Donnerstag, 20. März 2014

TIER-TOD: BESTATTUNGEN, FRIEDHÖFE UND GRABMALE FÜR TIERE

Die sehr erfolgreiche Konferenzreihe "Sterben, Tod und Jenseitsglaube" findet 2014 zum dreizehnten Mal statt. Diesmal werden sich die Referenten mit der Tierbestattung auseinandersetzen. Mehr dazu liest man im Informationsflyer und auf der Website der Schwabenakademie.
Flyer zur Tagung der Schwabenakademie Irsee im Mai

Tagungsprogramm Schwabenakademie Irsee im Mai



www.schwabenakademie.de

Dienstag, 25. Februar 2014

Fotoausstellung "Die Kunst im Stillen" in Leipzig

Am 6. März wird in der Leipziger Stadtbibliothek eine neue Fotoausstellung eröffnet, die den Titel der Buchreihe von Alfred E. Otto Paul trägt, deren einzelne Bände hier im Laufe der Zeit schon vorgestellt worden sind:
»Kunst im Stillen - Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen«

Eröffnet wird die Ausstellung um 18 Uhr im Oberlichtsaal der Bibliothek mit Reflexionen zur Friedhofskunst von dem vielseitig begabten Literaturprofessor und Künstler Elmar Schenkel von der Universität Leipzig. Das Violinenduo Hiltrud Ilg & Edwin Ilg, Gewandhaus Leipzig, wird die 
Veranstaltung musikalisch umrahmen. Zur Ausstellung ist ein informativer Flyer erschienen. 

Leipziger Städtische Bibliotheken
Leipziger Stadtbibliothek
Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11, 04107 Leipzig
Tel. 03 41 / 1 23 53 43
Flyer zur Ausstellung "Die Kunst im Stillen"

geöffnet: Mo-Fr 10-19 Uhr, Mi 13-19 Uhr, 
Sa 10-14 Uhr
E-Mail: stadtbib@leipzig.de 
www.stadtbibliothek.leipzig.de

Und hier noch ein Bild von der gut
besuchten Ausstellungseröffnung (Foto Alfred E. Otto Paul)



Mittwoch, 5. Februar 2014

Stiftungen helfen historischen Friedhöfen

Es fing mit dem Hinweis auf Stiftung zur Erhaltung des Horster Friedhofes in Stade an, der gleich zu einem Post in diesem Blog wurde. Dann kam die Anfrage, ob ich nicht für die Zeitschrift Friedhofskultur einen Beitrag über Stiftungen und historische Friedhöfe schreiben könnte. Ich schreibe immer mal wieder für diese Zeitschrift und habe gern zugesagt. Der Beitrag ist gerade im Heft 2/2014 erschienen, das sich in mehreren Beiträgen mit dem Thema "Stiften, spenden, Pate sein - Wie Stiftungen und Patenschaften helfen können alte Grabmale zu erhalten" befasst.
Titelseite des neuen Heftes der
Zeitschrift Friedhofskultur (2/2014)

Meine Recherche hat natürlich dazu geführt, dass ich eine ganz Reihe von "Friedhofs-Stiftungen" im Netz gefunden habe. Weil ich nicht alles in den Beitrag für die Friedhofskultur aufnehmen konnte, folgt hier eine kleine Auflistung und Beschreibung von Stiftungen, die sich nur oder auch um Friedhöfe und Grabmale kümmern.

Ganz allgemein gibt es natürlich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD). Sie ist eine private Intiative zur Bewahrung von Kulturdenkmalen und sie hat auch das Ziel für den Denkmalschutz zu werben. Nähere Informationen gibt es auch bei Wikipedia. Unterstützt wurden in jüngster Zeit die Erhaltung der Friedhofskapelle in Salem, der Jüdische Friedhof in Bovenden, die Böninger-Gruft auf dem Friedhof Sternenbuschweg in Duisburg, sowie die Restaurierung des Gedenksteins des Kanonikus Gisbert Lensing auf dem alten Friedhof in Emmerich-Hüthum. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz verwaltet treuhänderisch zahlreiche Einzelstiftungen, einige davon wurden explizit für Friedhöfe errichtet.

