Dieses Jahr feiert der Südwestkirchhof in Stahnsdorf sein hundertjähriges Bestehen. Schon im März gab es dazu eine Festgottesdienst und im Anschluss wurde eine Ausstellung zu Geschichte und Gegenwart des zweitgrößten Friedhofes der Bundesrepublik in der kleinen Trauerhalle auf dem Gelände eröffnet.
Aber das Jubiläumsjahr ist noch nicht zu Ende. Bis zum Dezember stehen noch zahlreiche Konzerte und Führungen auf dem Festprogramm. Auch weitere Ausstellungen sind zu sehen. So wird heute am Pfingstsonnabend das Künstlerprojekt „100 Jahre – 100 Tage“ eröffnet und schon seit dem 17. Mai sind Fotos des Südwestkirchhofes von Siegmar Brüggenthies unter dem Titel „Der Welt abhanden gekommen“ ausgestellt.
Das vollständige Jubiläumsprogramm ist hier zu finden.
Auch ein neues Buch ist dazu erschienen. Unter dem Titel "Ruheplatz im Grünen" werden - herausgegeben vonThomas Marin - Pflanzenwelt und Gartengestaltung und Naturforscher auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf vorgestellt. Das Buch ist in der Verwaltung oder in der Gärtnerei am Haupteingang erhältlich.
Außerdem ist am Freitag, 16. Oktober 2009 ab 10.00 Uhr ein Symposium zur Friedhofs- und Bestattungskultur in Berlin, Deutschland und Europa mit dem Titel: „Tod in der Großstadt“ geplant.
Samstag, 30. Mai 2009
Mittwoch, 27. Mai 2009
Engel in neuem Glanz auf dem Alten Friedhof in Giessen
Galvanoengel auf Friedhöfen sind eine aussterbende Spezies. Da sie aus einem Gipskörper bestehen, der mit einer dünnen Bronzeschicht ummantelt ist - sie lagerte sich im Galvanobad auf dem Körper ab -, sind sie sehr gefährdet. Wenn sie in die Jahre kommen, können feine Risse in der Bronzeschicht entstehen, durch die Wasser eindringt. Dieses bringt den Gips zum Aufquellen, wodurch sich die Risse vergrössern. Oft entstehen diese Schäden an den empfindlichen Stellen, wo die Flügel ansetzen.
So war es auch auf dem Alten Friedhof in Giessen. Zum Glück fiel den Mitgliedern des Freundeskreises die noch leichte Beschädigung auf. Sie
informierten den zuständigen Denkmalpfleger Joachim Rauch und
dieser setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, damit die Sanierung innerhalb kürzester Zeit vorgenommen wurde. So entschwebte der Engel Ende November 2008 dem Friedhof. Eine Regensburger Spezialfirma holte ihn ab.
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Beide Fotos des Engels stammen von Dagmar Klein Friedhofsfreunde Giessen |
Jetzt ist er in frischem Glanz auf den Friedhof zurückgekehrt. Die Bronzehaut wird zur Zeit noch durch eine Wachsschicht geschützt. Bald werden Sonne und Regen allerdings dafür sorgen, dass sich wieder neue Patina bildet und er wieder in der gewohnten grünliche Färbung leuchtet.
Die Rückkehr des Engels passte zufällig auch zu der Friedhofsführung, die für den Himmelfahrtstag geplant war. Engel und die weiblichen Trauerfiguren auf dem Friedhof waren das Thema. .
Bilder von weiteren historischen Grabmalen des Alten Friedhofes in Giessen finden sich übrigens auch auf Antonies Picasa-Website. Dort sind sie vermischt mit Fotos von der heute parkartigen Anlage des Friedhofes, der nur noch selten für Beerdigungen genutzt wird. Die Giessener Friedhoffreunde setzen sich allerdings dafür ein, dass historische Grabmale als Patenschaftsgräber mit neuem Nutzungsrecht ausgewiesen werden.
Grabmal von Konrad Roentgen (Foto Antonie Dell) |
Donnerstag, 16. April 2009
Erfolg einer Bürgerinitiative
Im November 2007 berichtete ich in diesem Blog über die Bürgerinitiative "Friedhof an der Heinrich-Roller-Straße" in Berlin. Dieser Friedhof gehört zu den historischen Friedhöfen am Prenzlauer Berg und die Kirchengemeinde, in deren Besitz er sich befand, plante eine Teilfläche davon zu verkaufen. Die Anwohner wehrten sich phantasievoll dagegen.
