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| Cover, Kosuch: Abschaffung des Todes |
Die Hauptthese, die mit einer ungewöhnlich breiten Quellenkenntnis unterlegt wird, ist, „dass der nicht vergehende Mensch ein entscheidendes Signum des Säkularistischen darstellt“ und dass dabei technische und wissenschaftlich-medizinische Neuerungen sein Überdauern versprachen und auch heute noch versprechen. Säkularistisch bedeutet in der Definition der Autorin „die Ablehnung religiöser Weltbilder, Institutionen und Praktiken und ihren Ersatz durch solche, deren Basis Weltlichkeit, Wissenschaft, Rationalität und zivile Moralvorstellungen bilden.“ (S. 11, Anm. 10)
Damit wendet sich die Arbeit solchen Konzepten und den damit verbundenen Praktiken zu, die einerseits nicht das christliche Glaubenssystem eingebunden sind, und andererseits trotzdem ein Fortbestehens der Toten, wenn auch in anderer Form, ermöglichen wollen. Die Untersuchung ist dabei zeitlich weit gefasst, geographisch übergreifend und wissenschaftlich interdisziplinär angelegt. Zwar werden hauptsächlich westeuropäische Beispiele interpretiert, doch es gibt auch Ausblicke auf die Verhältnisse in Amerika und Russland. Grundlage und Ausgangspunkt der Untersuchung sind hauptsächlich schriftliche Quellen zur Geschichte der neuzeitlichen Kremation.
