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Montag, 25. Mai 2020

Corona-Update 6: Week of Discovering European Cemeteries 2020


Friedhöfe in Europa
E-Book der ASCE zu "Woche der
Entdeckung von Europas
Friedhöfen" 2020 
    Die ASCE (Association of Significant Cemeteries in Europe), in der auch einige historische Friedhöfe in Deutschland Mitglied sind, ruft jedes Jahr im Mai zur "Woche der Entdeckung von Europas Friedhöfen" auf.

    Dazu finden dann überall in Europa Veranstaltungen und Aktivitäten statt um die europäischen Bürger für die Bedeutung ihres Kulturerbes zu sensibilisieren. Dieses Jahr ist das nicht möglich.

    Anstatt dessen hat die ASCE jetzt ein digitales Reisebuch herausgebracht, mit dem man die Besonderheit der Friedhöfe im Bild genießen kann!

Hier ist der Link.

Freitag, 22. Dezember 2017

Nordhorn - ein historischer Friedhof wird zum Blumenpark

Flyer des Förderverein Alter Friedhof Gildkamp e.V. 
Der Alte Friedhof Gildkamp in Nordhorn ist nicht sehr groß und lag lange im sogenannten Dornröschenschlaf. Er war als Beerdigungsort aufgelassen worden und so gab es niemanden mehr, der sich um seine Pflege kümmerte. Die in sich geschlossene Fläche war langsam dem Verfall preisgegeben. Historische Grabstätten wurden über die Jahrzehnte von Büschen, Bäumen und anderen Gewächsen überwuchert. 

Im Jahr 2015 gründete sich auf Initiative der ev.-ref. Kirchengemeinde ein Förderverein, der gemeinsam mit der Stadt und der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim das Ziel verfolgte, aus dem Friedhof eine grüne Lunge im Herzen der Stadt zu machen und dabei die Friedhofskultur einzubeziehen, soweit noch Grabstätten vorhanden waren. Vorrangig wurden alte Wege renoviert und einige der Grabstätten aus dem 19. Jahrhundert, die unter Denkmalschutz stehen, neu befestigt und sichtbar gemacht. Schon ein Jahr später konnte am 11.09.2016 der neugestaltete Friedhofspark feierlich eröffnet werden. Das Engagement unterschiedlicher Institutionen, Spenden und ehrenamtliche Tätigkeit hatten ihn wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht. 

Aber dabei bleibt der junge Förderverein nicht stehen. Im Oktober diesen Jahres hat er zum Beispiel zusammen mit der Naturschutzstiftung zu einer Pflanzaktion im Rahmen der „Naturschutzwoche für Kinder“ aufgerufen. Insgesamt konnten Erwachsene und Kinder mithelfen auf den Friedhof insgesamt 2.016 Blumenzwiebeln in den Boden zu bringen. Im Frühjahr sollen die Krokusse, Narzissen und Tulpen aufblühen und den Hummeln und Bienen den ersten Pollen und Nektar des Jahres spenden. Diese Aktion wird den neuen Friedhofspark sicher nicht nur für die Insekten in eine blühende Frühlingswiese verwandeln.  

Mittwoch, 6. April 2016

Ohlsdorf - Projekt 2050

Titelseite Nr. 132
Frühjahrsausgabe der Ohlsdorfzeitschrift
Ich bin mit dem Posten etwas in Verzug gekommen, weil ich im letzten Monat verreist war. Aber jetzt soll es wieder wie gewohnt weiter gehen.

Als erstes hier der Hinweis auf die Frühjahrsausgabe unserer Ohlsdorfzeitschrift, die sich in ihrem Schwerpunktthema mit dem Projekt "Ohlsdorf 2050" befasst, dass ja auch hier und hier im Blog schon Thema war. Es geht uns vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. dabei natürlich besonders um die Frage des Denkmalschutzes auf dem Friedhof! Die Beiträge kann man online nachlesen.

Das Projekt selbst ist im Augenblick in eine wichtige Phase gekommen. Es geht jetzt um die vorgeschriebene Bürgerbeteiligung. Alles, was man darüber wissen muss, steht auf der Website der Stadt Hamburg, auf der man noch "bis zum 25. Mai 2016 Ideen, Fragen und Vorschläge äußern und so die Zukunft des Parkfriedhofs mitgestalten kann". 

Außerdem wird es dazu von seiten der Stadt Hamburg verschiedene Veranstaltungen geben, zu der die interessierten Bürger eingeladen sind. Eine Anmeldung ist dabei nicht erforderlich. Folgende Veranstaltungen sind vorgesehen:

Impulsabend
  • Freitag, den 29.04.2016 von 17:30 bis 21:00 Uhr.
  • Ort: Friedhof Ohlsdorf. Bestattungsforum. Fritz-Schumacher-Halle 
  • Thema: Informationen und Dialog zur Ohlsdorf 2050 
Erste Entwurfswerkstatt
  • Samstag, den 30.4.2016 von 9.30 bis 13.15 Uhr.  
  • Ort: Friedhof Ohlsdorf. Bestattungsforum. Cordes-Halle 
  • Thema: Neue Nutzungskonzepte für den Parkfriedhof Ohlsdorf 
Friedhofsführungen zum Thema Ohlsdorf 2050
  • Im April: 10.4., 12.4., 17.4., 19.4. und 26.4.2016 - jeweils von 15.00 bis 16.30 Uhr
  • 24.4.2016 von 10.00 bis 11.30 Uhr 
  • Thema: Friedhofsentwicklung Ohlsdorf 2050 
  • Treffpunkt: Friedhofsseite des Ohlsdorfer Verwaltungsgebäudes  
Tag der Städtebauförderung
  • Samstag, den 21.5.2016 von 11.00 bis 17.00 Uhr.  
  • Ort: Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf 
  • Themen: Ausstellungseröffnung, Erkundungstouren (1 1/2 Stunden) und Vorträge zu Ohlsdorf 2050
Zweite Entwurfswerkstatt
  • Mittwoch, 15. bis Freitag, 17.6.2016 
  • Ort: Friedhof Ohlsdorf, Bestattungsforum.  
  • Thema: Entwicklung von umsetzbaren Bürgerprojekten für den Parkfriedhof Ohlsdorf
 
Auf der Internetseite www.hamburg.de/ohlsdorf2050 finden man weitere Informationen zum Projekt Ohlsdorf 2050. Dort kann man auch Beiträge verfassen und an einer Umfrage teilnehmen.




