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63412855
Seit ca. einem Jahr besteht ein Freundeskreis der Annenfriedhöfe in Dresden Löbtau. Jetzt wurde am 12. April wurde daraus ein richtiger Verein! Der Freundeskreis hat sich seit seinem Bestehen schon seit für die beiden Annenfriedhöfe engagiert und unter anderem für Umweltschutzaktionen durchgeführt. Doch die Vereinsgründung bringt neue Möglichkeiten, denn so kann man zum Beispiel Spenden einwerben oder Fördermittel beantragen um gemeinsame Projekte zu finanzieren. Der Freundeskreis betreibt außerdem seit einigen Tagen ein Trauercafé in der Hoffnungskirche in Dresden-Löbtau, hat Friedhofsführungen angeboten und pflegt historische Grabstellen. Und es gibt auch schon neue Termine für 2022, die auf der Website des Verbandes der Annenfriedhöfe angekündigt werden.

Außerdem wurde der Neue Annenfriedhof schon im Juli des letzten Jahres als Modellvorbhaben in das Bundesprogramm "Green Urban Labs II - Grüne Infrastruktur in der nachverdichtenden Stadt" aufgenommen. Dieses Programm steht unter der Fragestellung: Wie lassen sich öffentlich zugängliche Freiräume erhalten und für unterschiedliche Anforderungen qualifizieren? Und was bedeutet das für die Planungs- und Aushandlungsprozesse verschiedener Nutzungsansprüche? 

Zwei Jahre lang werden die Themen und Inhalte der geplanten Umgestaltung und Umnutzung des Teilbereichs „Friede und Hoffnung“, von einer Forschungsassistenz betreut. Dieser Teilbereich wird nicht mehr für Bestattungen benötigt und wurde schon 1998 beschränkt geschlossen. Jetzt verspricht man sich aus dem Projekt wertvolle Erkenntnisse für die weitere Umsetzung des Friedhofsentwicklungskonzeptes für die übrigen 58 Dresdner Friedhöfe.

Geplant ist, den ca. 3.400 qm große Teilbereich zum Stadtteilpark umzugestalten, wobei die Ökologie und Umweltbildung, Erholungsnutzung, Generationenaustausch, Denkmalpflege und die Kommunikation des friedhofskulturellen Erbes sowie die Wahrung der Pietät maßgebend sein sollen, wobei die Fläche auch noch unter Gartendenkmalschutz steht! Dabei sollen sowohl zeitgenössische als auch historische Aspekte aufgegriffen und Bereiche ökologisch aufgewertet werden, um dadurch einen Mehrwert für den Stadtteil zu schaffen. Trauernde, Anwohnerinnen und Anwohner und auch die Friedhofsverwaltung sollen zu gleichen Teilen von der Umgestaltung profitieren. Im weiteren Prozess sollen Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden.

Diese Ankündigung klingt ein wenig nach der eierlegenden Wollmichsau in meinen Ohren. Zur Diskussion stehen dabei offenbar ein Trauercafé, Verweilbereiche mit Erholungswert, eine Schmetterlingswiese sowie kulturelle Formate, wie zum Beispiel Urban Art. So hieß es jedenfalls im Juli des letzten Jahres. Am 30.9.2021 hat dann die Auftaktveranstaltung des Projektes stattgefunden und ist auf sehr großes Interesse von Anliegern und Nachbarn aus dem Stadtteil Löbtau, sowie von Fachleuten und Verantwortlichen gestoßen. 

Zur Einstimmung fand ein Rundgang durch das westliche Areal des Neuen Annenfriedhofs statt. Prägend ist dort eine weitläufige Grünanlage mit Rasenflächen und Wiesen und einem beeindruckenden Baumbestand, wie es in der Dokumentation zu dieser Veranstaltung heißt. Seit 2019 gibt es dort einen Gemeinschaftsgarten, den „Annengarten“ (Uferprojekte e.V.) und es fand schon eine nachbarschaftliche Krokuspflanzaktion (Biene sucht Blüte e.V.) statt.Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden aus.

Am 31. März dieses Jahres fand dann der erste Workshop des Projektes statt, zu dem es in der Einladung hieß:   

Mehr als 30 Teilnehmende kamen an den Tischen miteinander ins Gespräch und entwickelten Ideen.  Die Friedhofsverwalterin Lara Schink hat darüber in ihrem Post vom 31.3.2022 auf Facebook ausführlich berichtet. Der nächste Workshop findet voraussichtlich am 02.07.2022 statt. Wer sich intensiver mit diesem Projekt auseinandersetzen will, sei auch auf die Seite der Annenfriedhöfe hingewiesen, auf der die Pressemitteilungen und weitere Infos zum Download bereit stehen: https://www.annenfriedhof-dresden.de/green-urban-labs-ii/


Mittwoch, 11. Dezember 2019

Einladung zu einem Treffen der Friedhofsfreunde

Die Initiative einen gemeinsamen Verband der Friedhofs-Förderkreise zu gründen lädt jetzt zu einem
ersten
Grabmalmuseum 1930er/40er Jahre beim Friedhofsmuseum in Ohlsdorf

Treffen am 30.1.2020 in Hamburg 

ein. Hier der Einladungsbrief, den ich etwas gekürzt veröffentliche (ich bin im Programm auch vertreten): 

Sehr geehrter Vorstand des Friedhofsvereins, liebe Friedhofsfreunde,

Sie haben durch eine frühere Mail von uns oder auf anderem Weg, so Veröffentlichungen in der Friedhofskultur, von unserer Hamburger Initiative erfahren, einen Dachverband der Friedhofs/Fördervereine oder Freundeskreise zu gründen. ...

Mittwoch, 11. April 2018

Ein neuer Verein für den jüdischen Friedhof in Münster


Grabmäler auf dem Jüdischen Friedhof in Münster
(Foto: Von Suedwester93 15:13, 6. Mai 2008 (CEST) -
Selbst fotografiert, Gemeinfrei,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50526964
Ende letzten Jahres hat sich in Münster ein neuer „Verein zur Förderung des Jüdischen Friedhofs an der Einsteinstraße Münster“ gegründet. Ein wichtiges Ziel des Vereins ist die Fortführung und Pflege der Website des Friedhofs mit ihrer wissenschaftlichen Dokumentation. Diese Dokumentation wurde seit 2012 in einem Projekt am Seminar für Exegese des Alten Testaments der Katholisch-Theologischen Fakultät erarbeitet und mit einem Festakt im März 2015 im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Münster freigeschaltet. Unter der Leitung von Prof. Dr. Marie-Theres Wacker haben der Theologe Ludger Hiepel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar, und andere über 400 Grabsteine des Friedhofes, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, für diese virtuelle Präsentation bearbeitet. Die Gräber können über einen interaktiven Plan oder über Personennamen angewählt werden. Die Seiten für die einzelnen Personenseiten zeigen Fotos der Grabsteine und ihre Inschriften mit Übersetzung aus dem Hebräischen, sowie weitere Informationen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören sowohl der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Münster, wie weitere Gemeindemitglieder und die Universitätsangehörigen, die das Erfassungsprojekt initiiert haben. Inzwischen hat die Regierungspräsidentin die Schirmherrschaft für den Verein übernommen und unterstreicht damit das öffentliche Interesse an diesem besonderen Kulturdenkmal in Münster.

Als Ziele des Vereins werden u.a. die umfassende Aufarbeitung der Friedhofsgeschichte und eine kunsthistorische Erschließung der Grabsteine genannt, sowie die Auswertung der in den Inschriften greifbaren Informationen zur sozialen Zusammensetzung der Gemeinde.