Samstag, 2. Juli 2011

Der russische Garnisonsfriedhof in Dresden

Vielleicht ist hier einmal ein Hinweis angebracht auf die Friedhöfe, die von den russischen Truppen im Osten Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt wurden. Sie sind wichtige Erinnerungsstätten, in denen sich die Geschichte der Besatzungszeit und der DDR widerspiegelt, die oft anderswo vor Ort schon spurlos verschwunden ist, bzw. nach der Wende so schnell wie möglich weggeräumt wurde.


Schwerin, Grabstätten russischer Besatzungssoldaten
 (Foto Leisner)
Ich selbst kenne den russischen Bestattungsplatz neben dem Schweriner Hauptfriedhof, auf dem die Grabmäler noch an die Vergangenheit erinnern, auch wenn die Fläche im Stadtbild kaum als Friedhof wahrnehmbar ist.


Aufmerksam wurde ich jetzt auf den Garnisonfriedhof in der Dresdener Neustadt, für den sich letztes Jahr eine Dresdener Journalistin vor Ort und in ihrem Blog eingesetzt hat. Gerade haben ihn die Mitglieder des russischen Motorradclubs "Schtraftat" den Friedhof zu einer Andacht besucht. 


Seit dem 14. Februar 2011 gibt es auch einen "Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof in Dresden". Seine Mitglieder, dazu gehört auch die Bloggerin Jane, haben es inzwischen geschafft, dass der Nordflügel der Anlage als Kulturdenkmal anerkannt worden ist. Auch ein  Subbotnik”, also ein freiwilliger Arbeitseinsatz, wurde in diesem Jahr schon durchgeführt. Vor dem 8. Mai kamen dazu etwa 20 Personen, um den Nordflügel für die Feierlichkeiten zum Tag des Kriegsendes in Europa herzurichten.

Sicher gibt es noch zahlreiche solcher Anlagen in den Städten der ehemaligen DDR und es ist ganz sicher Zeit ihre Erhaltung zu sichern!

1 Kommentar:

Jane hat gesagt…

Hallo Frau Leisner,

vielen Dank für die Thematisierung des Sowjetischen Garnisonfriedhofes in Dresden und unserer Initiative in Ihrem Blog. In der Tat ist es hier in Ostdeutschland so, dass insbesondere die sowjetischen Friedhöfe aus der Besatzungszeit einen schweren Stand haben und vonseiten der Städte und Kommunen oft pflegetechnisch vernachlässigt werden, soweit sie nicht unter Denkmalschutz stehen und dem Gräbergesetz unterliegen.

Das ist in doppelter Hinsicht tragisch. Erstens verschwinden so zusehends landschaftsarchitektonische Kleinode aus dem Stadtbild, zweitens gehen wichtige zeithistorische Dokumente hinsichtlich Bestattungs- und Trauerkultur der Sowjets während der Besatzungszeit unwiederbringlich verloren. Wir sind froh, dass "unser" Nordflügel, auf dem über 600 Menschen beerdigt wurden (darunter rund 70 Kinder), mittlerweile offiziell unter Denkmalschutz steht - doch die von Abriss bedrohten Grabmale sind längst nicht gerettet. Der Freistaat treibt ein unlauteres Spiel, hält Informationen zurück und hält an seinen Abrissplänen fest. Unter anderem wurde die russische Regierung, die ihr OK zu den Plänen geben muss, nicht über den veränderten Denkmalschutzstatus informiert.
Dennoch kämpfen wir weiter. Für jedwede Unterstützung sind wir sehr dankbar.