Samstag, 11. Juli 2009

Ein Fliegergrab in Böblingen

Gräber erzählen Geschichten und Geschichte. Dafür ist diese gemeinschaftliche Grabstätte auf dem Friedhof in Stuttgarts Vorort Böblingen ein gutes Beispiel: Auf ihr steht ein Pfeiler mit einen plastischen Adler und den Worten "stirb und werde". Daneben liegen vier schlichte Grabplatten, die alle dasselbe Todesdatum tragen, den 18. September 1930.

Fliegergrab in Böblingen (Foto Reinhard Knoblich) 
An diesem Tag war ein großer Flugtag auf dem Flugplatz in Böblingen geplant, auf dem erstmals luftakrobatische Darbietungen gezeigt werden sollten. Der damals bekannte Flugkünstler Fritz Schindler aus Freiburg/Brsg. wollte in etwa 300 bis 400 Meter Höhe von einem Flugzeug zum anderen übersteigen. Die beiden dazu nötigen Maschinen befanden sich schon eine halbe Stunde in der Luft und hatten mehrfach versuchtin die geeignetste Lage zueinander zu kommen. Es schien alles gut zu gehen. Der Luftakrobat Schindler hatte die von oben herabkommende Leiter schon bestiegen. Da stürzten die beiden Maschinen ab. Alle vier Insassen waren sofort tot. Sie wurden in Böblingen beerdigt und der Württembergische Luftfahrtverband ließ das oben beschriebene Denkmal aufstellen, dessen Adler als Symbol für die damals neue Fliegerei steht.

Jetzt hat ein rühriger Böblinger Bürger einen Film aufgefunden, der von dem Unglück gedreht wurde. In seinem Blog kann man die ganze Geschichte ausführlich nachlesen und dazu die historischen Fotos ansehen. Den Film wird er am 20. Juli 2009 in Böblingen in einem öffentlichen Vortrag zeigen.

Er und seine Freunde haben sich auch darum gekümmert, dass die Grabstätte in diesem Sommer vom Friedhofsamt renoviert wird. Grabsteine und Denkmal wurden schon sandgestrahlt; die Inschriften müßten noch nachbearbeitet werden und eine neue Bepflanzung ist vorgesehen.

Der Link dazu: Fliegergrabstätte Böblingen

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