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Sonntag, 21. Juni 2026

25 Jahre "Garten der Frauen"

Der Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg gehet dieses Jahr am Sonntag, 5. Juli um 14 Uhr sein 25jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsfeier. Sie beginnt mit der szenischen Darbietung „Das Patriachat lässt grüßen – wir grüßen nicht zurück!“, die von den Schauspielerinnen Herma Koehn und Andrea Gerhard präsentiert wird, Text und Moderation Dr. Rita Bake. Zu Wort kommen Frauen der alten und neuen Frauenbewegung, an die im Garten der Frauen erinnert wird. Musikalisch begleitet wird die Feier von der französischen Jazz- und Popsängerin Myra Maud und für Getränke und Kuchen ist auch gesorgt. 

Außerdem organisiert der Verein ein Sonderprogramm zum Jubiläum mit insgesamt 13 themenbezogenen Sonntagsführungen durch den Garten anlässlich des Jubiläums. (Daneben haben schon im Mai und Juni 2026 ab 15 Uhr die regulären Sonntagsführungen durch den Garten stattgefunden.) Themen und Daten kann man dem Jubiläumsheft des Vereins entnehmen, in dem die Frauen und Frauengruppen, um die es jeweils gehen soll, vorgestellt werden. 

Außerdem gibt es am 6. Juli 2026 um 15 Uhr eine szenische Darbietung zu den Frauen der
alten und neuen Hamburger Frauenbewegung; am Sonnanbend 22. August ebenfalls um 15 Uhr eine Lesung von Dr. Conelia Lipp, die aus ihrem neuen Buch "Gertrud und Ursula Falke - Klaus - Jean Weidt. Eine (Hamburger) Trilogie 1912-19147" lesen wird, und am Sonnabend 5. September um 15 Uhr in der Cordeshalle im Forum Ohlsdorf die Lesung von Gerturd Klemm "Abschied vom Phallozän. Eine Streitschrift". Näheres siehe hier. 

Wer sich für die Geschichte des Vereins und eine ähnliche Initiative in Berlin interessiert, sei hier auch auf das neue Heft von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" hingewiesen, das schon im Druck beim Ohlsdorfer Förderkreis zu erhalten ist und demnächst auf seiner Website erscheinen wird. 

Sonntag, 3. August 2025

Jubiläum: 25 Jahre Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf e.V.

Die Stabkirche auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf (Foto Leisner) 

Der Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf e.V. hat 12.Juni ein großes Jubiläumsfest anläßlich seines 25jährigen Bestehens gefeiert. Wir vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. gratulieren natürlich sehr herzlich und freuen uns, dass dazu im Stadtblatt ein ausführlicher Artikel erschienen ist, der die Arbeit des Vereins würdigt. 

Darin heißt es u.a., dass der Verein mit europaweit fast 400 Mitgliedern zu den ­größten Vereinen der Region gehört und seit seiner Gründung nicht nur viel für die Erhaltung und Pflege des Friedhofs geleistet, sondern auch dazu beigetragen hat, aus dem historisch bedeutenden Ort ein kulturelles Highlight mit einer Ausstrahlung weit über Berlin und Brandenburg hinaus zu machen. 

Schon vor der Vereinsgründung hatte der Friedhofverwalter Olaf Ihlefeldt mit seinen Mitarbeitern begonnen, den während der Zeit der DDR verwilderten Friedhof wieder instand zu setzen. Seit 1991 hatte er außerdem in Eigenregie Konzerte, Führungen und Lesungen auf dem Friedhof veranstaltet. Mit der Vereinsgrünundung wurden diese Aktivitäten dann auf eine breitere Basis gestellt, sowohl, was die "manpower" betrifft als auch in Bezug auf die finanziellen Grundlagen. 

Zu Beginn gab es noch viele Probleme durch Vandalismus und Diebstahl (auch in diesem Blog wurde über den Kupferdiebstahl im Jahr 2011 berichtet, der zum Glück rasch aufgeklärt wurde). Das hat zum Glück nachgelassen und, seitdem das Gelände eingezäunt wurde, haben gibt es auch kaum noch Verwüstungen durch Wildschweine und andere Wildtiere. So können sich die Vereinsmitglieder ihren Hauptaufgaben widmen: Förderung des Denkmalschutzes, Herstellung und Verteilung von Broschüren, Sicherung der Brunnen, Bau von Unterständen, Veranstaltung von Führungen und Vorträgen sowie Konzerten, Betreuung des Infohäuschens im Eingangsbereich an Wochenenden, ­fachspezifischer Austausch mit internationalen Partnervereinen und vieles mehr. 

Zum Jubiläum wurde das bereits umfangreiche Veranstaltungsprogramm, das immer wieder viele Menschen auf dem Friedhof zusammenbringt, erweitert. Zum Beispiel findet am 31. August zum ersten Mal ein Klangspaziergang und Brunnenkonzert auf dem Friedhof statt. Und das bekannte Führungsangebot wird durch Fahrradführungen, abendliche und naturkundliche Rundgänge ergänzt. Den Höhepunkt bildete aber sicher das gut besuchte Jubiläumsfest im letzten Monat. Die kommenden Veranstaltungen finden sich natürlich noch auf der Website des Friedhofes.

Freitag, 2. Mai 2025

Zwei Friedhofsjubiläen in Bremen

Mausoleum Schmiedell, Riensberger Friedhof (QuelleVon Joern M - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,)
Die beiden Bremer Friedhöfe Riensberg und Walle  feiern in diesem Jahr kurz hintereinander ihr 150-jähriges Bestehen. Der Umweltbetrieb Bremen (UBB) lädt für Riensberg am 10.  und für Walle am 17. Mai 2025 jeweils zu einer Jubiläumsveranstaltung ein. 

In Riensberg gibt es als Festveranstaltung am Nachmittag Kurzvorträge und Reden in der Kapelle und dazu ein kreatives Begleitprogramm für Groß und Klein, bei dem Steinmetze, Gärtnereien und andere Ausstellende ein buntes, Mitmach-Programm anbieten. Außerdem kann man an Friedhofsführungen teilnehmen. Es gibt dabei sowohl berührende Geschichten und Poesie, aber man kann auch auf einer vogelkundlichen Führung die vielen kleinen Sänger auf dem Friedhof kennen lernen. Abends findet dann ein Cellokonzert mit Lesung in der Kapelle statt. Dort hat außerdem die Kunstinstallation TRANSITUM von Anke Bär und Beate C. Koehler Raum gefunden und es gibt eine Ausstellung zum Kolumbarium, das heute als edle Begräbnisstätte dient. Zudem kann man am "Baum der Hoffnung" einer frisch gepflanzten jungen Eiche Wünsche für die Zukunft anvertrauen und es gibt einen Treffpunkt mit Café - Bereich. Musikalisch wird der Tag von der Flötistin Jette Beyer begleitet.
Als eine weitere Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums ist zur Zeit auf der Website des Umweltbetriebs Bremen eine Führung zum Thema "Bremer Frauen" am 11. Juni angekündigt. 

