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Samstag, 18. Oktober 2025

Abschaffung des Todes - Säkularistische Ewigkeiten vom 18. bis ins 21. Jahrhundert

Cover, Kosuch: Abschaffung des Todes
Mit diesem Buch, dessen Titel nur auf den ersten Blick etwas irreführend wirkt, legt die Autorin eine außerordentlich umfangreiche Studie zu der Frage vor, wie sich die Vorstellungen vom Überdauern der Toten seit der Aufklärung bis in die Gegenwart geändert und von der religiösen Vorherrschaft gelöst haben; bzw. im wissenschaftlichen Duktus der Autorin: Wie die handelnden Akteure – sie waren hauptsächlich männlich – „den Menschen nach der Überschreitung der Grenze des Todes dachten bzw. sinnhaft im Sein verankerten und welche historischen Hintergründe, welches Wissen, welche Techniken, Technologien und Praktiken mit ihrer Sinnstiftung verbunden waren.“ 

Die Hauptthese, die mit einer ungewöhnlich breiten Quellenkenntnis unterlegt wird, ist, „dass der nicht vergehende Mensch ein entscheidendes Signum des Säkularistischen darstellt“ und dass dabei technische und wissenschaftlich-medizinische Neuerungen sein Überdauern versprachen und auch heute noch versprechen. Säkularistisch bedeutet in der Definition der Autorin „die Ablehnung religiöser Weltbilder, Institutionen und Praktiken und ihren Ersatz durch solche, deren Basis Weltlichkeit, Wissenschaft, Rationalität und zivile Moralvorstellungen bilden.“ (S. 11, Anm. 10) 

Damit wendet sich die Arbeit solchen Konzepten und den damit verbundenen Praktiken zu, die einerseits nicht das christliche Glaubenssystem eingebunden sind, und andererseits trotzdem ein Fortbestehens der Toten, wenn auch in anderer Form, ermöglichen wollen. Die Untersuchung ist dabei zeitlich weit gefasst, geographisch übergreifend und wissenschaftlich interdisziplinär angelegt. Zwar werden hauptsächlich westeuropäische Beispiele interpretiert, doch es gibt auch Ausblicke auf die Verhältnisse in Amerika und Russland. Grundlage und Ausgangspunkt der Untersuchung sind hauptsächlich schriftliche Quellen zur Geschichte der neuzeitlichen Kremation. 

Samstag, 29. Mai 2021

Crossroads of diversity - ein Fotobuch der ASCE


Dieses Jahr feiert die ASCE (Association of significant cemeteries in Europe) ihr zwanzigjähriges bestehen. Das is ein Grund dafür, dass sie anlässlich der „Week of Discovering European Cemeteries“ (Europäische Woche der Friedhofsentdeckungen) ein neues E-Book mit dem Titel „Crossroads of diversity“ (Kreuzwege der Vielfältigkeit) herausgegeben hat. 

Mit dem Fotobuch feiert die Vereinigung der europäischen Friedhöfe  die Vielfalt. In einer Reihe von großartigen Bildern von Friedhöfen in ganz Europa wird unter dem Motto des Buches auf ganz unterschiedliche Verbindungen und Kreuzwege eingegangen, die sich in den Friedhöfen widerspiegeln. Darunter ist der Wiener Zentralfriedhof, genauso vertreten wie der Friedhof Glasnevin in Dublin, aber auch Bestattungsplätze der Balkanstaaten, Italiens und Spaniens und einer Reihe anderer Länder. Aus Deutschland ist der Ohlsdorfer Friedhof mit einem Bild der Chinesischen Grabstätte vertreten, die darauf hinweist, dass in Hamburg Angehörige von ganz unterschiedlichen Nationen leben und auf dem weltgrößten Parkfriedhof gemeinsam bestattet werden. 

Insgesamt sind in dem Buch siebenunddreißig Bilder aus fünfzehn Ländern vereinigt. Sie zeigen ganz unterschiedliche und einzigartige Friedhöfe, die doch alle die gleiche Sprache sprechen: Sie alle erzählen von der Diversität der dort Bestatteten.

Das Fotobuch kann man online ansehen unter: https://online.fliphtml5.com/ialuo/aqwf/#p=1

 

Montag, 25. Mai 2020

Corona-Update 6: Week of Discovering European Cemeteries 2020


Friedhöfe in Europa
E-Book der ASCE zu "Woche der
Entdeckung von Europas
Friedhöfen" 2020 
    Die ASCE (Association of Significant Cemeteries in Europe), in der auch einige historische Friedhöfe in Deutschland Mitglied sind, ruft jedes Jahr im Mai zur "Woche der Entdeckung von Europas Friedhöfen" auf.

