Posts mit dem Label Kunst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kunst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 29. September 2023

"Zwischen:Welten"- Kunstausstellung auf dem evangelischen Friedhof Regensburg

Screenshot von der Webseite des ev. Zentralfriedhofs zur Kunstausstellung
Seit dem 11. Mai und noch bis zum 5. November 2023 ist auf dem evangelischen Zentralfriedhof in Regensburg die Kunstausstellung "Zwischen:Welten" von Martin Rosner zu erleben. 

Sie ist ein Teil der Veranstaltungen anlässlich des 125-jährigen Bestehens dieses Friedhofs. Allerdings konnte ich über weitere Veranstaltungen im Internet nur finden, dass es am 27.9.2023 einen Festakt zum Jubiläum und zur Einweihung des Gedenkortes für Sternenkinder auf dem Friedhof und dass eine Broschüre mit ausführlichen Informationen von Frau Bettina Bauer-Spandl mit dem Titel "Der Evangelische Zenralfriedhof in Regensburg" erschienen ist, die sowohl im Kirchengemeindeamt, als auch auf dem Friedhof selbst ausliegt.

Für seine Kunstausstellung hat der Regensburger Künstler über längere Zeit und in verschiedenen Jahreszeiten die Besonderheit dieses Friedhofs fotografisch erkundet. Dabei geht es ihm vor allem um Details, "die man oft übersieht und die mittels fotografischer Abstraktion sichtbar gemacht, verfremdet und in einen neuen Kontext gerückt werden." (aus dem Text der ELKB) Seine Werke sind in Schwarz-Weiß auf Acrylglasplatten gedruckt an zehn ausgewählten Orten auf dem Friedhof ausgestellt und treten dort in einen Dialog mit ihrer Umgebung. Dazu gibt es einen Lageplan der Fotos und einen Überblick über die Bilder.

Montag, 3. Juli 2023

Kunst auf dem Friedhof beim "HinterHalt festival" 2023

Hier ein kurzer Hinweis auf das Festival "HinterHalt" in der Schweiz. Dort ist auf dem Friedhof von Uster, einer Gemeinde in der Nachbarschaft von Zürich, vom 7. bis 9. Juli 2023 die Ausstellung „Kunst in aller Ruhe“ zu sehen. Weitere Veranstaltungen des Festivals finden zur selben Zeit rund um und eben auch auf dem Friedhof veranstaltet wird. 

Ausstellen werden Kunstschaffende, die sich spezifisch mit Themen wie Leben und Sterben, Trauer, Verlust, Erinnern, und Loslassen auseinandersetzen. Auf Matthias Zurbrügg, der riesige Buchstaben aufstellt, wurde in diesem Blog schon hingewiesen (ihm verdanke ich jetzt auch die Nachricht vom Hinterhaltfestival). Sein Werk "Zeit los lassen" besteht auf dem Friedhof in Uster fünf Wortbildern innerhalb und zwei ausserhalb des Friedhofs. Gerda Steiner & Jürg Lenzlinger zeigen zusammen mit René Waldhauser und Peter Conradin Zumthor mit "Flügel für Vögel, 2022" eine Videoinstallation . TONundTON - das Künstlerduo Theres Stämpfli (Keramik) und Peter K Frey (Musik) - machen mit "libera me" Töne hörbar und Ton sichtbar und umgekehrt. Fabiola di Fulvio hängt mit "Beato chi nell’eterno vive" Kohlezeichnungen von scheinbar toten Bäumen und Ästen, als halbtransparenten Vorhang flatternd in den Wind. BERNIE & FRANK zeigen mit "Reise ins Ungewisse" eine Installation aus Koffern voller Erinnerungen und Geschichten. 

Einen weiteren Programmpunkt, der sich auf das Thema Sterben, Tod und Trauer bezieht, steuert das Duo "Arnold & Komarov Wandertheater" mit seiner Veranstaltung "Todeslieder" bei. Es geht um die Auseinandersetzung mit Ritualen des Abschieds und die Funktion der Musik. Dabei soll, ausgehend von Gesprächen mit Trauernden, ein Liederzyklus entstehen. Gleichzeitig können Memorabilia wie Texte, Musik, Gedanken, Bilder und Dinge eingebracht werden, die dann am "Grossen Nachthemd der Erinnerungen" montiert und bei einem gemeinsamen musikalischen Spaziergang herumgetragen werden.