Eine Woche später am 17. Mai beginnt das Jubiläumsprogramm in Walle ebenfalls am Nachmittag mit Kurzvorträgen und Reden in der Kapelle und mit dem schon bekannten kreativen Begleitprogramm, sowie thematisch gleichen Führungen. Zu den das Thema "3 Stationen bewegte Leben" hinzukommt, zu drei Stätten, die vom Mut, dem Kampf um soziale Gerechtigkeit und vom Überleben in Gewalt und Verfolgung erzählen. Abends dann gibt es ein Konzert mit meditativen Klänge mit orientalischen Einflüssen. Auch der Baum der Hoffnung findet sich auf diesem Friedhof wieder, ebenso wie das Café und die musikalische Flötenbegleitung. 

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums sind eine Mausoleumsführung am 1. Juli und eine Führung zu Grabstätten von Bremer Frauenrechtlerinnen am 21.9. Auch hier werden möglicherweise weitere Programmpunkte noch später angeboten, die dann von der Website abgerufen werden können.

Samstag, 3. August 2024

Ein Buch zum kommenden Jubiläum für den Riensberger Friedhof

Vor zwei Jahren habe ich hier schon auf die Arbeit des Künstlers und Autors Michael Weisser über den Riensberger Friedhof in Bremen hingewiesen. Inzwischen ist seine Arbeit weitergegangen und er hat gerade eine zweite Publikation zum bevorstehenden 150-jährigen Jubiläum des Friedhofs im Jahr 2025 unter dem Titel "150 Jahre Riensberger Friedhof: Die Liebe höret nimmer auf! Über das Entstehen, Wachsen, Blühen, Welken und Vergehen. Ein Beitrag zur Sepulkralkultur." herausgebracht. Darin geht es unter anderem um die "Gestalter des Friedhofs, der Friedhof als Biotop zwischen Natur und Kultur, das alte Dorf Schwachhausen, Chronologie des Friedhofs, bedeutende Gräber und ihre Geschichten, Gräber von Freimaurern, über den Erhalt von historischen Grabsteinen, Statements zum Friedhof als Kulturwert, Literatur/Quellen, Index."

Damit legt Weisser nach seinem ersten quellenbasierten Buch zur Geschichte einen Bildband mit übersichtlicher Chronologie, neuen Informationen und vor allem mit neuen Fragestellungen zu diesem Ort und seiner besonderen Bedeutung vor, wie er auf seiner Website schreibt. Dort sind auch eine Reihe von Bild- und Textseiten veröffentlicht, so dass man sich einen guten Eindruck über dieses neue Werk verschaffen kann.

Dienstag, 16. April 2024

Jubiläumsjahr: 160 Jahre Zwölf-Apostel-Kirchhof

Screenshot der Seite der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde zu den Jubiläumsveranstaltungen
Der Zwölf-Apostel-Kirchhof in Berlin feiert in diesem Jahr sein 160jähriges und die zugehörige Kirche ihr 150jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsjahr, zu dem eine Reihe von Veranstaltungen gehören. So gibt es schon am Freitag 19.4. einen Vortrag: "Schöneberg auf dem Weg nach Berlin" und am 26.4. macht der Friedhof mit einer Lesung auf "Die Affäre Kießling" von 1984 aufmerksam. Bis zum Oktober folgen dann mindestens zwei bis drei interessante Veranstaltungen im Monat, darunter Konzerte, Führungen und eine große Jubiläumsnacht des Friedhofs. Man findet alle Veranstaltungen unter diesem Link. Darunter ganz am Ende im Dezember dann leider auch eine Abschiedveranstaltung für den langjährigen und sehr aktiven Öffentlichkeitsbeauftragten des Friedhofs "Au Revoir - Bertram von Boxberg sagt auf Wiedersehen!", bei der ein Rückblick auf die Vielzahl von Veranstaltungen und Ereignissen gewagt wird, mit denen die Kirchhöfe in den letzten elf Jahren der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Dabzu heißt es: "Es gibt unter anderem kleine Video Beispiele, die von Stephan von Bothmer begleitet werden. Hinter allem steht die Frage - wie funktioniert das eigentlich - Öffentlichkeitsarbeit für Friedhöfe?" - ein wichtiges und interessantes Thema!

Mittwoch, 3. Mai 2023

500 Jahre Taucherfriedhof Bauten

Buchcover
Der Taucherfriedhof in Bautzen feiert in diesem Jahr sein 500jähriges Bestehen. Schon durch dieses hohe Alter, das in Deutschland nicht allzu viele Friedhöfe erreichen, ist er ungewöhnlich. Dazu kommen aber noch weitere Faktoren, die ihn zu einem echten Kleinod der deutschen Friedhofslandschaft machen.

Zu dem Jubiläum ist ein handliches Buch erschienen, das neben einem Abriss zur Geschichte dieses Friedhofs und des daran angrenzenden Miachelisfriedhofs über 100 historische Grabanlagen und Grabmäler vorstellt. Dabei stehen die Lebensgeschichten der Bestatteten im Vordergrund und die Grabmale erscheinen - leider - in sehr kleinen Bildern. Durch Pläne auf den Innenseiten der beiden Umschläge, in die die Grablagen mit den Nummern der behandelten Orte eingezeichnet sind, eignet sich dieses Buch hervorragend vor Ort als Führer für Friedhofsspaziergänge. 

Aber auch sozusagen von weitem bietet das Jubiläumsbuch einen guten Einstieg in die Besonderheiten dieses Friedhofs, die ihn aus der Menge der historischen Friedhöfe hervorheben. Denn dieser Begräbnisplatz spiegelt die Stadtgeschichte auf ganz besondere Weise wider. Er wurde in reformatorischer Zeit außerhalb der Stadt angelegt; zu einem Zeitpunkt, als  die Anhänger der neuen Religion sich in Bautzen noch nicht vollständig durchgesetzt hatten. 

Montag, 22. August 2022

Zu guter Letzt - eine Ausstellung zum (Weiter) Leben

Auf manche Friedhofsereignisse werde ich leider erst spät aufmerksam. Aber es ist noch nicht ganz zu spät, auf das diesjährige Jubiläum des Städtischen Friedhofs in Görlitz hinzuweisen, der vor 175 Jahren eröffnet wurde. Der Veranstaltungsplan des Jubiläumsjahres ist hier zu finden. 

