Der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. kündigt für den 6. Juni die Eröffnung einer besonderen Kunstausstellung an, in der bis zum 30. September im Museum Ohlsdorf Bilder des Malers Professor Herbert Wilmsmeyer gezeigt werden. Er wohnt in Friedhofsnähe und hat sich immer wieder von der Natur und den Denkmalen der Friedhofsanlage inspirieren lassen.
Am Eröffnungstag ab 14:00 Uhr wird der Maler sich vor dem Ohlsdorfer Friedhofsmuseum an die Staffelei stellen und den Blick auf den Friedhof malen, so dass die Zuschauer die Entstehung neuer skizzenhafter Bilder mitverfolgen können. Diese sollen im Anschlußzugunsten des Förderkreises "amerikanisch" versteigert werden sollen.
Mittwoch, 2. Juni 2010
Gerade erschienen: Band 2 der "Kunst im Stillen" - Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen
Wie der hier am 14. Dezember letzten Jahres besprochene erste Band der "Kunst im Stillen" widmet sich auch die gerade erschienene Fortsetzung dieser Reihe nur den Grabstätten des Leipziger Südfriedhofs. Aufmachung und innere Ausgestaltung setzen das schon gelobte Layout des ersten Bandes fort. Doch sind die Texte des Autors Alfred Paul noch etwas ausführlicher geworden und zeichnen eine ganze Reihe von Lebensbildern von Leipziger Bürgern des 19. und 20. Jahrhunderts nach und widmen sich auch den Kunstwerken, die auf ihren Gräbern aufgestellt wurden. Diese Ausführlichkeit ist etwas auf Kosten der Menge gegangen, doch sind immer noch insgesamt 21 Grabstätten aufgenommen worden.
Darunter befinden sich so opulente Werke wie die auch auf dem Titelbild erscheinende Nachbildung des Tempietto von Bramante in Rom, die hier abgebildet ist. Unter diesem Grabtempel ließ der Auftraggeber Ernst Traugott Fritzsche eine riesige Grabgruft erbauen, die nach seinem Willen mit einer sechsspännigen Kutsche befahr bar sein sollte!
Eindrucksvoll ist auch das Grabmal für den Schiffsarzt des seinerzeit berühmten Kreuzers "Emden", das aus einem Findlingsensemble besteht, dessen Hauptstein mit einer bronzenen Palme und dem Porträtrelief des Verstorbenen besetzt war. Ein echter Schiffsanker vor dem Hauptstein erinnert an den "letzten Ankerplatz", kann aber auch, wie der Autor es sieht, als christliches Symbol der Hoffnung interpretiert werden.
Und manchmal findet man unter den Grabmalen auch alte Bekannte wieder, wie die Plastik eines Jünglings mit umgedrehter Fackel und Kranz auf der Grabstätte des Arztes Dr. Goepel, die laut Autor 1925 von dem Münchener Bildhauer Prof. Karl Barth geschaffen wurde. Die gleiche Bronzefigur findet sich auf dem Ohlsdorfer Friedhof auf der Grabstätte Frahm (Planquadrat R26, 90-103) wieder und ist laut dem Buch "Friedhofskunst", das 1915 von der Rheinischen Bauberatungsstelle in Düsseldorf herausgegeben wurde, auch in Düsseldorf aufgestellt worden.
Leider ist nicht recht ersichtlich, aufgrund welcher Kriterien die Grabmale aufeinander folgen: Eine Chronologie ist nicht zu erkennen. Zeitlich reichen sie bis in die allerjüngste Vergangenheit, wobei der Autor mit der Beschreibung der Grabmalpyramide für das Ehepaar Rössing , das er selbst entworfen hat, sich sozusagen selbst ein Denkmal setzt
Auch in diesem Band stehen die Artikel über zwei Künstler, die beiden Bildhauer Prof. Werner Stein und Josef Magr, und eine Glocke, die frei aufgestellte Schilling-Glocke, etwas unvermittelt am Schluß.
Die verdienstvolle Reihe soll demnächst mit einem dritten Band fortgesetzt werden.
Alfred E. Otto Paul, Die Kunst im Stillen. Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen. No. 02. Leipzig 2010, 99 Seiten, zahlr. farbige Abbildungen. Die Broschüre hat leider keine ISBN-Nummer und kann nicht über den Buchhandel bezogen werden, sondern nur über die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig unter info@paul-benndorf-gesellschaft.de oder telefonisch unter 034297 –12305 zum Preis von ca. 9 Euro + Versandkosten.
