Dienstag, 19. August 2014

150 Jahre Stadtfriedhof Engesohde in Hannover

Wie in Darmstadt wird auch in Hannover ein ganzes Jahr lang ein Friedhofsjubiläum begangen. Der Stadtfriedhof Engesohde feiert sein 150jähriges Bestehen.

Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres scheint mir die Kunstinstallation "Sonnenallee" der Street Art-Künstlerin Mansha Friedrich zu sein, die die zentrale Lindenalle seit dem 25. Juli (und noch bis zum 31.12.2014) in ein ganz neues Farbenkleid gehüllt hat.
Kunstinstallation "Sonnenalle" von Mansha
Friedrich 2014 (Foto Manscha Friedrich)

Kunstinstallation "Sonnenalle" von Mansha
Friedrich 2014 (Foto Manscha Friedrich)
Die Stämme der Lindenbäume sind nämlich "bestrickt" und zwar in Farben, die von Orange bis Hellgelb verlaufen. Dadurch entsteht ein optischer Tunnel, der sich - je nach Blickrichtung - öffnet oder schließt. Durch die vereinzelnd durch das Blätterwerk dringenden Lichtstrahlen werden gezielt helle Lichtmomente erzeugt. Damit wirkt die Allee zugleich verfremdet und durch das Farbspiel wird sie zu einem Korridor zum Licht. Mit dem Farbwechsel der Blätter im Herbst wird sich das Bild erneut verändern. Durch die fallenden Blätter erreicht die Kronen mehr Licht und der Tunnel wird heller erscheinen und mit dem Fallen der Blätter aufbrechen. Diese Information habe der Ankündigung entnommen. Die Installation gehört im Übrigen zugleich zu der Veranstaltungsreihe "Die Gartenregion bewegt", mit der in Hannover für das städtische und private Grün geworben wird.

Insgesamt wundert mich bei diesem Jubiläum, dass der Friedhof Engesohde kein eigenes Veranstaltungsprogramm aufgelegt hat. Die zahlreichen und meist kostenlosen Angebote, wie Führungen und Lesungen, und alle Inforamtionen zur Teilnahme (oft ist eine Anmeldung erforderlich) muss man sich aus dem gemeinsamten Programm für alle Friedhöfe der Stadt mühsam heraussuchen.

Schon seit dem 4. April hat es Führungen mit unterschiedlichen Themen über den Friedhof gegeben, so zur historischen Entwicklung, zu dem Gartendenkmal und zu Monumenten und Mausoleen. Am 29.08. wird ein Spaziergang folgen, bei dem "Der Stadtfriedhof als Spiegel der Gesellschaft im Wandel der Zeit - Ein Rundgang vom Reihengrabfeld bis zur kunstvollen Grabanlage und ihren NutzerInnen" besichtigt wird. Im September stehen dann zwei Lesungen an: Die literarischen Komponistin und Rezitatorin Marie Dettmer spricht "Über den Tod... Und über das Leben!" und Kersten Flentner und Klaus Urban lesen Texte zum Thema aus fremden Federn: "Bevor wir zum Ende kommen".

Außerdem gibt es zum "Tag des Friedhofs" am 21.9. zahlreiche Angebote und Präsentationen. Darunter die Lesung „Für immer jung“ aus dem Buch „So schön tot“ von Cornelia Kuhnert und die Führung von Kerstin Schönewald zur Entwicklungsgeschichte des Friedhofs bis heute. Die letzte Führung des Jubiläumsjahres findet am 24.10. findet zum Thema "Grabmalgestaltung im Laufe der Zeit" statt. "Kunstvolles, Skurriles, Historisches und Modernes" soll dabei gezeigt werden. 






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