Ein Höhepunkt hat gerade am letzten Wochenende stattgefunden: Die Ausstellung "Zu guter Letzt" wurde in der Alten Feierhalle des Friedhofs eröffnet. Kuratiert von Matthias Wenzel wird die Sammlung Jordan gezeigt, die mit Hilfe von Sponsoren angekauft werden konnte. In ihr spiegelt sich das Trauergedenken im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wider. Ausgestellt sind unter Titeln wie "Zimmerdenkmale", "Dich riefen Gottes Engel", "Mir war der Heldentod beschieden" und "Lebensläufe an der Wand" Bilder, die mit Tod und Erinnerung zu tun haben, darunter befindet sich z.B. die Darstellung der Lebensalter von der Geburt bis zum Tod, aber auch gerahmte Kästen mit Bildern, die aus den Haaren Verstorbener oder aus Eufeuranken gefertigt sind, sowie Haarschmuck und andere Objekte. Die Ausstellung wird zukünftig öffentlich zugänglich sein, Termine werden auf der Website des Friedhofes veröffentlicht.



Auf eine besonderen Veranstaltung, die noch bevorsteht, kann hier immerhin noch verwiesen werden: Am Wochenende 3./4. September wird der Friedhof - in Erinnerung an den Kriegsbeginn am 1. September 1939 und mit dem aktuellen Bezug zu dem Krieg in der Ukraine - den Frieden in den Mittelpunkt stellen. Dann ist das Literaturtheater Dresden mit seiner szenischen Lesung „... und werde Dich immer lieben! Dein Stjopa“ auf dem Friedhof zu Gast, in der anhand von Briefen von der Front, an den deutschen Überfall der Sowjetunion und den darauf folgenden schrecklichen Krieg erinnert wird. In ihnen spiegeln sich Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste der Schreibenden, die oft nicht aus dem Krieg heimkehrten, ebenso wie ihr Wunsch nach dem Ende des Krieges und einem Leben in Frieden.

Montag, 7. Juni 2021

"150 Jahre Friedhof Glauchau - Erinnerungen & Aktuelle Bezüge"


Glauchau ist eine Große Kreisstadt im sächsischen Landkreis Zwickau. Sie war zu ihrer Blütezeit im ausgehenden 19. Jahrhundert ein wichtiger Standort der Textilindustrie.

Cover der Broschüre über den Glauchauer Friedhof
Es jetzt habe ich erfahren, dass man dort 2019 das 150jährige Jubiläum des örtlichen Friedhofs mit zahlreichen Veranstaltungen während einer Gedenkwoche im November feierte. Doch auch im nachhinein ist dieses Ereignis durchaus wert hier im Blog erwähnt zu werden, finde ich. 

In dieser Gedenkwoche wurde in einem Eröffnungsvortrag der Geschichte des Friedhofes nachgegangen. Außerdem gab es durch Mitarbeitende des Friedhofs konzipierte Führungen und eine Lichtinstallation. In einem Familiengottesdienst und einem Gesprächsabend wurde der Blick auf die letzten Dinge des Lebens gerichtet. Es folgte ein weiterer Vortrag zu Formen der Trauer und des Abschiedes, sowie Gottesdienste, Andachten und ein Konzert, in dem die christliche Auferstehungshoffnung Thema war. Außerdem wurden in einer Abendveranstaltung geistliche und weltliche Texte zum Thema vorgelesen, verbunden durch Musik.

Zum Jubiläum erschien eine mehr als hundert Seiten umfassende Broschüre zur Geschichte des Friedhofs, verbunden mit dem Abdruck des Vortrags zur Trauerkultur im Wandel, Informationen zu aktuellen Bestattungsformen auf dem Friehof und zur o.g. Lichtinstallation. 

Der Abriss über die Friedhofsgeschichte des Ortes enthält die gesamte Entwicklungsgeschichte der Bestattung vor Ort mit vielen interessanten Details. Genannt sei hier nur die Zeichnung des Glauchauer Leichenwagens von 1846, für den ein Hofwagen aus Altenburg als Vorlage diente. Hinzugefügt hat der Autor aus aktuellem Anlass einen Abriss über die Geschichte der Seuchen vor Ort.

 

Sonntag, 29. September 2019

München - 200 Jahre kommunales Friedhofs- und Bestattungswesen

Schmiedeeiserne Grabmale
auf dem Waldfriedhof in München (Foto Hofmann)
Ich hab's verpasst :-(! Also nicht ganz, aber eigentlich hätte hier schon am Anfang des Jahres ein Hinweis auf das Jubiläum" 200 Jahre kommunales Friedhofs- und Bestattungswesen in München" in München stehen sollen. Es ist der Anlass für eine ganze Reihe interessanter Veranstaltungen, von denen ein Großteil natürlich schon vorüber gegangen ist.

Immerhin bieten der Oktober und der November in München noch einige Veranstaltungen, die man den Münchenern und ihren Nachbarn nur wärmstens empfehlen kann. Das Programm lässt sich hier herunterladen. So wird am 8.10. darüber diskutiert werden, wie man beerdigt werden möchte. Es referiert das Künstlerpaar Daniel und Karolin Bräg, die danach fragen, was man tun würde, wenn man einen geliebten Menschen beerdigen müsste, es aber keinen Bestatter, keinen Gärtner, keinen Steinmetz gäbe?

Natürlich gehören verschiedene Friedhofsführungen und eine Krematoriumsführung zum Programm, so über den Alten Nördlichen Friedhof, den Friedhof Bogenhausen, wo auch Liesl Karlstadt, Erich Kästner, Rainer Werner Fassbinder, Annette Kolb, Oskar Maria Graf und Helmut Fischer („Monaco-Franze“) ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Es gibt eine "Eucharistiefeier mit Bildbetrachtung“; die Filmvorführung "Trauer.Wege.Finden" mit anschließendem Filmgespräch. Über den Alten Südlichen Friedhof wird nicht nur geführt, sondern dort wird auch in der Langen Nacht der Münchner Museen (19.10.2019 // 19:00 – 24:00 Uhr) alle 30 Minuten ein 3D-animierter Film über die historische Entwicklung des unter Denkmal- und Naturschutz stehenden Friedhofs gezeigt. Am 1. November folgt dann eine GEDENKFEIER für die Bombenopfer Münchens auf dem Nordfriedhof und am 9.November wird auf dem Friedhof am Perlacher Forst der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Dort wurden nicht nur die jungen Mitglieder der "Weißen Rose" nach ihrer Hinrichtung bestattet.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Südfriedhof Kiel - Schwerpunkt der Ohlsdorf-Zeitschrift

Das Jubiläum des Südfriedhofs in diesem Jahr habe ich hier schon einmal erwähnt. Inzwischen ist auch unsere Ohlsdorf-Zeitschrift, in der dieser Friedhof besonders gewürdigt wird, herausgekommen. Sie ist wie immer sowohl als gedrucktes Heft (beim Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V.) zu erhalten, als auch im Internet zu lesen.