Donnerstag, 21. Januar 2016

"Neues" altes Denkmal im Lindenpark in Rostock

M
Soldatenfriedhof 1870/71 in Rostock, Figur
von Bildhauer Ludwig Brunow,
Denkmal 1978 zerstört (Quelle) 
Der Alte Friedhof in Rostock wurde schon im Jahr 1980 zum "Lindenpark". Doch offenbar wollen die Rostocker nicht vergessen, dass 1831 an dieser Stelle der erste städtische Friedhof außerhalb der Stadtmauern angelegt worden war. Noch immer ist die Fläche unter dem Namen Alter Friedhof bekannt.

Dort war noch bis ins Jahr 1959 beerdigt worden. Erst danach verlor der Friedhof immer mehr an Bedeutung und Substanz. Mit der Zeit verfielen nicht nur die Kapellenbauten bekannter Rostocker Familien. Ab 1978/79 räumte man auf und riß dabei auch diese Kapellen ab. Der Friedhof sollte zu einem Wohngebietspark umgestaltet werden. Allerdings wurde die Planung nur teilweise umgesetzt. 1984 wurde dann die Fläche „einschließlich verbliebener Objekte des früheren Friedhofes“ unter Denkmalschutz gestellt. Der benachbarte ehemalige Jüdische Friedhof war sogar schon 1978 in seiner gesamten Anlage "mit Mahnmal mit allen Grabsteinen“ zum Denkmal erklärt worden und besteht noch heute in seiner geschlossenen Form. Doch auch nach der Wende setzte sich die Vernachlässigung fort. Vandalismus herrschte und Bäume und Büsche waren dem Wildwuchs überlassen.

Im Jahr 2010 wurde dann für den Lindenpark eine denkmalpflegerische Zielstellung entwickelt, die auf historischer Recherche und einer Bestandsanalyse basierte. Konsequent wird dort u.a. festgelegt, dass alle gepflanzten und gebauten Zeugnisse der Friedhofsgeschichte, also Alleen, Wegenetz, Grabkapelle, Grabsteine u.a. zu erhalten sind und Eingriffe in vorhandene Strukturen der Friedhofsanlage, einschließlich der Grabanlagen oder ihrer Überreste, nicht erlaubt sind. Grabsteine und Grabzubehör, das sich nicht mehr am Originalstandort befindet, sollten Aufbewahrungs- und Präsentationsmöglichkeiten geschaffen werden. Alle noch vorhandenen Alleen sollten im Bestand erhalten und gepflegt werden. Außerdem sollte die Geschichte der Anlage durch geeignete Informationsmöglichkeiten kenntlich gemacht und der Lindenpark als Gartendenkmal herausgestellt werden. Tatsächlich sind es besonders die stattlichen Lindenalleen mit bis ihren zu 170 Jahre alten Bäumen, die den botanischen Reiz der Anlage ausmachen.

Ein Jahr zuvor hatte sich der Verschönerungs-Verein zu Rostock e.V. gegründet. Er wird seit seiner Gründung von dem Garten- und Landschaftsarchitekten Hannes Rother geleitet, der auch die denkmalpflegerische Zielstellung entwickelt hat. Inzwischen hat sich in Rostock ein gewisses Bewusstsein dafür entwickelt, dass man mit dem Lindenpark ein botanisches und kulturhistorisches Juwel besitzt. 

Der Verschönerungs-Verein selbst lädt alljährlich zum Arbeitseinsatz ein um den Friedhofspark in Ordnung zu halten. Daran nehmen immer mehr Bürger aus der näheren Umgebung aber auch von weiter weg teil. Auch im letzten Oktober waren pakcten sie wieder packten fleißig mit an. Nach getaner Arbeit warteten übrigens auf dem Bauhof des Grünamtes im hinteren Teil des Parks schon traditionell Bratwurst, Salat und Bier auf sie! 

Der Verein erforscht außerdem die Geschichte einzelner Grabstellen. pflegt die Grabsteine bedeutender Rostocker Familien, bietet Führungen durch den Park an und kümmert sich um die Erhaltung von Grabmalen und Grabstätten. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die beiden fast vergessene Kriegsgräberstätten für im Lazarett verstorbene Soldaten des deutsch-französische Krieges von 1870/1871 nicht verloren gegangen sind.
Einweihungszeremonie für die beiden Denkmäler an den Krieg 1870/71 (Foto Hannes Rother)

Sie bestanden einst aus zwei Bereichen, der eine mit einen großen Denkmal für die deutschen Gefallenen mit einem Trauerengel und der andere mit einer Stele mit Namenstafel für die Franzosen. Der Engel verschwand zu DDR-Zeiten, die Stele blieb - allerdings ohne ihre die Namen - erhalten. Der Verschönerungs-Verein 2013 den Anstoß gab eine neue Gedenkstätte einzurichten, konnte er die Jahresköste der Rostocker Kaufmannschaft gewinnen, das Projekt mit dreißigtausend Euro zu unterstützen. Im November 2014 begann das Grünamt der Hansestadt mit der Rekonstruktion und am 9. Oktober 2015 fand die offizielle Einweihung statt, an der auch der Militärattachés der Botschaft der Republik Frankreich teilnahm. Zwei Stelen, eine aus Granit, eine aus Stahl, deuten heute den ehemaligen Eingang zum alten Friedhof an. An einer der beiden Stelen sind die Namen der 12 französischen und 26 deutschen Soldaten zu lesen, in alphabethischer Reihefolge. Wenigsten an dieser Stelle macht es keinen Unterschied mehr, welcher Nation die Toten einstmals angehörten. Ein Mahnmal dafür, das Krieg immer sinnlos ist, wie der Oberbürgermeister Rostocks in seiner Rede bestonte.

