Am Sonnabend, 6. Febr. 2010, wird von 11.20 bis 18 Uhr in der Universität Hamburg (Historisches Seminar/Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Allendeplatz 1) ein Workshop stattfinden, in dem die Themen Sterben, Tod und Trauer fächerübergreifend in den Fokus der Forschung gerückt werden. Die Initiatoren Prof. Dr. Norbert Fischer vom Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg und Dr. des. Anna Götz M.A. vom Historischen Seminar/Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ebendort wollen damit erstmals die vielschichtigen Forschungsansätze zu diesem Thema verknüpfen, um besonders jungen WissenschaftlerInnen die Möglichkeit zu bieten, neue Forschungsperspektiven in Kurzreferaten vorzustellen und diese in einer größeren Runde zu diskutieren. Dadurch können aktuelle Fragen und Ergebnisse interdisziplinär beleuchtet und Gemeinsamkeiten "transdisziplinär" zusammengeführt werden.
Langfristig gesehen soll die "Transmortale" jährlich stattfinden und über den Workshop hinaus eine Plattform für das Forschungsfeld Sterben, Tod undTrauer bieten.
Das Programm, in dem ebenso über bürgerliche Grabmalkultur um 1900 wie über Sozial- und Zwangsbestattungen referiert werden wird, kann auf der Internetseite von H-net (Humanities and social sciences net online) eingesehen werden. Dort stehen auch die Anmeldemöglichkeiten.
Freitag, 1. Januar 2010
Sonntag, 20. Dezember 2009
Patenschaftsgräber - jetzt auch auf dem Alten Friedhof in Gießen
Zwei Grabsteine von Joh.Baptist Scholl d.Ä. auf dem Alten Friedhof in Gießen (Foto Dagmar Klein)
Jetzt hat auch die Stadtverordnetenversammlung Gießen beschlossen, dass zum Erhalt der historischen Grabmäler auf dem Alten Friedhof künftig Patenschaften - und zwar inklusive dem Nutzungsrecht für Urnenbestattung - erlaubt sein sollen.
Zwar ist der Alte Friedhof Gießen entwidmet. Doch war er seit langem eine Grünanlage mit Ausnahmeregelung für Bestattungen in Grabstätten mit fortbestehendem Nutzungsrecht. Diese Klausel der Ausnahmeregelung, die auch denkmalpflegerische Aspekte einbezog, wurde 1992 gestrichen; Nutzungsrechte sollten nicht mehr verlängert werden. Noch ist nicht ganz sicher, ob die neue Regelung nur eine Rückkehr zum Status vor 1992 bedeutet oder ob sich daraus weitere Schutzmöglichkeiten für die historische Grabmalkultur ergeben werden, denn die Einzelheiten stehen noch aus.
Der Magistrat soll bis Mitte 2010 eine Vorlage dazu erarbeiten. Der Antrag war von der SPD-Fraktion gestellt worden, die damit eine seit langem vertretene Forderung des Freundeskreis Alter Friedhof Gießen (Arbeitsgruppe im Oberhessischen Geschichtsverein Gießen e.V., www.ohg-giessen.de ) aufgegriffen hat. Der Magistrat, bestehend aus VertreterInnen von vier Parteien, verspricht sich einen Beitrag zur Sicherung der Pflege des Kulturdenkmals Alter Friedhof. Die SPD hatte in ihrem Antrag das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement des Freundeskreises besonders gewürdigt.
Zwar ist der Alte Friedhof Gießen entwidmet. Doch war er seit langem eine Grünanlage mit Ausnahmeregelung für Bestattungen in Grabstätten mit fortbestehendem Nutzungsrecht. Diese Klausel der Ausnahmeregelung, die auch denkmalpflegerische Aspekte einbezog, wurde 1992 gestrichen; Nutzungsrechte sollten nicht mehr verlängert werden. Noch ist nicht ganz sicher, ob die neue Regelung nur eine Rückkehr zum Status vor 1992 bedeutet oder ob sich daraus weitere Schutzmöglichkeiten für die historische Grabmalkultur ergeben werden, denn die Einzelheiten stehen noch aus.
