Freitag, 26. April 2013

Geocaching auf dem Friedhof - die Idee aus Osnabrück macht Schule

Im wahrsten Sinne des Wortes macht die Idee, das neue Gesellschaftsspiel Geocaching mit dem Friedhof zu verbinden, in diesem Sommer Schule.

Die igs (internationale Gartenschau) in Hamburg 2013 wird von einem umfangreichen Programm für Schulklassen begleitet und dort findet man auch das Angebot des Bundes Deutscher Friedhofsgärtner eine solche "moderne Schnitzeljagd" mit Klassen der Jahrgänge 6-9 durchzuführen.

In der aktuellen Pressemeldung des Verbandes heißt es dazu: „Im Rahmen des „Bunten Klassenzimmers“ auf der igs bietet der BdF zudem in Zusammenarbeit mit Erlebnis-Pädagoginnen und in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur (VFFK) zwei unterschiedliche Projekte für Kinder und Schulklassen an: „Jedes Tier braucht ein Grab – wir beerdigen Insekten im Erinnerungsgarten“ und „Geocaching auf dem Friedhof“. Die beiden Projekte haben zum Ziel, den Kindern den Umgang mit dem Tod spielerisch näher zu bringen. Auch sollen der Umgang mit und die Bedeutung von Erinnerungssymbolen erlernt werden.“

In eigener Sache - mein Ratgeber "Abschied nehmen - Rat und Hilfe in den Tagen der Trauer"

Normalerweise berichte ich hier über historische Friedhöfe und die Aktivitäten zu ihrer Erhaltung.

Mit diesem Post allerding möchte ich auf meine eigene Arbeit hinweisen. Ich habe im letzten Jahr meinen Ratgeber zum Thema "Abschied nehmen", der 1998 im Herderverlag erschienen und lange vergriffen war, überarbeitet und aktualisiert. Vor wenigen Tagen habe ich das Manuskript als E-Book bei Amazon.de veröffentlicht, so dass man es kaufen und herunterladen kann.

Mein Pressetext dazu lautet: "Die Autorin Dr. Barbara Leisner forscht seit Jahren zur Kultur der Friedhöfe und der Trauer und hat eine Reihe von Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht. Das neue E-Book ist die erweiterte Version ihres gleichnamigen Titels, der 1998 im Herder Verlag erschienen ist.

Was geschieht, wenn ein Mensch gestorben ist? Wer ist für den Toten zuständig? Wie verändert sich der Leichnam? Welche Bestattungsarten gibt es? Wie kann man eine Trauerfeier individuell gestalten? Wie sehen unsere Begräbnisplätze aus? Welche Grabarten gibt es, und was muss man beachten, wenn man ein Grabmal aufstellen will? Wer erbt und wie kümmert man sich um den Nachlass? Was passiert mit meinen Daten im Internet?

Wenn ein Mensch stirbt, sind viele Fragen zu beantworten. Dieser Ratgeber erklärt verständlich und kompetent, was nach dem Tod geschieht und was zu bedenken ist. Er ist nicht nur für trauernde Angehörige gedacht, sondern auch für Menschen, die sich mit dem Abschluss ihres eigenen Lebens auseinandersetzen wollen."

Natürlich gibt es in dem Buch auch einen längeren Exkurs Bestattungs- und Friedhofsgeschichte, insofern passt seine Erwähnung doch auch zum Thema dieses Blogs.

Dienstag, 2. April 2013

,,Diesseits - Jenseits - Gedenkkulturen der Weltreligionen auf dem Ohlsdorfer Friedhof"

Der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof lädt zur Eröffnung seiner Freilicht-Ausstellung "Diesseits - Jenseits, Gedenkkulturen der Weltreligionen auf dem Ohlsdorfer Friedhof" am  14. April 2013 ein.

Zwei große internationale Ausstellungen finden in diesem Jahr in Hamburg auf der Elbinsel Wilhelmsburg statt. An diesem Wochenende wird die IBA 2013, die internationale Bauaustellung, eröffnet. Am 26. April folgt die igs 2013, die Internationale Gartenschau Hamburg.