Aber auch die Kulturstiftung der Länder setzt sich vereinzelt für Friedhöfe ein. Zur Zeit wirbt sie unter dem Motto "Berliner Grabmale retten".

Die größte Stiftung, die sich nur um Friedhöfe kümmert dürfte die "Stiftung historische Friedhöfe in Berlin-Brandenburg" sein. Sie verfügt zwar nicht über umfangreiche eigene Mittel, hat aber immer wieder dafür gesorgt, dass die Erhaltung von Grabmalen aus den unterschiedlichsten Quellen finanziert wurde und wird, und ist mit ihren Aktivitäten darum bemüht auf dieses besondere Kulturgut aufmerksam zu machen.

In zwei Städten sind in jüngster Zeit eigene Friedhofsstiftungen errichtet worden:
- In Osnabrück entstand die Treuhandstiftung „Historisches Bewahren denkmalgeschützter Friedhofskultur in Osnabrück“, die von der Bürgerstiftung Osnabrück mitverwaltet wird.
- In Düsseldorf wird der Golzheimer Friedhof mit den Mitteln der Stiftung Golzheimer Friedhof restauriert. Diese Stiftung hält sich allerdings in der Öffentlichkeit völlig zurück. Sie besitzt nicht einmal eine eigene Website.

Dann gibt es zahlreiche Stiftungen für einzelne Friedhöfe, die zum größten Teil treuhänderisch von größeren Stiftungen mitverwaltet werden. Dazu kommen Stiftungen, die eigentliche andere Ziele haben, sich aber auch für einen historischen Friedhof engagieren können, wenn er z.B. geografisch in ihren Bereich fällt; so geschehen bei der Heinz-Sielmann-Stiftung, die im Rahmen des Projektes "Grünes Band Eichsfeld-Werratal" den alten Privatfriedhof der Familie Hanstein in ihr Erhaltungsprogramm aufgenommen hat. Die Stiftung Oderbruch ruft zu Spenden für die historischen Dorffriedhöfe in den Gemeinden des Amtes Falkenberg-Höhe auf, weil hier die Mittel für ihre Erhaltung gestrichen werden sollen, und kann schon auf ihrer Website einigen Spendern danken. Die Georg-Ebeling-Stiftung in Hannover hat unter anderem das Ziel das Familienerbbegräbnis auf dem Engesohder Friedhof zu erhalten. Dagegen unterstützt die Wenger-Stiftung für Denkmalpflege die die Landeshauptstadt Hannover dabei den historischen Gartenfriedhof aufzuwerten und zu erhalten, für den 2011 engagierte Bürger den Verein „Renaissance Gartenfriedhof e.V.“ gegründet hatten. Sie finanziert als erstes die Dokumentation des aktuellen Zustandes, die zur Grundlage weiterer konservatorischer und restauratorischer Aktivitäten werden soll. Die Bürgerstiftung Vreden hat beschlossen den Alten Friedhof ihrer Stadt, der bis zum Jahr 2000 der Begräbnisplatz für die Vredener Bürgerinnen und Bürger war, zu einem Garten der Ruhe auszugestalten.

Die Stiftung Namen-Jesu-Kirche will dagegen die Kirche in Bonn, nach der sie benannt ist, dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland als Bischofskirche und Sakralraum zur Verfügung zu stellen. Vor allem aber bemüht sie sich darum, aus der Kirche einen Bestattungsort zu machen und zahlreiche Projekte, wie Konzerte und Ausstellungen aber auch theologische Gespräche umzusetzen.