(Vgl. dazu auch das Interview mit Hannes Rother vom 13.10.2015 auf "Das war Rostock") 

Samstag, 31. Oktober 2015

Nachts auf dem Greenwood-Cemetery in New York

Nicht nur in London geht man nachts auf den Friedhof, auch aus New York ist mir gerade eine Nachricht über eine besondere nächtliche Friedhofsveranstaltung vor Augen gekommen. Die Friedhofsverwaltung des Green-Wood-Cemetery und die Obscura Society New York haben zusammen einen ganz besonderen Oktoberabend auf dem Friedhof veranstaltet. Wer mitmachen wollte, musste sich vorher anmelden. Ganz billig war die Teilnahme wohl auch nicht, aber dafür wurde etwas geboten:

Fast dreißog Mausoleen waren geöffnet und mit unzähligen Teelichtern und Kerzen illuminiert. In einem davon konnte man sich Tarot-Karten legen und die Zukunft vorhersagen lassen, anderswo wurde Dudelsack gespielt, Theaterszenen erfüllten verschiedene Plätze bei Skulpturen und Bauten mit Leben, Cembalomusik erklang, Vorträge wurden gehalten, Stummfilme in der Kapelle an die Wand geworfen und es gab sogar an verschiedenen Stellen lokale Bars mit Erfrischungen.

"Wir waren immer ein Ort der Bestattung und Erinnerung, aber wir müssen auch dazu kommen über unsere Geschichte zu sprechen und Menschen für einen anderen Zweck auf den Friedhof zu bringen," sagt dazu die Friedhofsverwalterin, laut dem Bericht eines Teilnehmers. Allerdings fragt sich dieser auch, ob die sehr laute "psycho-mambo"-Musik einer Band in den halbunterirdischen Katakomben mitten auf dem Friedhof angemessen ist. Wie er berichtet, verschütteten die Besucher ihre Drinks, lehnten sich auf ihren Faltstühlen an den Katakomben an und tanzten. Da kommt zwar die Frage nach der Balance zwischen dem Respekt vor den Toten und der Unterhaltung der Lebenden auf, andererseits aber bieten gerade solche "Events" die Möglichkeit Friedhöfe als besondere kulturelle Orte im Bewußtsein der Stadtbewohner zu erhalten und ihre Bedeutung zu erweitern. Übrigens veranstaltet die Friedhofsverwaltung auch Friedhofstouren mit einem historischen Trolleybus, teilweise mit besonderen Themen wie z.B. unter dem Titel:"Mord, Chaos und Disaster". Auf jeden Fall lässt man sich in New York offenbar etwas einfallen, um seinen Friedhof - übrigens der älteste Parkfriedhof Amerikas - ins Gespräch zu bringen.



Mittwoch, 15. April 2015

300 Jahre Alter Friedhof in Bonn

Also eigentlich kann man in Bonn sogar ein Doppeljubiläum feiern, der Alte Friedhof wird 300 Jahre und der Förderverein für diesen Friedhof besteht seit 40 Jahren. 
Christian Hohe: Grabmahl Barthold Georg Niebuhrs auf  dem Alten Friedhof
in Bonn, Aquarell um 1842
(Quelle: „ChristianHohem“ von Christian Hohe - Sabine G. Cremer:
Nikolaus Christian Hohe, Bonn 2001.
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons )
Kurfürst Joseph Clemens ließ zu Beginn des Jahres 1715 den damals natürlich „neuen Friedhof“ erstmals als einen Begräbnisplatz außerhalb der Stadtmauern anlegen und hatte dafür eigens Grund und Boden angekauft. Natürlich behielten anfangs die reichen Bürger ihre Erbbegräbnisse weiter in und um die St. Remigius-Kirche, die Hauptkirche der Stadt. Der neue Platz war für Arme, Fremde und Soldaten bestimmt. Damit ist auch klar, dass der neue Friedhof nicht sehr beliebt war. Erst als im Zuge der Erneuerung des Begräbniswesen 1787 die Friedhöfe in der Stadt geschlossen wurden, wurde er zum allgemeinen Begräbnisplatz. In Bonn wurde diese Schließung übrigens im Vergleich zu anderen Städten sehr früh durchgesetzt. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde der Friedhof mehrfach erweitert und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zur Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten der 1818 gegründeten Universität und der städtischen Gesellschaft. Immer mehr repräsentative Grabmale wurden aufgestellt. 1884 dann hörten auf ihm die allgemeinen Begräbnisse auf. Der neue Nordfriedhof war angelegt worden. Es dauerte noch hundert Jahre, bis er 1984 unter Denkmalschutz gestellt wurde. 

Mittwoch, 1. April 2015

Tagung "Historische Friedhöfe" in Kassel

Auf das Gemeinschaftsprojekt des Bundes Heimat und Umwelt (BHU) und der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal/Museum für Sepulkralkultur (AFD), die

Tagung zu Historischen Friedhöfen
im Museum für Sepulkralkultur
12. – 13. Juni 2015

habe ich schon hingewiesen. Hier kommt nun auch der offizielle Flyer:












Freitag, 11. Juli 2014

100 Jahre Hauptfriedhof Saarbrücken

Programmflyer Saarbrücken
Vom 12.-14.7.2014 feiert der Hauptfriedhof sein hundertjähriges Jubiläum und dazu hat man ein dichtes Programm auf die Beine gestellt. Am Sonnabend um 16 Uhr eröffnet die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Feier vor und in der alten Einsegnungshalle im alten Teil des Friedhofs. Den Festvortrag zur Zukunft der Friedhöfe hält Prof. Dr. Norbert Fischer. Ab 19.30 Uhr setzt sich dann das Liquid Penguin Ensemble kritisch mit dem Ersten Weltkrieg auseinander. Der Sonntag beginnt mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der alten Einsegnungshalle. 