    Dazu finden dann überall in Europa Veranstaltungen und Aktivitäten statt um die europäischen Bürger für die Bedeutung ihres Kulturerbes zu sensibilisieren. Dieses Jahr ist das nicht möglich.

    Anstatt dessen hat die ASCE jetzt ein digitales Reisebuch herausgebracht, mit dem man die Besonderheit der Friedhöfe im Bild genießen kann!

Hier ist der Link.

Freitag, 12. April 2019

Die Europäischen Kulturrouten werden geehrt!

Signet der Fundación Yuste mit dem Logo
des europäischen Preises des ehemaligen spanischen
Königs Carlos V. 
Die Europäische Route der Friedhofskultur, über die hier schon mehrfach berichtet wurde, ist Teil des Programmes der Europäischen Kulturrouten des Europa-Rates und dieses Programm wird jetzt mit dem "Carlos V European Award" der spanischen "Fundación Academia Europea e iberoamericana de Yuste" ausgezeichnet. Die prestigeträchtige Auszeichnung wird zum ersten Mal nicht an eine Person, sondern an ein europäisches Programm verliehen. Sie wurde ins Leben gerufen, um die Arbeit von Personen, Organisationen, Projekten oder Initiativen zu belohnen, die zum allgemeinen Wissen und zur Verbesserung der kulturellen, sozialen, wissenschaftlichen und historischen Werte Europas beigetragen haben. Die Kulturrouten des Europarates erhalten dieses Jahr den Preis, weil sie, wie es in der Begründung heißt, die europäischen Werte wie Menschenrechte, kulturelle Vielfalt und interkulturellen Dialog in die Praxis umsetzen und ein vielfältiges Erbe fördern, indem Menschen und Orte in Netzwerken der gemeinsamen Geschichte vereint werden.

Der Preis wird dem Europarat in einer Zeremonie am 9. Mai 2019 - dem Europatag - von Felipe VI, dem König von Spanien, offiziell übergeben. Die Festveranstaltung findet in der Kirche des königlichen Klosters von Yuste in Spanien statt. Der Preis umfasst Stipendien für Forschungen und Reisen zum Thema Europäische Integration in den Human- und Sozialwissenschaften, die unter dem Namen des Preisträgers vergeben werden. Auch die Prioritäten für die Vergabe setzt der Preisträger fest.

Freitag, 28. Juli 2017

Highgate Cemetery at a crossroads - eine Ausstellung in London und im Internet

Bildausschnitt aus der Online-Ausstellung
des Highgate-Friedhofs in London
Der Highgate Cemetery in London ist einer der ersten, für den sich ein eigener Freundeskreis gebildet hat. Die "Friends of Highgate Cemetery" haben aufgrund ihres Engagement für die Erhaltung ihres Friedhof schließlich sogar die Verwaltung und damit ganzen Betrieb übernommen. Nun haben sie vor Ort und im Internet eine Ausstellung zusammengestellt, weil sie den Eindruck haben, dass nach 178 Jahren Friedhofsbetrieb heute ein Punkt erreicht ist, an dem - ähnlich übrigens wie beim Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg - wichtige Entscheidungen über die Zukunft getroffen werden müssen.

Sie schreiben in ihrem Vorwort zur Ausstellung, dass die Flächen für die Bestattung bald zu Ende gehen und dass Bäume Gräber und Denkmäler zerstören. Da Nichtstun keine Option sei, bitten Sie ihre Besucher mitzuhelfen die richtigen Antworten zu finden. In zahlreichen Gegenüberstellungen von historischen Fotos mit dem heutigen Zustand, zeigt die Ausstellung im Internet, wie stark sich der Friedhof sich im Laufe der Zeit verändert hat. Auf anderen Bildern sieht man den teilweise traurigen Zustand der Grabmale in bestimmten Bereichen. Die Ausstellung wirft auch die Frage auf, wie viele Besucher der Friedhof verträgt.