(Selbstlob ist eigentlich nicht so gut, aber ich muss hier mal schreiben, dass ich das Heft richtig gut finde - nicht nur inhaltlich, auch optisch!)

Inzwischen habe ich auch den Flyer mit dem Jubiläumsprogramm des Südfriedhofs erhalten. Morgen findet übrigens ein Vortrag zur Geschichte dieser Anlage statt, wer also in Kiel ist und Zeit hat: Auf zum Südfriedhof!



Montag, 6. Mai 2019

Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. wird 30!

Der Rosengarten mit dem Cordesdenkmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof 2017 (Foto Leisner)
Als "Gründungsmutter" dieses Förderkreises - und ich sage stolz: des ersten Fördervereins, der ausschließlich für einen historischen Friedhof gegründet wurde - freue ich mich riesig, dass wir jetzt schon seit 30 Jahren aktiv sind! Wer mehr über unsere Arbeit wissen will, kann in diesem Blog (2009 und 2014) und in unserer Zeitschrift nachlesen, wie sich das "bürgerliche Engagement" für diesen besonderen Friedhof entwickelt hat.

Deshalb weise ich hier auf die Festveranstaltung hin, die im Rahmen des Bürgerfestes auf dem Ohlsdorfer Friedhof am 26.Mai 2019 stattfinden wird. Es wird eine Feierstunde „30 Jahre Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof“ geben, auf der Prof. Dr. Norbert Fischer die Laudatio hält, musikalisch begleitet von der "Weltkapelle Wilhelmsburg".

Hier das Programm des Ohlsdorftages

14-18 Uhr Veranstaltungsorte auf dem Friedhof Ohlsdorf: Cordesallee am Haupteingang, Garten der Frauen und Kapelle 6

Bühnenprogramm

14.00 Uhr       Begrüßung durch Michael Pollmann, Staatsrat der Behörde für Umwelt und Energie
14:30 Uhr       Feierstunde „30 Jahre Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof“. Laudatio von Prof. Dr.
Norbert Fischer, musikalisch begleitet von der Weltkapelle Wilhelmsburg.
16.00 Uhr       Magical Mystery Show mit Hempels Beatles Band. Stefanie Hempel erfand die
musikalische Beatles-Tour zwischen Millerntor und Großer Freiheit und zelebrierte dort eine ganz eigene Beatlemania. Mit ihrer „Beatles-Show“ holt sie jetzt ihre Geschichten und Songs auf die Bühne. Hören die Klassiker von „Twist And Shout“ bis „Let It Be“ - Mitsingen ist erwünscht.

Rundgänge und Touren

Alle Rundgänge und Touren beginnen am Treffpunkt, der auf einem Plan vor Ort eingezeichnet ist und dauern jeweils 1 Stunde.

15.30 und 17.00 Uhr Rundgänge zu den Aktionsflächen Haupteinfahrt, Südteich und Dichterhügel
sowie Kapellen 1 und 3.

14:15 und 15:30 Uhr  Radtouren (bitte eigenes Rad mitbringen)

15.00 und 16.00 Uhr  Fahrt mit dem Bus zu Kapelle 3 und 6, zum Hamburger Grab und dem Ohlsdorfer Ruhewald, dem Wildblumengarten und zurück über die Haupteinfahrt.

 Im Garten der Frauen

15.00 - 16.00 Uhr  70 Jahre Grundgesetz und Gleichberechtigungsartikel - Rita Bake und Herma Koehn erinnern mit historischen Grab- und Erinnerungssteinen an Frauen, die sich für Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen stark gemacht haben. Präsentiert vom Garten der Frauen e.V.. Musik: Deutscher Tonkünstlerverband. www.garten-der-frauen.de

Kapelle 6, Nordring

17.00 Uhr  usik zur Rhododendronblüte mit Musikerinnen des Deutschen Tonkünstlerverbands, die ausschließlich Werke von Komponistinnen spielen.

Pianistin Friederike Haufe führt ein in Leben und Werk von Fanny Hensel, Babette Koblenz, Ilse Fromm- Michaels, Hélène Fleury und Ewelina Nowicka. Es erklingt Musik für Streichinstrumente, Klarinette, Gesang und Klavier. Präsentiert von KulturKleinBorstel e.V.. www.kapelle6.de

Außerdem

Kunstpassage - Basteln mit Naturmaterialien mit Leslie Wegers Phantasiewerkstatt - Mitmach-Aktion für Groß und Klein, Kulinarisches

Kunstpassage 2019        25. und 26. Mai        11 – 18 Uhr

Zum zweiten Mal gestalten wir die Kunstpassage auf dem Ohlsdorfer Friedhof und begleiten für ein Wochenende Ohlsdorf 2050. Die Kunstpassage spielt mit der Wahrnehmung von Raum und Fläche, lässt für kurze Zeit eine andere Atmosphäre einziehen, schafft Lebendigkeit, Diskussion und Begegnung. Sie greift auf, demonstriert, untermalt, abstrahiert, provoziert. 50 Künstler/-innen präsentieren ihre Werke in der Kapelle 1 und in Pavillons auf dem Weg von der Kapelle 1 zur Cordesallee. Die Kapelle 1, ehemals ein Raum für Abschied, wird zum Raum für neue Begegnungen. www.kunstpassage-hamburg.de



Dienstag, 23. April 2019

150 Jahre Südfriedhof Kiel - Das Jubiläumsprogramm

Kapellenberg auf dem Kieler Südfriedhof
(Quelle:Von Isderion - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14837025) 
Am 30. April 1869 wurde der Südfriedhof in Kiel unter dem Namen Neuer Kirchhof eingeweiht. Er gilt als der erste echte Parkfriedhof in Deutschland, auch wenn es natürlich Vorläufer und mit dem Ohlsdorfer Friedhof einen sehr viel bekannteren Nachfahren gibt. Dieses Jahr feiert der Kirchenkreis Altholstein das Jubiläum mit einem mehrtägigen Programm:

Am 30. April wird die Kieler Pröpstin Almut Witt das Jubiläumsjahr mit einem Gottesdienst für Mitarbeiter und geladene Gäste in der Kapelle an der Saarbrückenstraße eröffnen.

Am 26. Mai gibt es dann einen "Mitmach-Tag für Kinder und Erwachsene", an dem zwischen 11 und 16 Uhr bienenfreundliche Beete angelegt werden können. Man kann sich auch über die neuesten Trends der Grabbepflanzung informieren und bei kurzen Führungen stellt Jörgen Schulz, der stellvertretende Leiter der Friedhöfe des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein, Besonderheiten der der Flora und Fauna des Friedhofs vor, wie zum Beispiel die denkmalgeschützten Trauerbuchen, die in mehr als 100 Jahren zu einem Baum zusammengewachsen sind.

