Montag, 19. Mai 2014
Cemetery Resource Protection Training (CRPT) Conference
Auch anderswo auf der Welt interessieren sich Menschen für historische Friedhöfe und wollen sie erhalten. Mir fiel dieser Hinweis auf die erste Konferenz/Workshop zur Erhaltung von Friedhofskultur in Florida auf. Am 3. und 4. Juni 2014 werden in Gainesville Experten für historische Friedhöfe und andere Leute, die sich mit Friedhofserhaltung befassen, Vorträge halten und Workshops leiten. Die Tagung wird vom "Florida Public Archaeology Network" veranstaltet in Kooperation mit der Stadt Gainesville und der "Historic Evergreen Cemetery Association". Wer sich für die Tagung näher interessiert findet das Programm hier.
Mittwoch, 14. Mai 2014
Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht
Das ist der Titel einer Ausstellung im Sepulkralmuseum in Kassel, die am 4. Mai zuende gegangen ist. Ich habe sie gerade noch sehen können und komme erst jetzt dazu darüber zu schreiben. Eigentlich ist es auch keine Ausstellung nur zum Sehen, sondern eher eine zum Hören. Sie ist das Ergebnis eines langfristigen Projektes von Friedhofsgängen mit Schriftstellern. Zu sehen ist jeweils das Bild eines Autors oder einer Autorin auf dem Friedhof, den er oder sie sich ausgewählt hat. Dazu bekam man einen Audioguide und konnte die Interviews auf den - zum größten Teil historischen - Friedhöfen hören, die der Initiator und Journalist Tobias Wenzel jeweils geführt hat.
So hat zum Beispiel Cees Notteboom das Grab der deutschen Rekordfliegerin Marga Wolf von Etzdorf auf dem Invalidenfriedhof in Berlin gesucht oder der argentinische Autor Felix Bruzzone hat auf der Miltärbasis Campo de Mayo bei Buenos Aires von dem Grab seiner Eltern erzählt, das nicht existiert, weil sie von der Junta ermordet wurden. Es sind viele verschiedene Leben und ganz unterschiedliche Gedanken zum Tod und zum Friedhof, mit denen man in dieser Ausstellung konfrontiert wird. Die Begräbnisplätze sind dabei sozusagen die Ideenträger, die dazu anregen sich mit dem eigenen Leben und dem Tod auseinander zu setzen.
Aber die Ausstellung ist doch schon zu Ende, warum also berichte ich so spät noch darüber? Erstens, weil das Sepulkralmuseum in Kassel immer einen Besuch wert ist - am 23. Mai wird dort übrigens die neue Ausstellung "Totentänze aus dem Ersten Weltkrieg" eröffnet und darauf folgen weitere, die sich in der einen oder anderen Weise mit dem Weltkrieg auseinandersetzen. Das Programm ist hier einzusehen.
Zweitens aber auch, weil man die Audios weiterhin im Internet hören kann, da sie im Deutschlandradio Kultur veröffentlicht worden sind. Außerdem wird die Ausstellung vom 27.09.2014 - 02.11.2014 in der Rostocker Kunsthalle zu sehen sein und zu dem Projekt gibt es ein Buch:
Tobias Wenzel: Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht. Friedhofsgänge mit Schriftstellern
Mit einem Vorwort von Jussi Adler-Olsen, München: Knesebeck Verlag. 224 Seiten. 29,95 Euro
So hat zum Beispiel Cees Notteboom das Grab der deutschen Rekordfliegerin Marga Wolf von Etzdorf auf dem Invalidenfriedhof in Berlin gesucht oder der argentinische Autor Felix Bruzzone hat auf der Miltärbasis Campo de Mayo bei Buenos Aires von dem Grab seiner Eltern erzählt, das nicht existiert, weil sie von der Junta ermordet wurden. Es sind viele verschiedene Leben und ganz unterschiedliche Gedanken zum Tod und zum Friedhof, mit denen man in dieser Ausstellung konfrontiert wird. Die Begräbnisplätze sind dabei sozusagen die Ideenträger, die dazu anregen sich mit dem eigenen Leben und dem Tod auseinander zu setzen.
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| Buchcover "Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht" (Abbildung mit freundlicher Erlaubnis des Knesebeck Verlages vom 14.5.2014) |
Aber die Ausstellung ist doch schon zu Ende, warum also berichte ich so spät noch darüber? Erstens, weil das Sepulkralmuseum in Kassel immer einen Besuch wert ist - am 23. Mai wird dort übrigens die neue Ausstellung "Totentänze aus dem Ersten Weltkrieg" eröffnet und darauf folgen weitere, die sich in der einen oder anderen Weise mit dem Weltkrieg auseinandersetzen. Das Programm ist hier einzusehen.