Der Magistrat soll bis Mitte 2010 eine Vorlage dazu erarbeiten. Der Antrag war von der SPD-Fraktion gestellt worden, die damit eine seit langem vertretene Forderung des Freundeskreis Alter Friedhof Gießen (Arbeitsgruppe im Oberhessischen Geschichtsverein Gießen e.V., www.ohg-giessen.de ) aufgegriffen hat. Der Magistrat, bestehend aus VertreterInnen von vier Parteien, verspricht sich einen Beitrag zur Sicherung der Pflege des Kulturdenkmals Alter Friedhof. Die SPD hatte in ihrem Antrag das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement des Freundeskreises besonders gewürdigt.
Montag, 14. Dezember 2009
Kunstschätze auf dem Leipziger Friedhöfen
Das ist der Untertitel der - hier schon am 2. November vorab angekündigten - neuen Publikation über die Grabmalkultur in Leipzig. Der erste Band dieser als Reihe geplanten Publikation ist grafisch ansprechend aufgemacht und enthält großformatige Fotos aller vorgestellten Grabmale, von denen manche sogar mit mehreren Detailsfotos dem Betrachter nahe gebracht werden. In diesem ersten Band geht es nur um Werke von dem Leipziger Südfriedhof, von dessen sepulkralem Reichtum die stimmungsvollen Bilder einen guten Eindruck vermitteln. Insgesamt sieht der Autor eine Anzahl von ungefähr 1000 Grabmalen auf den Friedhöfen der Stadt als erhaltenswert an und plant ihre Publikation.
Zu den Abbildungen gesellen sich ausführliche Texte, die über den Zeitpunkt der Grabmalaufstellung, die Besteller und die ausführenden Künstlern informieren. In sie ist manch eine Anekdote eingewoben, so dass - auch für "Nicht-Leipziger" - die Vergangenheit der Stadt lebendig wird. Natürlich geht es bei den Familien, deren aufwändige Grabmalskulpturen und -aufbauten vorgestellt werden, immer um die sogenannten Oberen Zehntausend, denn nur sie konnten sich solche repräsentativen Grabmale leisten. So nimmt es nicht Wunder, das in diesem Band über solche Persönlichkeiten berichtet wird, wie den Maßstabfabrikanten Hermann Leistner - Vater des Künstlers Albrecht Leistner - oder den Kaufmann Richard Konze, der sich um die Unversehrtheit seines kostbaren neubarocken Grabaufbaus sorgte; den Buchhändler Julius Klinkhard, der mit einem vollplastischen Bronzeporträt vertreten ist; Albert Böhme, den Generaldirektor einer Schokoladenfabrik, oder Alma Freifrau von Stolzenberg, um nur einige wenige Namen und unter ihnen auch die einzige Frau zu nennen, die in diesem Band mit einem eigenen Grabmal Erwähnung gefunden hat.
Die ausgewählten Grabmale stammen dabei nicht nur aus der Blütezeit der Sepukralplastik um 1900, sondern reichen zeitlich bis in die 30er Jahre hinein. Zum Schluß werden, nach einer ausführlichen Selbstdarstellung des Autors noch die beiden Bildhauer Prof. Adolf Lehnert und Albrecht Leistner, die besonders viele Grabmale gestaltet haben, mit einem jeweils eigenem Beitrag gewürdigt. Ein letzter Artikel gilt der interessanten Geschichte der Friedhofsglocken: Die ursprünglichen vier Bronzeglocken mussten nämlich 1942 als Metallspende abgegeben werden; 1952 bekam der Friedhof zwei neue Stahlglocken, die aber 1961 aus politischen Gründen entfernt wurden. Im Jahr 1992 fand der Autor auf dem Friedhofsgelände eine Bronzeglocke auf, die inschriftlich 1702 zu datieren ist. Sie ist inzwischen dank seiner Initiative zur neuen Friedhofsglocke geworden.
Insgesamt hat der Autor mit dieser Broschüre den verdienstvollen, ersten Abschnitt eines ausführlichen Grabmalkatalogs der Leipziger Friedhofskultur vorgelegt. Sein Buch ergänzt den umfassenderen Führer über diesen Begräbnisplatz, den Katrin Löffler, Iris Schöpa und Heidrun Sprinz im Jahr 2000 veröffentlicht haben. Denn als Friedhofsführer ist die neue Publikation nicht zu verstehen, informiert sie doch weder über die Lage der einzelnen Grabmale noch verrät sie über die Friedhofsanlage mehr als das Datum der Einweihung. Für diese Informationen muss man auf die ältere Publikation zurückgreifen. Bei den geplanten Folgebänden der Reihe wäre eine Einführung in die jeweilige Friedhofsgeschichte und ein Lageplan zur Abrundung sicher wünschenswert.