Am 14. Juni, um 19 Uhr, wird Uwe Steinhoff, der in mühevoller Kleinarbeit Bilder, Pläne und Stiche zusammengetragen hat, die Geschichte des Südfriedhofs in Bildern erzählen.

Am 21. August, um 19 Uhr, führt ab der Friedhofskapelle Dr. Anja Kretschmer als Dienstmädchen zu den gruseligen Ecken des Friedhofs und erzählt auf verschlungenen Pfaden von mysteriösen Mordfällen und Geistermessen und anderen sagenhaften Geschichten aus Kiel.

Am 4. September, 18.15 Uhr, führt Dr. Bernd Schedlitz über den Friedhof unter dem Titel "Persönlichkeiten erzählen Stadtgeschichte". Denn wer es sich leisten konnte, setzte sich auf dem Südfriedhof ein Denkmal über seinen Tod hinaus. So prägten Kieler Unternehmer nicht nur die Wirtschaft an der Förde, sondern auch den Friedhof.

Am 27. September, 15 Uhr, zeigt der Steinmetzmeister Jörn Goos deutlich, dass selbst Grabsteine der Mode unterworfen sind und erklärt die Symbole, die auf ihnen abgebildet sind.

Am 23. Oktober, 19 Uhr, erinnert ein herbstlicher Abend in der Kapelle mit Lyrik und Musik an das Sterben. Die Schauspielerin Ritta Kristensen rezitiert Texte von Autoren verschiedener Jahrhunderte. Dazu singt der Bass-Solist Julian Redlin an der Orgel begleitet von Kreiskantor Reinfried Barnett stimmungsvolle Kompositionen.

Am 8. November, um 19.30 Uhr, gibt es einen Kinoabend in der Friedhofskapelle. In dem Spielfilm "Nokan - Die Kunst des Ausklangs", erfährt der Cellist Diaigo erfährt, dass er in seinem neuen Job bei einem Veranstalter für besondere Reisen Verstorbene nach einem traditionellen japanischen Ritual für die sogenannte letzte Reise vorbereiten soll. Aber das darf niemand aus seiner Umgebung mitbekommen. Der Kinoabend wird in Kooperation mit dem Kommunalen Kino in der Pumpe veranstaltet.

Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen kostet nichts.

Außerdem wird zum Jubiläum im Mai das neue Buch "Der Kieler Südfriedhof. Bestattungskultur und Gartenkunst seit 1869" von Walter Arnold und der Fotografin Bettina Fischer erscheinen (Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte herausgegeben von Jürgen Jensenm, Band 90 Husum Verlag 2019), das sich ausführlich der Geschichte des Friedhofs widmet. Eine Besprechung folgt demnächst in diesem Blog.



Freitag, 1. Februar 2019

Der Neue Meeraner Friedhof von 1868

Cover der Festschrift 
Jetzt liegt mir auch die Festschrift zum Jubiläum des Neuen Friedhofs in Meerane vor, die prächtig mit großformatigen Farbfotos vom Friedhof und besonders von der eindrucksvollen Friedhofs-Halle gestaltet ist.

In elf Beiträgen wird der "Parkfriedhof" vorgestellt. Einschränkend ist zu bemerken, dass das Parkartige des Friedhofs nicht in dem Friedhofs-Plan liegt. Seine rechtwinkelige Wegeführung entspricht noch ganz der vor 150 Jahren geltenden traditionellen Friedhofsgestaltung, Doch lassen heute die hohen alten Alleebäume und die pflanzliche Gestaltung den Friedhof für die Besucher ganz offensichtlich zum Park werden.

Abgehandelt wird sowohl die Geschichte der Meeraner Friedhöfe, wie die Entwicklung des Neuen Friedhofs von 1868. Es wird auf die Persönlichkeit des Architekten der Feierhalle, Paul Bender, eingegangen; ebenso auf die Persönlichkeit von Charles Schmieder, der als reicher Mann aus Amerika zurückkehrte und seiner Vaterstadt eine namhafte Spende für den Bau dieser Halle stiftete. Interessant ist, dass die Forschung über diesen ehemaligen Mitbürger schließlich zur Gründung des Meeraner Förderkreises führte.

Ausschnitt: Das Innere der Feierhalle und der Plan
Natürlich wird das Gebäude der den Friedhof prägenden Halle selbst ausführlich dargestellt und auch auf die Schwierigkeiten bei ihrer Erhaltung eingangen. Daneben sind die Friedhofserweiterung in den 30er Jahren, die Orgel in der Feierhalle, der Gehölzbestand und die persönliche Erlebnisse als Pfarrerssohn Sonderthemen, die das Friedhofsbild abrunden. Bescheiden am Schluss wird die Arbeit des Förderkreises vorgestellt, der unter anderem ein erstaunliches  "Sanierungsnetzwerk" für Feierhalle und Friedhof initiiert hat. Der Verwaltung und dem Förderkreis ist mit dieser Broschüre eine aufschlussreiche und schöne Vorstellung des Friedhofs gelungen.

Der Neue Meeranter Friedhof von 1868 - mit alter und neuer Friedhofshalle von 1873 und 1914. Festschrift. Hrsg. Friedhof Meerane und Förderkreis Friedhof Meerane e.V., Meerane 2018. Zu erhalten bei: Friedhofsverwaltung, Schönberger Str. 63, 08393 Meerane
Telefon: 03764/2240 - Fax: 03764/186708  E-Mail: friedhof.meerane@evlks.de
 

Donnerstag, 13. September 2018

150 Jahre Friedhof am Diebsteich in Altona

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen in Altona - damals noch eine von Hamburg unabhängige und seit einigen Jahren preußische Stadt - die Kapazitäten des Friedhofs Norderreihe zu ende, auf dem seit 1831 die Toten beerdigt worden waren. Neue Friedhofsflächen fand man in der damaligen Bahrenfelder Feldmark.

