Montag, 9. Januar 2012

170 Jahre Worringer Friedhof am Hackhauser Weg

Buchcover (Foto Leisner, mit fr. Genehmigung
vom Heimatarchiv Worringen e.V.)
Worringen ist heute ein Stadtteil im Norden von Köln. Schon vor der Römerzeit besiedelt bildete der Ort jahrhundertelang die größte Ansiedlung zwischen Köln und Neuss. Spätestens seit dem 13. Jahrhundert gab es auch eine Kirche mit einem Kirchhof.

Der in dieser großformatigen Broschüre vorgestellte Friedhof wurde allerdings wohl erst ab dem 6. Oktober 1841 in Benutzung genommen. Die Arbeit des Redakteurs  Manfred Schmidt, die verdienstvoller Weise vom Heimatarchiv Worringen e.V. herausgegeben wurde, widmet sich nicht nur diesem Friedhof, sondern geht in fünfzehn - zum Teil recht kurzen - Kapiteln auf die geschichtliche Entwicklung der Friedhöfe ganz allgemein ein, widmet sich den Begräbnisstätten im Kölner Norden in der Römerzeit und reißt die Kirchen- und Friedhofsgeschichte von Worringen an, um dann auf die ehemalige Kirche von St. Pankratius einzugehen, die schon 1838 profaniert wurde. Ihren Kirchhof ersetzte 1841 der neue Begräbnisplatz am Hackhauser Weg.

Für Ortsansässige mag das alles ganz selbstverständlich klingen, doch hat es einer Ortsfremden, wie mir, ein wenig Mühe gemacht, diese Informationen aus dem Text herauszulesen, besonders da der Autor nach dem Kapitel über St. Pankratius erst einmal auf ein altes Gedenkkreuz, das Kriegerdenkmal und sehr interessante Grabkreuze des 16. Jahrhunderts vom ehemaligen Friedhof eingeht, bevor er schließlich dem Leser den Friedhof vorstellt, um den es in der Broschüre eigentlich geht. Für dessen Geschichte, die zu einem großen Teil in der Wiedergabe von Aktenauszügen besteht, reichen dann elf Seiten, der insgesamt 165 Seiten starken Publikation aus, allerdings ergänzt  durch einen Rundgang über den Friedhof, der auf den letzten gut achtzig Seiten zu finden ist, so dass man schließlich am Ende doch beträchtlich viel über den "Jubilar" erfahren kann.

Insgesamt aber finde ich, dass es besser gewesen wäre, wenn der Autor sich nur auf den Friedhof beschränkt hätte, um dessen Jubiläum es hier geht. Denn er geht zwischendurch auch noch - relativ eklektisch - auf die historische Entwicklung der Bestattungskultur, auf Brauchtum und auf die Pflanzensymbolik auf Grabmalen ein, alles Themen, die anderswo schon ausführlicher abgehandelt worden sind. Auch wäre es gut gewesen, wenn das Heimatarchiv sich beim Layout hätte fachlich beraten lassen. Die Schrift ist ungewöhnlich groß, für die Bildunterschriften wurde keine kleinere Schriftgröße gewählt und die Durchmischung der schwarzen Schrift mit roten Absätzen, die als Anmerkungen gekennzeichnet sind, ist ziemlich ungewöhnlich für eine historisch orientierte Arbeit. Trotz dieser Anmerkungen sei es ausdrücklich begrüßt, dass man sich in Worringen überhaupt die Mühe gemacht hat, diese Broschüre zu erstellen und damit der Öffentlichkeit ein Stück rheinischer Friedhofskultur näher zu bringen.

„170 Jahre Worringer Friedhof am Hackhauser Weg“, 170 S., 116 Abb, 10 EUR
Die Broschüre ist zu erhalten beim Heimatarchiv Worringen e.V., email@heimatarchiv-worringen.de 



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