Freitag, 12. April 2019

Die Europäischen Kulturrouten werden geehrt!

Signet der Fundación Yuste mit dem Logo
des europäischen Preises des ehemaligen spanischen
Königs Carlos V. 
Die Europäische Route der Friedhofskultur, über die hier schon mehrfach berichtet wurde, ist Teil des Programmes der Europäischen Kulturrouten des Europa-Rates und dieses Programm wird jetzt mit dem "Carlos V European Award" der spanischen "Fundación Academia Europea e iberoamericana de Yuste" ausgezeichnet. Die prestigeträchtige Auszeichnung wird zum ersten Mal nicht an eine Person, sondern an ein europäisches Programm verliehen. Sie wurde ins Leben gerufen, um die Arbeit von Personen, Organisationen, Projekten oder Initiativen zu belohnen, die zum allgemeinen Wissen und zur Verbesserung der kulturellen, sozialen, wissenschaftlichen und historischen Werte Europas beigetragen haben. Die Kulturrouten des Europarates erhalten dieses Jahr den Preis, weil sie, wie es in der Begründung heißt, die europäischen Werte wie Menschenrechte, kulturelle Vielfalt und interkulturellen Dialog in die Praxis umsetzen und ein vielfältiges Erbe fördern, indem Menschen und Orte in Netzwerken der gemeinsamen Geschichte vereint werden.

Der Preis wird dem Europarat in einer Zeremonie am 9. Mai 2019 - dem Europatag - von Felipe VI, dem König von Spanien, offiziell übergeben. Die Festveranstaltung findet in der Kirche des königlichen Klosters von Yuste in Spanien statt. Der Preis umfasst Stipendien für Forschungen und Reisen zum Thema Europäische Integration in den Human- und Sozialwissenschaften, die unter dem Namen des Preisträgers vergeben werden. Auch die Prioritäten für die Vergabe setzt der Preisträger fest.

Dienstag, 2. April 2019

Friedhofsvereine vernetzt euch!

Ausschnitt von einem Grabmal auf dem Leipziger Südfriedhof
(Foto Leisner 2011)
Olaf Ihlefeld, der Friedhofsverwalter des Stahnsdorfer Friedhofes, kam am 17. Februar zum Ohlsdorfer Förderkreis in Hamburg und hat dort von "seinem" Friedhof und den Aktivitäten seines Förderkreises berichtet. Das war so inspirierend, dass sich nach dem Vortrag eine Gruppe zusammenfand, die nach englischem Vorbild einen Dachverein für die deutschen Friedhofsfreundes- und -fördervereine gründen will. Die Initiatoren stammen zum größten Teil aus dem Ohlsdorfer Förderkreis, aber natürlich ist auch Olaf Ihlefeld dabei. Sie wollen eine erste Koordinationsphase übernehmen.

Als Ziele formulieren sie vorab, dass die Vernetzung der aktiven Freundes- und Förderkreise in Deutschland dazu genutzt werden kann, Erfahrungen auszutauschen und Strategien zur Stärkung der Friedhöfe zu entwickeln. Ein Vorteil kann dabei sein, dass ein solcher Verband freier in der Öffentlichkeit agieren und notwendige politische Prozesse anstoßen können als einzelne Vereine oder die oft weisungsgebundenen Friedhofsverwaltungen.

Da ich selbst diese Idee schon lange mit mir herumgetragen habe und richtig gut finde, rufe ich hier alle Interessierten auf, sich per E-Mail bei der Initiativgruppe zu melden:

ini-friedhofsvereine@fof-ohlsdorf.de

Donnerstag, 7. März 2019

„Mehr Stolz, ihr Frauen!“ - Ehrengrab für Hedwig Dohm

Zum Frauentag: feiert der Alte St.-Matthäus-Kirchhof dieses Jahr die große Schriftstellerin,
Frauenrechtlerin und Pazifistin, Hedwig Dohm, deren Ruhestätte auf diesem Friedhof vom Berliner Senat den Ehrengrabstatus bekommen hat. Damit ist die Grabstätte für 20 weitere Jahre vor dem Abräumen gesichert. Im Rahmen des FrauenMärz 2019 wird die Enthüllung des Ehrengrabes gefeiert am Sonntag, 24. März 2019, 12 Uhr, Kapelle, Alter St.- Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstraße 12-14, 10829 Berlin.