Außerdem gibt es ein buntes Programm, zu dem unter anderem auch Friedhofsführungen gehören.


Mittwoch, 4. Januar 2023

Friedhof 2.0 - Kunstprojekt auf dem Hauptfriedhof Kaiserslautern

Installation "Grablicht" auf dem Hauptfriedhof Kaiserslautern 2022
An 26.11.2022 wurde auf dem Hauptfriedhof in Kaiserslautern offiziell ein Kunstprojekt eröffnet, dessen Konzept auch für andere Friedhöfe interessant sein dürfte. Der Fotograf und Künstler Thomas Brenner hat dafür Ideen entwickelt, die - wie es auf der Website des Projektes heißt - "diesem Raum mehr Bedeutung geben, ihn in das Leben integrieren und über Kunst und Kultur neue Ebenen erschließen" sollen. "Themen der aktuellen Gesellschaft wie Digitalisierung, Globalisierung, Klimaveränderung und interkulturelles Denken werden angesprochen." 

Dafür sind künstlerische Interaktionen geplant, von denen die ersten schon auf dem historischen Friedhof in Kaiserslautern umgesetzt worden sind. Sie sind als "Werke/Eingriffe/Veränderungen" an verschiedenen Stellen auf dem Friedhof zu finden und können unterschiedlich befristet sein. Der Künstler sieht dabei sein Konzept als Pilotprojekt an, das auf fast alle Friedhöfe übertragbar ist, und strebt die Einbindung weiterer Künstler*innen, z.B. in Form von Lesungen, Musik,Tanz oder Theateraufführungen an. 

Bisher sind auf dem Friedhof vier Installationen eingerichtet worden. Am Eingang informiert ein Schild über das Konzept und an den Installationen ermöglichen QR-Codes weitere Informationen. Für besondere Aufmerksamkeit dürfte der Kubus „Grablicht“ sorgen, der in der Morgen- und Abenddämmerung von innen pulsierend beleuchtet wird. Er besteht aus goldfarbenen Metallgittern und ist an die Größe eines Grabes angelehnt. Gefüllt ist er mit "5.800 roten Plastikhülsen und 250 goldfarbenen Deckeln". Es sind die leeren Hülsen der kleinen - auf katholischen Friedhöfen besonders zu Allerseelen auf den Gräbern leuchtenden - Grablichter.

Installation "Gießkanne"
In der Nähe befindet sich die Installation "Gießkanne", die aus einem Feld in Form von zwei asymetrischen Wellen besteht. Zu ihnen sind über 200 graue Gießkannen (aus Recycling-Material) aufgereiht. Drei symbolische Wasserhähne ragen am Anfang aus der Erde. Die Kannen ermöglichen zahlreiche Assoziationen und sollen zugleich den Fluss des Wassers symbolisieren. Am Waldrand verschwinden sie in der Erde. Zur Zeit "schwimmen" sie in braunen Herbstlaub. Im Frühjahr sollen zwischen ihnen einheimische, niedrigwachsende Wildblumen eingesät werden.

Samstag, 13. August 2022

Undendlich still - Zeitgenössische Kunst auf evangelischen Friedhöfen in Bayern

Website des Ansbacher Stadtfriedhofs zur Ausstellung
Vor einem Jahr habe ich hier das Buch "Evangelische Friedhöfe in Bayern" vorgestellt. Jetzt ist noch bis zum 30. September auf sechs dieser Friedhöfe eine ungewöhnliche Kunstausstellung zu sehen, die im Zusammenhang mit dieser Publikation steht. Nach der Bestandsaufnahme der kirchlichen Friedhöfe und der Erkenntnis ihres Reichtums an eigenen Traditionen und Formen in den Bereichen Geschichte, Kunst, Kultur, Theologie und Spiritualität, wollen die Verantwortlichen den Friedhof als Gestaltungsraum, Dialogfeld und Ort der Erinnerungskultur sichtbarer machen. Durch Kunst und Kultur können Friedhöfe als Erlebnisräume und als Orte des Innehaltens, des Nachdenkens und auch der Hoffnung neu und anders wahrgenommen werden. Mit der Ausstellung soll der Diskurs angeregt und durch die Verbindung einer historisch gewachsenen Friedhofskultur mit zeitgenössischer Kunst neue Einblicke in das Thema Tod und Friedhof ermöglicht werden, wie es in der Ausstellungsbroschüre heißt. Damit soll der Friedhof als Ort der Auseinandersetzung mit dem Sterben wieder stärker ins Bewusstsein gerückt und mit künstlerischen Sichtweisen neu belebt werden: "So sollen sinnlich wahrnehmbare Signale gesetzt werden, den Friedhof als wertvollen Kulturraum auszuweisen und den Ort der Toten mit Leben zu erfüllen. Die Ausstellung soll beispielhaft zeigen, wie Kunst eine Friedhofsanlage zu einem lebendigen Denk- und Experimentierraum erweitern kann."

