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Ein sehr informativer Artikel von Philipp Schinschke leitet den Gräberkatalog ein. Von der Geschichte des Kriegsgräberrechtes in Deutschland ausgehend geht der Autor auf die unterschiedliche Gräberfürsorge in der Bundesrepublik und der DDR ein. Daran schließt er Darstellungen des Umgangs mit den unterschiedlichen Gruppen aller jener an, die in den – heute als Gräber von Krieg und Gewaltherrschaft deklarierten – Grabfeldern und Einzelgrabstätten bestattet sind. Für die Felder der Soldatengräber stellt er fest, dass es sich in Sachsen-Anhalt entweder fast ausschließlich um deutsche Tote oder um Anlagen mit verstorbenen sowjetischen Staatsbürgern handelt (S. 33). In den Gräbern von Zivilpersonen sind neben zivilen Bombenopfern auch Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen bestattet, denen die Luftschutzbunker während der ab Januar 1945 in Mitteldeutschland einsetzenden schweren Luftangriffe verwehrt waren. Auch die Opfer der Morde aufgrund des „Euthanasie-Programms“ der Nationalsozialisten fallen in diese ins sich sehr unterschiedliche Gesamtgruppe. Ein weiterer Teil der in der Publikation aufgeführten Grabstätten, gehören den frühen politischen Gegnern und den späteren Widerstandskämpfern, die ermordet oder hingerichtet wurden, unter ihnen die vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilten Mitglieder der „Danz-Schwantes-Gruppe“. Die Gräber derjenigen, die sich zur Zwangsarbeit in Deutschland verschleppt in den beiden großen Konzentrationslagern des Landes und in ihren zahlreichen Außenlagern zu Tode schufteten und besonders jene Gräber der Häftlinge, die am Ende des Krieges auf den sogenannten Todesmärschen umkamen, nehmen dabei einen besonderen Raum ein, da es in Sachsen-Anhalt bei Kriegsende zu grausamen Massakern an den Häftlingen kam. Da sich entlang der Marschrouten weitere Verbrechen an den Häftlingen ereigneten, finden sich dort auf vielen kleinen Friedhöfen ihre Gräber. Eingeschlossen in das Gräbergesetz sind auch die Orte, wo Menschen bestattet sind, die nach Kriegsende Opfer des kommunistischen Regimes wurden. Allerdings werden in der Publikation nur wenige genannt und nur die „Torgauer Häftlingsurnen“ auf dem Gertraudenfriedhof in Halle und die „Toten aus der Klausener Straße“ auf dem Westfriedhof in Magdeburg genauer vorgestellt.