An beiden Tagen wird die Feier musikalisch vom Mellika Meskine Duo begleitet und es gibt es Führungen zu verschiedenen Themen. Dr. Rainer Knauf wird die Bedeutung des Friedhofs als Begräbnisplatz für gefallene Soldaten beider Weltkriege aufzeigen und dazu wird die Schauspielerin Michaela Auinger passende Texte vorlesen; eine botanische Führung widmet sich der Fauna und Flora des Friedhofs; unterschiedliche Grabarten werden bei einer Rundfahrt im Panorama-Oldtimerbus gezeigt und am Sonntag kann man außerdem in einer Pferdekutsche wie anno dazumal über den Friedhof rollen!

Impressionen vom Saarbrücker Hauptfriedhof“ vom saarländischen Künstler Werner Constroffer sind in der alten Aussegnungshalle ausgestellt und an beiden Tagen finden Zeichenexkursionen mit dem Künstler zu spannenden Stellen auf dem Hauptfriedhof statt.

Für Kinder gibt es ein Mitmachprogramm, wo Blumensträuße gebunden oder Skulpturen angefertigt und am Sonntag Grenzen beim pädagogischen Klettern überwunden oder bei begleiteten Erlebnistouren eine interessante Seite des Friedhofs erlebt werden kann.

Köstlichkeiten aus der Region runden die Veranstaltung kulinarisch ab.

Der Saarbrücker Hauptfriedhof wurde ab 1912 als Zentralfriedhof für die gerade entstandene Großstadt geplant. Der Ersten Weltkrieg brachte es mit sich, dass er 1914 zunächst als Ehrenfriedhof für die gefallenen Soldaten angelegt wurde. Zwei Jahre später wurde er für die Allgemeinheit geöffnet, aber erst 1926 fiel der Beschluß ihn endgültig zum Hauptfriedhof auszubauen.

Das Programm kann man hier herunterladen.

Donnerstag, 8. Mai 2014

"Letzte Heimat" - Theater für und auf dem Friedhof

Das "Junge Theater Augsburg" und das "bfz" (Berufliches Fortbildungszentrum, ebendort) führen zusammen ein ungewöhnliches Theaterprojekt mit dem Titel „Letzte Heimat“ durch. Die Frage nach der buchstäblich "letzten" Heimat aller Menschen, die in Deutschland leben, steht im Mittelpunkt des Stücks, das durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird.

Denn es wird darin danach gefragt, ob man in der eigenen Stadt so bestattet werden kann, wie man es sich wünscht, egal welcher Glaubensgemeinschaft man angehört. Dazu treten sogenannte "Experten des Alltags" auf, deren Biografien die Grundlage für den Text und die Gestaltung des Stücks bilden. Aufgeführt wird das Stück als "Stationentheater" auf einem Augsburger Friedhof und es endet mit einem "Leichenschmaus". Auf diese leibliche Stärkung weist auch das schöne Foto der Kekse in Totenkopfform von der Website des Theatersücks hin, die ich hier mit freundlicher Genehmigumg der Fotografin veröffentliche (danke!).
Totenkopfkekse (Letzte Heimat, Foto: Sonja Gastl,
 bfz Augsburg)

Die 26 Mitspieler haben Wurzeln in 12 Ländern und es spielen Angehörige ganz unterschiedlicher Religionen mit (Islam, Buddhismus, Katholizismus, Protestantismus, russische Orthodoxie, Judentum und Nichtgläubige) und - generationenübergreifend - ist der jüngste Darsteller 9 und die älteste 83 Jahre alt.

Ort: Friedhof Göggingen, Von-Cobres-Straße 19, 86199 Augsburg, Zeit: 19:00 Uhr, 

Termine: 
Im Juli 2014: 19., 20., 25., 26. (im Grandhotel Cosmopolis), 27., 31. 
Im August 2014: 2., 3., 7., 8. (Augsburger Friedensfest).

Im Jahr 2015 soll das Projekt in anderen deutschen Städten nachgespielt werden. Kontakt: bfz Augsburg und Junges Theater Augsburg, Susanne Reng, 0821 4442995, reng@letzteheimat.net, www.letzteheimat.net




Montag, 21. April 2014

Digitalinvasions - neue Medien auf dem Assistens Kirkegaard in Kopenhagen

"Invading Assistens Churchyard – #Digitalinvasions #ak in Copenhagen" heißt ein Post auf der Seite der Journalistin Marlene Hofmann. Was ist damit gemeint?
Logo der Digitalen Invasionen

Frau Hofmann schreibt, dass die Digitalen Invasionen 2013 in Italien anfingen und dass das Konzept sich in diesem Jahr international verbreitet: Zwischen dem 24. April und dem 3. Mai werden Menschen in Italien und überall in der Welt kulturelle Orten "überfallen" und kreativ werden. 

Die Ergebnisse und der Prozess werden online geteilt, wobei stets das Hashtag - gibt's anscheinend kein deutsches Wort dafür, gemeint ist das Zeichen # - #digitalinvasions gebraucht wird. Digitale Invasionen gelten als ein großes Beispiel für neue Konzepte, mit denen sich Menschen aktiv an Kultur beteiligen und die digitale und die "off line" - also nicht digitale - Welt verbinden können. 

