Mittwoch, 5. Februar 2014

Stiftungen helfen historischen Friedhöfen

Es fing mit dem Hinweis auf Stiftung zur Erhaltung des Horster Friedhofes in Stade an, der gleich zu einem Post in diesem Blog wurde. Dann kam die Anfrage, ob ich nicht für die Zeitschrift Friedhofskultur einen Beitrag über Stiftungen und historische Friedhöfe schreiben könnte. Ich schreibe immer mal wieder für diese Zeitschrift und habe gern zugesagt. Der Beitrag ist gerade im Heft 2/2014 erschienen, das sich in mehreren Beiträgen mit dem Thema "Stiften, spenden, Pate sein - Wie Stiftungen und Patenschaften helfen können alte Grabmale zu erhalten" befasst.
Titelseite des neuen Heftes der
Zeitschrift Friedhofskultur (2/2014)

Meine Recherche hat natürlich dazu geführt, dass ich eine ganz Reihe von "Friedhofs-Stiftungen" im Netz gefunden habe. Weil ich nicht alles in den Beitrag für die Friedhofskultur aufnehmen konnte, folgt hier eine kleine Auflistung und Beschreibung von Stiftungen, die sich nur oder auch um Friedhöfe und Grabmale kümmern.

Ganz allgemein gibt es natürlich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD). Sie ist eine private Intiative zur Bewahrung von Kulturdenkmalen und sie hat auch das Ziel für den Denkmalschutz zu werben. Nähere Informationen gibt es auch bei Wikipedia. Unterstützt wurden in jüngster Zeit die Erhaltung der Friedhofskapelle in Salem, der Jüdische Friedhof in Bovenden, die Böninger-Gruft auf dem Friedhof Sternenbuschweg in Duisburg, sowie die Restaurierung des Gedenksteins des Kanonikus Gisbert Lensing auf dem alten Friedhof in Emmerich-Hüthum. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz verwaltet treuhänderisch zahlreiche Einzelstiftungen, einige davon wurden explizit für Friedhöfe errichtet.

Aber auch die Kulturstiftung der Länder setzt sich vereinzelt für Friedhöfe ein. Zur Zeit wirbt sie unter dem Motto "Berliner Grabmale retten".

Die größte Stiftung, die sich nur um Friedhöfe kümmert dürfte die "Stiftung historische Friedhöfe in Berlin-Brandenburg" sein. Sie verfügt zwar nicht über umfangreiche eigene Mittel, hat aber immer wieder dafür gesorgt, dass die Erhaltung von Grabmalen aus den unterschiedlichsten Quellen finanziert wurde und wird, und ist mit ihren Aktivitäten darum bemüht auf dieses besondere Kulturgut aufmerksam zu machen.

In zwei Städten sind in jüngster Zeit eigene Friedhofsstiftungen errichtet worden:
- In Osnabrück entstand die Treuhandstiftung „Historisches Bewahren denkmalgeschützter Friedhofskultur in Osnabrück“, die von der Bürgerstiftung Osnabrück mitverwaltet wird.
- In Düsseldorf wird der Golzheimer Friedhof mit den Mitteln der Stiftung Golzheimer Friedhof restauriert. Diese Stiftung hält sich allerdings in der Öffentlichkeit völlig zurück. Sie besitzt nicht einmal eine eigene Website.

Dann gibt es zahlreiche Stiftungen für einzelne Friedhöfe, die zum größten Teil treuhänderisch von größeren Stiftungen mitverwaltet werden. Dazu kommen Stiftungen, die eigentliche andere Ziele haben, sich aber auch für einen historischen Friedhof engagieren können, wenn er z.B. geografisch in ihren Bereich fällt; so geschehen bei der Heinz-Sielmann-Stiftung, die im Rahmen des Projektes "Grünes Band Eichsfeld-Werratal" den alten Privatfriedhof der Familie Hanstein in ihr Erhaltungsprogramm aufgenommen hat. Die Stiftung Oderbruch ruft zu Spenden für die historischen Dorffriedhöfe in den Gemeinden des Amtes Falkenberg-Höhe auf, weil hier die Mittel für ihre Erhaltung gestrichen werden sollen, und kann schon auf ihrer Website einigen Spendern danken. Die Georg-Ebeling-Stiftung in Hannover hat unter anderem das Ziel das Familienerbbegräbnis auf dem Engesohder Friedhof zu erhalten. Dagegen unterstützt die Wenger-Stiftung für Denkmalpflege die die Landeshauptstadt Hannover dabei den historischen Gartenfriedhof aufzuwerten und zu erhalten, für den 2011 engagierte Bürger den Verein „Renaissance Gartenfriedhof e.V.“ gegründet hatten. Sie finanziert als erstes die Dokumentation des aktuellen Zustandes, die zur Grundlage weiterer konservatorischer und restauratorischer Aktivitäten werden soll. Die Bürgerstiftung Vreden hat beschlossen den Alten Friedhof ihrer Stadt, der bis zum Jahr 2000 der Begräbnisplatz für die Vredener Bürgerinnen und Bürger war, zu einem Garten der Ruhe auszugestalten.

Die Stiftung Namen-Jesu-Kirche will dagegen die Kirche in Bonn, nach der sie benannt ist, dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland als Bischofskirche und Sakralraum zur Verfügung zu stellen. Vor allem aber bemüht sie sich darum, aus der Kirche einen Bestattungsort zu machen und zahlreiche Projekte, wie Konzerte und Ausstellungen aber auch theologische Gespräche umzusetzen.

Wer sich um die Unterstützung von Stiftungen für seinen Friedhof bemühen will, sei darauf hingewiesen, dass die einzelnen Bundesländer ihre eigenen Kulturstiftungem. sowie Kunststiftungen und Stiftungen für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege besitzen und, dass selbstverständlich auch die jeweiligen Denkmalschutzämter Aktivitäten zur Erhaltung von Kulturgut unterstützen können. Außerdem kann es manchmal hilfreich sein zu schauen, welche berühmten Persönlichkeiten auf dem Friedhof begraben sind, für den man sich engagiert. Auch in ihrem jeweiligen Umkreis - sei er beruflicher oder privater Natur - kann es Stiftungen geben, die man ansprechen kann. Außerdem sollte man schauen, welche Stiftungen vor Ort insgesamt vorhanden sind. Manche haben mehrere Ziele, zu denen dann auch die Pflege und Erhaltung von Kulturgut gehören kann.

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