Mittwoch, 21. September 2022

Transmortale XII - Call for papers

   Logos des Sepulkralmuseum Kassel, Arbeitskreis Thanatologie, Universität Hamburg 

Call for Papers

Die "Transmortale XII – Neue Forschungen zu Sterben, Tod und Trauer", die bisher vom Museum und Zentralinstitut für Sepulkralkultur, Kassel, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Uni­versität Hamburg veranstaltet wurde, soll im nächsten Jahr eine neue Form bekommen und hat mit dem Arbeitskreis Thanatologie der Deut­schen Gesellschaft für Soziolo­gie einen weiteren Veranstalter hinzugewonnen. Im kommenden Jahr soll sie am 24./25. März 2023 im Museum für Sepulkralkultur (Kassel) als Präsensverstaltung stattfinden (und ich persönlich hoffe, dass sie auch online gestreamt wird, damit alle, die nicht nach Kassel kommen können, trotzdem Teil nehmen können!)

Jetzt wird zur aktiven Teilnahme aufgerufen:

"Es gibt drei Varianten der Mitwirkung:

♦ Der erste Tag (24. März) des Workshops ist thematisch offen und steht Nachwuchswissen­schaft­­­ler:innen zur Vorstellung ihrer thanatologisch orientierten Forschungsprojekte und Qua­­l­i­­fikationsarbeiten zur Verfügung.

♦ Der zweite Tag (25. März) ist – thematisch im Einklang mit der dann stattfindenden Sonder­aus­stellung – für wissenschaftliche Vorträge zum Thema ›Trost‹ reserviert.

♦ Ferner besteht die Möglichkeit der Posterpräsentation, bei der junge Wissenschaft­ler:in­nen ihre Erkenntnisse in Form eines Posters darstellen und in kurzen Impuls­vorträgen er­läutern.

Für alle drei Formate können Vorschläge eingereicht werden.


Der Tod ist bekanntlich ein Problem der Lebenden. Somit weisen alle wissenschaftlichen For­sch­ungsbereiche, die sich mit dem (Zusammen-)Leben der Menschen befassen, auch Be­rüh­rungs­punkte zu Sterben und Tod, zu Abschied und Gedenken, zur Endlichkeit und zu den Ver­suchen auf, das Unvermeidliche zu bewältigen.

Der Workshop richtet sich zum einen an junge Wissenschaftler:innen, die sich in der Ab­schluss­­phase einer Qualifikationsschrift befinden, aber auch an Postdocs und andere inter­es­sier­te For­schende. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, in Form von Kurzreferaten mit Prä­­sen­­­tation (15+15 Minuten) neue Perspektive zu entwerfen und sie in größerer Runde zu dis­ku­tieren. Ziel ist eine inter­dis­ziplinäre Auseinandersetzung, die empirische wie auch theo­re­­ti­sche An­sät­ze zusammenführt und einen intensiven Austausch eröffnet.

Zum anderen soll das spezifische Thema "Trost" aus transdisziplinärer Sicht von Nachwuchs- und von erfahrenen Wissenschaftler:innen beleuchtet werden. Das Trösten ist eine ritualisierte In­teraktionsform, die mit Sterbe- und Trauerkontexten eng verbunden ist, aber auch bei an­de­ren Enttäuschungs- bzw. Verlusterfahrungen virulent wird. Durch Trost werden bestehende Pro­blemlagen zwar nicht verändert, die entsprechenden so­zialen Gesten symbolisieren aber, dass der erlittene Einschnitt nicht alleine bewältigt werden muss. Trösten lädt zur Reflexion des Ge­sche­henen ein, ohne den Schmerz des Verlustes zu be­täu­ben. Anders gesagt: Das Trös­ten ist ein performativ gewordenes Thematisieren. Mit Georg Sim­mel lässt sich konstatieren, dass Trost - anders als Hilfe - das Leiden bestehen lässt, aber das Leiden am Leiden aufhebt. Mit Er­ving Goffman wiederum lässt Trost sich als Stabi­li­sie­rungs- bzw. Ratifizierungsritual ver­­ste­­hen, bei dem der zeremonielle Charakter wich­­tig ist. Bezugsräume des Tröstens um­fas­sen familiäre, freundschaftliche, religiöse, thera­peu­tische und andere Kontexte; aller­dings gilt nicht jeder Verlust, gilt nicht jedes Ende glei­cher­maßen als "trostwürdig". Neben kul­turellen Se­mantiken spielen hier auch individuelle Dis­positionen eine Rolle. Untersucht wer­den kön­nen können somit Funktion, Kontext, Ritualität, Ge­schichte und Problemlagen des Trös­tens.

Posterpräsentationen können sowohl aktuellen thanatologischen Forschungen wie auch dem The­ma Trost und Trösten gewidmet sein.

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Die Transmortale findet jährlich statt und wird 2023 zum zwölften Mal veranstaltet. Die Ta­gungs­sprache ist Deutsch, es sind aber auch englischsprachige Beiträge möglich. Für Refe­rie­ren­de werden die Kosten für maximal eine Übernachtung und die Verpflegung während der Ta­­gung übernommen. Es besteht die Möglichkeit der Publikation von Vortragsbeiträgen im Jahr­­­buch für Tod und Gesellschaft.

Interessierte senden Themenvorschläge im Umfang von maximal einer Seite inkl. Angaben zur Person bis 30. November 2022 bitte parallel an die folgenden E-Mail-Adressen:

niedermeyer@sepulkralmuseum.de und tod-gesellschaft@uni-passau.de