Marlene Hofmann selbst will den Assistens Kirkegaard in Kopenhagen überfallen. Das ist natürlich nicht so sehr ein Überfall, als vielmehr ein Spazierengang mit dem Smartphone in der einen und einer Tasse Kaffee in der anderen Hand (das stell ich mir allerdings etwas mühsam vor!). Jeder der Lust hat, kann dabei mitkommen. Sowieso ist dieser Friedhof bei den Kopenhagenern sehr beliebt, denn auf ihm wird schon lange ein Konzept umgesetzt, das Beerdigungen, Erholungsflächen und Erinnerung an berühmte Persönlichkeiten mit Ausstellungen und pädagogischer Begleitung miteinander verbindet und außerdem gehört dieser Spaziergang ja zu einem "internationalen Ereignis".

Das "Kulturcentret Assistens" hat übrigens eine interaktive Karte  mit vier verschiedenen Routen ins Internet gestellt und für die Digitale Invasion soll die Dichterroute begangen werden. Marlene Hofmann startet ihre Tour am Freitag, 25. April um 14 Uhr beim Kulturcentret Assistens (Kapelvej 4). Wer dabei sein will kann sie einfach am Startpunkt treffen und mitgehen. Sie selbst wird ihren Spaziergang über Twitter und später in ihrem Blog mit der Welt teilen. (Ihre Twitteradresse ist @MH_TextWeb und hier ist nochmal der Link zu ihrem Blog). In den sozialen Medien wie Facebook und Google+ kann man unter den Hashtags #digitalnvasions #ak (für Assistens Kirkegård) suchen, denn wer mitgeht, soll natürlich auch über seine Eindrücke twittern oder bloggen.
Mehr Information über #digitalinvasions gibt es übrigens unter Invasioni Digitali. Dort steht auch eine Karte, auf der alle "Überfälle" in der ganzen Welt verzeichnet sind. Natürlich gibt es die meisten zur Zeit noch in Italien, aber vielleicht ändert sich das ja bald. 

Auf deutsch erklären die Kulturkonsorten (München), wie man einen solchen "Überfall" organisiert. 

Vielleicht bekommt ja noch jemand Lust, seinen historischen Friedhof auf diese Weise der weltweiten Internetgemeinde und natürlich auch den Menschen vor Ort vorzustellen?

Montag, 14. April 2014

Osternacht im Mausoleum - Eine liturgische Performance zur Auferstehung Jesu

Mauseleum Kretschmer (ehemals von Schröder),
Foto Marianne Didiér 2005
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof wird am Ostersonntag, 20.April, von 0 Uhr bis Sonnenaufgang im Mausoleum Kretschmer (gegenüber Kapelle 7) eine ungewöhnliche Veranstaltung stattfinden, die als "Liturgische Performance zur Auferstehung Jesu" angekündigt wird.

Das Mausoleum kann dem Zeitraum von Mitternacht bis zum Morgengrauen zu beliebiger Stunde besucht werden, um sich mit den Mitwirkenden auf die Auferstehung Jesu und das Osterfest einzustimmen. An der Performance wirken mit: Der Hochschulpastor von Lüneburg, Bernd Vogel, die Prädikantin in Hamburg, Petra Roedenbeck-Wachsmann, die Sängerin Julia Kretschmer-Wachsmann und die Tänzerin Nora Wachsmann. Veranstalter ist der Verein der Nachbar-Café Kirchenbank.

Es wird dazu auch ein Imbiss vorbereitet. Deshalb muss man sich anmelden und eine Spende ist natürlich dafür sehr erwünscht.
Anmeldung unter: Cafekirchenbank@gmx.de

Ich finde die Idee auf dem Friedhof die Osternacht zu liturgisch zu feiern sehr schön und denke, dass sie auch auf anderen historischen Friedhöfen umgesetzt werden könnte.

Für die Hamburger, die gern teilnehmen wollen, sei noch darauf hingewiesen, dass man zu dieser Zeit mit PKWs nur über den Friedhofseingang Kornweg (Wellingsbütteler Landstrasse/Borstels Ende) auf den Friedhof kommt, dessen Tore ansonsten abgeschlossen sind. Man folgt dort dann der Ausschilderung zur Kapelle 7 und kann direkt dort auch Parken. Fußgänger und Fahrradfahrer benutzen aus demselben Grund den Fußgänger- und Fahrradeingang Kleine Horst an den Mausoleen.

Freitag, 17. Januar 2014

Fegen und restaurieren in Berlin

Hans-Jürgen Schatz am 4.11.2013 in Hamburg (Foto Leisner)
Den Schauspieler Hans-Jürgen Schatz habe ich im letzten Jahr kennengelernt, als die geplante „Friedhofsapp“ vorgestellt wurde. Damals wusste ich noch nicht, dass er zu den Persönlichkeiten gehört, die sich mit großem Engagement und ebenso großem Erfolg für die Erhaltung historischer Friedhöfe und Grabmale einsetzen. 

Jetzt lese ich, dass er sich schon 2010 als Kuratoriumsmitglied des Berliner Vereins „Denk mal an Berlin e.V.“ um die Restaurierung der Grabanlage von August Wilhelm Iffland (1759-1814) gekümmert hat. Im letzten Jahr wurden auf seine Initiative hin bis Ende November weitere Grabstätten restauriert: Schon im Sommer wurden auf dem Friedhof Dreifaltigkeit II die Grabstätte des Malers Adolph von Menzel (1815-1905) und der Schauspielerin Amalie Wolff (1780-1851) der Öffentlichkeit übergeben. Im November dann luden die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin und Brandenburg gemeinsam mit dem Friedhofsverband Berlin Stadtmitte zu einer Feierstunde auf den Friedhöfen Jerusalem I, Jerusalem III und Dreifaltigkeit I am Halleschen Tor ein. Dort wurde die Restaurierung der Gräber des Theologen August Neander (1789-1850), des Schauspielers Theodor Döring (1803-1878) und des Generalpostdirektors des Deutschen Reichs Heinrich von Stephan (1831-1897) präsentiert. Die Maßnahme wurde möglich durch die großzügige Unterstützung des Bundes in Höhe von 46.000 Euro sowie Beiträge des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg (1.500 Euro), des Ev. Friedhofsverbandes (2.600 Euro) sowie Spenden über die Stiftung Historische Friedhöfe (3.100 Euro).

