Dienstag, 4. Dezember 2012

Der Tod und das Meer - eine Ausstellung im Flensburger Schifffahrtsmuseum

Im Flensburger Schifffahrtsmuseum wurde am 25. November die Ausstellung "Der Tod und das Meer" eröffnet, die noch bis zum 17. Januar 2013 zu sehen sein wird. Sie arbeitet zum ersten Mal die tödlichen Gefahren des Meeres aus historischer, kulturhistorischer und künstlerischer Sicht auf. Seenot und Schiffbruch, die ständige Erfahrung der Bedrohung auf See und die gefährliche Naturgewalt des Meeres, die auch die Küstenbewohner nicht verschont, setzen in dieser Ausstellung die Themen ebenso, wie Eis, Feuer und Kollisionen, schroffe Küsten, Untiefen, Strömungen und Sturmfluten, Mangelernährung und Krankheit, Meuterei und Piraterie. Und wie die Piraterie vor der Küste Somalias zeigt, gehören diese Gefahren noch lange nicht der Vergangenheit an.

Friedhof der Namenlosen, Helgoland.
 (Foto: Norbert Fischer)
Gezeigt werden Graphiken, Gemälde, Foto- und Videoarbeiten aus sechs Jahrhunderten, in denen sich zum Beispiel die Gewalt des Meeres wiederspiegelt oder die Idee der Seefahrt als Lebensreise; Bildnisse, Fotografien und Dokumente berichten davon, wie die Menschen an Land gewartet und gehofft, getrauert und ihre Toten erinnert haben, oder erzählen von dem gefährlichen Handwerk der Seenotrettung und vom Schiffbruch, um nur einige Themen zu nennen. Neben bedeutenden Werken der Kunst- und Kulturgeschichte hat sich auch eine deutsch-dänische Künstlergruppe in einer multimedialen Installation mit dem Untergang der "Titanic" und mit ihrem medial verklärten Mythos beschäftigt.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Flensburger Schifffahrtsmuseums und der Graphiksammlung „Mensch und Tod“ am Institut für Geschichte der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die von Dr. Stefanie Knöll betreut wird, sowie dem Hamburger Historiker und Volkskundler Prof. Dr. Norbert Fischer, der in seiner langjährigen Forschungsarbeit die Formen des Totengedenkens entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste erforscht und auf Basis einer umfangreichen Dokumentation zu einer Theorie der maritimen Gedächtnislandschaft verdichtet hat. Außer den Exponaten aus der Düsseldorfer Graphiksammlung sind Ausstellungsstücke aus der eigenen Sammlung des Flensburger Schifffahrtsmuseums zu sehen. Außerdem haben der Museumsberg Flenburg, das Altonaer Museums für Kunst- und Kulturgeschichte in Hamburg, das Museums Windstärke 10 in Cuxhaven, die Poppe-Folkerts-Stiftung Norderney, das Museums Sønderjylland - Kulturhistorie Aabenraa, des Sønderborger Schlosses sowie verschiedene Künstler und Privatpersonen Gemälde, Objekte und Dokumente für die Ausstellung ausgeliehen.

Als Wanderausstellung wird die Schau nach ihrem Ende in Flensburg am 27.1.2013 im Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Hamburg, sowie bei den übrigen beteiligten Leihgebern und  im Schifffahrts- und Schiffbaumuseum Rostock (2016) zu sehen sein.

Zur Ausstellung ist ein Begleitband mit demselben Titel erschienen, der z.Zt. im Flensburger Schifffahrtsmuseum erworben werden kann und in diesem Blog an späterer Stelle noch besprochen werden soll.
Ort: Flensburger Schifffahrtsmuseum,
Schiffbrücke 39, 24939 Flensburg
25. November 2012 bis 27. Januar 2013,
Di–So 10–17 Uhr

www.schifffahrtsmuseum.flensburg.de

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