Samstag, 20. März 2010

Grabmalerhaltung auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden

Die Dresdener Initiative hat drei große Projekte in Angriff genommen und setzt dabei - nicht nur - auf eine enge Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und der Technischen Universität der Stadt, die sich sehr fruchtbar auszuwirken scheint und sicher zur Nachahmung empfohlen werden kann.

An erster Stelle steht die Restaurierung eines barocken Grabmal unter Einsatz eines neuen Verfahrens zur Steinfestigung, verbunden mit begleitenden denkmalpflegerischen Untersuchungen. Dabei soll der Einsatz von "funktionellen Organoalkoxysilanen" (kann mir jemand erklären, was das ist, oder muss ich es gar nicht wissen, weil ich eh nicht vom Fach bin???) als Festigungsmittel von Stein untersucht und bewertet werden. Die Arbeiten sollen im Laufe des Sommers 2010 abgeschlossen sein. 

Als zweites geht es in Dresden um die Erfassung von Grabmalinformationen für Grabpatenschaften. Dabei half es, dass die Studierenden des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung an der TU Dresden in ihrem 3. Studiensemester unterschiedliche Projekte unter Anleitung von Mitarbeitern der Universität und unter Beteiligung von Fachleuten aus der Praxis bearbeiten. So konnten im Wintersemester 2009/10 zwei Projekte zum Inneren Neustädter Friedhof vergeben werden. Schon im Frühjahr 2009 war an der Bauhausuniversität Weimar eine  Bachelorarbeit entstanden, die sich mit dem Thema Grabmalpatenschaften - und zwar speziell mit dem Inneren Neustädter Friedhof - auseinandersetzte. Im Anschluss wurden aus den unter Denkmalschutz stehenden Grabmalen zehn Grabstätten für eine Patenschaft ausgewählt und eine entsprechende Datenbank erstellt.

Als drittes ist - ebenfalls im Rahmen der studentischen Projektarbeit - ein Konzept zur witterungsgeschützten Aufstellung gefährdeter Grabmale erstellt worden. Diese Arbeit setzt sich zunächst mit den Grundlagen der  Natursteinverwitterung und den Möglichkeiten der Einhausung auseinander, um dann explizit eine bestimmte  Art des Umgangs für einzelne Grabmale vorzuschlagen. Unterschieden wird dabei in: Freischneiden , Einhausen, Unterstellen, Überdachen und Konservieren. Für das Unterstellen der Grabmale kommen zum einen nicht mehr genutzte Grufthäuser, zum anderen das Dach, das einst den Totentanz vom Georgentor (heute in der Dreikönigskirche) schützte, in Frage. Dafür wurden konkrete Vorschläge erarbeitet, die die Umsetzung der gegenwärtig  entlang der Wege und ohne Bezug zu einer Grabstelle aufgestellten Denkmale vorsehen.Das Konzept ergänzen Hinweise zur Verbesserung des Umfeldes. Die Autorin merkt nämlich richtig an, dass nur ein gepflegt wirkender Friedhof für Grabpatenschaften oder andere Formen der Unterstützung beim Erhalt der Denkmale attraktiv ist.

Wer Genaueres über die Dresdener Projekte nachlesen oder sich die barocken Grabmale im Bild ansehen will, sei hier noch einmal auf die sehr informative Internetseite der Initiative verwiesen, die gerade auf den neuesten Stand gebracht worden ist.

Das Bild der Grabmale am Wegrand stammt von der Internetseite der Dresdener Initiative.

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