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Buchcover (Foto Leisner, mit fr. Genehmigung von Alfred E. Otto Paul |
Eindrucksvoll ist auch das Grabmal für den Schiffsarzt des seinerzeit berühmten Kreuzers "Emden", das aus einem Findlingsensemble besteht, dessen Hauptstein mit einer bronzenen Palme und dem Porträtrelief des Verstorbenen besetzt war. Ein echter Schiffsanker vor dem Hauptstein erinnert an den "letzten Ankerplatz", kann aber auch, wie der Autor es sieht, als christliches Symbol der Hoffnung interpretiert werden.
Leider ist nicht recht ersichtlich, aufgrund welcher Kriterien die Grabmale aufeinander folgen: Eine Chronologie ist nicht zu erkennen. Zeitlich reichen sie bis in die allerjüngste Vergangenheit, wobei der Autor mit der Beschreibung der Grabmalpyramide für das Ehepaar Rössing , das er selbst entworfen hat, sich sozusagen selbst ein Denkmal setzt
Auch in diesem Band stehen die Artikel über zwei Künstler, die beiden Bildhauer Prof. Werner Stein und Josef Magr, und eine Glocke, die frei aufgestellte Schilling-Glocke, etwas unvermittelt am Schluß.
Die verdienstvolle Reihe soll demnächst mit einem dritten Band fortgesetzt werden.
Alfred E. Otto Paul, Die Kunst im Stillen. Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen. No. 02. Leipzig 2010, 99 Seiten, zahlr. farbige Abbildungen. Die Broschüre hat leider keine ISBN-Nummer und kann nicht über den Buchhandel bezogen werden, sondern nur über die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig unter info@paul-benndorf-gesellschaft.de oder telefonisch unter 034297 –12305 zum Preis von ca. 9 Euro + Versandkosten.
Montag, 24. Mai 2010
200 Jahre Melaten in Köln
Der Tod, Skulptur von August Schmiemann (Bildhauer)
auf dem Melaten-Friedhof in Köln.
(Foto: Factumquintus /Wikimedia commons
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Attribution-Share Alike
and 1.0 Generic license.
Datum: 16. Mai 2005)
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Der aktuelle Stand der Planungen lässt angeblich schon jetzt erkennen, dass ein sehr umfangreiches und vielfältiges Jubiläumsprogramm für die zweite Jahreshälfte 2010 entsteht.
Auf jeden Fall wird ab dem 29.Juni 2010 die Ausstellung "200 Jahre Melaten" in der Alten Trauerhalle des Friedhofs eröffnet, die dann vom 02. Juli bis zum 26. Dezember jeweils Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu besichtigen ist. Zahlreiche Führungen stehen ebenfalls unter dem Zeichen des Jubiläums.
Allerdings findet man noch kein umfassendes Programm mit allen Veranstaltungen im Internet, Doch verspricht der Freundeskreis des Melatenfriedhofs, es so bald wie möglich zu veröffentlichen.
Seminar für Friedhofsführer/innen in Kassel
Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. in Kassel bietet auch in diesem Jahr (genau am Sonnabend, 18. September 2010) wieder ein Tagesseminar für Friedhofsführer/innen im Museum für Sepulkralkultur in Kassel an.
