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Donnerstag, 17. Oktober 2019

Tiertod in den Medien

Tweet vom 17.10.2019 in meiner Twittertimeline
Trauer um Tiere gibt es im Übrigen nicht nur auf Tierfriedhöfen (siehe den vorherigen Post).

Gerade sah ich, dass auch auf Twitter getrauert wird, wenn ein Heimtier stirbt. Wahrscheinlich kann man solche Anzeigen auch in anderen sozialen Netzwerken finden. Der Link in dem Tweet führt zu einer Reihe von Fotos der verstorbenen Katze.

Montag, 21. April 2014

Digitalinvasions - neue Medien auf dem Assistens Kirkegaard in Kopenhagen

"Invading Assistens Churchyard – #Digitalinvasions #ak in Copenhagen" heißt ein Post auf der Seite der Journalistin Marlene Hofmann. Was ist damit gemeint?
Logo der Digitalen Invasionen

Frau Hofmann schreibt, dass die Digitalen Invasionen 2013 in Italien anfingen und dass das Konzept sich in diesem Jahr international verbreitet: Zwischen dem 24. April und dem 3. Mai werden Menschen in Italien und überall in der Welt kulturelle Orten "überfallen" und kreativ werden. 

Die Ergebnisse und der Prozess werden online geteilt, wobei stets das Hashtag - gibt's anscheinend kein deutsches Wort dafür, gemeint ist das Zeichen # - #digitalinvasions gebraucht wird. Digitale Invasionen gelten als ein großes Beispiel für neue Konzepte, mit denen sich Menschen aktiv an Kultur beteiligen und die digitale und die "off line" - also nicht digitale - Welt verbinden können. 

Marlene Hofmann selbst will den Assistens Kirkegaard in Kopenhagen überfallen. Das ist natürlich nicht so sehr ein Überfall, als vielmehr ein Spazierengang mit dem Smartphone in der einen und einer Tasse Kaffee in der anderen Hand (das stell ich mir allerdings etwas mühsam vor!). Jeder der Lust hat, kann dabei mitkommen. Sowieso ist dieser Friedhof bei den Kopenhagenern sehr beliebt, denn auf ihm wird schon lange ein Konzept umgesetzt, das Beerdigungen, Erholungsflächen und Erinnerung an berühmte Persönlichkeiten mit Ausstellungen und pädagogischer Begleitung miteinander verbindet und außerdem gehört dieser Spaziergang ja zu einem "internationalen Ereignis".

Das "Kulturcentret Assistens" hat übrigens eine interaktive Karte  mit vier verschiedenen Routen ins Internet gestellt und für die Digitale Invasion soll die Dichterroute begangen werden. Marlene Hofmann startet ihre Tour am Freitag, 25. April um 14 Uhr beim Kulturcentret Assistens (Kapelvej 4). Wer dabei sein will kann sie einfach am Startpunkt treffen und mitgehen. Sie selbst wird ihren Spaziergang über Twitter und später in ihrem Blog mit der Welt teilen. (Ihre Twitteradresse ist @MH_TextWeb und hier ist nochmal der Link zu ihrem Blog). In den sozialen Medien wie Facebook und Google+ kann man unter den Hashtags #digitalnvasions #ak (für Assistens Kirkegård) suchen, denn wer mitgeht, soll natürlich auch über seine Eindrücke twittern oder bloggen.
Mehr Information über #digitalinvasions gibt es übrigens unter Invasioni Digitali. Dort steht auch eine Karte, auf der alle "Überfälle" in der ganzen Welt verzeichnet sind. Natürlich gibt es die meisten zur Zeit noch in Italien, aber vielleicht ändert sich das ja bald. 

Auf deutsch erklären die Kulturkonsorten (München), wie man einen solchen "Überfall" organisiert. 

Vielleicht bekommt ja noch jemand Lust, seinen historischen Friedhof auf diese Weise der weltweiten Internetgemeinde und natürlich auch den Menschen vor Ort vorzustellen?

Montag, 3. September 2012

Von Grabstätten und Stolpersteinen - Geocache-Tour durch Osnabrück


In Osnabrück wird - so weit ich weiß - erstmalig eine moderne Form der Schatzsuche, das Geocaching, zur Vermittlung von Friedhofs- und Stadtgeschichte genutzt. Ich danke Niels Biewer von der Fachhochschule Osnabrück, der hier extra für die Friedhofsfreunde zusammengefasst, wie eine solche Geocache-Tour aussieht:


"Was geschah zur Zeit des Nationalsozialismus in Osnabrück? Welche Opfer gab es, und welche Täter? Wo finden sich in der Stadt Orte, die an diese Menschen erinnern? Die Geocache-Tour „Von Grabstätten und Stolpersteinen“ führt über 19 Stationen zu Orten der Erinnerung in Osnabrück – zu Grabstätten, Stolpersteinen und anderen denkwürdigen Orten.
Innerhalb eines Forschungsprojekts an der Hochschule Osnabrück (Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur) zur Folgenutzung des Hase- und des Johannisfriedhofs in Osnabrück interessiert uns die Möglichkeit, die beiden Denkmale als Bildungsort zu nutzen. Auf alten Friedhöfen treffen innerhalb eines eingegrenzten Raums die verschiedensten Aspekte aufeinander, die aufgegriffen und in unterschiedlichster Form aufgearbeitet und weitervermittelt werden können.
Für ein „Geocache“-Projekt haben wir den Fokus auf die politische und gesellschaftliche Geschichte gelegt. Gemeinsam mit Cache4You, einem kleinen Betrieb für professionelles Geocaching, haben wir eine Tour zur regionalen Geschichte der NS-Zeit erarbeitet.
Was ist Geocaching?
Geocaching ist eine Art moderne Schnitzeljagd. Bei der einfachen Variante des Geocaching versteckt eine Person einen Schatz, z.B. eine kleine Kiste, auch Geocache oder Cache genannt, in welcher sich ein Logbuch und ggf. Tauschgegenstände befinden, und notiert sich dessen genaue GPS-Koordinaten. Diese sind oft über bestimmte Portale im Internet für jeden abrufbar. Mitspieler können sich mithilfe von GPS-Geräten auf die Suche nach dem Cache machen und wenn er gefunden wurde in das Logbuch eintragen und ggf. einen Gegenstand tauschen.
Beim sogenannten Multicache – der „Friedhofs-Geocache“ wurde ebenfalls als Multicache angelegt – gibt es mehrere Stationen, an denen Fragen beantwortet oder Rätsel gelöst werden müssen, um am Ende den Schatz finden zu können. Diese Form des Geocaching eignet sich sehr gut, um Lerninhalte und Wissen auf spielerische Weise zu vermitteln.
Die Route
Die etwa drei bis vier Stunden lange Tour mit einer Streckenlänge von etwa 6 bis 7 km leitet die Teilnehmer mit Hilfe von GPS-Geräten zu insgesamt 19 Stationen, an denen Aufgaben gelöst werden müssen. Jede Station entführt die Teilnehmer in die Osnabrücker Stadtgeschichte der 30er bis 40er Jahre – die Zeit der Nationalsozialisten und des 2. Weltkriegs. Die Teilnehmer lernen verstorbene Menschen mit eindrucksvollen und oft auch dramatischen Schicksalen kennen, die damals in Osnabrück gelebt haben oder von hier stammten.
Der Ablauf
Vor dem Start gibt es eine kurze Einführung zum Geocaching und der Tour. Auf Wunsch können GPS-Geräte für die Veranstaltung gestellt werden, diese werden ebenfalls erklärt. Am Ende treffen sich alle Teilnehmer beim Schatz. Hier ist noch Zeit, sich über die Eindrücke der Tour auszutauschen.
Die jeweiligen Koordinaten, die in das GPS-Gerät eingeben werden müssen, finden sich im dafür erarbeiteten Aufgabenheft, das an die Teilnehmer ausgeteilt wird. Das Gerät führt die Teilnehmer in die Nähe des jeweiligen Ziels. Dort müssen diese dann ein wenig die Augen offen halten und mit Hilfe der Hinweise im Aufgabenheft die Station suchen. Sobald sie sie gefunden haben, liest einer aus der Gruppe den kurzen Infotext zur Station vor. Am Ende kommt dann die jeweilige Aufgabe. Durch das Lösen der Aufgabe erhalten die Teilnehmer einen Buchstaben und einen Zahlenwert. Sind alle Aufgaben gelöst, lassen sich daraus die Koordinaten des Schatzes errechnen.
Auf den Friedhöfen sollten die Strecken zwischen den Stationen zu Fuß und außerhalb der Friedhöfe mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Natürlich können die Teilnehmer dort auch zu Fuß gehen oder den Bus nehmen.
Die Stationen
Die meisten Stationen, die während der Tour angesteuert werden, befinden sich auf den beiden historischen Friedhöfen. Startpunkt ist der Hasefriedhof mit seinen alten Grabstätten. Nach dem Lösen einiger Aufgaben besuchen die Teilnehmer verschiedene Stationen in der Innenstadt, bis sie schließlich am Ende der Tour den jüdischen Friedhof an der Magdalenenstraße und den historischen Johannisfriedhof erreichen.
Ein 32 Seiten umfassendes Aufgabenheft begleitet die Teilnehmer während der Tour. Zu jeder Station findet sich ein kurzer Text, der einzelne Schicksale vorstellt oder geschichtliche Ereignisse erläutert.
So wird zum Beispiel an der Grabstätte von Siegfried Pelz auf dem Hasefriedhof erzählt, wie der vom Judentum zum Christentum konvertierte Pelz im Deutsch-Französischen Krieg als Feldarzt arbeitete, im Ersten Weltkrieg die Lazarette der Stadt und des Landkreises Osnabrück leitete und Geheimer Sanitätsrat wurde. Als Pelz 1936 starb, hatten ihm die Nationalsozialisten die Ehrenbürgerschaft aberkannt und ihn und seine Familie jahrelang schikaniert.
An der Grabstätte des im Alter von 15 Jahren verstorbenen Konrad Bertels auf dem Johannisfriedhof wird die Geschichte eines Jungen der Hitlerjugend erzählt. Auf dem Stein sind noch schwach das Zeichen der Hitlerjugend und der Spruch „Geboren als Deutscher / Gelebt als Kämpfer / Gefallen als Held / Auferstanden als Volk“ zu erkennen.
Weitere Stationen sind, neben verschiedenen Grabstätten, das Mahnmal Alte Synagoge, Stolpersteine und das Elternhaus des jüdischen Malers Felix Nussbaum in der Innenstadt.
Am Ende wartet der Schatz auf die Teilnehmer – und sie werden viele neue, interessante Dinge über Osnabrücks Geschichte erfahren haben.

Kontakt: schraer@cache4you.de oder N.Biewer@hs-osnabrueck.de
Internet: www.cache4you.com / www.hasefriedhof-johannisfriedhof.de"