Alfred E. Otto Paul, Die Kunst im Stillen. Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen. No. 1. Leipzig 2009, 95 Seiten, zahlr. farbige Abbildungen. Die Broschüre hat leider keine ISBN-Nummer bekommen undkann zur Zeit nicht über den Buchhandel bezogen werden, sondern nur über die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig unter info@paul-benndorf-gesellschaft.de oder telefonisch unter 034297 –12305 zum Preis von ca. 9 Euro + Versandkosten.
Zu den Abbildungen gesellen sich ausführliche Texte, die über den Zeitpunkt der Grabmalaufstellung, die Besteller und die ausführenden Künstlern informieren. In sie ist manch eine Anekdote eingewoben, so dass - auch für "Nicht-Leipziger" - die Vergangenheit der Stadt lebendig wird. Natürlich geht es bei den Familien, deren aufwändige Grabmalskulpturen und -aufbauten vorgestellt werden, immer um die sogenannten Oberen Zehntausend, denn nur sie konnten sich solche repräsentativen Grabmale leisten. So nimmt es nicht Wunder, das in diesem Band über solche Persönlichkeiten berichtet wird, wie den Maßstabfabrikanten Hermann Leistner - Vater des Künstlers Albrecht Leistner - oder den Kaufmann Richard Konze, der sich um die Unversehrtheit seines kostbaren neubarocken Grabaufbaus sorgte; den Buchhändler Julius Klinkhard, der mit einem vollplastischen Bronzeporträt vertreten ist; Albert Böhme, den Generaldirektor einer Schokoladenfabrik, oder Alma Freifrau von Stolzenberg, um nur einige wenige Namen und unter ihnen auch die einzige Frau zu nennen, die in diesem Band mit einem eigenen Grabmal Erwähnung gefunden hat.
Die ausgewählten Grabmale stammen dabei nicht nur aus der Blütezeit der Sepukralplastik um 1900, sondern reichen zeitlich bis in die 30er Jahre hinein. Zum Schluß werden, nach einer ausführlichen Selbstdarstellung des Autors noch die beiden Bildhauer Prof. Adolf Lehnert und Albrecht Leistner, die besonders viele Grabmale gestaltet haben, mit einem jeweils eigenem Beitrag gewürdigt. Ein letzter Artikel gilt der interessanten Geschichte der Friedhofsglocken: Die ursprünglichen vier Bronzeglocken mussten nämlich 1942 als Metallspende abgegeben werden; 1952 bekam der Friedhof zwei neue Stahlglocken, die aber 1961 aus politischen Gründen entfernt wurden. Im Jahr 1992 fand der Autor auf dem Friedhofsgelände eine Bronzeglocke auf, die inschriftlich 1702 zu datieren ist. Sie ist inzwischen dank seiner Initiative zur neuen Friedhofsglocke geworden.
Insgesamt hat der Autor mit dieser Broschüre den verdienstvollen, ersten Abschnitt eines ausführlichen Grabmalkatalogs der Leipziger Friedhofskultur vorgelegt. Sein Buch ergänzt den umfassenderen Führer über diesen Begräbnisplatz, den Katrin Löffler, Iris Schöpa und Heidrun Sprinz im Jahr 2000 veröffentlicht haben. Denn als Friedhofsführer ist die neue Publikation nicht zu verstehen, informiert sie doch weder über die Lage der einzelnen Grabmale noch verrät sie über die Friedhofsanlage mehr als das Datum der Einweihung. Für diese Informationen muss man auf die ältere Publikation zurückgreifen. Bei den geplanten Folgebänden der Reihe wäre eine Einführung in die jeweilige Friedhofsgeschichte und ein Lageplan zur Abrundung sicher wünschenswert.
