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Freitag, 24. Mai 2024

"HALT" - Das Jahrbuch für Sepulkralkultur 2024


Cover des neuen Jahrbuchs

Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. in Kassel hat auf ihrer letzten Jahresversammlung beschlossen die vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift "Friedhof und Denkmal", die seit 1956 zuerst als Informationsblatt für die Mitglieder später als anspruchsvolle Vierteljahresschrift herausgegeben wurde zugunsten anderer Medien einzustellen. Für die Mitglieder und Freunde des Vereins gibt es inzwischen einen Newsletter, der per Mail verschickt wird und im Augenblick relativ häufig im Postfach landet. Als "wertige" Publikation ist nun kurz vor der diesjährigen Mitgliederversammlung das erste Jahrbuch des Vereins mit dem aussagekräftigen Titel "Halt" erschienen und kam heute zusammen mit der letzten Ausgabe der Zeitschrift mit der Post. 

Das Jahrbuch soll, so steht es in der letzten Ausgabe der Zeitschrift, "sowohl in Form wie auch Inhalt die Arbeit des Vereins, des Museums und des Zentralinstituts für Sepulkralkultur sowie das Alleinstellungsmerkmal dieser Konstellation sichtbar" machen. Zudem wird damit eine "Öffnung in die Gesellschaft" angestrebt, wodurch auch das Netzwerk erweitert werden soll.

Cover der letzten Ausgabe

Die letzte Ausgabe der Zeitschrift trägt auf der Rückseite eine Art Todesanzeige mit den Daten: "* Juni 1956 - + April 2024". Die Texte stammen teilweise von Anna Lischper M.A., die im Museum für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Museumsmarketing und die Redaktion zuständig ist. Dabei überschneidet sich der Inhalt in einigen Teilen mit dem des neuen Jahrbuchs. In den Rubriken "Museum", "Ausblick", "Sammlung und Forschung", "Verein" und "Termine" werden unter anderem vergangene und gegenwärtige Ausstellungen des Museum und seine Neukonzeption thematisiert. 

Rückseite der letzten Ausgabe
Ebenso wie die letzte Ausgabe der Zeitschrift hat das auch neue Jahrbuch ein ambitioniertes und ansprechendes Layout. Dazu kommt in der 88seitigen, großformatien Broschüre eine für ältere Augen sehr freundliche Schriftgröße und Gestaltung. 

Aufgelockert werden die Beiträge durch Kurzgeschichten und immer einmal wiederkehrende Seiten mit dem Thema "Mein Friedhofsmoment", auf denen Friedhofsbilder und die zugehörigen Gedanken jener, die sie fotografiert haben, abgedruckt sind. Inhaltlich bietet das Jahrbuch einen bunten Mix, der von in und ausländischen Kurzporträts von historisch interessanten Friedhöfen, über Interviews - sowohl TV-Moderator Ralph Caspers wie der Holzbildhauer Stephan Balkenhol werden über den Tod befragt -, einem Essay des Soziologen Thorsten Benkel zum Thema Sozialer Tod, einem Gastbeitrag von P. Anselm Grün OSB zum Thema Trost und Trösten, sowie Beiträgen zum eigenen Selbstverständnis und der zukünftigen Entwicklung von Verein, Museum und Zentralinstitut reicht. Auffällig ist, dass für das Jahrbuch - anders als bisher in der Zeitschrift - in der Öffentlichkeit bekannte Persönlichkeiten interviewt bzw. um einen Beitrag gebeten worden sind. Eine Fülle von teilweise großformatigen Abbildungen runden die Textbeiträge ab. 

 

Editorial des Herausgebers

Friedhof und Denkmal, Zeitschrift für Sepulkralkultur 3/4 2023, 46 S., zahlr. farb. Abb.
 
Halt. Das Jahrbuch für Sepulkralkultur. 2024, Hrsg. Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., Kassel 2024, 88 S., Format DinA4, zahlr. farb. Abb., 12 Euro, Bezugsquelle: Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal  info@sepulkralmuseum.de



Samstag, 12. Juni 2021

Der Riensberger Friedhof in Bremen 1811-1921

Cover von Weisser, Riensberger Friedhof
Im November letzten Jahres habe ich hier auf die wissenschaftlich-künstlerische Erforschung des Riensberger Friedhofs in Bremen durch Mike Weisser hingewiesen. Jetzt hat der Künstler und Autor seine zwölfmonatige Feldforschung in Form eines umfangreichen Buches publiziert. 

