Sonntag, 2. Dezember 2012

Tod: Ein Selbstporträt - eine Ausstellung in der Wellcome Collection in London

Die Hauptausstellung dieses Winters in der Wellcome Collection in London zeigt rund 300 Werke aus der einzigartigen Sammlung von Richard Harris, einem ehemaligen Händler, der in Chicago antike Drucke vertrieb. Seine Sammelleidenschaft begann mit dem Interesse für Drucke aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die sich mit der menschlichen Anatomie beschäftigen. Über die Anatomie ist es ein kurzer Weg zum menschlichen Skelett und zur Darstellung des Todes. So kamen bald weitere Kunstwerke, historische Artefakte, wissenschaftliche Proben und auch Kurzlebiges zum Thema Tod zu seiner Sammlung hinzu. Die Wellcome Collection selbst beschreibt sich übrigens als freies Besucherzentrum für unheilbar Neugierige, das die Beziehungen zwischen Medizin, Leben und Kunst in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erforscht.

Der Untertitel der Ausstellung lautet: "Eine freundliche Einladung die eigene Sterblichkeit in diesem Winter zu erforschen" und so widmen sich die Exponate der Ikonographie des Todes und unserer komplexen und widersprüchlichen Einstellungen dazu. Gezeigt werden 300 Gegenstände aus der ganzen Welt. Damit wird allerdings nur ein kleiner Teil der fast 2.000 auf den Tod bezogenen Objekte gezeigt, die Harris in den letzten zwei Jahrzehnten angehäuft hat.

Die Exponate sind in eine Reihe von Themenbereichen untergliedert, darunter "Betrachtung des Todes" mit Vanitas-Stilleben, Schädel-Bildern und Kunstwerken aus dem Bereich des "Memento mori".; "Tödliche Warnungen" mit dem Tod als Knochenmann, der den Menschen erscheint; "Gewaltsamer Tod" mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Graphiken Goyas; "Der sanfte Tod" mit Fotografien aus der Anatomie des 19. Jahrhunderts, aber auch dem Bild "Der Tod und das Mädchen" oder auch "Der Tod als Freund" mit geradezu heiteren Bildern des Todes als Clown mit roter Nase. Natürlich fehlt auch das Thema "Totentanz" nicht in diesem Reigen von Bildern und Objekten.

Die Ausstellung wird begleitet von einem gleichnahmigen, reichbebilderten Katalogbuch, das in fünf Sektionen untergliedert ist (Betrachtung des Todes, Totentanz, Gewaltsamer Tod, Liebe und Tod, Erinnerung)

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