1868, also genau vor 150 Jahren, wurde dort der neue kirchliche Friedhof am Diebsteich eröffnet. Der Name Diebsteich weist übrigens wahrscheinlich nicht auf Übeltäter hin sondern darauf, dass dieser Teich "deep", also tief, war.
Gräbstätte von Günther Ludwig Stuhlmann auf dem Diebsteichfriedhof,
zusammen mit dem ganzen Friedhof steht dieses Grabmal
auf der Denkmalliste der Hansestadt Hamburg
(Quelle: Von Pauli-Pirat - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59378848 )
Der Kirchengemeinde-verband Altona lädt dazu am 23. September ab 12 Uhr zu einer Jubiläumsfeier mit Festakt in der Kapelle des Friedhofes ein.  Unter anderem gibt es den Vortrag „Vom Gottesacker zum Friedhof – Friedhöfe in Altona“ von Dr. Holmer Stahncke (Journalist, Buchautor und Kenner der Geschichte Altonas) zu hören. Dr. Joachim Schnitter (Gartendenkmalpflege und Freiraumplanung) spricht über „Volksparkachse, Fernbahnhof und das grüne Gedächtnis der Stadt“ und Helga Magdalena Thienel (Sozialwissenschaftlerin mit
Schwerpunkt Stadtforschung und Kulturgeschichte) wird die Besonderheiten des Friedhof auf einem kulturhistorischen Rundgang erläutern. Sie erforscht im Rahmen ihrer Doktorarbeit die Geschichte dieses Bestattungsplatzes. (Treffpunkt: Am Diebsteich 4, 22761 Hamburg-Bahrenfeld - Eingang direkt am S-Bahnhof).

Samstag, 30. Dezember 2017

Zehn Jahre "Friedhofsfreunde"!

Jetzt hätte ich das zehnjährige Jubiläum dieses Blogs fast verpasst! Mir ist jetzt erst aufgefallen, dass ich am Donnerstag, 8. November 2007 meinen ersten Post hier geschrieben und darin darauf hingewiesen habe, dass der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. auf den Thementagen "Abschied und Trauer" in Elmshorn vertreten war.

In den letzten 10 Jahren sind 377 weitere veröffentlichte Post und ein paar Beiträge, die immer noch auf ihre endgültige Bearbeitung warten, dazu gekommen. Dabei habe ich mich bemüht, so weit wie möglich beim Thema zu bleiben, also hier wirklich fast nur über historische Friedhöfe, ihre Freundeskreise und deren Aktivitäten, sowie über Bücher zu berichten, die mit der Sepulkralkultur zu tun haben. Die Stichworte, die dabei zusammengekommen sind, machen trotz dieser Beschränkung klar, wie breit gefächert dieser Themenkreis ist.

Eine Wortwolke aus den Stichworten dieses Blogs
Immer wieder einmal kamen Mails von Firmen oder Privatpersonen, die sich gern einklinken und meinen Blog als Werbeträger nutzen wollten. Aber irgendwie hat mir das nicht gefallen. Auch Google Adwords habe ich einmal ausprobiert und es dann doch lieber wieder gelassen.

Anfangs dachte ich, hier könnten noch andere Autoren schreiben, die an dem Thema Interesse haben. Aber dann habe ich gemerkt, dass ich doch lieber eigenständig bleiben und den Blog allein betreiben will.

Natürlich freue ich mich über positives Feedback! Aber die Kommentarfunktion wird eigentlich eher selten genutzt. Manchmal wenden sich Leser direkt per Mail an mich, was schon zu manchem interessanten Austausch geführt hat. Als ich gerade auf die Besucherzahlen einzelner Post geschaut habe, hat es mich beeindruckt, dass der Post über das Buch des BHU "Historische Friedhöfe in Deutschland" vom 8.1.2008 insgesamt 2329 mal aufgerufen worden ist. Das ist allerdings auch die höchste Zahl an Aufrufen. Einige weitere Posts kommen auf über tausend, die meisten anderen dümpeln zwischen 50 bis 200 Klicks herum.

Statistiken der Leser dieses Blogs in einer Woche
Warum welcher Post von wem aufgerufen wird, ist mir ein Rätsel. Auch warum in der Statistik manchmal über hundert Aufrufe aus Amerika verzeichnet werden, wundert mich. Insgesamt hat dieser Blog natürlich die meisten Leser in Deutschland. Aber Google teilt mir auch mit, dass meine Leser in der vorletzten Woches dieses Jahres außerdem aus Kanada, Rumänien, der Ukraine, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Irland und Österreich kamen. Nun ja ... normalerweise weiß man als Autor nicht viel über seine Leser.

Auf jeden Fall aber wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern ein gutes Neues Jahr! 

Ich freue mich über jeden Besuch auf meinen Blog !




Donnerstag, 30. März 2017

Vor 25 Jahren wurde das Museum für Sepulkralkultur in Kassel eingeweiht

Ausstellungsbereich zum Tod in Mexiko
im Museum für Sepulkralkultur (Foto Leisner 2014)
Ist es wirklich schon 25 Jahre her? Oder sollte man besser fragen, gibt es das Museum wirklich erst seit so kurzer Zeit? Tatsächlich hatte der Tod lange keinen Stellenwert in der deutschen "Nachkriegswelt". Die Menschen hatten den Krieg erlebt. Sie hatten ihre Verwandten und Freunde verloren. Tod und Trauer wurden tabuisiert.

Der Gründungsvater des Museums aber, der damalige Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal Hans-Kurt Boehlke, setzte sich trotzdem beharrlich dafür ein ein Museum, das die Kultur des Todes bewahren und ausstellen sollte, in seiner Geburtsstadt Kassel einzurichten. Ihm war es 1960 gelungen den Sitz der Arbeitsgemeinschaft von Bonn nach Kassel zu verlegen. 1979 entstand dann parallel dazu ein neues Institut für Sepulkralkultur, aus dessen Arbeit und Sammeltätigkeit das Museum hervorging. Ein Ziel war es dabei den Besuchern die Berührungsängste mit dem Tod zu nehmen. Das scheint gelungen. Nachdem anfangs der Schwerpunkt auf der Ausstellung volkskundlich-thematischer Objekte lag, also Zeugnisse der Bestattungs- und Trauerkultur zu sehen waren, rückten nach der Jahrtausendwende der Tod und die Toten, ja das Sterben selbst weiter in den Focus. Mit aufsehenerregenden Ausstellungen wie z.B. "Noch mal Leben", in der die Fotografien von Walter Schels und die Texte von Beate Lakotta zu sehen waren, die Totgeweihte vor und nach ihrem Tod zeigen, kamen neue Besucherschichten in das Museum.

Jetzt wird geplant die Schausammlung komplett neu zu strukturieren. Und wenn das Museum endlich einen neuen Leiter hat, wird wahrscheinlich auch noch gefeiert!


Freitag, 30. September 2016

Am Fuße der Pyramide - 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom

Flyer zur Ausstellung
Unter diesem Titel feiert der "Cimitero Acattolico di Roma" das Jubiläum seines dreihundertjährigen Bestehens mit einer großen Ausstellung in der Casa di Goethe in Rom. Kuratiert wurde sie von dem bekannten Historiker und Denkmalpfleger Nicholas Stanley-Price, zugleich Autor einer umfangreiche Publikation über den Friedhof, die gerade auch auf Deutsch erschienen ist.

