Sonntag, 4. Mai 2014

Bronzeklau

Der inzwischen gestohlene Löwe auf dem
Grab der Familie Hagenbeck, 2012
(Foto Marianne Didiér)
Es ist traurig, aber man muss wirklich alle Friedhofsfreunde und besonders die Fotografen unter ihnen warnen: 

Veröffentlicht keine Fotos von bronzenen Grabmalplastiken und schreibt auf keine Fall das Wort "Bronze" dazu! 

Bronzediebe gehen gezielt auf Friedhöfe um diese Plastiken zu stehlen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen. 

Spektakulärstes Beispiel war im letzten Winter der bronzene Löwe auf der Grabstätte der Familie Hagenbeck auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Aber nicht nur er wurde rabiat an den Tatzen - ihre Reste sind noch vorhanden - abgeflext und vom Grab entfernt. 

Noch weitere große Bronzeplastiken wurden in dieser Zeit in Ohlsdorf gestohlen: die beiden Statuen des Bildhauers Auguste Moreau (1834-1917) "Venus in der Muschel" und "Am Brunnen vor dem Tore". Sie standen auf einem Grab, das nah am Friedhofseingang liegt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter mit einem größeren Fahrzeug vorgefahren seien müssen, um die schweren Kunstwerke vom Friedhof abzutransportieren. Zur Zeit überwacht die Polizei den Ohlsdorfer Friedhof verstärkt, u.a. auch mit ihrer Reiterstaffel. Auf den Pferden können die Polizisten nämlich besonders gut über das hohe Gebüsch im Gelände hinüberschauen. 

Natürlich sollte jeder Diebstahl auf Friedhöfen sofort der örtlichen Polizei gemeldet werden. Weitere - teilweise schon früher gestohlene - Bronzen dieses Friedhofs sind in dem Blog "Gottesacker" abgebildet.

In Ohlsdorf soll übrigens jetzt ein knopfgroßes Gerät an den Bronzestatuen angebracht werden, das jede Bewegung sofort per Funk an die zuständige Polizeistation meldet, so dass die Diebe noch vor dem Verlassen des Friedhofs gefasst werden können. 


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