Mittwoch, 6. Juni 2012

Fußball zwischen Grabsteinen

Im Jahr 2007 habe ich hier zum ersten Mal über die Berliner Bürgerinitiative „Friedhof an der Heinrich-Roller-Straße“ berichtet. Sie wurde von Anwohnern des St. Marien - Friedhofs gegründet, weil sie erfahren hatten, dass die zuständige evangelische Kirchengemeinde "den Verkauf von Teilen ihres Friedhofes als Bauland vorbereitet und damit wertvolle Grünflächen für die Bewohner der angrenzenden Wohngebiete vernichten würde". Die Bürgerinitiative forderte anstatt dessen den langfristigen Erhalt als Friedhofs- und Grünfläche und Biotop. Ihre Proteste trugen Früchte: Der zuständige Bezirk Pankow leitete ein Bauleitplanverfahren ein. Die umstrittene Fläche wurde als Grünfläche ausgewiesen und jetzt ist es soweit: Die Berliner Zeitung meldet, dass Berlins neueste Grünanlage "Leise-Park" heißt, wobei man ihren Friedhofscharakter immer noch sieht: Hängematten, Hochstände, Podeste und Spielgeräte befinden sich inmitten von Grabsteinen und Steinplatten. Die parkordnung fordert von den Besuchern Ruecksichtnahme, weil die alten Grabsteine inmitten der neuen Spielgeräte noch „Orte der Andacht und Trauer“ sind und so sind auch Hunde ebenso verboten, wie Grillen und Partys und Nachts sind die Tore verschlossen. Das ist ein grossartiger Erfolg des bürgerschaftlichen Engagements! Herzlichen Glückwunsch nach Berlin!

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