In der Pressemitteilung heißt es dazu: "Zum ersten Mal vermittelt eine Ausstellung einen Überblick darüber, wie Künstler seit Ende des 18. Jahrhunderts bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts den sogenannten 'Protestantischen Friedhof' oder 'NichtKatholischen Friedhof bei der Pyramide' in ihren Bildern dargestellt haben. Mehr als vierzig Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken zeigen die besondere Schönheit des Orts mit seinen hohen Bäumen, Grabdenkmälern und suggestiven Himmelsausschnitten. Gleichzeitig dokumentieren die Bilder die Geschichte und allmählichen Veränderungen des stillen Winkels im Schatten der im römischen Stadtteil Testaccio gelegenen Cestius-Pyramide." 

Zu den bekanntesten Grabmälern, von denen einige von so berühmten Künstlern wie z.B. Bertel Thorvaldsen entworfen worden sind, gehören die Ruhestätten von John Keats und Percy Bysshe Shelley, August von Goethe und dem Beat-Dichter Gregory Corso. 

Bartolomeo Pinelli (Naechtliche Bestattung an der Cestiuspyramide) 1831.jpg
Bartolomeo Pinelli, Nächtliche Bestattung an der Cestiuspyramide

 By Bartolomeo Pinelli - scanned by RTH, Public Domain, 

Die Ausstellungstexte sind auf Deutsch im Internet veröffentlicht. Sie bestehen aus einer Einführung und vier thematischen Bereichen: Die "Künstler und der Friedhof für Ausländer in Rom" werden zu Anfang vorgestellt; es folgen "Die Ersten Grabsteine und die Nächtlichen Begräbnisse"; "Die Protestantischen Gräber im Schatten der Pyramide", "Der neue Friedhof unter den Zypressen und Rosen" und "Die Gräber von Keats, Shelley, Goethe und Anderen". 

Der Ausstellungskatalog ist dreisprachig in Deutsch, Englisch und Italienisch erschienen und kostet in Deutschland inklusive Versand 21,00 Euro. Die Ausstellung läuft vom 23.9. bis zum 13.11.2016.

Dienstag, 13. September 2016

50 Jahre Öjendorfer Friedhof in Hamburg

Ausgabe von "Ohlsdorf Zeitschrift für Trauerkultur"
zum Jubiläum des Öjendorfer Friedhofs
Ist ein Friedhof, der vor fünfzig Jahren eröffnet wurde, schon historisch zu nennen? In der Denkmalpflege und in der Veteranenszene gilt, soweit ich weiß, die 30 Jahresfrist, nach der ein Objekt - sei es ein Gebäude oder ein Auto - als Veteran oder Denkmal eingestuft werden kann.

Der Öjendorfer Friedhof in Hamburg wurde am 14. Juli 1966 eröffnet und sein 50jähriges Jubiläum ist auf jeden Fall ein Anlass zum Feiern und zwar am Sonntag, den 18. September, dem Tag des Friedhofs, ab 11 Uhr.

Immerhin ist der "Jubilar" der zweitgrößte Friedhof Hamburgs. Da sich dort mehrere Grabanlagen verschiedener Religionen befinden, gehören zu dem bunten Programm aus Führungen, Vorträgen und Musik auch buddhistische und muslimische Feierlichkeiten, sowie eine evangelische Andacht und ein Engelsspaziergang. Das Veranstaltungsprogramm ist hier veröffentlicht.

Der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. hat die letzte Ausgabe seiner Vierteljahresschrift dem Jubiläum gewidmet und wird mit einem Stand auf dem Friedhof vertreten sein.



Dienstag, 23. Februar 2016

Fünf Jahre "Salon der Erinnerung" auf dem Alten St. Matthäusfriedhof

Von dem Veranstalter Gerhard Moses Heß erreichte mich dieser Artikel, den ich hier gern ungekürzt veröffentliche:
Gerhard Heß auf dem Alten St. Matthäusfriedhof
(Foto aus dem Besitz von G. Heiß)
"Einzigartig in Berlin ist der „Salon der Erinnerung“, eine monatliche Veranstaltungsreihe, die seit 5 Jahren in den Vereinsräumen des Fördervereins EFEU auf dem Alten Matthäus-Friedhof in Schöneberg stattfindet. Es geht um konkrete Erinnerungsarbeit vor Ort: Mit dem Salon solldas Andenken von Menschen belebt werden, die auf diesem Friedhof begraben sind – mögen sie nun als historische Persönlichkeiten berühmt sein oder weitgehend vergessen oder nur einem engen Kreis erinnernswert erscheinen. Auf dem Alten Matthäus-Friedhof, der in diesem Jahr 160 Jahre alt wird, sind seit 1856 viele Wissenschaftler, Künstler, Staatsbeamte, Unternehmer und Militärs sowie Vorkämpfer demokratischer Bewegungen, der Frauen-, Schwulen- und Lesben-Bewegung begraben.

    Bislang gab es Salons für: Carl Bolle, Norbert Boesche, Georg Büchmann, Minna Cauer, Adolph Diesterweg, Adolf-Henning Frucht, Lole Gessler, Helga Goetze, Ernst v. Harnack, Familie Herpich, David Kalisch, Margot Kippenberger, Werner Kilz, Wilhelm Loewe, Karl Wilhelm Mayer, Andreas und Hans Meyer-Hanno, Jaime-Tadeo Mikan, Libuse Monikova, Otto Morgenstern und seine Schwestern, Maina-Miriam Munsky, Hilde Radusch, Cornelie Richter, Rio Reiser, Gertrude Sandmann, Cord Schauenburg, Peter Sorge, Stephan Stolze, Bethel Henry Strousberg, Rudolf Virchow. 

Anlass für einen Salon der Erinnerung ist in der Regel, dass sich ein Geburtstag oder Todestag jährt. Den Anstoß gibt oft der Wunsch von Angehörigen oder Freunden, oft auch das Interesse, mehr zu erfahren über historische Persönlichkeiten, die zu Unrecht vergessen sind oder deren Bedeutung umstritten ist. Manche sind auch völlig vergessen, ihre Gräber aufgelöst, manche (Adolph Diesterweg, David Kalisch) haben aufgrund von völlig unverständlichen Beschlüssen des Abgeordnetenhauses ihren Ehrengrab-Status verloren , manche sind unversehens in den Focus öffentlicher Aufmerksamkeit geraten wie z.B. May Ayim durch die Umbenennung des Gröbenufers 2010.

