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Freitag, 2. Mai 2025

Zwei Friedhofsjubiläen in Bremen

Mausoleum Schmiedell, Riensberger Friedhof (QuelleVon Joern M - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,)
Die beiden Bremer Friedhöfe Riensberg und Walle  feiern in diesem Jahr kurz hintereinander ihr 150-jähriges Bestehen. Der Umweltbetrieb Bremen (UBB) lädt für Riensberg am 10.  und für Walle am 17. Mai 2025 jeweils zu einer Jubiläumsveranstaltung ein. 

In Riensberg gibt es als Festveranstaltung am Nachmittag Kurzvorträge und Reden in der Kapelle und dazu ein kreatives Begleitprogramm für Groß und Klein, bei dem Steinmetze, Gärtnereien und andere Ausstellende ein buntes, Mitmach-Programm anbieten. Außerdem kann man an Friedhofsführungen teilnehmen. Es gibt dabei sowohl berührende Geschichten und Poesie, aber man kann auch auf einer vogelkundlichen Führung die vielen kleinen Sänger auf dem Friedhof kennen lernen. Abends findet dann ein Cellokonzert mit Lesung in der Kapelle statt. Dort hat außerdem die Kunstinstallation TRANSITUM von Anke Bär und Beate C. Koehler Raum gefunden und es gibt eine Ausstellung zum Kolumbarium, das heute als edle Begräbnisstätte dient. Zudem kann man am "Baum der Hoffnung" einer frisch gepflanzten jungen Eiche Wünsche für die Zukunft anvertrauen und es gibt einen Treffpunkt mit Café - Bereich. Musikalisch wird der Tag von der Flötistin Jette Beyer begleitet.
Als eine weitere Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums ist zur Zeit auf der Website des Umweltbetriebs Bremen eine Führung zum Thema "Bremer Frauen" am 11. Juni angekündigt. 

Eine Woche später am 17. Mai beginnt das Jubiläumsprogramm in Walle ebenfalls am Nachmittag mit Kurzvorträgen und Reden in der Kapelle und mit dem schon bekannten kreativen Begleitprogramm, sowie thematisch gleichen Führungen. Zu den das Thema "3 Stationen bewegte Leben" hinzukommt, zu drei Stätten, die vom Mut, dem Kampf um soziale Gerechtigkeit und vom Überleben in Gewalt und Verfolgung erzählen. Abends dann gibt es ein Konzert mit meditativen Klänge mit orientalischen Einflüssen. Auch der Baum der Hoffnung findet sich auf diesem Friedhof wieder, ebenso wie das Café und die musikalische Flötenbegleitung. 

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums sind eine Mausoleumsführung am 1. Juli und eine Führung zu Grabstätten von Bremer Frauenrechtlerinnen am 21.9. Auch hier werden möglicherweise weitere Programmpunkte noch später angeboten, die dann von der Website abgerufen werden können.

Samstag, 12. Juni 2021

Der Riensberger Friedhof in Bremen 1811-1921

Cover von Weisser, Riensberger Friedhof
Im November letzten Jahres habe ich hier auf die wissenschaftlich-künstlerische Erforschung des Riensberger Friedhofs in Bremen durch Mike Weisser hingewiesen. Jetzt hat der Künstler und Autor seine zwölfmonatige Feldforschung in Form eines umfangreichen Buches publiziert. 

Damit probiert er zugleich die Verbindung von Buch und Internet aus: Neben seiner eigenen Einleitung und die in das Gesamtthema Friedhof und Tod einführenden Texte von Seiten der Institutionen, die seine Arbeit unterstützen und würdigen, steht jeweils ein QR-Code. Wenn man diesen ausliest, gelangt man im Internet z.B. auf das Gesamtinventar des Friedhofs, sowie eine Reihe weiterer Seiten der Autors, die man natürlich auch über seine Homepage aufsuchen kann. Dementsprechend lautet der Untertitel des Buches: "Intermediale Heimatforschung und Quellensammlung als zeitgemäßer Beitrag zur Sepulkralkultur". 

Auf die erwähnten einführenden Texte folgt ein umfangreicher Abbildungsteil, in dem in großformatigen Farbbildern, verbunden mit kleineren Detailaufnahmen, die Grabmale des Friedhofs vorgestellt werden. Die Auswahl des Autors bezieht sowohl die künstlerisch gestalteten Erinnerungsmale, als auch die Grabanlagen bedeutender Persönlichkeiten der Hansestadt ein und vernachlässigt auch nicht die kleineren Grabmale wie Kreuze, Stelen und liegende Steine. Ausführliche Bildunterschriften geben Auskunft über die Bestatteten und den Denkmalwert des jeweiligen Grabmals. Weitere Details zu den Familien, Einzelpersonen und Besonderheiten der Gestaltung werden ebenfalls erwähnt. Nicht ganz klar sind die Auswahlkriterien, doch kann man davon ausgehen, dass die Vorarbeiten der Bremer Denkmalpflege die Grundlage gebildet haben.