Samstag, 7. Juni 2008

Titeseite (mit fr. Genehmigung Verlag Dr. Bussert
& Stadeler))
Die Uhr steht still - Friedhöfe in Mittelthüringen

"Thüringen nimmt in der langen Geschichte der
Friedhofs- und Bestattungskultur immer wieder eine Schlüsselstellung ein", schreibt Barbara Happe in ihrem Editorial zu der neuesten Ausgabe des Kulturjournals Mittelthüringen, dessen Titelthema unter das Motto "Die Uhr steht still" gestellt worden ist.

In einer ganzen Reihe von vorzuglich bebilderten Artikeln werden hier die wichtigsten Friedhöfe der Umgegend vorgestellt: vom Historischen Friedhof in Weimar über den Jenaer Johannisfriedhof, den Hauptfriedhof in Erfurt, die jüdischen Friedhöfe von Erfurt und Weimar, die Gräber von Buchenwald, den Camposanto in Buttstädt bis zu dem Nordfriedhof in Jena. Außer den Friedhöfen werden auch andere inhaltlich zugehörige Themen angesprochen, wie die Schlachtfelder von Jena und Auerstädt von 1806, die Frage nach der Authentizität von Schillers Schädel oder die Jugenstil-Trauerhalle von Niederzimmern. Damit ist diese Ausgabe des Kulturjournals Mittelthüringen eine Fundgrube für Friedhofsfreunde.

Das Titelbild des Kulturjournals zeigt übrigens das farbig angestrahlte Denkmal der Märzgefallenen, das 1922 von Walter Gropius geschaffen wurde (deshalb auch "Gropius-Blitz" genannt) . Es steht auf dem historischen Friedhof in Weimar.

Kulturjournal Mittelthüringen Jahrgang 5/Nr. 3/2008, Juni/Juli. Preis 2.90 Euro zu erhalten beim: Verlag Dr. Bussert & Stadeler, Westendstraße 24, 07743 Jena, e-mail: stadeler(at)t-online.de

Alter Friedhof Giessen - neue Infotafeln und neuer Flyer



Auf dem Alten Friedhof in Giessen sind neue Informationstafeln aufgestellt worden. Die großen Hinweisschilder aus Glas enthalten einen Friedhofsplan, auf dem Informationen zu den Gräbern bekannter Giessener Bürger vermerkt sind. Schon die ältere Übersichtstafeln, die jetzt ersetzt worden sind, waren ebenso wie die neuen Pläne auf Initiative der Projektgruppe entstanden, zu der sich seit 1996 Mitglieder des Freundeskreises Alter Friedhof (Arbeitsgruppe im Oberhessischen Geschichtsverein Giessen OHG) zusammengeschlossen haben.

Die Giessener "Friedhofsfreunde" kümmern sich auch um den Erhalt von Grabmälern und Naturschutzaspekte der parkähnlichen Anlage. Einmal im Jahr machen sie gemeinsam eine Exkursion zu anderen Friedhöfen. Gerade haben sie einen Flyer herausgegeben, den man auch aus dem Internet herunterladen kann. Eine Zukunfstvision ist die Errichtung eines architekto-
nisch ansprechenden Gebäudes im Zentrum der Friedhofsanlage, wo einst ein klassizistischer Bau stand. Dort möchte man bedrohte Grabsteine angemessen präsentieren.

Der neue Flyer ist zu finden unter:
http://www.ohg-giessen.de/verein/freundeskreis_alter_friedhof/FkAFh-Flyer2008.pdf
Ein längerer Artikel zu den neuen Tafeln ist gerade in der Zeitschrift Friedhof und Denkmal 2/2008 erschienen.

Sonntag, 25. Mai 2008

Historische Friedhöfe in Berlin

Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal hat in ihrer Reihe Kasseler Manuskripte eine CD-ROM zu den historischen Friedhöfen in Berlin herausgegeben. Es handelt sich um die Arbeit von Franziska Rahn, die den historischen Friedhof im Spannungsfeld seiner Nutzung - unter spezieller Berücksichtigung der Lage in Berlin - untersucht und daraus ein Entwicklungskonzept für ein Berliner Friedhofsmuseum abgeleitet hat.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit unter http://www.sepulkralmuseum.de/ auf der Seite: Publikationen / Kasseler Manuskripte zur Sepulkralkultur.

Montag, 28. April 2008

Erste Sonderausstellung im Uitvaart Museum Tot Zover

Im langen Verbindungsgang des neuen Uitvaart Museums gibt es seit dem 28. März und noch bis zum 15 Juni die erste Sonderausstellung mit dem Titel „Meneer G.“ (Herr G.) zu sehen. Die Fotosere von Carolin Reichert (Deutschland) und Claudi Kessel (Niederlande) gilt dem Porträt eines einsamen Toten. Dabei kombinieren die beiden Künstlerinnen Bildfragmente mit dreidimensionalen Objekten, die sie bei einem Hausbesuch angetroffen haben. Daraus ist ein heutiges Vanitasbild aus trivialen Obejekten und Zitaten eines persönlichen Lebens aufgebaut worden, das die Unverbindlichkeit der Zeit und die Verletzlichkeit der menschlichen Beziehung bloß legt.