Insgesamt sind die Arbeiten von achtundzwanzig Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Darunter zum Beispiel die Installation „Pattern of time – Zeichen der Zeit“ aus buntem Spiegelflächen, die das Licht über das Friedhofsgelände und die historischen Grufthäuser des Ansbacher Stadtfriedhofes leiten. Dort gibt es auch Streichholzschachteln mit "kleinen Geistern" bedruckt, die man als gute Geister mit nach Hause nehmen kann um eine Kerze anzuzünden. Den Haupteingang des Protestantischen Friedhofs in Augsburg flankieren zwei große, quadratische Felder, das eine mit einem geöffneten und das ander mit einem geschlossenen Auge, so stehen Leben und Tod einander gegenüber. Wobei dazu erklärt wird, dass sich theologisch betrachtet, das geschlossene Auge nach dem Tod wieder zum ewigen Leben öffnet und damit das Augenpaar zum Sinnbild der Frage nach Diesseits und Jenseits wird. Die Ausstellung besteht aus vielen weiteren sehr interessanten Werken, die in der o.g. Broschüre vorgestellt werden und natürlich auf in Ansbach auf dem Stadtfriedhof, in Augsburg auf dem Protestantischen Friedhof, in Bayreuth auf dem Stadtfriedhof, in Nürnberg auf dem St. Johannisfriedhof, in Oberallershausen und in Regensburg jeweils auf dem Evangelischen Friedhof besucht werden können.

Dazu gab und gibt es noch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Künstlergesprächen, Vorträgen und Konzerten. Dazu findet am 15. September 2022 auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg das 12. Kunstsymposium der ELKB unter dem Titel "Unendlich still... - Zeitgenössische Kunst auf Friedhöfen – Experiment, Wagnis, Vision" mit Vorträgen und der Besichtigung des Friedhofs zusammen mit den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern statt. (Anmeldung ist bis zum 1. September 2022 möglich - Anmeldung per E-Mail)

Sonntag, 27. Februar 2022

Fachtag "FOKUS FRIEDHOF Kunstvoll. Spirituell. Lebensnah"

Die Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (Haus Kirchlicher Dienste) veranstaltet am 11. Mai 2022 von 10 bis 16:30 Uhr einen Fachtag mit dem Titel "FOKUS FRIEDHOF Kunstvoll. Spirituell. Lebensnah". Dabei soll es schwerpunktmäßig darum gehen, "den Friedhof als Schnittmenge von öffentlichem Raum und kirchlich-kultureller ‚Bespielung‘ und somit als Chance auch und gerade für Kunst und Kulturarbeit in den Blick zu nehmen." Dazu gibt es Workshops und Friedhofsexkursionen. Es sollen auch Fragen der Friedhofsgestaltung und des evangelischen Profils von Friedhöfen behandelt werden. Tagungsort sind Kirche und Gemeindehaus der Ev.-luth. Kirchengemeinde Herrenhausen-Leinhausen (Hegebläch 18, 30419 Hannover). Hier der Flyer mit dem Programm. Die Anmeldung geht über die Website: https://www.formulare-e.de/f/fachtag-friedhof



Übrigens wird es schon im März ein weiteres kirchliches Angebot zum Thema Friedhof und Kunst in Hannover geben, nämlich den Workshop-Tag Kulturkirchen mit dem Thema: "Endlich! Zeitgenössische Kunst auf dem Friedhof". Dort treffen sich Akteure (m/w/d) der ev.-luth.Kulturkirchen – und solche, die es werden möchten – zu Austausch, Infos und Impulsen und zwar am Mittwoch, 16. März 2022, 10:30 – 16 Uhr in der Ev. Kirchengemeinde Hannover Herrenhausen-Leinhausen. Referentinnen sind die Dresdener Künstlerinnen Susan Donath aus Dresden und Stephanie Link aus Hildesheim. Infos: www.kunstinfo.net/angebote/seminare (Das Angebot ist unter dem Obertitel "JAHRESPROGRAMM KUNST UND KULTUR 2022" zu finden).

