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Donnerstag, 2. März 2023

Das vergessene Gedenken

Dieses Buch widmet sich intensiv der Geschichte der Gedenkkultur der in der Bundesrepublik Deutschland neu gegründeten Bundeswehr. Dabei zeigt die Autorin auf, wie die Tatsache, dass diese Armee auf den Einstellungen, Erfahrungen und nicht zuletzt auf dem Personal der nationalsozialistischen Wehrmacht aufgebaut wurde, die Gedenkkultur für im Einsatz gestorbene Mitglieder dieses Verbandes während der Nachkriegsjahrzehnte geprägt hat. 

Im Zentrum der Arbeit steht die sich entwickelnde Gedenkkultur seit 1955 im Zusammenhang mit der Frage, "warum es über etwa vier Jahrzehnte hinweg so gut wie keine offiziellen und öffentlichen Formen des Trauern und des Gedenkens für die Toten der Bundeswehr gab." Akribisch zeichnet die Autorin nach, wie sich an Stelle einer offiziellen Gedenkkultur ein bundeswehrinternes Totengedenken entwickelte. Diese Memorialkultur wurde häufig von Veteranen der Wehrmacht geprägt, die im Gedenken an gefallene Kameraden den Mythos vom Heldentod ungebrochen propagierten und "dabei oft von einer Distanzlosigkeit zur NS-Diktatur geprägt" waren. 

Mittwoch, 29. April 2020

Mors - Tod und Totengedenken in den Oberpfälzer Klöstern

Cover des Tagungsbandes "Mors"
Vom 20. bis 21. Juli 2018 hat in der Provinzialbibliothek in Amberg das 4. Oberpfälzer Klostersymposium stattgefunden, das dem Tod gewidmet war. Fast alle dort gehaltenen Beiträge sind jetzt veröffentlicht worden und das Inhaltsverzeichnis kann im Internet abgerufen werden.

In ihren einführenden Bemerkungen zum Tagungsthema gehen die beiden Initiatoren, Christian Malzer und Georg Schrott, von der Prämisse aus, dass der Tod „als existentielles und als in jedem Leben zu bewältigendes Phänomen … eine notwendige Bedingung für die Entstehung und den Unterhalt von Klöstern“ war. Der geografische Raum, der mit dem Begriff der Oberpfälzer Klöster gemeint ist, variiert je nach Betrachtungszeit. Mit dem Tagungsband werden bisherigen Froschungen zu den mittelalterlichen Urkundenbestände für die Klöster der Oberen Pfalz, in denen sich zum Beispiel Informationen über Seelenheilstiftungen, Memorialleistungen, Fraternitäten, Grablegen oder testamentarische Bestimmungen finden lassen,  ergänzt und es werden Desiderata benannt. Doch auch die neuzeitliche Klostergeschichte ist einbezogen worden, die in der Oberen Pfalz anfangs durch reformatorische Klosteraufhebungen geprägt ist, während ab 1661 im Zuge der Rekatholisierung frühere Klöster wieder begründet wurden.