Ein Friedhof ist weder ein Museum noch ist er mit anderen Sehenswürdigkeiten vergleichbar - in der Regel ist er ein in Gebrauch befindlicher Ort für den Totenkult. Dieser Seite des Friedhofs ist das Seminar gewidmet.Weitere Infos gibt es http://www.sepulkralmuseum.de/
Ein Friedhof ist weder ein Museum noch ist er mit anderen Sehenswürdigkeiten vergleichbar - in der Regel ist er ein in Gebrauch befindlicher Ort für den Totenkult. Dieser Seite des Friedhofs ist das Seminar gewidmet.Weitere Infos gibt es http://www.sepulkralmuseum.de/
culture-to-go - Führung per Audioguide in Berlin
Nein, es ist noch kein Audioguide für einen Friedhof, auf den ich beim Surfen über die Seiten der Fördervereine gestoßen bin. Aber ich finde es ist immerhin ein Anfang: In Berlin hat man für die Gegend rund um die Potsdamer Strasse einen solchen Audioguide entwickelt, mit dem Touristen und Interessierte einen Rundgang machen können und dabei auf Sehenswürdigkeiten, aber auch auf verborgene Oasen der Kiezkultur, aufBerühmtes und Kurioses hingewiesen werden. Und immerhin: Die erste Station ist der Alte St.-Matthäus-Kirchhof mit einem Interview mit Mitgliedern vom EFEU e.V.! Man kann diese Tour übrigens auch mit dem Handy abfragen. Den Flyer mit den nötigen Instruktionen und Tel.-Nr. findet man hier
Der Verein bietet natürlich auch in diesem Jahr wieder Führungen nach alter Art über den Alten St. Matthäus-Kirchhof an. Dabei gibt es zum Beispiel auch sogenannte Pflanzen-Erlebnisführungen, in denen man etwas vom Wesen der Pflanzen, Apsekten der Botanik und ihrer Heil- und Symbolkraft erfährt. Die Termine stehen hier.
Sonntag, 9. Mai 2010
Der Jakobskirchof zu Weimar
Buchcover (Abb. mit freundlicher Erlaubnis des RhinoVerlages) |
Jetzt zeichnet das neue Buch von von Hannelore Henze und Doris-Annette Schmidt die Geschichte dieses Friedhofes nach, der 1818 geschlossen wurde und verfiel, und erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder, wenn auch in geringerer Ausdehnung als ursprünglich, instandgesetzt und mit einer Mauer eingefasst wurde.
Nach dem knappen Abriss zur Historie der Friedhofs-anlage widmet sich der größte Teil des Buches den erhaltenen Grabmalen. Sie sind penibel mit ihren Inschriften und Maßen aufgenommen und werden jeweils in schwarz-weiß Fotos abgebildet. Zugleich lassen die Texte die Persönlichkeiten wieder lebendig werden, an welche diese Grabmale erinnern sollten, darunter zum Beispiel auch den berühmten Maler Lucas Cranach d. Ä. oder den Schriftsteller und Märchendichter Johann Carl August Musäus, dessen Grabmal das nebenstehende Foto zeigt.
Ein Lageplan des heutigen Friedhofes, sowie ein weiterer der Erbbegräbnisse in den Innenseiten des Buchumschlags, sowie ein Namensregister vervollständigen das Buch und machen es zu einem nützlichen Führer vor Ort.
Hannelore Henze/Doris-Annette Schmidt, Der Jakobskirchhof zu Weimar. RhinoVerlag, Ilmenau 2010, 191 S. zahlreiche Abb., 15,95 Euro (ISBN978-3-939399-07-0)
Sonntag, 11. April 2010
Gesteinskunde und Grabmäler
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Cover (Foto Leisner, mit fr. Genehmigung Verwaltung des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes in Dresden |
In dem kleinformatigen Heft, werden neben einem kurzen Abriß zur Friedhofsgeschichte insgesamt 35 historische Grabmale in Bild und Text dargestellt.
Dabei wird jedes Mal besonders auf die verwendeten Gesteinsarten eingegangen. Oft aber werden noch viel mehr Information hinzugefügt wie z.B. die Lebensläufe von bekannten Persönlichkeiten und Künstlern. Die Texte sind nicht nur durch Abbildungen der jeweiligen Grabmale, sondern auch durch Detailfotos und Entwurfszeichnungen aufgelockert.
Insgesamt ist so ein sehr informatives Heft entstanden, an dem sich die Verwendung heimischer und ausländischer Gesteinsarten in der Grabmalkultur der Gründerzeit hervorragend nachvollziehen lässt. Schön wäre allerdings am Schluss ein Fazit gewesen, das die Gründe für die Verfügbarkeit der verschiedenen Gesteine und ihre Verwendung auch außerhalb der Friedhöfe thematisiert hätte.
Das Heft (63 S.) ist zum Preis von 4,00 Euro (+3,00 Euro für den Versand) bei der Verwaltung des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes in Dresden zu bestellen. Postanschrift Johannisfriedhof, Wehlener Str. 13, 01279 Dresden Tel. 0352-2510121 bzw. auf der Internetseite: http://www.johannisfriedhof-dresden.de/ unter der Rubrik "Literaturbestellung".
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