Montag, 5. Oktober 2020

Friedhofskultur in Sachsen

Dieses Video auf und über drei Friedhöfe in Sachsen (Parkfriedhof Plagwitz in Leipzig, Annenfriedhof in Dresden, Friedhof in Zwickau) zeigt unter anderem, wie Kunstwerke an der Friedhofsmauer interessierte Besucher anziehen können. Zugleich wird die Friedhofskultur und die Gestaltung von Friedhöfen im Gespräch weiter thematisiert:

Samstag, 5. September 2020

Sieben Schubkarren - Sind wir nicht alle Sternenstaub? - Ausstellung Nordfriedhof Dresden

Ausstellungsflyer und -plakat
 Gestern wurde in der Kapelle des Nordfriedhofes in Dresden die Ausstellung von Gerhard Rossmann mit dem obigen Titel eröffnet, die noch bis zum 4.10. dort zu sehen ist. In der - nicht mehr für Trauerfeiern genutzten - Kapelle werden schon seit ein paar Jahren immer wieder Ausstellungen aktueller Kunst gezeigt. Die Installation des Wuppertaler Künstlers Gerhard Rossmann bezieht sich dabei direkt auf den Tod, wenn die Seibenzahl genutzt wird um ganz verschiedene Lebensräume symbolisch miteinander zu verbinden, sozusagen zu einem “Crossover zwischen Wohnzimmer, Friedhof und Grabkammer”, wie der Künstler seine Installation beschreibt. 

Zu sehen sind sieben Schubkarren, dazu sieben chemische Verbindungen, sieben Stehlampen, sieben mehr oder weniger bequeme Sessel, sieben golden gerahmte Wandspiegel, Grabsteinfragmente von aufgelassenen Gräbern, ein 777 Liter Aquarium mit einem Meteoriten, das Feuchtpräparat eines Gehirns, ein Bettgestell, 33 Totenhemden und sieben Tonnen Erde.

Dazu ist im Flyer zu lesen: „Sind wir nicht alle Sternenstaub, Überreste längst erloschener Himmelskörper? Elemente entstehen in den Sternen durch Kernfusion aus Wasserstoff und Helium. Circa zwanzig Elemente sind in Säugetierorganismen, wie dem Menschen von Bedeutung. Und das meiste im Körper ist Wasser. Wasser bedeutet Leben, Wasser kann den Tod bedeuten. Das Gedenken bekommt einen Ort Leichenhemden flattern im Wind. Totengräber verrichten ihre Arbeit: Erde zu Erde, Stein zu Stein. Das Grab und vor allem der Gedenkstein materialisieren über Jahrzehnte den Nachhall eines Menschenlebens. Der Stein selbst und die in ihn gemeißelten Inschriften bergen die Hoffnung auf Ewigkeit. Eine Hoffnung, die für die trauernden Hinterbliebenen, in der Gewissheit der eigenen Endlichkeit, tröstlich wirken kann. Die Lebenden besuchen ihre Toten. Die Gemeinschaft der Toten trifft die Gemeinschaft der Lebenden. Die Besuchszeit ist vorbei. Sieben Schubkarren warten auf den kommenden Tag. Sie sind außer Dienst."

Die Ausstellung organisiert hat der Verein Denk Mal Fort e.V. - Die Erinnerungswerkstatt Dresden , auf dessen Facebookseite es auch ein paar Bilder von der Eröffnung gibt, zusammen mit der Künstlerin Susan Donath.

Zu der Ausstellung läuft ein Begleitprogramm mit Friedhofsführungen. Die Ausstellung ist geöffnet: Mi, Fr-So 14-18 Uhr, Nordfriedhof Dresden, Kannenhenkelweg 1, 01099 Dresden. Feierhalle.