Mit der Anerkennung des Grabes als Ehrengrab würdigt das Land Berlin die immensen Verdienste von Hedwig Dohm für Demokratie und Frauenrechte. Nach Grußworten von Bürgermeisterin Angelika Schöttler, der Bundestagsabgeordneten Renate Künast und der Vorsitzenden des Journalistinnenbundes Rebecca Beerheide nehmen Historikerin Nikola Müller und Biografin Isabel Rohner die Besucherinnen mit in Leben und Wirken Hedwig Dohms: eine Lesung, bei der es viel zu lernen und auch einiges zu lachen geben wird. Das berühmte Hedwig Dohm Zitat ist das Motto der Veranstaltung: „Mehr Stolz, ihr Frauen!“

Die Einladung zu dieser Veranstaltung, deren Eintritt frei ist, zitiere ich hier aus einer Pressemitteilung der Zwölf-Apostelkirche. Ich persönlich finde, dass historische Friedhöfe gut daran tun, besonders an jene Frauen zu erinnern, die gesellschaftlich Bedeutendes geleistet haben.


Donnerstag, 7. Februar 2019

Steine erzählen Geschichte(n)

Cover der neuen Broschüre aus Dresden
Das Dresdener Friedhofs-Ärar hat mit der Veröffentlichung "Steine erzählen Geschichte(n). Der Evangelisch-Lutherische Johannisfriedhof Dresden-Tolkewitz. Bd. 1: Bedeutende Grabdenkmale" die erste Folge einer neuen Publikationsreihe vorgelegt, die diesen historischen Ort einem breiteren Publikum bekannt und zugänglich machen soll.

Wie bei anderen Friedhöfen auch stehen die Verantwortlichen in Dresden vor der Frage, wie man das besondere sepulkrale Erbe der Stadt erhalten soll und kann. In Dresden wurden die Beteiligten darunter - wenn nicht gar federführend - der Freundeskreis Trinitatis- und St. JohannisFriedhof Dresden vor einigen Jahren aktiv und gewannen in der Denkmalpflege Sachsens eine Reihe von Mitstreitern. So konnte ein Gutachten über den Friedhof in Auftrag gegeben werden, in dem der Kunsthistoriker Dr. Kuhn aus Berlin besonders auf die nationale Bedeutung des Friedhofes hinwies. 2015 wurde dann ein Antrag auf Fördermittel bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gestellt, den nicht nur das städtische Amt für Kultur und Denkmalschutz, sondern auch das Amt für Stadtgrün in Dresden unterstütze. Der Erfolg war, dass der Friedhof in das Denkmalpflegeprogramm 2017 für  "National wertvolle Kulturdenkmäler" aufgenommen und damit verbunden Bundes- und Landesfördermittel bewilligt wurden, um dringend notwendige Restaurierungsarbeiten an wertvollen Grabmalen durchzuführen. 

Dem Vorwort des Herausgebers, dem die obigen Informationen entnommen sind - die übrigens auch andere Freunde historischer Friedhöfe lebhaft interessieren dürften, zeigen sie doch einen Weg auf an Mittel für Restaurationen zu kommen - folgt ein zweites Vorwort des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, in dem noch einmal auf die besondere Bedeutung der Grabmalkunst auf dem Johannisfriedhof hingewiesen wird. Unter dem Titel "Im Tännicht vor der Stadt" gibt es dann einen kurzen Überblick über die Friedhofsgeschichte. Danach werden in Kurzform typische Grabmalgesteine vorgestellt und ein weiterer Beitrag widmet sich der imposanten Trauerhalle von Paul Wallot.

Linke und rechte Seite "Grabstätte Eschebach"
mit der Figur der Trauernden von Hans Damman
Das ist der Auftakt für die folgenden siebenundzwanzig Grabstätten, die zum Teil mit sehr aufwändigen Grabmalen ausgeschmückt sind. Sie werden einzeln in Text und Bild vorgestellt. Die Texte erzählen Geschichten von Mäzenen, in ihrer Zeit berühmten Bildhauern und stadtgeschichtlich bedeutenden Persönlichkeiten. Großformatige Farbfotos, teilweise zusammen mit kleineren Detailaufnahmen, vermitteln neben den Beschreibungen einen guten Eindruck von dem Reichtum der Grabstättengestaltung.

Ein ausklappbarer Plan erlaubt es zudem die Broschüre als Führer zu den Gräbern vor Ort zu benutzen. Ein Aufruf zur Übernahme von Grabmalpatenschaften schließt die Broschüre ab, die durch ihrer reichhaltige Bebilderung ebenso wie durch ihre prägnanten und informativen Texte beeindruckt.

In Vorbereitung ist ein zweiter Band mit dem Titel "Lebensspuren - Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten".