Als Gäste laden wir Angehörige, KollegInnen und enge Freunde ein, die aus eigenem Erleben über den Verstorbenen berichten können, aber auch Fachleute, die sich mit Leben und Werk des Verstorbenen beschäftigt haben. Wenn Angehörige, KollegInnen oder Freunde teilnehmen, so können diese auch den Ablauf der Veranstaltung selbständig gestalten. Der Raum wird entsprechend dekoriert, und zur Gestaltung können Musik, Fotos, Video, Tondokumente und auch persönliche Erinnerungsstücke eingesetzt werden. Das wichtigste aber ist das Gespräch zwischen den Teilnehmern im Anschluss an Vortrag oder Lesung. Am Beginn oder auch am Ende des Salons gehen die Teilnehmer gemeinsam zum Grab und legen Blumen nieder.

Die Teilnehmerzahlen der Salons liegen zwischen 5 und 25 Personen, sie sind in den fünf Jahren kontinuierlich gestiegen, bleiben aber begrenzt aufgrund der intimen Räumlichkeiten.

Oft sind mit den Salons umfangreiche historische Recherchen verbunden oder werden durch sie erst angestoßen, d.h., es gelingt, Menschen oder Institutionen zu weiteren Forschungen anzuregen. Drei Beispiele:

• Otto Morgenstern, der in Theresienstadt ermordete Gymnasialprofessor, für den es auf unserem Friedhof einen Gedenkstein gibt, wird in Steglitz zwar durch eine kleine Straße geehrt. Unsere Salons aber haben eine junge Geschichtsstudentin und einen Laienhistoriker motiviert, in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Steglitz Morgensterns höchst vielseitige kulturpolitische Aktivitäten weiter zu erforschen. Nachforschungen im Literaturarchiv Marburg aber sind bisher an den Kosten gescheitert.

• Das Pelzhaus Herpich, in den 20er Jahren in Berlin ein Begriff (mit einem von Erich Mendelsohn erbauten modernen Kaufhaus an der Leipziger Straße), wurde begründet durch einen jüdischen Kürschner in der Königsstraße um 1800. Ausgehend von dem Mausoleum von Paul und Luise Herpich auf unserem Friedhof haben wir in unserem "Salon der Erinnerung" viele Fakten u.a. über die Beteiligung der Herpich-Kinder an der Widerstandsgruppe des 20.Juli zusammen-getragen - es ist uns aber noch nicht gelungen, jemanden zu motivieren, die noch immer weitgehend unbekannte Geschichte der Herpichs zu erforschen!!

• Wilhelm Loewe, Präsident des in Stuttgart auseinanderkartätschten Rumpfparlaments von 1848, nach acht Jahren des Exils amnestiert und schließlich Alterspräsident des Deutschen Reichstags, hat immer noch ein Ehrengrab auf unserem Friedhof, aber er wird so wenig in Ehren gehalten, dass zu seinem 200. Geburtstag weder Kränze niedergelegt noch Würdigungen geschrieben wurden. Wir aber haben mit einem Salon der Erinnerung versucht, ihn als Wegbereiter eines demokratischen Deutschlands in Erinnerung zu rufen - bis heute gibt es nicht einmal eine Biografie über ihn!

Es gibt noch viel zu entdecken auf dem Alten Matthäus-Friedhof. Für 2016 sind noch folgende Salons geplant:

Sonntag,  6.März, 12 Uhr
Jubiläum: 50. Salon der Erinnerung: Führung und Lesung: 
Theodor Kugler und der Dustere Keller
In einer düsteren Kaschemme unter dem Kreuzberg träumten im Vormärz junge Dichter von Freiheit und Demokratie
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So 17. April 12 Uhr:
51. Salon der Erinnerung: Führung und Lesung: 
Die Militärdynastie der Kusserows​

So 8. Mai 12 Uhr:
52. Salon der Erinnerung: Führung und Lesung:
Zum 120. Todestag von Heinrich von Treitschke: 
Ein Ehrengrab für einen unbelehrbaren Antisemiten
Treitschke, der preußische Hofhistoriograf, hat mit seinem Diktum "Die Juden sind unser Unglück" den Antisemitismus salonfähig gemacht und den Nazis die Stichworte geliefert - und hat trotzdem noch immer ein Ehrengrab des Landes Berlin!                  


So 12. Juni 12 Uhr:
53. Salon der Erinnerung: 
Werner Kilz zum 85. Geburtstag:
Flucht durch die Kanalisation und erster Mauer-Roman

So 10. Juli 12 Uhr:
54. Salon der Erinnerung:
Pelzhaus Herpich -
Vom jüdischen Kürschner zum Widerstand des 20. Juli

So 14. August, 12 Uhr  
55. Salon der Erinnerung:
Zum 20. Todestag von May Ayim - ​
eine afrodeutsche Dichterin und Aktivistin

So 18. September, 12 Uhr   
56. Salon der Erinnerung:
Karl Otto von Raumer:
Ein Ehrengrab für den Begründer der Untertanenschule  

So 2. Oktober 12 Uhr  
57. Salon der Erinnerung:
Zum 165.Geburtstag von Hedwig Dohm -
die spitze Feder der Frauenbewegung

So 13.November 12 Uhr  
58.Salon der Erinnerung:
Zum 5. Todestag von Hartmut Häußermann -
Ein Stadtforscher als Vorkämpfer gegen die Gentrifizierung
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So 4. Dezember, 12 Uhr  
59.Salon  der Erinnerung:
Zum 65.Todestag von Ernst Kamieth:
Ein Eisenbahner als Opfer des Kalten Krieges

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Mittwoch, 27. Januar 2016

Jubiläumsjahr für den Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin

Logo des Förderverein EFEU e.V.
Der Förderverein EFEUe.V. feiert in diesem Jahr das 160 jährige Bestehen des Alten St.-Matthäus-Kirchhofes, wo am 25. März 1856 die erste Beisetzung stattfand, mit einer Andacht am Ostermontag, 28.3., um 14 Uhr, in der Kapelle. 

Aber er feiert nicht nur dieses Jubiläum, auch der Verein selbst darf sich feiern, denn er wird zehn Jahre alt und zusammen mit ihm auch das Café finovo! Man feiert zu Recht, denn der Verein hat sich erfolgreich um Restaurierungsprojekte gekümmert und den Wandel von Trauer- und Erinnerungskultur hin zu einer Integration ins tägliche Leben gefördert und begleitet, wie er selbst auf seiner Internetseite schreibt. 

Ein Thema in dem Jubiläumsjahr wird sein: „Frauen auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof“. Es soll dabei ein Grabstein für Frl. Auguste Grimm gesetzt und einzelne Gedenkveranstaltungen für Hedwig Dohm, Minna Cauer, Frieda von Lipperheide, May Ayim und Kitty Kuse organisiert werden. 

Weitere Projekte in Planung sind: eine Grabinschrift für Architekt Ernst Spindler zum 100. Todestag, ein Konzert zum 20. Todestag von Rio Reiser, Veranstaltungen am Garten der Sternenkinder.