(Übersetzt von der niederländischen Website des Museums)

Grabmäler auf alten Fassaden

Ein ungewöhnliches Projekt betreibt der Verein Efeu e.V., der im letzten Jahr seine Gründung als Förderverein für den alten St. Matthäusfriedhof in Berlin mit einem großen Fest gefeiert hat. Er will die freien Fassaden einiger an den Friedhof angrenzender Häuser mit der Malerei einiger alter Mausoleen verzieren und so auf jene Grabbauten und Grabmale hinweisen, die 1939 von dem Friedhof abgebaut und auf dem Südwestfriedhof in Stahnsdorf wieder errichtet wurden. Damals wurden wegen der geplanten Prachtallee von Hitlers neuer Stadt "Germania" über 200 Erbbegräbnisse entfernt. Zusammen mit einem Künstler, der Erfahrung in solchen Projekten hat, soll die Fassadengestaltung als Jugendprojekt durchgeführt werden, wobei zur Zeit noch weitere Sponsoren gesucht werden.

Sonntag, 23. März 2008

Engel, Engel, Engel

Gerade ist die neuste Ausgabe von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" herausgekommen, die der Förderkreises des Hamburger Friedhof seit 1995 kontinuierlich herausgibt. Schon von 1990 bis 1995 erschien ein Rundbrief des Vereins zur Information der Mitglieder. Nach 50 Ausgaben des Rundbriefes entschloss man sich dann eine Vierteljahresschrift herauszugeben. Jedes Heft stellt dabei jeweils ein Thema in den Mittelpunkt und daneben finden sich regelmäßige Rubriken, wie zum Beispiel "Aktuelles", "Kultur und Geschichte", "Neue Bücher"oder "Aus dem Verein".

Mit dem jetzt erschienenen Exemplar feiert die Zeitschrift ein Jubiläum: Es trägt die Nummer 100/101. Damit sind von dem ehrenamtlich arbeitenden Redaktionsteam im Laufe der Jahre insgesamt fünfzig Nummern der Zeitschrift hergestellt worden!

Das Team hat dieses Jubiläum zum Anlass für ein besonders ansprechendes Thema genommen: Das neue Heft ist den Engeln und ihren Anverwandten auf dem Friedhof gewidmet. Die Palette der Beiträge reicht dabei von den Engeln, die die Seele in Abrahams Schoß tragen, über Engel, Schmetterlinge und den Übergang ins Jensesits hin zu den Engeln auf dem Ohlsdorfer Friedhof und dem "himmlischen Geflügel", das immer mehr Platz auf den Gräbern beansprucht.

Wie immer erhalten die Mitglieder des Förderkreises die Zeitschrift kostenlos zugeschickt. Wer die verschiedenen Artikel nachlesen möchte, kann sie im Internet finden, wo alle Ausgaben der Zeitschrift auf der Homepage des Förderkreises veröffentlicht werden. Wer aber lieber richtig gedruckte Seiten in den eigenen Händen hält, kann das Heft (der Selbstkostenpreis des Doppelheftes beträgt 4,60 + Versand, das Jahresabo 9,20 + Versand) - beim Förderkreis bestellen.

Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg
Tel. 040-50053387, e-mail: info(at)fof-ohlsdorf.de




Dienstag, 26. Februar 2008

200 Jahre Hasefriedhof-Johannisfriedhof in Osnabrück

Die Ehrenamtlichen des 2005 gegründeten Förderkreises Hasefriedhof- Johannisfriedhof e. V. in Osnabrück sind in diesem Jahr besonders aktiv und stoßen mit dem Programm für das 200jährige Jubiläum ihres Friedhofs fast an die Grenzen ihrer Möglichkeiten: Unter anderem initiieren sie eine Jubiläums- ausstellung und ein LandArt-Projekt, in dem zwei angrenzende Schulklassen den Grünschnitt der Friedhöfe zu einem Kunstwerk verarbeiten wollen.

Außerdem wir schon in die Zukunft gedacht. Die beiden denkmalgeschützten Friedhöfe, auf denen seit 1996 keine Beerdigungen mehr stattfinden, können im 2015 entwidmet werden. Mit einer möglichen Ungestaltung zu Parkanlagen werden dann Fragen der Erhaltung der Anlagestrukturen und der Grabmale aktuell. Bis dahin wird also dringend ein Konzept gebraucht wird, in dem das kulturelle Erbe der Stadt und die ehemalige Nutzung der Fläche als Begräbnisort ihrer Bürger angemessen berücksichtigt wird.

Wer sich über den Johannisfriedhof näher informieren will, sei noch auf die gerade erst erschienene Publikation "Gänge über den Johannisfriedhof" hingewiesen, die beim Förderkreis für 5,00 Euro zu bestellen ist. Genaue Angaben über die Veranstaltungen des Jubiläumsjahres werden noch auf der Homepage des Förderkreises veröffentlicht.