Wesentlich früher hatte sich eine kirchliche Arbeitsgruppe Friedhof gebildet. Eine Bestandsaufnahme der historischen Friedhöfe wurde durchgeführt. Dabei wurden sowohl die Investitionen für Baumaßnahmen, wie die wirtschaftliche Lage und die in Zukunft benötigten Friedhofsflächen untersucht. Das Ergebnis war am 1. Februar 2009 die Bildung des evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte. Er ist jetzt auch für die Verwaltung des Friedhofes an der Rollerstraße - der offizielle Name lautet: Neuer Friedhof St. Nikolai und St. Marien - verantwortlich.
Nach den Bürgerprotesten hatte der zuständige Bezirk Pankow ein Bauleitplanverfahren eingeleitet. Es sieht vor die umstrittene Fläche als Grünfläche auszuweisen, so dass sie auf keinen Fall bebaut werden kann und damit nicht mehr lukrativ als Bauland zu verkaufen wäre.
Jetzt sollen die sehr vernachlässigten und verwilderten Friedhofsflächen saniert und restauriert und neue Ideen umgesetzt werden wie zum Beispiel ein Friedhofscafé. Pfarrer Jürgen Quandt - der Geschäftsführer des neuen Verbandes - will, dass die Friedhöfe wieder zu Orten christlicher Begräbniskultur werden und eine Alternative zur anonymen Urnenbestattung bieten.
Diese Informationen sind zum größten Teil einem längeren Artikel über die Zukunft der historischen Friedhöfe am Prenzlauer Berg entnommen, der in diesem Monat in der Zeitschrift Friedhofskultur erschienen ist. Die BI - Rollerfriedhof hat sich seit dem letzten Jahr wieder aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Wesentlich früher hatte sich eine kirchliche Arbeitsgruppe Friedhof gebildet. Eine Bestandsaufnahme der historischen Friedhöfe wurde durchgeführt. Dabei wurden sowohl die Investitionen für Baumaßnahmen, wie die wirtschaftliche Lage und die in Zukunft benötigten Friedhofsflächen untersucht. Das Ergebnis war am 1. Februar 2009 die Bildung des evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte. Er ist jetzt auch für die Verwaltung des Friedhofes an der Rollerstraße - der offizielle Name lautet: Neuer Friedhof St. Nikolai und St. Marien - verantwortlich.
Nach den Bürgerprotesten hatte der zuständige Bezirk Pankow ein Bauleitplanverfahren eingeleitet. Es sieht vor die umstrittene Fläche als Grünfläche auszuweisen, so dass sie auf keinen Fall bebaut werden kann und damit nicht mehr lukrativ als Bauland zu verkaufen wäre.
Jetzt sollen die sehr vernachlässigten und verwilderten Friedhofsflächen saniert und restauriert und neue Ideen umgesetzt werden wie zum Beispiel ein Friedhofscafé. Pfarrer Jürgen Quandt - der Geschäftsführer des neuen Verbandes - will, dass die Friedhöfe wieder zu Orten christlicher Begräbniskultur werden und eine Alternative zur anonymen Urnenbestattung bieten.
Diese Informationen sind zum größten Teil einem längeren Artikel über die Zukunft der historischen Friedhöfe am Prenzlauer Berg entnommen, der in diesem Monat in der Zeitschrift Friedhofskultur erschienen ist. Die BI - Rollerfriedhof hat sich seit dem letzten Jahr wieder aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Dienstag, 3. März 2009
Historische Friedhöfe in Thüringen
Im letzten Jahr habe ich hier auf das Kulturjournal Mittelthüringen hingewiesen, dessen Juni-Ausgabe den historischen Friedhöfen gewidmet war.
Jetzt trage ich einen Hinweis nach: Schon 1996 ist in der Zeitschrift des Heimatbundes ein Heft mit dem Schwerpunkt "Historische Friedhöfe Thüringen" erschienen. Davon sind nur noch einige wenige Restexemplare vorhanden.
Aber: 1999 ist dazu eine CD mit dem Titel "Präsentation Historishe Friedhöfe in Thüringen" erschienen, die man beim Heimatbund bestellen kann. Sie enthält Beiträge der Zeitschrift und dazu - und das ist das eigentliche Verdienst - eine Liste aller Orte in Thüringen, deren Friedhöfe älter als hundert Jahre sind. Man kann ihre kurzen Beschreibungen einzeln abrufen. Viele sind außerdem mit einem Foto illustriert, wie das hier abgebildete Beispiel des Benshausener Friedhofes mit seinem "Weinhändlerfriedhof" mit schmiedeeisernen Grabmalen.
