Samstag, 27. August 2011

Der Friedhof der Märzgefallenen in Berlin - Ausstellung und Gedenkstätte

Auf dem Friedhof der Märzgefallenen wurden jene 184 Menschen bestattet, die während des Aufstandes am 18. März 1848 in Berlin vom preußischen Militär erschossen wurden. Er befindet sich  auf dem sogenannten Kanonenberg am Südrand des heutigen Volksparks Friedrichshain. Ein Bürgerkomitee hatte seine Anlegung noch vor der Eröffnung des Parks beschlossen.1925 wurde der Ehrenfriedhof nach Plänen des Stadtbaurats Ludwig Hoffmann neu gestaltet, 1948 ein Granitquader mit den Namen der hier beigesetzten Märzgefallenen aufgestellt. Nach den Zerstörungen des II. Weltkriegs stellte man 1957 unter Verwendung der verbliebenen Grabsteine, -kreuze und Grabmale aus Eisenguss  den ursprünglichen Zustand wieder her und bezog auch 33 Ruhestätten von Arbeitern und Soldaten ein, die während der Revolution von 1918 zu Tode gekommen waren. An sie erinnert eine Steinplatte am Eingang. 1960 wurde dann für neun 1918 hier beigesetzte kommunistische Matrosen die überlebensgroße Bronzeskulptur "Roter Matrose" von Hans Kies aufgestellt.

Seit März dieses Jahres ist jetzt im Volkspark Friedrichshain (Ecke Landsberger Allee/Ernst Zinna Weg) eine Ausstellung zu sehen, in der diese Zusammenhänge unter dem Titel "Am Grundstein der Demokratie – Die Märzrevolution 1848 und der Friedhof der Märzgefallenen" in Wort und Bild erläutert werden. Initiatoren sind der Paul-Singer-Verein und die Stiftung historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin. Damit soll sich dieser Friedhof zu einer nationalen Gedenkstätte und einem Ort demokratischen Lernens entwickeln.

Die - zur Zeit noch temporäre - Ausstellung besteht aus einem Ausstellungspavillon und einer im Freien aufgestellten Ausstellungsrotunde. Dazu gibt es einen Audioguide, sowie eine zehnminütige Multivision, die die Barrikadenkämpfe im März 1848 lebendig werden lassen. Unterstützt wird das Projekt von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

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