Die Freunde des Friedhofs haben einerseits durch ihre Arbeit schon viel für den Friedhof erreicht, doch andererseits fürchten sie, dass er langsam durch Bäume, Efeu und die Auswirkungen der Zeit zerstört wird. Um an die die nächste Generation einen historischen Ort weiterzugeben, der seine Bedeutung gewahrt hat und zugleich finanziell tragfähig bleibt, wollen sie einen Entwicklungsplan erstellen. Deshalb bitten sie ihre Besucher einen Fragebogen auszufüllen, der bei der Planung helfen soll.

Montag, 23. März 2015

Call for Papers zu "Das kulturelle Erbe des Todes: Landschaften, Empfindungen und Gewohnheiten"

Grabmal in Neuenkirchen, Schleswig-Holstein
(Foto Leisner 2015)
Am 10. und 11. September 2015 wird die internationale Konferenz "Heritage of Death: Landscapes, Sentiment and Practice" in Stockholm stattfinden.

Organisiert wird sie von der Abteilung für Ethnologie der Stockholmer Universität zusammen mit CHAMP (Arbeitsgemeinschaft für die Bewahrung kulturellen Erbes) der University of Illinois.

Der Call for Papers ist gerade veröffentlicht worden. Themenfelder, zu denen bis zum 15. April Vorschläge eingereicht werden können sind:

  • Friedhöfe; Architektur des Todes (im privaten und öffentlichen Raum); der Tag der Toten und andere Feierlichkeiten
  • Konflikte und Konfliktlösung; Das Erbe von Kriegen und Katastrophen; Schlachtfelder; Gedenkstätten
  • Gedenken; Tod als Erbe der Volkskultur; Totenrituale; Wallfahrt
  • Schwarzer Tourismus; die Behandlung menschlicher Überreste; Museen als Aussteller des Todes

Keynote Speaker ist Mike Robinson (Ironbridge International Institute for Cultural Heritage, UK). Weitere Informationen - auf Englisch - gibt es sowohl auf der Seite der ASCE wie bei der Stockholmer Universität.

Dienstag, 18. November 2014

Visit Cemetery - eine europäische Website zu historischen Friedhöfen

Logo der Webseite http://www.visitcemetery.eu/en/

Update März 2023: Diese Seite existiert nicht mehr

http://www.visitcemetery.eu/en/ ist eine Webseite, auf die ich vor Kurzem "gestoßen" bin. Gestoßen ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn dabei hat das "Netzwerken" über Facebook mitgewirkt. Wie das ging? Ich bin vor einiger Zeit einer Gruppe zu Grabmalfotografie beigetreten und habe dort zum ersten Mal einen Beitrag gepostet, der auf dieses Blog hier führte. Daraufhin erhielt ich jede Menge Rückmeldung und darunter war auch der Hinweis auf die Facebookseite von visitcemetery.eu und von dort natürlich auf die Webseite. Wurde ich also eher selbst gestoßen?

Aber das schreibe ich hier nur am Rande. Eigentlich will ich auf die Webseite aufmerksam machen, die mich optisch sofort für sich eingenommen hat. Sie nennt sich selbst die erste Webseite für alle Reisenden, die an einem unbekannten Ort nicht nur Architektur und Kunstmuseen besuchen, sondern die Kunst und Kultur des Ortes gern aus einer anderen Perspektive betrachten und nach etwas Untypischen suchen; also kurz gesagt gern auf Friedhöfe gehen und dort die Kunst der Vergangenheit betrachten.

Leider erfährt man unter "who we are" nichts über die Macher. Da es aber neben einer Seite zu Friedhöfen in Italien, einer weiteren zu Europa und einer dritten zu Begräbnisplätzen in der Welt nur noch eine Seite mit dem Titel "'Friedhofsfotografen" gibt, nehme ich an, dass sich die dort genannten professionellen Fotografen zusammengetan haben und gemeinsam den Inhalt verantworten. Übrigens habe ich natürlich sofort vorgeschlagen auch den Ohlsdorfer Friedhof mit aufzunehmen und warte jetzt darauf, dass er dort auftaucht!

Schaut man sich die Friedhofsseiten an, so erhält man zuerst einen Überblick über die Orte und wird dann durch Anklicken auf die einzelnen Friedhöfe weitergeleitet. Dort gibt es (mehrsprachig, allerdings nicht deutsch) Infos zu dem jeweiligen Friedhof und auch zu besonders berühmten Personen, die dort begraben sind. Darauf folgt eine Fotostrecke und zum Schluß´noch die passende Landkarte von Google. Damit erhält man einen wunderbaren optischen Einblick, denn die Fotos zeigen interessante Perspektiven und ungewöhnliche Details, so dass man im Grunde einen Rundgang mit den Augen der jeweiligen Fotografen macht. Es liegt auf der Hand, dass der Schwerpunkt dabei nicht auf der ausführlichen Information über Friedhofsgeschichte und Persönlichkeiten liegt. Was aber nicht heißt, dass nicht zu einzelnen Persönlichkeiten auch längere Beiträge zu lesen sind.