Steine erzählen Geschichte(n). Der Evangelisch-Lutherische Johannisfriedhof Dresden-Tolkewitz, Bd. 1: Bedeutende Grabdenkmale. Dresden 2018. ISBN 978-3-91000663-8, 82 Seiten, 90 größtenteils farbige Abb., herausklappbarer Lageplan, 14,90 €, zzgl. Porto. Zu erhalten bei: Ärar des Elias-, Trinitatis-, und Johannisfriedhofes zu Dresden. Wehlener STraße 13, 01279 Dresden. Tel: 0351-2525202 Mail: info@johannisfriedhof-dresden.de


Freitag, 1. Februar 2019

Der Neue Meeraner Friedhof von 1868

Cover der Festschrift 
Jetzt liegt mir auch die Festschrift zum Jubiläum des Neuen Friedhofs in Meerane vor, die prächtig mit großformatigen Farbfotos vom Friedhof und besonders von der eindrucksvollen Friedhofs-Halle gestaltet ist.

In elf Beiträgen wird der "Parkfriedhof" vorgestellt. Einschränkend ist zu bemerken, dass das Parkartige des Friedhofs nicht in dem Friedhofs-Plan liegt. Seine rechtwinkelige Wegeführung entspricht noch ganz der vor 150 Jahren geltenden traditionellen Friedhofsgestaltung, Doch lassen heute die hohen alten Alleebäume und die pflanzliche Gestaltung den Friedhof für die Besucher ganz offensichtlich zum Park werden.

Abgehandelt wird sowohl die Geschichte der Meeraner Friedhöfe, wie die Entwicklung des Neuen Friedhofs von 1868. Es wird auf die Persönlichkeit des Architekten der Feierhalle, Paul Bender, eingegangen; ebenso auf die Persönlichkeit von Charles Schmieder, der als reicher Mann aus Amerika zurückkehrte und seiner Vaterstadt eine namhafte Spende für den Bau dieser Halle stiftete. Interessant ist, dass die Forschung über diesen ehemaligen Mitbürger schließlich zur Gründung des Meeraner Förderkreises führte.

Ausschnitt: Das Innere der Feierhalle und der Plan
Natürlich wird das Gebäude der den Friedhof prägenden Halle selbst ausführlich dargestellt und auch auf die Schwierigkeiten bei ihrer Erhaltung eingangen. Daneben sind die Friedhofserweiterung in den 30er Jahren, die Orgel in der Feierhalle, der Gehölzbestand und die persönliche Erlebnisse als Pfarrerssohn Sonderthemen, die das Friedhofsbild abrunden. Bescheiden am Schluss wird die Arbeit des Förderkreises vorgestellt, der unter anderem ein erstaunliches  "Sanierungsnetzwerk" für Feierhalle und Friedhof initiiert hat. Der Verwaltung und dem Förderkreis ist mit dieser Broschüre eine aufschlussreiche und schöne Vorstellung des Friedhofs gelungen.

Der Neue Meeranter Friedhof von 1868 - mit alter und neuer Friedhofshalle von 1873 und 1914. Festschrift. Hrsg. Friedhof Meerane und Förderkreis Friedhof Meerane e.V., Meerane 2018. Zu erhalten bei: Friedhofsverwaltung, Schönberger Str. 63, 08393 Meerane
Telefon: 03764/2240 - Fax: 03764/186708  E-Mail: friedhof.meerane@evlks.de
 

Sonntag, 20. Januar 2019

Warum weinen?

Buchcover 
Unter dem Titel „Warum weinen“ hat Moritz Buchner seine Dissertation über die „Geschichte des Trauerns im liberalen Italien“ im 19. Jahrhundert veröffentlicht. Den Untersuchungszeitraum hat er mit den Beginn der finalen Phase der nationalen Einigung Italiens um 1850 bis zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg im Jahr 1915 umrissen, wobei er in seiner Schlussbetrachtung noch kurz auf die Umbrüche durch den Krieg eingeht. Trauer versteht er dabei als „als Ensemble unterschiedlicher Emotionen, Gefühle und Affekte, die mit dem Tod anderer Personen zusammenhängen“ und durch „Sprache sowie gesellschaftliche Normen und Praktiken moduliert sind“ (S. 16). Seine Untersuchung ordnet er in die Geschichtsschreibung der Gefühle ein. Neu daran ist, dass er die Trauer nicht als isoliertes Phänomen betrachtet, sondern in einen breiten gesellschaftlichen, ökonomischen, wissenschaftlichen und literarischen Kontext einbettet. Wie das umfangreiche Quellen- und Literaturverzeichnis veranschaulicht, beruht die Arbeit auf der Sichtung und Untersuchung einer eindrucksvollen Zahl von Archivalien, die er in verschiedenen italienischen Städten eingesehen hat, und unter Einbeziehung von Sekundärliteratur interpretiert. In immer neuen Zirkeln nähert sich der Autor über fünf Kapitel und eine Schlussbetrachtung seinem Thema.

Dienstag, 8. Januar 2019

Transmortale IX

Das Programm für die Transmortale IX, 2019 ist gerade herausgekommen: