Posts mit dem Label Allerseelen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Allerseelen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 25. Oktober 2021

Totentage im November

Beleuchtete Gräber auf dem St. Barbara Friedhof in Linz (Pressebild)
Der November rückt heran und damit auch die christlichen und staatlichen Totengedenkttage, zuerst Allerheiligen und Allerseelen, dann der Volktstrauertag und der Ewigkeitssonntag. Für die Zeitshrift "Ohlsdorf-Zeitschrift für Trauerkultur" haben wir das zum Schwerpunkt des nächsten Heftes genommen. Olga Reher schreibt über die den "Tag der Toten" in Mexiko, Norbert Fischer berichtet vom Friedhofsgeschehen an diesem Tag in Murcia in Spanien und ich habe mich ein wenig mit Geschichte und Brauchtum von Allerseelen in Deutschland und Europa beschäftigt. Hier eine Kurzfassung meiner Erkenntnisse, die dann noch ausführlich in der Zeitschrift zu lesen sind, die Mitte November erscheinen wird:

Freitag, 31. Oktober 2014

Jedes Jahr wieder - Halloween

Offene Särge im fürstlichen Mausoleum, Putbus auf Rügen
(Foto Leisner 2014)
Historische Friedhöfe haben ja eigentlich ganz viel mit dem Fest von Allerheiligen und Allerseelen zu tun, das die katholischen Christen in aller Welt am 1. und 2. November begehen. Die Kirche feiert am 2. November das Gedächtnis ihrer Verstorbenen, also aller toten Seelen. Und deren ehemalige Körper befinden sich schließlich in der geweihten Erde der Kirch- und Friedhöfe. In katholischen Gegenden werden die Gräber geschmückt und es werden dort Lichter angezündet. Fürbitte, Almosen, Friedhofsgänge und natürlich die Segnung der Gräber gehören kirchlicherseits dazu.

Aber wir leben in einer sich schnell wandelnden Kultur. Früher bekam ich hier im protestantischen Norden wenig von diesem katholischen Brauchtum mit, denn hier wird der Toten erst am "Ewigkeitssonntag", der früher einfach Totensonntag hieß, gedacht. (Sprachlich soll selbst an diesem Tag der Tod vermieden werden, ein Widerspruch in sich oder?) Inzwischen schwappt seit zwei oder drei Jahrzehnten katholisches Brauchtum aus den USA zu uns herüber und beginnt unsere Kultur am 31. Oktober zu bestimmen. Es wird zu Halloween-Parties eingeladen. Dazu verkleidet man sich als Toter, Untoter, Vogelscheuche oder in anderer möglichst morbider oder geisterhafter Form. Selbst beim Bezahlen eben im Supermarkt hatten sich die Kassiererinnen entsprechende Kopfbedeckungen aufgesetzt. Jetzt nach Einbruch der Dunkelheit warte ich auf die Kindergruppen, die Süßes verlangen und sonst Saures versprechen.
Da sind sie schon, die kleinen Geister vor meiner Haustür
(Foto Leisner 2014)

Und selbst ich übernehme mit Vergnügen einen Tweet mit Bildern von echten Geisterhäusern, der mir heute auf Twitter gut gefallen hat, und den ich gleich hier noch einmal veröffentliche:  @Miss_Macabre: An American horror story: 'real' haunted houses – in pictures | The Guardian http://buff.ly/1sQ0C66.
Verfall und die Vergänglichkeit werden in diesen Bildern sichtbar und zugleich kommt die Frage auf: Was stecken wohl für Geschichten hinter all den verlassenen Räumen und den aufgefundenen Skeletten?