Donnerstag, 4. September 2014

Attrakives Programm in Barcelona


Association of Significant Cemeteries of EuropeMitglieder der ASCE (Association of significant cemeteries in Europe) treffen sich vom 2. bis 4. Oktober 2014 in Barcelona zu ihrem Jahreshaupttreffen. Gerade ist das Tagungsprogramm veröffentlicht worden, das eine Reihe von interessanten Vorträgen und Exkursionen enthält. 
Unter anderem spricht zum Beispiel Nick Lloyd (Iberianature) über den "Fossar de la Pedrera" auf dem Friedhof Montjuic, einen Erinnerungsort und Massengrab, in dem 4000 Opfer des "Weißen Terrors" in Spanien beerdigt sind, oder der Brasilianer Thiago Nicolau de Araujo über Friedhöfe als Quelle von Geschichte, Kultur und Religion in den Gräbern der deutschen Immigranten in Brasilien. 


Die Teilnehmer werden außerdem noch über die Friedhöfe Poblenu und Montjuic in Barcelona, sowie durch den Sant Pau Catalan Modernisme geführt.
Man kann sich noch im Internet zur Teilnahme anmelden!

Mittwoch, 23. Januar 2013

Bilder von der Ausstellung "Tula Nekropolis" in Ohlsdorf

Hier kommen jetzt auch noch einige  Bilder von der Ausstellung, die ich mir gestern ansehen konnte.
Ausstellungseinleitung (Foto Leisner)
 
Sarkophagartige Grabmale (Foto Leisner)

Sarkophagartiges Grabmal (Foto Leisner)

Vitrinen mit Fotos vom Friedhof (Foto Leisner)

Verschiedene Grabmale (Foto Leisner)

Grabrelief (Foto Leisner)


Sonntag, 25. November 2012

Europäische Friedhofskulturroute - Mein Vortrag in Ohlsdorf

Heute blogge ich in eigener Sache:

Ich werde um 16:30 im neuen Bestattungsforum des Ohlsdorfer Friedhofes die Vortragsreihe dieses Winterhalbjahres eröffnen. Mein Thema ist die Europäische Route der Friedhofskultur, die ich mit einer reich bebilderten Powerpoint-Präsentation vorstellen werde.

Wir werden eine ganze Reihe von Friedhöfen dabei besuchen und von Norden über Tallin, nach Kopenhagen, Plymouth und Dublin, Paris und Genua, Bologna, Florenz und Rom bis nach Athen wandern. Viele interessante Grabmale, Geschichten und Bilder erwarten die Zuhörer.

Dienstag, 22. Mai 2012

Die Europäische Route der Friedhofskultur

Titelbild von "Ohlsdorf - Zeitschrift für
Trauerkultur" mit dem Thema "Europäische
Route der Friedhofskultur"
Vor einiger Zeit habe ich hier auf die Europäische Route der Friedhofskultur hingewiesen. Inzwischen sind zwei Hefte von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" erschienen, in denen ich ausführlicher über diese Kulturroute berichte.

Zuerst geht es dabei um die Idee der Kulturroute und im zweiten Teil um die Vorstellung einiger europäischer Friedhöfe und des im Internet veröffentlichten zugehörigen Guidebooks, das bisher nur auf Englisch und Spanisch veröffentlicht ist.

Natürlich enthält die neue Ausgabe der Zeitschrift noch weitere interessante Artikel, so gibt es unter der Rubrik "Aktuelles" einen Bericht von der Transmortale III und unter "Kultur und Geschichte" wird von die Restaurierung des Friedhofes in Nebel auf Amrum vorgestellt. Nicht zu vergessen auch die beiden Beiträge über die Friedhofskultur in Belfast von Claudia Schmidt, wo sich die schwierigen politischen Verhältnisse natürlich auch in der Gestaltung der Gräber widerspiegeln.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Europäische Friedhofs-Vereinigung ASCE feiert 10jähriges Bestehen in Wien


