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Dienstag, 13. September 2016

50 Jahre Öjendorfer Friedhof in Hamburg

Ausgabe von "Ohlsdorf Zeitschrift für Trauerkultur"
zum Jubiläum des Öjendorfer Friedhofs
Ist ein Friedhof, der vor fünfzig Jahren eröffnet wurde, schon historisch zu nennen? In der Denkmalpflege und in der Veteranenszene gilt, soweit ich weiß, die 30 Jahresfrist, nach der ein Objekt - sei es ein Gebäude oder ein Auto - als Veteran oder Denkmal eingestuft werden kann.

Der Öjendorfer Friedhof in Hamburg wurde am 14. Juli 1966 eröffnet und sein 50jähriges Jubiläum ist auf jeden Fall ein Anlass zum Feiern und zwar am Sonntag, den 18. September, dem Tag des Friedhofs, ab 11 Uhr.

Immerhin ist der "Jubilar" der zweitgrößte Friedhof Hamburgs. Da sich dort mehrere Grabanlagen verschiedener Religionen befinden, gehören zu dem bunten Programm aus Führungen, Vorträgen und Musik auch buddhistische und muslimische Feierlichkeiten, sowie eine evangelische Andacht und ein Engelsspaziergang. Das Veranstaltungsprogramm ist hier veröffentlicht.

Der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. hat die letzte Ausgabe seiner Vierteljahresschrift dem Jubiläum gewidmet und wird mit einem Stand auf dem Friedhof vertreten sein.



Montag, 11. Juli 2016

75 Jahre Iranisch-Islamisches Gräberfeld in Ohlsdorf

In diesem Blog hatte ich schon auf das Jubiläum des iranisch-islamischen Grabfelds auf dem Ohlsdorfer Friedhof hingewiesen und auf den Verein, der sich zu seinem Erhalt gegründet hat. Jetzt hat der Verein im Rahmen der Schriftenreihe des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof e.V. die schon angekündigte Broschüre zur Geschichte dieser Grabanlage herausgegeben.

Das schmale Heft berichtet zu Beginn über die langen Beziehungen zwischen Hamburg und dem Iran, die immerhin schon auf einen Handelsvertrag aus Jahr 1857 zurückgehen. Nach dem Bau der Speicherstadt wurden dort die in Deutschland begehrten persischen Teppiche gelagert. Aus der Mitte der Kaufleute entstand ab 1953 ein Förderverein für den Bau einer Moschee, die dann 1960 an der Außenalster errichtet wurde. Parallel zum Moscheeverein wurde auch eine Unterstützungskasse für hilfsbedürftige Landsleute in Hamburg ins Leben gerufen. Heute leben in Hamburg mehr als 23000 Menschen aus dem Iran.

Nach dieser Einführung werden dann einzelne Persönlichkeiten, die in diesem Grabfeld bestattet sind, mit Bild und Lebenslauf vorgestellt. So lernt man auch den Kaufmann Hassan Ismaelzadeh Vladi kennen, der sich sowohl für den Moscheebau wie das Grabfeld aktiv eingesetzt hat.

Ein kurzes Kapitel bringt dem Leser "Tod, Jenseits und Grab im Islam" näher, bevor dann auf die frühe Geschichte der Muslime in Norddeutschland eingegangen wird und man zum Beispiel erfährt, dass der erste Koran auf arabisch und lateinisch 1694 in Hamburg gedruckt wurde. Islamische Gelehrte hatten auch nach der Erfindung des Buchdrucks darauf bestanden, dass die ihnen heilige Schrift nur handschriftlich vervielfältigt werden dürfe. So vermittelt die kleine aber sehr informative Broschüre insgesamt viel über das islamische Leben in Hamburg.

1941-2016. 75 Jahre Iranisch-Islamisches Gräberfeld in Hamburg-Ohlsdorf (X-19, Kapelle 2). Hrsg. Förderveien Iranisch-Islamisches Gräberfeld Ohlsdorf e.V., Hamburg 2016; zugleich Bd. 13 der Schriftenreihe des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof e.V., 27 S,, zahlreiche Abb., Schutzgebühr 1 Euro 

Erhältlich über den Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof, Fuhlsbüttler Strasse 756, 22337 HamburgTelefon: 040 / 50 05 33 87 | E-Mail: info@fof-ohlsdorf.de

Dienstag, 26. April 2016

Hamburg Ohlsdorf - Förderverein für das historische Islamische Gräberfeld gegründet

In dem Beitrag "75 Jahre islamisches Gräberfeld in Hamburg" von Firouz Vladi, der in der Nr. 133 von "Ohlsdorf- Zeitschrift für Trauerkultur" erscheint, lese ich gerade, dass ein Förderverein für das schon 1941 eingerichtete erste Gräberfeld der damaligen Iranisch-Mohammedanischen Gemeinde bei Kapelle 2 gegründet worden ist.

Hier ein Blick auf das islamische Grabfeld bei Kapelle 12
(Foto Leisner 2015)
Das Gräberfeld ist mit ca. 150 Bestattungen schon lange voll belegt und inzwischen sind weitere islamische Gräberfelder bei Kapelle 13 und auf anderen hamburgischen Friedhöfen eingerichtet worden. Das historische Gräberfeld hat deswegen besondere Bedeutung, weil es mit zu den ältesten Dokumenten islamischer Existenz in Hamburg gehört und nach dem „Türkischen Friedhof“ in Berlin-Neukölln das älteste seiner Art in Deutschland ist.

Nachdem das Grabfeld verwilderte und durch Spenden einiger iranischer Kaufleute wieder Instand gesetzt wurde, soll nun mit Hilfe des neuen Vereins dafür gesorgt werden, dass das Grabfeld als Ganzes auf Friedhofsdauer erhalten bleibt und stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird.

Vgl. zum Thema auch: Christine Behrens, Islamische Bestattungskultur zwischen Tradition und Anpassung, in: Ohlsdorf- Zeitschrift für Trauerkultur, Nr. 81, II, 2003