Aber Schatz sammelt nicht nur Geld zur Erhaltung von Grabmalen berühmter Persönlichkeiten in Berlin. Er sorgt auch dafür, dass die Bewohner der Stadt auf ihr kulturelles Erbe aufmerksam werden. So luden er und der Pfarrer Jürgen Quandt (Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte) in den beiden letzten Jahren zusammen mit dem „Tagesspiegel“ zum Friedhofsputztag im November ein, um die Friedhöfe nicht unter dem Herbstlaub versinken zu lassen; natürlich mit der Hoffnung den einen oder anderen nicht nur für die Sauberhaltung der Wege, sondern auch für die Erhaltung der Gräber zu begeistern.

Montag, 18. November 2013

Karlsruher Verein gibt sein Winterprogramm heraus

Mausoleum Bürklin, Hauptfriedhof Karlsruhe
(Foto Leisner 29.3.2011)
In meiner Linkliste fehlte er bisher, dabei kenne ich den Verein zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur bestimmt schon seit der Gründung des Mitte April 2002 eröffneten Info-Centers am Hauptfriedhof in Karlsruhe. Jetzt habe ich den Link endlich zur Liste auf der rechten Seite hinzugefügt.

Der Grund ist, dass ich heute zum ersten Mal den neuesten Flyer mit den Veranstaltungen von November 2013 bis März 2014 per Post zugeschickt bekam. Man kann ihn sicher bald im Netz herunterladen. Aber im Augenblick sieht man dort noch den Flyer von 2013. Da ich mir nicht sicher bin, ob ich das Urheberrecht verletze, wenn ich den neuen Flyer hier abbilde, habe ich hier nur den Text des Winterprogramms ausgeschnitten, denn trotz Anfrage ist auf der Website immer noch nur das Herbstprogramm zu lesen (nachgeschaut habe ich am 9.12.2013 und ja, ich bin gerade abgemahnt worden wegen des fremden Fotos einer Pommesschale in einem Blog!).

In dem Info-Center in Karlsruhe läuft übrigens bis zum 29.3.2014 noch eine Ausstellung über Professor Josef Durm und das 100jährige Mausoleum  Bürklin, für dessen Errichtung er zuständig war. Er erforschte wenige Jahre zuvor das Theoderich-Grabmal in Ravenna und man sieht, dass es zum Vorbild wurde.
Programmausschnitt aus dem Flyer des Infocenters
am Karlsruher Hauptfriedhof

Donnerstag, 1. August 2013

Gedenken an die „Operation Gomorrha“

Schon beim diesjährigen Friedensfest, über das ich im vorigen Post berichtet habe, geht es um die Erinnerung an den Hamburger Feuersturm; jener Bombennächte vor jetzt genau 70 Jahren, in denen Hamburg so lichterloh brannte, dass das Feuer noch im 70 Kilometer entfernten Neumünster zu sehen war. Natürlich berichten die Medien, besonders der NDR, ausführlich über diesen Jahrestag. Aber es gibt auch andere Gedenkaktionen.
Bombenopferkreuz auf dem Ohlsdorfer Friedhof (Foto Rehkopf)
Die Arbeit des Bildhauers Axel Richter beschäftigt sich dabei direkt mit dem Bombenopfergrab auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Er nutzt "Stadtteilbalken" von den Massengräbern auf dem Ohlsdorfer Friedhof, Marmorstücke aus dem Altar der zerstörten St. Nikolaikircheam Hopfenmarkt und Douglasienholz aus dem Skulpturenpark des Haus am Schüberg und verarbeitet sie zu einem temporären Mahnmal mit dem Titel "Erinnerungen aufbrechen" zum Gedenken an die „Operation Gomorrha“.

Eichenbalken auf dem
Bombenopferkreuz (Foto Rehkopf)
Vom 2. August bis Anfang November wird das Kunstwerk zwischen der Dietrich-Bonhoeffer-Statue und dem Kunstdruck „Guernica“ von Pablo Picasso der Hauptkirche St. Petri zu sehen sein.
Nach den verheerenden Bombenangriffen auf Hamburg im Sommer 1943 wurden etwa 35.000 Opfer in Massengräbern auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt. Die Bestattungsarbeiten erfolgten durch KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter unter unvorstellbar harten Arbeitsbedingungen. Bereits 1944 wurden diese Massengräber mit Eichenbalken besetzt, die die Namen der 1943 stark zerstörten Stadtteile trugen. Nach Aussage des ehemaligen Friedhofsmitarbeiter Helmut Schoenfeld waren diese schon in den 1980er erneuert worden. Jetzt waren es wieder soweit, dass sie durch neue Balken ersetzt werden mussten.
Inschrift auf einem der Eichenbalken
(Foto Rehkopf)

Der Bildhauer Axel Richter ist Initiator des an verschiedenen Orten Hamburgs entwickelten Skulpturenprojektes "Netzwerk Sehnsucht" im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Im Umfeld der Ausstellung wird es in der Hauptkirche St. Petri verschiedene Veranstaltungen geben, u.a. eine Lesung mit dem Schauspieler Rolf Becker am 20. August um 20 Uhr. Sie steht unter dem biblischen Motiv: „Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen.“

Titelbild, Schriftenreihe des
Förderkreis Ohlsdorfer
Friedhof Bd. 5
Vielleicht passt in diesem Zusammenhang noch der Hinweis auf den kleinen Band 5 der Schriftenreihe des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof, in dem schon 1993 Zeitzeugentexte versammelt wurden, die damals in einer Veranstaltung vor dem Bombenopfermahnmal, vorgelesen bzw. von einem der Autoren, der inzwischen leider verstorben ist, selbst erzählt wurden.