Grabstätte der Familie Pohl auf dem Ohlsdorfer Friedhof
mit buddhistischer Gestaltung (Foto: Förderkreis Ohlsdorfer
Friedhof e.V.)
Auf der Internationalen Gartenschau, die den Untertitel "In 80 Gärten um die Welt" hat, wird unter anderem auch die "Welt der Religionen" zu sehen sein; ein gemeinsamer Garten aus fünf Teilgärten, die von Vertretern des Buddhismus, Christentums, Hinduismus, Islam und Judentums gestaltet werden. Sie haben einen Brunnen zum Zentrum, der die Bedeutung des Wassers für alle Religionen als Quell des Lebens symbolisiert. Ganz in der Nähe werden während der Ausstellungszeit über hundert Friedhofsgärtner und Steinmetze ihre Arbeiten präsentieren.

Passend dazu wird auf dem Ohlsdorfer Friedhof die neue Freilicht-Ausstellung zu sehen sein, die sich mit dem Titel direkt auf die "Welt der Religionen" in Wilhelmsburg beziehen wird. Gemeinsam projektiert vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. und der Hamburger Friedhöfe -AöR- wird dieses Garten-Projekt noch vor der igs ameröffnet. Ziel des Projekts ist es, die Besucher in die Rituale und Jenseitsvorstellungen der Weltreligionen einzuführen. Die Veranstalter schreiben dazu:

Muslimische Gräber auf dem Ohlsdorfer Friedhof
(Foto: Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V.)
"Der Umgang mit Tod und Trauer ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal innerhalb der fünf
Weltreligionen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, lslam und Judentum. Doch worin besteher
Gemeinsamkeiten, wo liegen die Unterschiede? Vertreter der Religionsgemeinschaften beantworteten dazu folgende Fragen zu den Bestattungsriten ihrer Religion:
- Gibt es eine Farbe der Trauer in lhrer Religion?
- Welche Vorstellungen hat das Jenseits in lhrer Religion?
- Was stellt der Tod in lhrer Religion dar?
- Welche Abschiedsrituale der Hinterbliebenen sind die wichtigsten?
Die Antworten werden auf Texttafeln vorgestellt. Sie sind eingebettet in den gärtnerisch einheitlich
Hauptstein der Grabstätte der Chinesen
in Hamburg (Foto: Förderkreis
Ohlsdorfer Friedhof e.V.)
gestalteten Platz und mit Symbolfahnen der Weltreligionen markiert. ,,Diesseits-Jenseits" bietet Einblicke in die unterschiedlichen Bestattungskulturen und ein emotionales Erlebnis durch den sakralen Ausstellungsort zwischen dem neuen Bestattungsforum und dem Mahnmal für die Verfolgten des Naziregimes 1933-45."

Dazu gibt der Förderkreis eine Broschüre mit dem Titel "Ohlsdorf - ein konfessionsoffener Friedhof" heraus und zeigt im Friedhofsmuseum eine Fotoausstellung, die ebenfalls bis Oktober 2013, also bis zum Ende der igs 2013, zu sehen sein wird.

Bei der Eröffnung am am Sonntag, den 14. April, um 15:00 Uhr in der Talstraße des Ohlsdorfer Friedhofs am Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf ( bei schlechtem Wetter in der Fritz-Schumacher-Halle des Bestattungsforums) wird  der  Religionswissenschaftler Prof. Dr. Wolfram Weiße von der Universität Hamburg, Akademie der Weltreligionen, in das Thema einführen und es werden Vertreter der fünf Religionen dazu erwartet.

Montag, 18. März 2013

Neues Restaurierungsprojekt auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden

Im Mai 2013 beginnt auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden ein Projekt mit dem schwer konservierbare und stark umweltgeschädigte Sandsteindenkmale mit dem sogenannten VKF-Verfahren gefestigt und die Risiken dieses Verfahrens geomechanisch simuliert werden sollen. Das Projekt hat eine Laufzeit von eineinhalb Jahren und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Das VKF-Verfahren (Vakuum-Kreislauf-Festigungsverfahren nach Patent Vujasin) bedeutet, dass das zu behandelnde Objekt luftdicht in lösungsmittelresistente Folien eingeschweißt wird. Dann  wird die Luft mit einer Vakuumpumpe aus dem Foliensack gepumpt und das geeignete Festigungsmittel zugeführt. Theoretisch verteilt es sich sofort gleichmäßig und tiefreichend im Stein.

