Donnerstag, 30. März 2017

Vor 25 Jahren wurde das Museum für Sepulkralkultur in Kassel eingeweiht

Ausstellungsbereich zum Tod in Mexiko
im Museum für Sepulkralkultur (Foto Leisner 2014)
Ist es wirklich schon 25 Jahre her? Oder sollte man besser fragen, gibt es das Museum wirklich erst seit so kurzer Zeit? Tatsächlich hatte der Tod lange keinen Stellenwert in der deutschen "Nachkriegswelt". Die Menschen hatten den Krieg erlebt. Sie hatten ihre Verwandten und Freunde verloren. Tod und Trauer wurden tabuisiert.

Der Gründungsvater des Museums aber, der damalige Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal Hans-Kurt Boehlke, setzte sich trotzdem beharrlich dafür ein ein Museum, das die Kultur des Todes bewahren und ausstellen sollte, in seiner Geburtsstadt Kassel einzurichten. Ihm war es 1960 gelungen den Sitz der Arbeitsgemeinschaft von Bonn nach Kassel zu verlegen. 1979 entstand dann parallel dazu ein neues Institut für Sepulkralkultur, aus dessen Arbeit und Sammeltätigkeit das Museum hervorging. Ein Ziel war es dabei den Besuchern die Berührungsängste mit dem Tod zu nehmen. Das scheint gelungen. Nachdem anfangs der Schwerpunkt auf der Ausstellung volkskundlich-thematischer Objekte lag, also Zeugnisse der Bestattungs- und Trauerkultur zu sehen waren, rückten nach der Jahrtausendwende der Tod und die Toten, ja das Sterben selbst weiter in den Focus. Mit aufsehenerregenden Ausstellungen wie z.B. "Noch mal Leben", in der die Fotografien von Walter Schels und die Texte von Beate Lakotta zu sehen waren, die Totgeweihte vor und nach ihrem Tod zeigen, kamen neue Besucherschichten in das Museum.

Jetzt wird geplant die Schausammlung komplett neu zu strukturieren. Und wenn das Museum endlich einen neuen Leiter hat, wird wahrscheinlich auch noch gefeiert!


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