Gestern und heute (11. und 12. November 2021) hat die Jahreskonferenz der ASCE online auf Zoom stattgefunden. Es war ein sehr interessantes Programm, das zum Glück aufgenommen wurde. So gebe ich hier nur das Programm wieder und werde mit Sicherheit auf die Seite der ASCE verlinken, wenn die Vorträge dort veröffentlicht sind. Also am besten später noch mal vorbeischauen!
Freitag, 12. November 2021
CEMETOURISM - CEMETERIES WITH STORIES TO TELL
Dienstag, 26. Oktober 2021
Achtung: Grabstättenübernahme als Provokation!
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Partie auf dem Stahnsdorfer Friedhof in Berlin |
Warum ich das schreibe? Es gibt immer wieder Fälle, in denen Friedhöfe und Gräber ideologisch mißbraucht werden. Der jüngste Zwischenfall fand auf dem Stahnsdorfer Friedhof statt. Dort wurde das historische Grab des 1934 verstorbenen Wissenschaftlers Max Friedlaender, der aus einer jüdischen Familie stammte und zum Protestantismus übergetreten war, neu vergeben; zwar nicht in Patenschaft, aber auf dem Grab steht das historische Grabmal Friedlaenders. Wie wie der ganze Friedhof steht auch dieses Grabmal unter Denkmalschutz.
Das Grab selbst war seit langem abgelaufen. Nun wurde es vom einem Berliner NPD-Funktionär für den an einem anderen Ort Verstorbenen justizbekannten Shoahleugner Henry Hafenmayer erworben. Dessen Urne wurde dort vor kurzem beigesetzt. Dabei wurde der historische, schlichte Gedenkstein des deutschen Juden schwarz verhangen und auf dem Überzug wurden die persönlichen Daten Hafenmayers angebracht. Auf dem Grab wurden Kränze mit neonazistischer Symbolik drapiert (nähere Infos dazu auf Friedensdemo-Watch, sowie die Presseinformationen des evangelischen Friedhofsträgers).
Offensichtlich wurde die Grabstätte bewusst
ausgesucht und ziemlich wahrscheinlich ist die Beisetzung an dieser Stelle auch als Provokation geplant worden. Und weil dieses Beispiel auch anderswo in den entsprechenden Kreisen Schule machen könnte, denke ich, dass alle, die Grabmalpatenschaften anbieten, gut beraten sind ihre Listen daraufhin zu überprüfen, ob sich Grabstätten von Menschen mit jüdischer Abstammung darunter befinden. Unorthodoxe und konvertierte Juden haben sich im 19. und 20. Jahrhundert selbstverständlich auf christlichen und kommunalen Friedhöfen beerdigen lassen. Und außerdem haben die Nationalsozialisten nach 1939 in vielen Städten die jüdischen Friedhöfe geschlossen, so dass Glaubensgenossen sich dort nicht mehr beerdigen lassen konnten und auf andere Friedhöfe ausweichen mussten.
Vielleicht sollte man niemandem aus politischen Gründen ein Grab auf einem Friedhof verweigern. Aber sicher kann man dafür sorgen, dass jüdische Gräber - und dazu zählen auch Gräber von deutschen Juden, die zu einem anderen Glauben übergetreten sind, - nicht zur Provokation von Leugnern der Shoa benutzt werden! Friedhofsverwaltungen und Förderkreise sollten solche Gräber und Grabsteine auf dem eigenen Friedhof kennen und sie sollten nicht für Neubelegungen oder Patenschaften freigegeben werden.
Montag, 25. Oktober 2021
Totentage im November
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Beleuchtete Gräber auf dem St. Barbara Friedhof in Linz (Pressebild) |
Montag, 11. Oktober 2021
Fumerale 10: "Ciao Bello" - Bestattungen für verstorbene Haustiere?
Das ist jetzt leider total an mir vorbeigegangen und dabei hätte ich sogar online dabei sein können. Wie schade! Vom 7.-10.10.2021 hat nämlich die 10 Funerale in Rostock stattgefunden, bei der es um die gemeinsame Bestattung von Haustieren und ihren Menschen ging. Hier wenigstens der Flyer und der Link zum Pressetext:
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Funerale 2021 Flyer Vorderseite |
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Funerale 2021 Flyer Rückseite |
Montag, 20. September 2021
Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan
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Grabskultur auf dem Friedhof Montparnasse, Paris - Foto von Semira Mis |
Und das Thema regt immer wieder neue Werke an: So erreichte mich gerade die Information, dass die junge Fotografin Semira Mis ihre Debütausstellung unter dem Titel eröffnet "Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan - L’éternel féminin nous tire vers le haut. Erotische Skulpturen auf Pariser Friedhöfen".
Die Fotografin dokumentiert seit mehreren Jahren erotisch-anmutende Frauenskulpturen auf europäischen Friedhöfen und präsentiert in Berlin eine Auswahl ihrer Paris-Sammlung (Fotografien von den Friedhöfen Montmartre, Père Lachaise, Montparnasse).