Pausengespräche im Museumsquartier in Wien (Foto Leisner)
Dieses Jahr fand die 10. Jahresversammlung der Europäischen Friedhofs-Vereinigung (ASCE - Association of significant cemeteries in Europe) in Wien statt, großzügig ausgerichtet von den "Friedhöfen Wien". Es stand sowohl die Neuwahl der Vorstandsvorsitzenden als auch die Neu- bzw. Wiederwahl der neun Vorstandsmitglieder an. Dazu war das Programm gedrängt voll mit der Vorstellung der Arbeiten an der Europäischen Friedhofskulturroute (European Cemeteries Route) und Vorträgen zum Thema: "Bedeutende Friedhöfe vor neuen sozialen Gewohnheiten", sowie je einer  Exkursion zum Zentralfriedhof und dem Hietzinger Friedhof der Stadt Wien. Natürlich kam während der ganzen Zeit der Erfahrungsaustausch zwischen den über 90 Teilnehmern aus den europäischen Ländern nicht zu kurz.

Auf dem Hietzinger Friedhof
(Foto Leisner)
Die scheidende Vorsitzende, Frau Yzaguirre aus Barcelona, blickte auf ein sehr erfolgreiches Wirken zurück. Denn die ASCE ist inzwischen auf 63 Mitglieder aus 20 Ländern angewachsen und bildet damit die größte derartige Vereinigung Europas. Auch nach Südamerika, wo das europäische Vorbild Schule macht, gibt es Kontakte. Weitere neue Mitglieder haben sich schon angemeldet. Mitglied können übrigens historisch und/oder künstlerisch bedeutende Friedhöfe selbst mit ihren Verwaltungen sein, aber auch Förder- und Freundeskreise, Stadtverwaltungen, Museen und Universitäten sind vertreten, die sich für die Erhaltung von Friedhöfen engagieren. Zum Beispiel gehört der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. schon seit dem Gründungsjahr 2001 der ASCE an. Die neu gewählte Vorsitzende Lidija Plibersek, Direktorin der Friedhöfe und des Krematoriums in Maribor in Slowenien, führte in ihrem Beitrag aus, dass die ASCE das Ziel und die Fähigkeit hat, alle Menschen in Europa mit dem Kulturgut "historischer Friedhof" vertraut zu machen. Das Vortragsprogramm ist hier abgebildet. Wer möchte, kann die meisten Präsentation, die in Wien gezeigt wurden, aus dem Internet herunterladen. Sie sind zur Zeit unter dieser Adresse veröffentlicht.

(Darunter befindet sich übrigens auch meine Präsentation über den Ohlsdorfer Friedhof.) Besonders empfehlen möchte ich die Präsentation und das Video vom Glasnevin Trust in Dublin Irland. Das Friedhofmuseum dort und die Öffentlichkeitsarbeit des Friedhofs fand ich wirklich ausgesprochen beeindruckend und vorbildlich für alle, die sich für historische Friedhöfe engagieren.

Über die Friedhofskulturroute wollen wir in der Januar-Ausgabe unserer Zeitschrift "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" ausführlicher berichten. Ich werde dann hier darauf hinweisen.




Montag, 23. Mai 2011

Preis der Welt-Tourismus-Organisation der Vereinten Nationen (UNWTO) für die Europäische Friedhofsroute

Die europäische Friedhofsroute erhält dieses Jahr einem speziellen Preis der Jury innerhalb des "Ulysses Award", den die UNWTO jährlich vergibt. Die Preisverleihung findet am 2. Juni 2011 in Vilamoura (Portugal, Algarve) während des Globalen Forums für Tourismus und Wissenschaft "Verbindung von Theorie und Praxis" statt. 
Die UNWTO Ulysses Awards werden für innovative Beiträge zum Tourismus vergeben. Dabei legt die UNWTO Wert auf die Schaffung neuen Wissens und auf Fortschritte im Bereich des Tourismus, die gesellschaftlich relevant sind. 


In diesem Sinne bringt die Europäische Friedhofsroute das sepulkrale Erbe der Vergangenheit, Friedhofsfragen der Gegenwart und Herausforderungen der Zukunft zusammen und teilt den Reichtum dieser Elemente mit der Öffentlichkeit. Zum ersten Mal bietet diese Route ein vertieftes kulturelles Produkt an, in dem Geschichte, Kunst, Erinnerung und Natur auf eine ganz besondere Art zusammengebracht werden, wie es in der Pressemittelung der ASCE (Association of significant cemeteries of Europe) heißt.