Wer sich um die Unterstützung von Stiftungen für seinen Friedhof bemühen will, sei darauf hingewiesen, dass die einzelnen Bundesländer ihre eigenen Kulturstiftungem. sowie Kunststiftungen und Stiftungen für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege besitzen und, dass selbstverständlich auch die jeweiligen Denkmalschutzämter Aktivitäten zur Erhaltung von Kulturgut unterstützen können. Außerdem kann es manchmal hilfreich sein zu schauen, welche berühmten Persönlichkeiten auf dem Friedhof begraben sind, für den man sich engagiert. Auch in ihrem jeweiligen Umkreis - sei er beruflicher oder privater Natur - kann es Stiftungen geben, die man ansprechen kann. Außerdem sollte man schauen, welche Stiftungen vor Ort insgesamt vorhanden sind. Manche haben mehrere Ziele, zu denen dann auch die Pflege und Erhaltung von Kulturgut gehören kann.

Freitag, 17. Januar 2014

Fegen und restaurieren in Berlin

Hans-Jürgen Schatz am 4.11.2013 in Hamburg (Foto Leisner)
Den Schauspieler Hans-Jürgen Schatz habe ich im letzten Jahr kennengelernt, als die geplante „Friedhofsapp“ vorgestellt wurde. Damals wusste ich noch nicht, dass er zu den Persönlichkeiten gehört, die sich mit großem Engagement und ebenso großem Erfolg für die Erhaltung historischer Friedhöfe und Grabmale einsetzen. 

Jetzt lese ich, dass er sich schon 2010 als Kuratoriumsmitglied des Berliner Vereins „Denk mal an Berlin e.V.“ um die Restaurierung der Grabanlage von August Wilhelm Iffland (1759-1814) gekümmert hat. Im letzten Jahr wurden auf seine Initiative hin bis Ende November weitere Grabstätten restauriert: Schon im Sommer wurden auf dem Friedhof Dreifaltigkeit II die Grabstätte des Malers Adolph von Menzel (1815-1905) und der Schauspielerin Amalie Wolff (1780-1851) der Öffentlichkeit übergeben. Im November dann luden die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin und Brandenburg gemeinsam mit dem Friedhofsverband Berlin Stadtmitte zu einer Feierstunde auf den Friedhöfen Jerusalem I, Jerusalem III und Dreifaltigkeit I am Halleschen Tor ein. Dort wurde die Restaurierung der Gräber des Theologen August Neander (1789-1850), des Schauspielers Theodor Döring (1803-1878) und des Generalpostdirektors des Deutschen Reichs Heinrich von Stephan (1831-1897) präsentiert. Die Maßnahme wurde möglich durch die großzügige Unterstützung des Bundes in Höhe von 46.000 Euro sowie Beiträge des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg (1.500 Euro), des Ev. Friedhofsverbandes (2.600 Euro) sowie Spenden über die Stiftung Historische Friedhöfe (3.100 Euro).

Aber Schatz sammelt nicht nur Geld zur Erhaltung von Grabmalen berühmter Persönlichkeiten in Berlin. Er sorgt auch dafür, dass die Bewohner der Stadt auf ihr kulturelles Erbe aufmerksam werden. So luden er und der Pfarrer Jürgen Quandt (Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte) in den beiden letzten Jahren zusammen mit dem „Tagesspiegel“ zum Friedhofsputztag im November ein, um die Friedhöfe nicht unter dem Herbstlaub versinken zu lassen; natürlich mit der Hoffnung den einen oder anderen nicht nur für die Sauberhaltung der Wege, sondern auch für die Erhaltung der Gräber zu begeistern.

Montag, 9. Dezember 2013

Ausstellung "Himmelskinder aus Brandenburg - Vom vorzeitigen Ende der Kindheit 1500 - 1900"

Kindergrabmal aus Kottingworth im Altmühltal
(Foto Leisner)
Diese Ausstellung ist vom 22.11.2013 - 23.02.2014 im Stadt- und Regionalsmuseum Schloss Lübben in Brandenburg  zu sehen. Im Rahmen des Themas des Kulturland-Brandenburg-Jahres "spiel und ernst - ernst und spiel. kindheit in brandenburg" widmet sie sich dem Kindertod. Es geht dabei ebenso um die Kindersterblichkeit und ihre Ursachen wie um die Frage, wie Kinder früher bestattet und wie an sie erinnert wurde.

