Mittwoch, 16. Juni 2021

Online-Seminar: "Kirchlicher Friedhof"

 Die Abteilung Fortbildung der Katholischen Erwachsenenbildung des Bistums Augsburg lädt zu einem kostenfreien Online-Seminar ein, in dem es um den kirchlichen Friedhof als Ort der Trauer, Sozialraum und Kulturgut geht. Einladung und Programm siehe Flyer:

 

 

 

Samstag, 12. Juni 2021

Call for papers zum Thema "Friedhofstourismus"


Die diesjährige Konferenz der Association of Significant Cemeteries of Europe (ASCE) hat das
Thema Friedhofstourismus. 
 
Bild vom Wiener Zentralfriedhof auf der Seite der ASCE in Bezug auf den Call vor papers
 
Friedhöfe haben Geschichten zu erzählen
 
Dabei geht es den VeranstalterInnen um "Wie-Fragen": Wie können Friedhöfe ihre kulturelle Bedeutung der Öffentlichkeit vermitteln? Wie können Friedhöfe feststellen, warum sie wichtig sind und für wen? Wie können Friedhöfe mit Besuchern und potenziellen Besuchern interagieren? Wie können Friedhöfe ihr Verständnis ihres kulturellen Wertes am besten teilen? Wie können Friedhöfe das Besuchererlebnis bereichern? Wie können Friedhöfe all dies tun und gleichzeitig ihren Hauptzweck als Begräbnisstätten respektieren? 
 
Gesucht werden Referenten mit praktischen Kenntnissen oder Erfahrungen, die ihre Inhalte einem breiten internationalen Publikum vermitteln können.  
 
Konferenztermine und Veranstaltungsort: Donnerstag 11. und Freitag 12. November 2021, online, via Zoom (organisiert von den Friends of Highgate Cemetery Trust für die Association of Significant Cemeteries of Europe).

Konferenzthemen, Call for papers und die Maske um einen eigenen Vorschlag einzureichen finden sich auf der Website der ASCE.

 

Der Riensberger Friedhof in Bremen 1811-1921

Cover von Weisser, Riensberger Friedhof
Im November letzten Jahres habe ich hier auf die wissenschaftlich-künstlerische Erforschung des Riensberger Friedhofs in Bremen durch Mike Weisser hingewiesen. Jetzt hat der Künstler und Autor seine zwölfmonatige Feldforschung in Form eines umfangreichen Buches publiziert. 

Damit probiert er zugleich die Verbindung von Buch und Internet aus: Neben seiner eigenen Einleitung und die in das Gesamtthema Friedhof und Tod einführenden Texte von Seiten der Institutionen, die seine Arbeit unterstützen und würdigen, steht jeweils ein QR-Code. Wenn man diesen ausliest, gelangt man im Internet z.B. auf das Gesamtinventar des Friedhofs, sowie eine Reihe weiterer Seiten der Autors, die man natürlich auch über seine Homepage aufsuchen kann. Dementsprechend lautet der Untertitel des Buches: "Intermediale Heimatforschung und Quellensammlung als zeitgemäßer Beitrag zur Sepulkralkultur". 

Auf die erwähnten einführenden Texte folgt ein umfangreicher Abbildungsteil, in dem in großformatigen Farbbildern, verbunden mit kleineren Detailaufnahmen, die Grabmale des Friedhofs vorgestellt werden. Die Auswahl des Autors bezieht sowohl die künstlerisch gestalteten Erinnerungsmale, als auch die Grabanlagen bedeutender Persönlichkeiten der Hansestadt ein und vernachlässigt auch nicht die kleineren Grabmale wie Kreuze, Stelen und liegende Steine. Ausführliche Bildunterschriften geben Auskunft über die Bestatteten und den Denkmalwert des jeweiligen Grabmals. Weitere Details zu den Familien, Einzelpersonen und Besonderheiten der Gestaltung werden ebenfalls erwähnt. Nicht ganz klar sind die Auswahlkriterien, doch kann man davon ausgehen, dass die Vorarbeiten der Bremer Denkmalpflege die Grundlage gebildet haben. 

Montag, 7. Juni 2021

"150 Jahre Friedhof Glauchau - Erinnerungen & Aktuelle Bezüge"


Glauchau ist eine Große Kreisstadt im sächsischen Landkreis Zwickau. Sie war zu ihrer Blütezeit im ausgehenden 19. Jahrhundert ein wichtiger Standort der Textilindustrie.

Cover der Broschüre über den Glauchauer Friedhof
Es jetzt habe ich erfahren, dass man dort 2019 das 150jährige Jubiläum des örtlichen Friedhofs mit zahlreichen Veranstaltungen während einer Gedenkwoche im November feierte. Doch auch im nachhinein ist dieses Ereignis durchaus wert hier im Blog erwähnt zu werden, finde ich. 

In dieser Gedenkwoche wurde in einem Eröffnungsvortrag der Geschichte des Friedhofes nachgegangen. Außerdem gab es durch Mitarbeitende des Friedhofs konzipierte Führungen und eine Lichtinstallation. In einem Familiengottesdienst und einem Gesprächsabend wurde der Blick auf die letzten Dinge des Lebens gerichtet. Es folgte ein weiterer Vortrag zu Formen der Trauer und des Abschiedes, sowie Gottesdienste, Andachten und ein Konzert, in dem die christliche Auferstehungshoffnung Thema war. Außerdem wurden in einer Abendveranstaltung geistliche und weltliche Texte zum Thema vorgelesen, verbunden durch Musik.

Zum Jubiläum erschien eine mehr als hundert Seiten umfassende Broschüre zur Geschichte des Friedhofs, verbunden mit dem Abdruck des Vortrags zur Trauerkultur im Wandel, Informationen zu aktuellen Bestattungsformen auf dem Friehof und zur o.g. Lichtinstallation. 

Der Abriss über die Friedhofsgeschichte des Ortes enthält die gesamte Entwicklungsgeschichte der Bestattung vor Ort mit vielen interessanten Details. Genannt sei hier nur die Zeichnung des Glauchauer Leichenwagens von 1846, für den ein Hofwagen aus Altenburg als Vorlage diente. Hinzugefügt hat der Autor aus aktuellem Anlass einen Abriss über die Geschichte der Seuchen vor Ort.