Alfred E. Otto Paul, Die Kunst im Stillen. Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen. No. 1. Leipzig 2009, 95 Seiten, zahlr. farbige Abbildungen. Die Broschüre hat leider keine ISBN-Nummer bekommen undkann zur Zeit nicht über den Buchhandel bezogen werden, sondern nur über die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig unter info@paul-benndorf-gesellschaft.de oder telefonisch unter 034297 –12305 zum Preis von ca. 9 Euro + Versandkosten.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Greifswalder Friedhofskalender für 2010
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| Titelseite Fotokalender (Foto Anja Kretschmer) |
Der gesamte Erlös soll diesmal in die Sanierung einer der ältesten Grabgruften Vorpommerns, die Gruft der Familie Haselberg, fließen. Sie ist immer noch das besondere Sorgenkind des Vereins, der braucht dringend finanzielle Eigenmittel benötigt, damit auch die Stadt und das Land Mecklenburg-Vorpommern diese äußerst wichtige Sanierung unterstützen. Auch überregionale Hilfe ist hier sehr willkommen!
Der Kalender ist über die email-Adresse: kretschmeranja@hotmail.com zu bestellen und koste 10,- Euro zzgl. Versand.
Sonntag, 6. Dezember 2009
Johan Thorn Prikker - Ein Mausoleum auf dem Düssseldorfer Nordfriedhof
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| Buchcover (Foto Leisner, mit fr. Genehmigung Grupello Verlag Düsseldorf) |
Sein zweigeschossiger Innenraum wurde von dem niederländischen Künstler Johann Thorm Prikker mit Malereien, Glasfenstern und Mosaiken ausgestaltet, durch die der Innenraum zu einem ungewöhnlichen Gesamtkunstwerk geworden ist.
Ihm sind die meisten der exzellenten Fotos von Walter Klein gewidmet, die den größten Teil des Buches ausmachen. Der Text von Melanie Florin gibt dazu kompetent und in gebotener Kürze einen Überblick über den Künslter und Lehrer an verschiedenen Kunsthochschulen Thorn Prikker und sein Gesamtwerk, über das Bauwerk und seine Ausstattung sowie über seine ehemaligen und seine heutigen Besitzer.
Das gebunde Buch mit seiner ansprechenden äußeren Aufmachung - auf der Vorderseite des Einbands ist die Front des Mausoleums, auf der Rückseite ein Mosaikausschnitt abgebildet - und seiner aufwendigen Gestaltung publiziert dieses besondere sepulkrale Gesamtkunstwerk in einer wunderbar angemessenen Form.
Info zum Buch: Johann Thorn Prikker. Ein Mausoleum auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof. Mit Fotos von Walter Klein und einem Text von Melanie Florin. Grupello Verlag Düsseldorf. ISBN 978-3-89978-082-6
Freitag, 4. Dezember 2009
Verfall und Restaurierung - das ehemalige Mausoleum Schröder (heute Kretschmer)
| Mausoeleum Kretschmer, nachdem die Bäume gefällt wurden (Foto Leisner) |
In diesem Jahr aber ist die Ruhezeit abgelaufen und das Mausoleum - es gilt als der größte Bau seiner Art in Nordeuropa - fiel in das Eigentum der Verwaltung zurück. Die Hoffnung, dass jemand für diesen großen und maroden Bau die Patenschaft übernehmen würde, war äußerst gering.
| Mausoleum Kretschmer (Foto Peter Wachsmann) |
| Mausoleum Kretschmer (Foto Peter Wachsmann) |
| Mausoleum Kretschmer (Foto Peter Wachsmann) |
Zu erfahren war, dass in den nächsten Monaten (und Jahren?) als erstes die Wände mit einer besonderen Methode trocken gelegt werden sollen. Das heißt, dass es sicher noch einige Zeit dauern wird, bis das renovierte "Mausoleum Kretschmer" seiner Bestimmung als Ort für kulturelle Veranstaltungen in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten wird.
Freitag, 20. November 2009
Dresden - Restaurierung abgeschlossen
Die Initiative Innerer Neustädter Friedhof in Dresden hat ihr erstes großes Restaurierungsprojekt abgeschlossen und weist darauf auf ihrer Internetseite hin, die man hier aufrufen kann. Es handelt sich um das Epitaph des Kaiserlich-Russischen Staatsrats und Ritters Wassili von Armstrong, dessen großes Segelschiff jetzt wieder farbig erstrahlt.
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