Samstag, 27. Juli 2013

Alter Friedhof in Schwerin feiert 150jähriges Jubiläum

Seit Juni dieses Jahres feiert der Alte Friedhof in Schwerin mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm  sein 150jähriges Bestehen. Bis zum September läuft in der Trauerkapelle noch die Ausstellung „Symbole – Zeichen vom Ich“.

In wenigen Tagen - am 31. Juli - wird dann im Foyer der Stadtwerke dieAusstellung „150 Jahre Alter Friedhof - Ein Ort der Erinnerung und Ruhe" eröffnet, die dort und parallell im Stadthaus einen Monat lang zu sehen sein wird. Sie zeigt die vielen Gesichter dieses inmitten der Landeshauptstadt gelegenen Garten- und Landschaftsdenkmals, das - von Gartenbaumeister Theodor Klett gestaltet - am 28. Juli 1863 eröffnet wurde.

Zum Jubiläum gehörten und gehören außerdem eine ganze Reihe von Vorträgen, Sonderführungen und anderen Veranstaltungen: So eröffnet zum Beispiel der Landesinnungsverband des Steinmetz- u. Steinbildhauerhandwerks M-V und der Friedhofsgärtner der Treuhandstelle am 2. August eine eigene Ausstellung im Grabfeld VIII a, am 14.August wird der Film „Theodor Klett – Hofgärtner in Schwerin“ gezeigt und am 26. Oktober ist ein Konzert des Schweriner Gospel-Chors geplant. Mehr zu den Veranstaltungen kann man zur Zeit auch auf der Seite des SDS (Stadwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin) nachlesen.

Dazu ist ein neues Buch über den Friedhof mit dem Titel "150 Jahre Alter Friedhof Schwerin - 1813 - 2013 vom Gottesacker zum Gartendenkmal" erschienen, in dem Christine Reberg-Credé die historischen Aspekte der Anlage beleuchtet und der Landschaftsarchitekt Matthias Proske die denkmalpflegerische Zielstellung erläutert.


Mittwoch, 22. Mai 2013

Krimilesungen auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof

In der alten und der neuen Trauerhalle auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof findet eine neuartige Lesereihe statt, die der Gollenstein Verlag zusammen mit den Saarbrücker Friedhöfen veranstalten.

Autoren des Verlages stellen ihre Bücher in bisher ungewohntem Ambiente vor, wobei die Themen durchaus zum Friedhöf passen dürften, denn es ging und geht zum Beispiel um Kriminalromane und Detektivgeschichten, aber auch um andere Geschichten von Leben und Tod. So findet auch der Leiter des Friedhofs- und Bestattungsbetriebes, dass auf einem "Friedhof aus einem Krimi zu lesen, ... naheliegend (sei) ... gelte doch für Krimis wie für den Friedhof: 'Der Tod kommt vor'.“ (Zitat aus der Saarbrücker Zeitung, die einen launigen Artikel dazu veröffentlicht hat.)

Die Lesungen sind bis zum Jahresende geplant und, wenn die Reihe Erfolg hat, soll sie fortgesetzt werden. Auf jeden Fall gibt es viele Geschichten von Leben und Tod, denn auf dem Friedhof findet sich das Leben und die Geschichte der Stadt wieder. So hat den Verfasser des Zeitungsartikels denn auch eine Geschichte auf einer Infotafel des Friedhofs besonders gefallen. Die Friedhofsmauer war nämlich 1935 auch Staatsgrenze und so ist es einigen von den Nazis Verfolgten gelungen als Friedhofsbesucher getarnt durch ein Loch in der Mauer nach Frankreich zu entkommen.

Sonntag, 5. Mai 2013

Alter Südfriedhof in München feiert 450jähriges Jubiläum


Alter Südfriedhof München
(Quelle Wikipedia, Fotograf: Schlaier, This file is licensed under 
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2.0 Generic and 1.0 Generic license)
Am 12. April vor 450 Jahren wurde der Alte Südfriedhof eingeweiht. Er dürfte damit einer der ältesten kirchlichen Friedhöfe in Deutschland sein.

Die "Städtischen Friedhöfe München" haben aus diesem Anlaß ein umfassendes Festprogramm aufgelegt. So stellt die Ausstellung "Wo München Ruhe findet - 450 Jahre Münchner Friedhofskultur" in der ehemaligen Karmeliterkirche in der Münchner Innenstadt, mit historischen und aktuellen Bildern, Texten und  Exponaten die Geschichte dieses Friedhofs und der weiteren Münchner Friedhöfe vor. 

In der Karmeliterkirche ist auch die Festschrift mit demselben Titel käuflich zu erwerben, sowie  die Broschüre "Münchner Friedhöfe". 

Außerdem gibt es Führungen, Performances und als eines der Highlights des gesamten Programms am 11. Mai und 6. Juli eine Multimedia-Collage mit Text, Gesang, Tanz und Lichtspiel vor dem Lapidarium auf dem Alten Südfriedhof  und damit eine spannende Zeitreise auf dem ältesten Friedhof der Stadt. Im Lapidarium wird außerdem fast täglich ein Film gezeigt, der in 3D-Animation  die historische Entwicklung des unter Natur- und Denkmalschutz stehenden Alten Südlichen Friedhofes beleuchtet.

Freitag, 26. April 2013

Geocaching auf dem Friedhof - die Idee aus Osnabrück macht Schule

Im wahrsten Sinne des Wortes macht die Idee, das neue Gesellschaftsspiel Geocaching mit dem Friedhof zu verbinden, in diesem Sommer Schule.