Dabei wird natürlich auch auf die Totenkronen hingewiesen, die früher Kindern und Ledigen mit ins Grab gegeben oder auf den Sarg gelegt wurden. Sie waren Stellvertreter jener Brautkronen, die den zu jung Verstorbenen verwehrt geblieben waren und künden von der "Hochzeit mit dem Himmel". Ein schönes Bild von einer Totenkrone aus der Dorfkirche von Herzberg (Gem. Rietz-Neuendorf, Brandenburg) findet sich übrigens hier. Aber nicht nur Totenkronen auch Briefe von trauernden Eltern, Gemälde, Fotos, Skulpturen, Grafiken und Hörbeiträge mit Kindertotenliedern sowie Predigten geben ein Einblick in den Umgang mit dem Kindertod seit dem 15. Jahrhundert und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Dem Tod gegenübergestellt sind Exponate, die vom Leben und vom Spiel der Kinder erzählen.

Die Ausstellung wurde von Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck erarbeitet, die sich mit diesem Thema seit langem intensiv auseinandersetzt. Dazu wird noch eine Publikation erscheinen. Gefördert wurde dieses Projekt von einer ganzen Reihe von Institutionen, die mit Lübben verbunden sind.

Das Programm der Transmortale V ist herausgekommen

Die Transmortale wird zum 5. Mal am 15.3.2014 im Museum für Sepulkralkultur in Kassel stattfinden. Der Flyer mit dem Programm ist jetzt herausgekommen:
Programm der transmortale V

Und dazu noch ein Nachtrag, die Transmortale besitzt nun auch wieder ein Blog (nachdem das Blog auf Posterous seit einem Jahr geschlossen ist): transmortale.wordpress.com/

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Religion und Landschaft - Ein neues Buch des Bund Heimat und Umwelt

Titelseite "Religion und Landschaft"
 Bildquelle
Eigentlich hat dieses Buch auf den ersten Blick nicht viel mit historischen Friedhöfen zu tun. Es geht darin um das reiche religiöse materielle und immaterielle Landschafts- und Kulturerbe in Deutschland und das sind zum Beispiel Kulturlandschaften in Deutschland, die durch Klosteranlagen, Pilgerrouten und Kleindenkmäler wie Wegekreuze und Bilderstöcke bestimmt sind. Dabei sind aber auch andere europäische Länder einbezogen, wenn der Jakobsweg in Spanien oder die europaweit wirkenden Zisterzienser und das Netzwerk ihrer Klöster thematisiert werden.

Ein Beitrag der insgesamt 18 Texte aber widmet sich den doch dem Friedhof. Norbert Fischer, der durch seine Friedhofspublikationen weit bekannt ist, schreibt über den "Friedhof als Gedächtnisland" in Geschichte und Gegenwart und überrträgt dabei das Konzept der Landschaft, in die die Geschichte der Menschen gleichsam eingeschrieben ist, auf den Ort der Bestattung. Er beschreibt wie sich im Laufe der Jahrhunderte seine sakrale Bedeutung gewandelt hat, wie sie einer säkularisierten Anschauung gewichen ist und der Bestattungsort zur Friedhofslandschaft wurde und welche Wandlungen er zur Zeit durchmacht. So bildet dieser Text mit seinen reichen Literaturanmerkungen eine gute Ausgangsbasis für das Verständnis der historischen Friedhofsentwicklung. 

Insgesamt ist das Buch mit Fotos reich bestückt. Es kann beim Bund Heimat und Umwelt bezogen werden. Um eine Spende wird gebeten. Kontakt: Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU), Bundesverband für Kultur, Natur und Heimat e.V., Adenauerallee 68, 53113 Bonn, Telefon: +49 228 224091, Fax: +49 228 215503, Internet: www.bhu.de, www.forum-kulturlandschaft.de, E-Mail: bhu@bhu.de