Freitag, 8. April 2011

Neues aus Europa

Im Januar haben sich die Macher der Europäischen Friedhofsroute in Barcelona getroffen, wo sie eine gründliche Einführung in die Möglichkeiten erhielten, im Internet für ihre Ideen zu werben und dabei auch das - inzwischen ja nicht mehr ganz so neue - Web 2.0 für sich zu nutzen. Die englischen bzw. spanischen Unterlagen für diese Einführung sind hier veröffentlicht.

So ist der Fortschritt der Friedhofsroute jetzt auch auf Facebook zu verfolgen. Außerdem ist  inzwischen ein erster ausführlicher Newsletter veröffentlicht worden, in dem über die Route und ihre Ziele, die Mitglieder, den ersten Übungsworkshop, das Treffen des wissenschaftlichen Komitees und zukünftige Aktionen berichtet wird.

Am Ende dieses Newsletters steht die Information über ein neues Projekt der ASCE mit dem Titel "Remembrance in European Cemeteries/Erinnerung auf europäischen Friedhöfen", das in dem Bereich "Europe for citizens/Europa für Bürger" angesiedelt ist. Der Arbeitsplan dieses Projektes beinhaltet Trainingsaktivitäten, Führungen und Aktivitäten zum Kommunizieren und Verbreiten der Ideen. Sein Programm soll 2011 entwickelt werden, wie auf der Website der Friedhofsroute zu lesen ist.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Europäische Friedhofsroute zum Zweiten

Im Post vom 19.11.2010 habe ich behauptet, dass es keine Informationen im Internet zur Europäischen Friedhofsroute gibt. Ganz falsch!! Zum Glück gibt es nämlich aufmerksame Leserinnen und Leser dieses Blogs! Aus Berlin habe ich jetzt den richtigen Link bekommen und bedanke mich herzlich bei der Kirchhofsverwaltung der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde für den freundlichen Hinweis.

Und hier kommt der Link auf die eigene Website der Europäischen Friedhofsroute, die allerdings nur auf englisch und spanisch erschienen ist. Dafür enthält sie alles, was das Herz begehrt: eine Landkarte mit allen Orten, deren Friedhöfe dazu gehören.(Die meisten liegen übrigens in Spanien und Italien und man sieht daran, dass diese Länder sehr viel aktiver in der ASCE mitarbeiten als der Norden Europas!!). Außerdem gibt es viele schöne Friedhofsbilder, eine Beschreibung, was mit der Route bewirkt werden soll, und einen Aktionsplan für die Zeit von 2010-2012, in der die Route im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert werden soll.


Um daran zu arbeiten findet am 13. und 14. Januar in Barcelona ein Workshop statt, an dem man auch teilnehmen kann, wenn man kein Mitglied der ASCE ist, bei der man sich dazu anmelden kann.


Also auf zu den Europäischen Friedhöfen!

Freitag, 19. November 2010

Europäische Friedhofsroute

Es es zwar schon etwas spät, um darauf hinzuweisen, aber sicher nicht zu spät: Im Mai dieses Jahres wurde die "Europäische Friedhofsroute" vom "Europäischen Institut für Kulturrouten" , das 1997 vom Europarat gegründet wurde, anerkannt. Diese Europäischen Kulturrouten folgen immer einem bestimmten Thema. Auf ihnen sollen Touristen Europa neu entdecken, zugleich soll damit Natur und Kultur geschützt und Einblicke in fremde Welten geboten werden.

Die "Association of significant cemeteries in Europe (ASCE)" hatte sich seit einiger Zeit um die Anerkennung dieser Friedhofsroute bemüht und sie damit begründet, das Friedhöfe es als sozusagen heilige Orte ermöglichen, die Fundamente des allgemeinen Europäischen Erbes zu verstehen.

Allerdings gibt es einen echten Wehrmutstropfen bei dieser Nachricht. Es ist nicht möglich mehr über diese Friedhofsroute zu erfahren. Die Website der ASCE hüllt sich, bis auf einen spanischen Zeitungsartikel zum Thema, in Schweigen und auf die Seite des Europäischen Instituts für Kulturrouten, muss man sich erst einloggen (30,-Euro für ein Jahr), um an die Dokumente zu kommen, die dort hinterlegt sind. Was das Ganze also bringen soll, ist mir zur Zeit ein Rätsel.

Achtung: Zu diesem Eintrag gibt es neue Informationen unter dem 16.12.2010