Zur Vernissage am 1. Oktober wird die Sängerin Gerhild mit französischen Chansons für das passende, musikalische Flair sorgen. Begleitend zur Ausstellung wird es eine kleine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und einem Philosophischen Café geben.
Die Ausstellung ist vom 1. - 24. Oktober
2021 in der Berliner Novilla (Hasselwerderstraße 22, Berlin-Schöneweide)
zu sehen. Die Vernissage findet am 1. Oktober um 19:00 statt.
Semira Mis PhotoArt
Facebook / Novilla, Hasselwerderstraße 22, 12439 Berlin-Schöneweide,
https://movingpoets.org/concrete5/index.php/novilla
Samstag, 18. September 2021
Onlinevortrag über chinesische Friedhöfe
Chinesische Grabstätte auf dem Ohlsdorfer Friedhof |
Er findet auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens, Tokyo, (auch: Ostasiatische Gesellschaft (OAG) statt. Die Autorin, deren Buch ich in diesem Blog schon besprochen habe, nimmt die Zuhörer und Zuhörerinnen mit auf einen Spaziergang über sechs Pekinger Friedhöfe, die sie 2019 besucht hat, und gibt damit Einblicke in aktuelle Bestattungsbräuche in China und in das gesellschaftliche und regulatorische Umfeld, in dem sie ausgeübt werden.
Freitag, 17. September 2021
Garten der Frauen
Der Sonderbereich in der Nähe des Wasserturms wird vom Verein Garten der Frauen e.V. getragen und enthält einerseits Grabstätten, die von weiblichen Vereinsmitgliedern erworben worden sind und andererseits eine im Sommer 2001 eröffnete Gedenkstätte, in die historische Grabsteine übertragen worden sind. Es handelt sich dabei um Grabmale, die jeweils auf den Gräbern von Frauen in Ohlsdorf standen, welche regionale und manchmal auch überregionale Bedeutung erlangt haben.
Rita Bake, der die Idee des Gartens der Frauen zu verdanken ist, hatte schon 1997 in dem Buch "Stadt der toten Frauen" zusammen mit weiteren Autorinnen 127 Porträts von Frauen zusammengetragen, die in Ohlsdorf bestattet worden sind. 2009 erschien dann das Buch "Der Garten der Frauen. Ein Ort der Erinnerung mit historischen Grabsteinen von Gräbern bedeutender Frauen und eine letzte Ruhestätte für Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg" (2013 in aktualisierter Auflage). Neu erschienen ist jetzt, ebenfalls von Rita Bake herausgegeben und wieder von einem Autorinnen- und Autorenteam zusammentragen, ein zweiter Band zum Garten der Frauen.
2013 hielten 52 historische Grabmale die Erinnerung an bedeutende Frauen Hamburgs wach und in einer "Erinnerungsspirale", die aus einzelnen Gedenksteinen besteht, wurde an weitere 42 Frauen erinnert. Inzwischen sind dreißig historische Grabmale dazu gekommen und es wird an weitere 21 Frauen erinnert. So findet man nun 73 weitere Biografien in der neuen Publikation. Das Buch beginnt allerdings mit einer Bildstrecke mit Impressionen von dem Vereinsaktivitäten, sowie Fotos des Gartens zu verschiedenen Jahreszeiten und Bildern von verschiedenen Einrichtungen, wie dem Infohäuschen in Form eines viktorianisch gestalteten Gewächshauses. Dazu kommen Hinweise auf weitere Informationsmöglichkeiten z.B. durch einen Audioguide und ein Quiz. Besonders gestaltete Erinnerungsmale werden vorgestellt, sowie eine Installation für die Tanzpädagogin Lola Rogge und die Skulptur "Erinnerung", die auf Frauen aufmerksam macht, deren Gräber auf dem Friedhof und nicht im Garten der Frauen zu finden sind.
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Erinnerungsspirale (Quelle Von Histho-Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0) |
Wer sich also speziell für die Lebenswege von Frauen in Hamburg interessiert, erhält mit diesem neuen Band zum Garten der Frauen nicht nur über den Ohlsdorfer Friedhof neue, sorgfältig zusammengetragene Informationen. Dazu gehören auch die durchgehend schwarz-weißen Abbildungen von Grabsteinen und Porträts der Verstorbenen, mit denen die Texte aufgelockert sind.
Rita Bake: Der Garten der Frauen Band 2. Ein Ort der Erinnerung mit historischen Grab- und Erinnerungssteinen bedeutender Frauen und eine letzte Ruhestätte für Frauen. Verein Garten der Frauen, Hamburg 2021, 300 Seiten mit zahlr. schw-w. Abb., Selbstkostenpreis von 15,- Euro, Versand 3,- Euro. Zu bestellen bei info@garten-der-frauen.de