Mittwoch, 27. Mai 2009

Engel in neuem Glanz auf dem Alten Friedhof in Giessen


Galvanoengel auf Friedhöfen sind eine aussterbende Spezies. Da sie aus einem Gipskörper bestehen, der mit einer dünnen Bronzeschicht ummantelt ist - sie lagerte sich im Galvanobad auf dem Körper ab -, sind sie sehr gefährdet. Wenn sie in die Jahre kommen, können feine Risse in der Bronzeschicht entstehen, durch die Wasser eindringt. Dieses bringt den Gips zum Aufquellen, wodurch sich die Risse vergrössern. Oft entstehen diese Schäden an den empfindlichen Stellen, wo die Flügel ansetzen.

So war es auch auf dem Alten Friedhof in Giessen. Zum Glück fiel den Mitgliedern des Freundeskreises die noch leichte Beschädigung auf. Sie
informierten den zuständigen Denkmalpfleger Joachim Rauch und
dieser setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, damit die Sanierung innerhalb kürzester Zeit vorgenommen wurde. So entschwebte der Engel Ende November 2008 dem Friedhof. Eine Regensburger Spezialfirma holte ihn ab.
Beide Fotos des Engels
stammen von Dagmar Klein Friedhofsfreunde Giessen

Jetzt ist er in frischem Glanz auf den Friedhof zurückgekehrt. Die Bronzehaut wird zur Zeit noch durch eine Wachsschicht geschützt. Bald werden Sonne und Regen allerdings dafür sorgen, dass sich wieder neue Patina bildet und er wieder in der gewohnten grünliche Färbung leuchtet.

Die Rückkehr des Engels passte zufällig auch zu der Friedhofsführung, die für den Himmelfahrtstag geplant war. Engel und die weiblichen Trauerfiguren auf dem Friedhof waren das Thema. .

Bilder von weiteren historischen Grabmalen des Alten Friedhofes in Giessen finden sich übrigens auch auf Antonies Picasa-Website. Dort sind sie vermischt mit Fotos von der heute parkartigen Anlage des Friedhofes, der nur noch selten für Beerdigungen genutzt wird. Die Giessener Friedhoffreunde setzen sich allerdings dafür ein, dass historische Grabmale als Patenschaftsgräber mit neuem Nutzungsrecht ausgewiesen werden.

Grabmal von Konrad Roentgen
(Foto Antonie Dell)

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