Dienstag, 3. März 2009

Grabkultur in Deutschland


Der Reimer Verlag kündigt für das Frühjahr einen neuen Sammelband über die Geschichte der Grabmalkultur an, das von der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal herausgegeben wird. Auch ich habe dafür Beiträge geschrieben. Wenn es erschienen ist. Werde ich an dieser Stelle mehr darüber berichten.

Sonntag, 22. Februar 2009

Grabmalmuseen


Die neue Ausgabe von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" befasst sich mit einem speziellen Aspekt der Denkmalpflege auf historischen Friedhöfen: den Freilichtmuseen, in denen historische Grabmale gesammelt aufgestellt werden.

Prinzipiell ist dazu anzumerken, dass es stehts vorzuziehen ist, wenn die kulturell oder künstlerisch bedeutsame Grabmale am Ort ihrer Aufstellung, also über dem wirklichen Grab der erinnerten Persönlichkeit erhalten bleiben können. Die Sammelaufstellung zerstört diesen wichtigen historischen Zusammenhang und erstellt anstatt dessen eine neue künstliche Verbindung der Grabmale.

Trotzdem ist es natürlich manchmal nur durch eine solche Musealisierung überhaupt möglich Grabmale zu erhalten und dann ist diese Aufstellung immer noch besser, als wenn die steinernen Zeugnisse der Geschichte zerschlagen werden und im Straßenbau landen.

Überrascht hat bei dem Thema die große Zahl von Orten in Hamburg - sowohl in Museen, Parkanlagen und auf Restgrün am Straßenrand als auch auf Friedhöfen, die noch in Nutzung sind -, an denen musealisierte Grabmale zu finden sind. Hamburg ist dabei sicher nur ein Beispiel, so dass wahrscheinlich auch anderswo Grabmalmuseen vorhanden sind, von denen kaum jemand etwas weiß.

Auch wenn es schöner ist, die Druckausgabe der Ohlsdorfzeitschrift in den Händen zu halten, so sind die Beiträge doch wie immer auch im Internet zu lesen unter: http://www.fof-ohlsdorf.de/zeitschriftindex.php

Freitag, 20. Februar 2009

Freunde der Friedhöfe in Leipzig


Am 1. April 2008 wurde die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V. gegründet, die inzwischen schon hundert Mitglieder hat. Der junge Verein hat das Ziel historische Friedhofsanlagen mit ihren Grabmälern zu fördern, wobei der Erhalt des Leipziger Südfriedhofes als Flächendenkmal im Mittelpunkt steht. Inzwischen hat der Verein im ehemaligen Pförtnergebäude am Osteingang des Südfriedhofes sogar eigene Räume bekommen. Dort sind künftig auch Ausstellungen geplant. Zur Zeit kann man schon die unten abgebildete Spendenpostkarte dort erwerben. Eine weitere Postkarte mit dem Eintrittsformular in den Verein zeigt die historische Ansicht des Feierhallenkomplexes vom Südfriedhof.

Vor kurzem hat sich dem Verein auch eine schon vorher bestehende Arbeitsgruppe Trauerkultur angeschlossen, so dass man sich nicht nur um Erhaltung und Pflege der Leipziger Friedhöfe mit ihren Grabmalen kümmert, sondern auch individuelle Beratungsgespräche über Bestattung, Grabstättenerwerb und -gestaltung, sowie Trauerbewältigung anbieten kann.

Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe Medien gegründet, um die stadtgeschichtlich und kunsthistorisch bedeutsamen Grabmäler und Kunstwerke auf den Leipziger Friedhöfen zu dokumentieren, zu hervorragenden Persönlichkeiten der Leipziger Stadtgeschichte Publikationen zu erarbeiten und neue Forschungsergebnisse zur Geschichte des Leipziger Begräbniswesens zu veröffentlichen. Zugleich werden die eigenen Restaurierungsprojekte dokumentiert und Materialien für das Internet , Vorträge und Friedhofsführungen aufgearbeitet.

Am 8. März 2009 plant der Verein eine Vortragsveranstaltung zu Ehren seines Namensgebers Paul Benndorf, dessen 150. Geburtstag auf den 9. März fällt. Paul Benndorf war Lehrer und arbeitete auf den Gebieten der Volkskunde, Heimatkunde und Urgeschichte wissenschaftlich. Er unternahm zahlreiche Reisen und arbeitete die Leipziger Stadtgeschichte auf. 1922 veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse in dem Buch „Der Alte Johannisfriedhof in Leipzig“, das noch heute als Standardwerk gilt. Da der 150. Geburtstag des ersten Direktors des Südfriedhofes auf den 10.März fällt, soll dieser gleichzeitig mit Benndorf gewürdigt werden.







Freitag, 23. Januar 2009

Denkmalschutzpreis für Arolser Friedhofsfreunde

Wie in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Friedhofskultur zu lesen ist, erhielten die "Freunde des Arolser Alten Friedhofs" im letzten Monat den Denkmalschutzpreis des Landkreises Waldeck-Frankenberg. der zum ersten Mal verliehen und auf drei unterschiedliche Förderkreise aufgeteilt wurde. Die 1500 Euro, die die Friedhofsfreunde von dem Preisgeld von insgesamt 5000 Euro zuerkannt wurden, können die Arolser sicher gut brauchen. Sie kümmern sich unter dem Vorsitz von Elisabeth Hüttig darum, für die gefährdeten historischen Grabmale Paten zu finden. Der Friedhof war schon aufgelassen und zum Park umgestaltet worden, doch wurde er aufgrund der Aktivitäten des Fördervereins wieder für Urnenbeisetzungen geöffnet und im Mai 2004 wieder in Betrieb genommen.

Mehr über den Alten Friedhof in Bad Arolsen lässt sich in der Zeitschrift Friedhofskultur April/2004 nachlesen.

Montag, 12. Januar 2009

Sensenmann und Engelsflügel


Buchcover (Foto veröffentlicht mit fr.
Genehmigung Mitteldeutscher Verlag)

"Sensenmann und Engelsflügel. Die Grabmalkunst des Merseburger Stadtfriedhofs St. Maximi" lautet der Titel eines neuen Buches von Maria Nühlen, das im Mitteldeutschen Verlag in Halle (Saale) erschienen ist. Der Autorin, die als Professorin an der Fachhochschule Merseburg lehrt, kommt das Verdienst zu diesen historischen Friedhof und seine ungewöhnlichen und seltenen Grabmale, die zum Teil aus dem Barock stammen, erstmals wieder in das Licht der Öffentlichkeit zu stellen.

Schade ist allerdings, dass es sich um einen kleinen Band handelt, in dem die Fotos in relativ geringer Größe wiedergegeben sind, selbst wenn eine Reihe von Detailaufnahmen ein wenig entschädigen. Schön wäre es auch gewesen, wenn wirklich alle Grabmäler im Bild vorgestellt worden wären. Die Texte zu den einzelnen Grabmalen bestehen häufig aus Zitaten aus älteren Abhandlungen. Dabei stellt die Autorin auch einmal zwei gegensätzliche Beschreibungen unkommentiert nebeneinander. So bei dem eindruckvollen Grabdenkmal Herzog, dessen Plastik der eine Autor „als auffahrenden Christus“ und der andere als Allegorie des Freimaurerordens ausmacht (S. 74f.). Auch die Zuweisung der großen Frucht, die der Jüngling auf dem Grabmal Maudrich trägt – es ist auch auf dem Buchtitel zu sehen – als Mohnkapsel übernimmt die Autorin unbesehen, obwohl weder die Frucht noch ihre Blätter dem Mohn ähneln.
Detail vom Grabmal Herzog (Foto Maria Nühlen)

Granatapfel. Ausschnitt aus dem Emblem-
buch von Daniel de la Feuille, Devises et
emblemes (1691), Beschriftung: Ein offener
Granatapfel - Ich trage meinen Reichtum
mit mir.
Wie die beiden Bilder zeigen handelt es sich um einen Granatapfel, der in der antiken Mythologie mit dem Hades verbunden wurde und auch als Symbol bei den Freimaurern zu finden ist. So merkt man an manchen Stellen, dass die Autorin sich anscheinend noch nicht allzu lange mit der Grabmal- und Kunstgeschichte befasst hat.
Trotz solcher kleinen Mängel ist das Buch von Maria Nühlen sehr verdienstvoll, trägt es doch nicht nur zur Kenntnis der großartigen Grabmale des St. Maximi-Friedhofes in Merseburg und ihrer Bildhauer bei, sondern erzählt auch von der Friedhofseinweihung, gibt eine Trauerpredigt von 1664 sowie die Schilderung eines Begräbnisses aus dem 18. Jahrhundert wieder.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Die Haselbergkapelle in Greifswald soll restauriert werden!

Haselöbergkapelle in desolatem Zustand (Fot Anja Kretschmer) 
Der Förderverein Alter Friedhof Greifswald e.V. kümmert sich mit Vorrang um die sieben Grufthäuser des Begräbnisplatzes, die zwischen 1819 und 1890 den Familien als Entschädigung für die seit 1808 verbotenen Bestattungen in den Kirchen angeboten wurden. Diese Kapellen sind die letzten, doe von den ursprünglich doppelt sovielen Bauten dieser Art auf dem Friedhof erhalten geblieben sind. Doch sind sie, wie das Bild der Haselbergkapelle zeigt, zum Teil so baufällig, dass bald zusammenfallen werden, wenn sie nicht restauriert werden.

Diese älteste Kapelle steht jetzt im Focus des Förderkreises. Für sie werden Spenden erbeten. Dazu hat ein Mitglied des Förderkreises einen Kalender für 2009 hergestellt, dessen Erlös in die Sanierung fließen soll.

Kalender 2009 (Foto Anja Kretschmer)

Erhältlich ist dieser Kalender direkt beim Förderverein (Adresse: Herr Schapat, Am Neuen Friedhof 11, 17489 Greifswald, Tel.: 03834 - 50 26 27 oder e-mail: kretschmeranja(bei)hotmail.com)

Einen kurzen Überblick über den Alten Greifswalder Friedhof findet man unter http://www.greifswald.de/modules.php?op=modload&name=seiten&file=index&pagename=umwelt-biotop-alter-friedhof

Mittwoch, 10. Dezember 2008

"Großer Geister Stunde" – Theaterszenen auf dem Münchener Südfriedhof

München feierte in diesem Jahr den 850sten Jahrestag seiner Stadtgründung. Auf der berühmte Südfriedhof war in die Jubiläumsfeiern einbezogen. Am 6. und 7. Juni gab es die Stunde der großen Geister zu erleben. Auf neun Bühnen stellten Schauspieler des Gärtnerplatztheaters Szenen aus dem Leben von 35 berühmten Bürgern der Stadt dar, deren Grabstätten in der Nähe liegen. Hier konnten die Besucher erfahren, wer die Herren Reichenbach, Baader, Fraunhofer, Gärtner, Klenze oder Gabelsberger waren, deren Namen sie auch von den Straßenschildern kennen und deren Wirken oft weit über Stadt- und Landesgrenzen hinausreichte. Den Abschluss bildete zur Geisterstunde - eine halbe Stunde vor Mitternacht - ein Orchesterkonzert mit Werken von Lachner, von Winter und Stuntz, deren Werke Musiker desselben Theaters zum Klingen brachten.

Bereits nachmittags konnten sich die Besucher beim mittelalterlichen Lagerleben vor den Friedhofsmauern auf das Ereignis einstimmen und für die Kinder wurde ein besonderer Kindernachmittag durchgeführt.

Durchgeführt wurde diese aufwendige Veranstaltung vom Bezirksausschuss (2), dem Referats für Gesundheit und Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz und dem Kulturreferat der Stadt München, wobei sie von verschiedenen Münchener Firmen als Sponsoren unterstützt wurden

Wer sich dazu einige Bilder anschauen will, sei auf die Seite der Stadt verwiesen.
http://www.muenchen.de/Rathaus/rgu/friedhof_bestattung/fotogalerie/276695/index.html
Wer sich ausführlich über den Südfriedhof informieren will, sollte zu der folgenden äußerst informativen und umfassenden Website gehen: http://www.myounich.de