Wenn das Verfahren bei den Grabmalen erfolgreich ist, erwarten die Dresdener eine 'Musterlösung' für umweltgeschädigte Kleindenkmale aus Cottaer Sandstein. Das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit der Firma Atelier Pummer. Dabei soll das Verfahren erstmals an einem barocken Grabmal aus Cottaer Sandstein  angewandt und seine Wirkung detailliert naturwissenschaftlich überprüft werden. Tatsächlich ist dieses Verfahren offenbar nicht umunstritten und bedarf der Prüfung, denn frühere Kunstharztränkungen haben bei Plastiken auch schon mehr Schaden als Nutzen gestiftet.




Samstag, 16. März 2013

Taphophil

Seit Neuestem weiß ich, wie man Friedhofsfreunde wissenschaftlich benennt! Sie liebe Leser sind wahrscheinlich und ich bin es ganz sicher, nämlich "taphophil".

Taphos heißt auf Griechisch einfach Grab oder auch Grabstein. Im englischen Wikipedia heißt es dazu, dass man unter "Taphophilen"  Grabstein-Touristen oder auch Friedhofs-Enthusiasten oder "Grabjäger" versteht; und damit Personen, die eine Passion für und Freude an Friedhöfen haben. Das schliesst Epitaphe, Abreibungen von metallenen Grabplatten auf Papier, Fotografie, Kunst und die Geschichte von (berühmten) Toten mit ein. Bekannt wurde der Begriff durch den Autor und Biographen Scott Stanton, der ihn für sein 2003 erschienenes Buch und seine ehemalige Website über das Leben und die Grabstätten berühmter Musiker benutzte. Auch wenn es diese Website nicht mehr gibt, so widmet sich doch die Seite "Taphophilia" historischen Grabstätten in aller Welt.

Ich habe diesen Ausdruck aus einem anderen Buch gelernt, nämlich aus dem Titel "Schöner als der Tod" von Boris Akunin, das der Autor schon vor einigen Jahren veröffentlicht hat und das ich zufällig auf dem Grabbeltisch einer Buchhandlung fand. In mehreren Episoden beschreibt Akunin so berühmte Friedhöfe wie den Londoner Highgate Cemetery oder den Greenwood Cemetery in Brooklyn. Aber er schildert nicht nur seine Besuche berühmter Gräber, sondern lässt auch sein alter Ego zu Worte kommen, den Schriftsteller Grigori Tschchartischwili. Unter diesem Namen ist Akunin als Krimiautor bekannt und als solcher unterbricht er seine literarischen Friedhofsbesuche mit Geschichten von Gespenstern, Vampiren und Mördern. Eine wirklich fesselnde Lektüre und sozusagen wie gemacht für Taphophile!



Mittwoch, 20. Februar 2013

Neue Bestattungskultur – Tod, Trauer und Friedhof im Wandel

Zum ersten Mal in diesem Blog kündige ich ein neues Buch an, das vor wenigen Tagen nicht in gedruckter Form, sondern als e-Book erschienen ist.

Passend zum Thema - nämlich dem Wandel von Tod, Trauer und Friedhofs durch das Aufkommen einer neuen Bestattungskultur - probiert Prof. Dr. Norbert Fischer, der ja durch zahlreiche Veröffentlichungen zur Friedhofskultur bekannt ist, diesen neuen Weg zum Leser aus. Einen Blick in das Buch kann man hier werfen und kaufen kann man es dann gleich auch, da man damit auf der Website des "größten Buchhändlers der Welt" gelandet ist.

In dem 156 KB starken Bändchen - sagt man so etwas noch zum e-Book? - sind vier Aufsätze versammelt, die aus unterschiedlichen Perspektiven die neueren Entwicklungen in der Bestattungs-, Trauer- und Erinnerungskultur zusammenfassen und zugleich versuchen diese historisch zu verorten.

Norbert Fischer, Neue Bestattungskultur – Tod, Trauer und Friedhof im Wandel. Cover-Design: Sonja Jüde M.A. www.editing-escort.de e-book: Kindle Direct Publishing (KDP) 2013

Mittwoch, 23. Januar 2013

Bilder von der Ausstellung "Tula Nekropolis" in Ohlsdorf

Hier kommen jetzt auch noch einige  Bilder von der Ausstellung, die ich mir gestern ansehen konnte.
Ausstellungseinleitung (Foto Leisner)
 
Sarkophagartige Grabmale (Foto Leisner)

Sarkophagartiges Grabmal (Foto Leisner)

Vitrinen mit Fotos vom Friedhof (Foto Leisner)

Verschiedene Grabmale (Foto Leisner)

Grabrelief (Foto Leisner)