Zu erhalten ist die CD beim Heimatbund Thüringen e.V., Hinter dem Bahnhof 12, 99427 Weimar. Info(bei)heimatbund-thüringen.de
Grabkultur in Deutschland
Der Reimer Verlag kündigt für das Frühjahr einen neuen Sammelband über die Geschichte der Grabmalkultur an, das von der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal herausgegeben wird. Auch ich habe dafür Beiträge geschrieben. Wenn es erschienen ist. Werde ich an dieser Stelle mehr darüber berichten.
Sonntag, 22. Februar 2009
Grabmalmuseen

Die neue Ausgabe von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" befasst sich mit einem speziellen Aspekt der Denkmalpflege auf historischen Friedhöfen: den Freilichtmuseen, in denen historische Grabmale gesammelt aufgestellt werden.
Prinzipiell ist dazu anzumerken, dass es stehts vorzuziehen ist, wenn die kulturell oder künstlerisch bedeutsame Grabmale am Ort ihrer Aufstellung, also über dem wirklichen Grab der erinnerten Persönlichkeit erhalten bleiben können. Die Sammelaufstellung zerstört diesen wichtigen historischen Zusammenhang und erstellt anstatt dessen eine neue künstliche Verbindung der Grabmale.
Trotzdem ist es natürlich manchmal nur durch eine solche Musealisierung überhaupt möglich Grabmale zu erhalten und dann ist diese Aufstellung immer noch besser, als wenn die steinernen Zeugnisse der Geschichte zerschlagen werden und im Straßenbau landen.
Überrascht hat bei dem Thema die große Zahl von Orten in Hamburg - sowohl in Museen, Parkanlagen und auf Restgrün am Straßenrand als auch auf Friedhöfen, die noch in Nutzung sind -, an denen musealisierte Grabmale zu finden sind. Hamburg ist dabei sicher nur ein Beispiel, so dass wahrscheinlich auch anderswo Grabmalmuseen vorhanden sind, von denen kaum jemand etwas weiß.
Auch wenn es schöner ist, die Druckausgabe der Ohlsdorfzeitschrift in den Händen zu halten, so sind die Beiträge doch wie immer auch im Internet zu lesen unter: http://www.fof-ohlsdorf.de/zeitschriftindex.php
Freitag, 20. Februar 2009
Freunde der Friedhöfe in Leipzig
Am 1. April 2008 wurde die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V. gegründet, die inzwischen schon hundert Mitglieder hat. Der junge Verein hat das Ziel historische Friedhofsanlagen mit ihren Grabmälern zu fördern, wobei der Erhalt des Leipziger Südfriedhofes als Flächendenkmal im Mittelpunkt steht. Inzwischen hat der Verein im ehemaligen Pförtnergebäude am Osteingang des Südfriedhofes sogar eigene Räume bekommen. Dort sind künftig auch Ausstellungen geplant. Zur Zeit kann man schon die unten abgebildete Spendenpostkarte dort erwerben. Eine weitere Postkarte mit dem Eintrittsformular in den Verein zeigt die historische Ansicht des Feierhallenkomplexes vom Südfriedhof.
Vor kurzem hat sich dem Verein auch eine schon vorher bestehende Arbeitsgruppe Trauerkultur angeschlossen, so dass man sich nicht nur um Erhaltung und Pflege der Leipziger Friedhöfe mit ihren Grabmalen kümmert, sondern auch individuelle Beratungsgespräche über Bestattung, Grabstättenerwerb und -gestaltung, sowie Trauerbewältigung anbieten kann.
Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe Medien gegründet, um die stadtgeschichtlich und kunsthistorisch bedeutsamen Grabmäler und Kunstwerke auf den Leipziger Friedhöfen zu dokumentieren, zu hervorragenden Persönlichkeiten der Leipziger Stadtgeschichte Publikationen zu erarbeiten und neue Forschungsergebnisse zur Geschichte des Leipziger Begräbniswesens zu veröffentlichen. Zugleich werden die eigenen Restaurierungsprojekte dokumentiert und Materialien für das Internet , Vorträge und Friedhofsführungen aufgearbeitet.
Am 8. März 2009 plant der Verein eine Vortragsveranstaltung zu Ehren seines Namensgebers Paul Benndorf, dessen 150. Geburtstag auf den 9. März fällt. Paul Benndorf war Lehrer und arbeitete auf den Gebieten der Volkskunde, Heimatkunde und Urgeschichte wissenschaftlich. Er unternahm zahlreiche Reisen und arbeitete die Leipziger Stadtgeschichte auf. 1922 veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse in dem Buch „Der Alte Johannisfriedhof in Leipzig“, das noch heute als Standardwerk gilt. Da der 150. Geburtstag des ersten Direktors des Südfriedhofes auf den 10.März fällt, soll dieser gleichzeitig mit Benndorf gewürdigt werden.
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