Die igs (internationale Gartenschau) in Hamburg 2013 wird von einem umfangreichen Programm für Schulklassen begleitet und dort findet man auch das Angebot des Bundes Deutscher Friedhofsgärtner eine solche "moderne Schnitzeljagd" mit Klassen der Jahrgänge 6-9 durchzuführen.

In der aktuellen Pressemeldung des Verbandes heißt es dazu: „Im Rahmen des „Bunten Klassenzimmers“ auf der igs bietet der BdF zudem in Zusammenarbeit mit Erlebnis-Pädagoginnen und in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur (VFFK) zwei unterschiedliche Projekte für Kinder und Schulklassen an: „Jedes Tier braucht ein Grab – wir beerdigen Insekten im Erinnerungsgarten“ und „Geocaching auf dem Friedhof“. Die beiden Projekte haben zum Ziel, den Kindern den Umgang mit dem Tod spielerisch näher zu bringen. Auch sollen der Umgang mit und die Bedeutung von Erinnerungssymbolen erlernt werden.“

Dienstag, 2. April 2013

,,Diesseits - Jenseits - Gedenkkulturen der Weltreligionen auf dem Ohlsdorfer Friedhof"

Der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof lädt zur Eröffnung seiner Freilicht-Ausstellung "Diesseits - Jenseits, Gedenkkulturen der Weltreligionen auf dem Ohlsdorfer Friedhof" am  14. April 2013 ein.

Zwei große internationale Ausstellungen finden in diesem Jahr in Hamburg auf der Elbinsel Wilhelmsburg statt. An diesem Wochenende wird die IBA 2013, die internationale Bauaustellung, eröffnet. Am 26. April folgt die igs 2013, die Internationale Gartenschau Hamburg.

Grabstätte der Familie Pohl auf dem Ohlsdorfer Friedhof
mit buddhistischer Gestaltung (Foto: Förderkreis Ohlsdorfer
Friedhof e.V.)
Auf der Internationalen Gartenschau, die den Untertitel "In 80 Gärten um die Welt" hat, wird unter anderem auch die "Welt der Religionen" zu sehen sein; ein gemeinsamer Garten aus fünf Teilgärten, die von Vertretern des Buddhismus, Christentums, Hinduismus, Islam und Judentums gestaltet werden. Sie haben einen Brunnen zum Zentrum, der die Bedeutung des Wassers für alle Religionen als Quell des Lebens symbolisiert. Ganz in der Nähe werden während der Ausstellungszeit über hundert Friedhofsgärtner und Steinmetze ihre Arbeiten präsentieren.

Passend dazu wird auf dem Ohlsdorfer Friedhof die neue Freilicht-Ausstellung zu sehen sein, die sich mit dem Titel direkt auf die "Welt der Religionen" in Wilhelmsburg beziehen wird. Gemeinsam projektiert vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. und der Hamburger Friedhöfe -AöR- wird dieses Garten-Projekt noch vor der igs ameröffnet. Ziel des Projekts ist es, die Besucher in die Rituale und Jenseitsvorstellungen der Weltreligionen einzuführen. Die Veranstalter schreiben dazu:

Muslimische Gräber auf dem Ohlsdorfer Friedhof
(Foto: Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V.)
"Der Umgang mit Tod und Trauer ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal innerhalb der fünf
Weltreligionen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, lslam und Judentum. Doch worin besteher
Gemeinsamkeiten, wo liegen die Unterschiede? Vertreter der Religionsgemeinschaften beantworteten dazu folgende Fragen zu den Bestattungsriten ihrer Religion:
- Gibt es eine Farbe der Trauer in lhrer Religion?
- Welche Vorstellungen hat das Jenseits in lhrer Religion?
- Was stellt der Tod in lhrer Religion dar?
- Welche Abschiedsrituale der Hinterbliebenen sind die wichtigsten?
Die Antworten werden auf Texttafeln vorgestellt. Sie sind eingebettet in den gärtnerisch einheitlich
Hauptstein der Grabstätte der Chinesen
in Hamburg (Foto: Förderkreis
Ohlsdorfer Friedhof e.V.)
gestalteten Platz und mit Symbolfahnen der Weltreligionen markiert. ,,Diesseits-Jenseits" bietet Einblicke in die unterschiedlichen Bestattungskulturen und ein emotionales Erlebnis durch den sakralen Ausstellungsort zwischen dem neuen Bestattungsforum und dem Mahnmal für die Verfolgten des Naziregimes 1933-45."

Dazu gibt der Förderkreis eine Broschüre mit dem Titel "Ohlsdorf - ein konfessionsoffener Friedhof" heraus und zeigt im Friedhofsmuseum eine Fotoausstellung, die ebenfalls bis Oktober 2013, also bis zum Ende der igs 2013, zu sehen sein wird.

Bei der Eröffnung am am Sonntag, den 14. April, um 15:00 Uhr in der Talstraße des Ohlsdorfer Friedhofs am Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf ( bei schlechtem Wetter in der Fritz-Schumacher-Halle des Bestattungsforums) wird  der  Religionswissenschaftler Prof. Dr. Wolfram Weiße von der Universität Hamburg, Akademie der Weltreligionen, in das Thema einführen und es werden Vertreter der fünf Religionen dazu erwartet.

Samstag, 17. November 2012

Winterprogramm Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg

Der Ohlsdorfer Förderkreis lädt jedes Jahr zu seinen Vorträgen im Winter ein. Dieses Jahr hat er sein Winterprogramm in einem attraktiven Flyer zusammengestellt, den ich hier für alle Interessierten veröffentliche. Die Veranstaltungen finden im neuen Bestattungsforum in Ohlsdorf statt und sind kostenlos, aber natürlich freut sich der Verein über großzügige  Spenden für seine Arbeit.