Norbert Fischer und Simon J. Walter (Hrsg.), Neue Schauplätze der Trauer. Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes, Düsseldorf 2025, 162 Seiten
Hier eine Information für alle, die in oder in der Nähe von Hamburg wohnen: Am Montag, 7. April 2025, 15.00 Uhr findet die Öffentliche Buchvorstellung dieser Publikation durch die Herausgeber Norbert Fischer und Simon Walter auf dem Ohlsdorfer Friedhof im Forum Ohlsdorf (Cordeshalle) statt. Veranstalter sind der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V., die Hamburger Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft e.V. und die Stiftung Deutsche Bestattungskultur. Der Eintritt ist frei, für Getränke wird gesorgt. Um formlose Anmeldung wird gebeten, unter: norbertfischer@t-online.de
Mit dem Buch „Neue Schauplätze der Trauer“ thematisieren die Herausgeber eine öffentliche Erscheinungsform der Trauer, die sich seit den 1990er Jahren immer häufiger in spontanen Gedenkstätten außerhalb von Friedhöfen manifestiert. Die Autorinnen und Autoren dieses Buches gehören dabei teilweise zu den Studierenden der Empirischen Kulturwissenschaft an der Universität Hamburg.
Am Anfang der Beiträge steht ein Rückblick auf öffentliche Gedenkorte aus älteren Zeiten. Klein- und Flurdenkmäler, also zum Beispiel Bildstöcke und Sühnesteine, erinnern besonders im süddeutschen Raum noch heute an Unglücksfälle oder Mordtaten in vergangenen Jahrhunderten und prägen so die Kulturlandschaft. Oft wird dort zum Gebet für die Toten aufgerufen und es werden Blumen niedergelegt oder Kerzen entzündet, also rituelle Trauerhandlungen ausgeführt, die auch heute noch an Trauerorten aktuell sind. Die darauf folgenden Beiträge stellen dann Schauplätze vor, die erst in neuerer Zeit entstanden sind. In ihnen manifestiert sich Trauer und Gedenken in sehr unterschiedlichen Gestaltungsweisen. So wird dem Konzept der Trauerhaltestelle nachgegangen, die erstmals auf dem Ohlsdorfer Friedhof eingerichtet worden ist. Dieser spezielle und neuartige Ort für das öffentliche Gedenken bietet explizit die Möglichkeit, private Trauer um einen Verlust in Form von Text, Bild oder Gegenständen anonym und für einen – wetterbedingt – begrenzten Zeitraum der Öffentlichkeit zu präsentieren.