Damit probiert er zugleich die Verbindung von Buch und Internet aus: Neben seiner eigenen Einleitung und die in das Gesamtthema Friedhof und Tod einführenden Texte von Seiten der Institutionen, die seine Arbeit unterstützen und würdigen, steht jeweils ein QR-Code. Wenn man diesen ausliest, gelangt man im Internet z.B. auf das Gesamtinventar des Friedhofs, sowie eine Reihe weiterer Seiten der Autors, die man natürlich auch über seine Homepage aufsuchen kann. Dementsprechend lautet der Untertitel des Buches: "Intermediale Heimatforschung und Quellensammlung als zeitgemäßer Beitrag zur Sepulkralkultur". 

Auf die erwähnten einführenden Texte folgt ein umfangreicher Abbildungsteil, in dem in großformatigen Farbbildern, verbunden mit kleineren Detailaufnahmen, die Grabmale des Friedhofs vorgestellt werden. Die Auswahl des Autors bezieht sowohl die künstlerisch gestalteten Erinnerungsmale, als auch die Grabanlagen bedeutender Persönlichkeiten der Hansestadt ein und vernachlässigt auch nicht die kleineren Grabmale wie Kreuze, Stelen und liegende Steine. Ausführliche Bildunterschriften geben Auskunft über die Bestatteten und den Denkmalwert des jeweiligen Grabmals. Weitere Details zu den Familien, Einzelpersonen und Besonderheiten der Gestaltung werden ebenfalls erwähnt. Nicht ganz klar sind die Auswahlkriterien, doch kann man davon ausgehen, dass die Vorarbeiten der Bremer Denkmalpflege die Grundlage gebildet haben. 

Freitag, 13. November 2020

Aktualisierte Neuauflage: Der Ohlsdorfer Friedhof - Ein Handbuch von A-Z

Cover Ohlsdorf Handbuch von A-Z
Cover des neuen Ohlsdorf-Handbuchs 
Im Temmen-Verlag ist gerade das neue Ohlsdorf Handbuch herausgekommen. Heute habe ich meine Belegexemplare erhalten!

Wir drei Autoren - Norbert Fischer, Lutz Rehkopf und ich - haben in den letzten Monaten intensiv daran gearbeitet, das lange vergriffene Handbuch zu verbessern und auf den neuesten Stand zu bringen (selbst die Schranke, die den Autoverkehr verringern soll, ist schon drin!) 

Es sind eine ganze Menge neue Stichworte hinzugekommen, denn in den letzten zehn Jahren hat sich auf dem Friedhof viel verändert. Das reicht von dem Projekt Ohlsdorf 2050 bis zu den Stichworten Konzept- bzw. Themengrabstätten. Grundlage aber bildet immer noch das von Helmut Schoenfeld vor zwanzig Jahren erstmals herausgegebene Buch, denn natürlich ist auch vieles auf dem Friedhof so geblieben, wie es früher war. 

Besonders gefreut haben wir uns, dass der vom Hamburger Abendblatt her bekannte Autor Matthias Gretzschel für das Buch eine Einführung geschrieben hat.

Wer sich also über den Friedhof gründlich und zuweilen durchaus kurzweilig informieren will: Das ist das Buch dazu!

Schoenfeld, Helmut/Fischer Norbert/Leisner, Barbara/Rehkopf, Lutz, Der Ohlsdorfer Friedhof : ein Handbuch von A-Z. 3. Aufl. - Bremen : Edition Temmen, 2021, 205 S. mehr als 200 Abb., 17,90 Euro

 

 

Mittwoch, 19. August 2020

Ewige Ruhe? Concession à perpétuité?

Cover "Ewige Ruhe", Inhalt und Leseprobe

"Ewige Ruhe? Concession à perpétuité? -  Cultures funéraires au Luxembourg et dans les régions voisines" ist ein inhaltlich und physisch schwergewichtiges Buch, in dem in insgesamt neunundvierzig Beiträgen der Themenkomplex um Sterben und Tod, Bestatten und Erinnern im Großherzogtum Luxemburg beleuchtet wird. Schon der Blick in das Inhaltsverzeichnis erinnert dabei an die besondere Lage dieses kleinen europäischen Landes im Dreieck zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland. Die Beiträge sind überwiegend auf Deutsch und Französisch verfasst, aber auch– allerdings nur mit einem auch ins Französische übersetzten Text – die eigene Luxemburgische Sprachvariante des Deutschen und das Englische sind vertreten. 

Die Gliederung folgt vier übergeordneten Stichpunkten. Auf den mit zwanzig Texten umfangreichsten ersten Abschnitt über die „Grabkunst“ folgt mit insgesamt neun Texten „Der Tod im Bild“ und „Der Tod in der Literatur“. Danach wird dem Thema „Glaube und Recht“ mit vierzehn Beiträgen wieder mehr Platz eingeräumt, während der abschließende Bereich „Tote unterwegs“ mit sechs Texten deutlich kürzer ausgefallen ist. Gesamtbibliografie, Orts- und Personenregister sowie Autorennotizen schließen den reich bebilderten Beitragsteil ab.