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Sonntag, 20. Januar 2019

Warum weinen?

Buchcover 
Unter dem Titel „Warum weinen“ hat Moritz Buchner seine Dissertation über die „Geschichte des Trauerns im liberalen Italien“ im 19. Jahrhundert veröffentlicht. Den Untersuchungszeitraum hat er mit den Beginn der finalen Phase der nationalen Einigung Italiens um 1850 bis zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg im Jahr 1915 umrissen, wobei er in seiner Schlussbetrachtung noch kurz auf die Umbrüche durch den Krieg eingeht. Trauer versteht er dabei als „als Ensemble unterschiedlicher Emotionen, Gefühle und Affekte, die mit dem Tod anderer Personen zusammenhängen“ und durch „Sprache sowie gesellschaftliche Normen und Praktiken moduliert sind“ (S. 16). Seine Untersuchung ordnet er in die Geschichtsschreibung der Gefühle ein. Neu daran ist, dass er die Trauer nicht als isoliertes Phänomen betrachtet, sondern in einen breiten gesellschaftlichen, ökonomischen, wissenschaftlichen und literarischen Kontext einbettet. Wie das umfangreiche Quellen- und Literaturverzeichnis veranschaulicht, beruht die Arbeit auf der Sichtung und Untersuchung einer eindrucksvollen Zahl von Archivalien, die er in verschiedenen italienischen Städten eingesehen hat, und unter Einbeziehung von Sekundärliteratur interpretiert. In immer neuen Zirkeln nähert sich der Autor über fünf Kapitel und eine Schlussbetrachtung seinem Thema.

Freitag, 30. September 2016

Am Fuße der Pyramide - 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom

Flyer zur Ausstellung
Unter diesem Titel feiert der "Cimitero Acattolico di Roma" das Jubiläum seines dreihundertjährigen Bestehens mit einer großen Ausstellung in der Casa di Goethe in Rom. Kuratiert wurde sie von dem bekannten Historiker und Denkmalpfleger Nicholas Stanley-Price, zugleich Autor einer umfangreiche Publikation über den Friedhof, die gerade auch auf Deutsch erschienen ist.

In der Pressemitteilung heißt es dazu: "Zum ersten Mal vermittelt eine Ausstellung einen Überblick darüber, wie Künstler seit Ende des 18. Jahrhunderts bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts den sogenannten 'Protestantischen Friedhof' oder 'NichtKatholischen Friedhof bei der Pyramide' in ihren Bildern dargestellt haben. Mehr als vierzig Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken zeigen die besondere Schönheit des Orts mit seinen hohen Bäumen, Grabdenkmälern und suggestiven Himmelsausschnitten. Gleichzeitig dokumentieren die Bilder die Geschichte und allmählichen Veränderungen des stillen Winkels im Schatten der im römischen Stadtteil Testaccio gelegenen Cestius-Pyramide." 

Zu den bekanntesten Grabmälern, von denen einige von so berühmten Künstlern wie z.B. Bertel Thorvaldsen entworfen worden sind, gehören die Ruhestätten von John Keats und Percy Bysshe Shelley, August von Goethe und dem Beat-Dichter Gregory Corso. 

Bartolomeo Pinelli (Naechtliche Bestattung an der Cestiuspyramide) 1831.jpg
Bartolomeo Pinelli, Nächtliche Bestattung an der Cestiuspyramide

 By Bartolomeo Pinelli - scanned by RTH, Public Domain, 

Die Ausstellungstexte sind auf Deutsch im Internet veröffentlicht. Sie bestehen aus einer Einführung und vier thematischen Bereichen: Die "Künstler und der Friedhof für Ausländer in Rom" werden zu Anfang vorgestellt; es folgen "Die Ersten Grabsteine und die Nächtlichen Begräbnisse"; "Die Protestantischen Gräber im Schatten der Pyramide", "Der neue Friedhof unter den Zypressen und Rosen" und "Die Gräber von Keats, Shelley, Goethe und Anderen". 

Der Ausstellungskatalog ist dreisprachig in Deutsch, Englisch und Italienisch erschienen und kostet in Deutschland inklusive Versand 21,00 Euro. Die Ausstellung läuft vom 23.9. bis zum 13.11.2016.

Montag, 16. November 2015

"Friedhöfe - offene Museen" - eine Tagung in Turin


Logo der Sefitdieci
Unter dem Titel "Cimiteri: Musei Aperti - Valorizzazione culturale, monumentale e turistica del patrocinio cimiteriale italiano" (von mir zusammengereimt als: "Friedhöfe: offene Museen - zur kulturellen, monumentalen und touristischen Aufwertung des Schutzes italienischer Friedhöfe) sponsern das Utilitalia Sefit, AFC Torino S.p.A., die Stadt Turin und die ASCE am 11. Dezember 2015 in Turin eine Tagung. Das englischsprachige Programm verspricht eine Reihe von interessanten Vorträgen.

In einem ersten Block spricht Mauro Felicori, der ehemalige Präsident der ASCE, über die "Verbesserung der Friedhöfe: ein weiter Weg", und es folgen Vorträge zu den "Leitlinien einer Politik der Wiederherstellung und Verbesserung der italienischen Friedhöfe"; dem "Friedhof als das historische Gedächtnis einer Gemeinschaft. Zur Umstrukturierung von Friedhöfen: ein nationaler Plan zur Förerung der Aufrechterhaltung von Privatgräbern" und zu einem "Rahmenplan zur touristischen Entwicklung monumentaler Friedhöfe".

In dem zweiten Block stellen Sprecher der Friedhöfe der Metropolregionen Rom, Mailand, Genua, Bologna, Venedig und wahrscheinlich auch Turin ihre Anlagen unter der Fragestellung "Was wurde getan und was ist noch zu tun?" vor, Nachmittags geht es dann um Friedhöfe mittlerer Größe mit Beispielen aus Bozen, Ferrara, Trento, Gorizia und Parma. Zum Schluss wird dann ein Fazit gezogen, das den Regierungsautoritäten unterbreitet werden soll.

Das Forum findet in Turin im Congress Center -  Area Giolitti - via Nino Costa, 8, Sala Giolitti statt und ist Teil der "SEFITDIECI'15 - Cultural Heritage of the Cemeteries" des jährlichen Treffens der Mitglieder der Utilitalia-Sefit, der Leiter der größten Friedhöfe in Italien.


http://www.significantcemeteries.org/2015/11/sefitdieci15-cultural-heritage-of.html#more