Zweitens aber auch, weil man die Audios weiterhin im Internet hören kann, da sie im Deutschlandradio Kultur veröffentlicht worden sind. Außerdem wird die Ausstellung vom 27.09.2014 - 02.11.2014 in der Rostocker Kunsthalle zu sehen sein und zu dem Projekt gibt es ein Buch:
Tobias Wenzel: Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht. Friedhofsgänge mit Schriftstellern
Mit einem Vorwort von Jussi Adler-Olsen, München: Knesebeck Verlag. 224 Seiten. 29,95 Euro
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Montag, 12. Mai 2014
"Alle hernach" 450 Jahre Friedhof Münchberg
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| "Alle hernach" 450 Jahre Friedhof Münchberg, 2006 |
Insgesamt neun Autoren werden im Titel genannt. Ihre Beiträge spannen sich von einem einleitenden Teil zur kirchlichen Grabkultur und zur Friedhofsgeschichte, zu den Gebäuden - besonders zu nennen ist die 1745 errichtete Gottesackerkirche "Zur Himmelspforte", die älteste Kirche der Stadt - und den Besonderheiten des Friedhofs.
Zu diesen zählen auf jeden Fall die historischen Grabsteine aus dem 17. Jahhrundert, die nach dem 1. Weltkrieg bei Bauarbeiten entdeckt wurden. Erhalten geblieben sind sie, weil sie einen Bach abdeckten! Aber auch die beiden Grufthäuschen der Familien Schneider und Kirchhof, die den im 19. und 20. Jahr mehrfach drohenden Abriss einigermaßen heil überstanden haben, sind es wert dargestellt zu werden. Ein ausführlicher Gang über den Gottesacker schließt diesen Teil ab.
Ein dritter Teil ist dem Brauchtum um Sterben und Begräbnis gewidmet. Berichte von Heimatforschern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geben ein anschauliches Bild über Bräuche und Gewohnheiten. Im Anhang sind außerdem ein Auszug aus einer Leichenpredigt des 17. Jahrhunderts, sowie die "Leichenhaus- und Begräbnißordnung " von 1868 abgedruckt.
Donnerstag, 8. Mai 2014
"Letzte Heimat" - Theater für und auf dem Friedhof
Das "Junge Theater Augsburg" und das "bfz" (Berufliches Fortbildungszentrum, ebendort) führen zusammen ein ungewöhnliches Theaterprojekt mit dem Titel „Letzte Heimat“ durch. Die Frage nach der buchstäblich "letzten" Heimat aller Menschen, die in Deutschland leben, steht im Mittelpunkt des Stücks, das durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird.
Denn es wird darin danach gefragt, ob man in der eigenen Stadt so bestattet werden kann, wie man es sich wünscht, egal welcher Glaubensgemeinschaft man angehört. Dazu treten sogenannte "Experten des Alltags" auf, deren Biografien die Grundlage für den Text und die Gestaltung des Stücks bilden. Aufgeführt wird das Stück als "Stationentheater" auf einem Augsburger Friedhof und es endet mit einem "Leichenschmaus". Auf diese leibliche Stärkung weist auch das schöne Foto der Kekse in Totenkopfform von der Website des Theatersücks hin, die ich hier mit freundlicher Genehmigumg der Fotografin veröffentliche (danke!).
Die 26 Mitspieler haben Wurzeln in 12 Ländern und es spielen Angehörige ganz unterschiedlicher Religionen mit (Islam, Buddhismus, Katholizismus, Protestantismus, russische Orthodoxie, Judentum und Nichtgläubige) und - generationenübergreifend - ist der jüngste Darsteller 9 und die älteste 83 Jahre alt.
Ort: Friedhof Göggingen, Von-Cobres-Straße 19, 86199 Augsburg, Zeit: 19:00 Uhr,
Termine:
Denn es wird darin danach gefragt, ob man in der eigenen Stadt so bestattet werden kann, wie man es sich wünscht, egal welcher Glaubensgemeinschaft man angehört. Dazu treten sogenannte "Experten des Alltags" auf, deren Biografien die Grundlage für den Text und die Gestaltung des Stücks bilden. Aufgeführt wird das Stück als "Stationentheater" auf einem Augsburger Friedhof und es endet mit einem "Leichenschmaus". Auf diese leibliche Stärkung weist auch das schöne Foto der Kekse in Totenkopfform von der Website des Theatersücks hin, die ich hier mit freundlicher Genehmigumg der Fotografin veröffentliche (danke!).
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| Totenkopfkekse (Letzte Heimat, Foto: Sonja Gastl, bfz Augsburg) |
Die 26 Mitspieler haben Wurzeln in 12 Ländern und es spielen Angehörige ganz unterschiedlicher Religionen mit (Islam, Buddhismus, Katholizismus, Protestantismus, russische Orthodoxie, Judentum und Nichtgläubige) und - generationenübergreifend - ist der jüngste Darsteller 9 und die älteste 83 Jahre alt.
Ort: Friedhof Göggingen, Von-Cobres-Straße 19, 86199 Augsburg, Zeit: 19:00 Uhr,
Termine:
Im Juli 2014: 19., 20., 25., 26. (im Grandhotel Cosmopolis), 27., 31.
Im August 2014: 2., 3., 7., 8. (Augsburger Friedensfest).
Im Jahr 2015 soll das Projekt in anderen deutschen Städten nachgespielt werden. Kontakt: bfz Augsburg und Junges Theater Augsburg, Susanne Reng, 0821 4442995, reng@letzteheimat.net, www.letzteheimat.net
Im Jahr 2015 soll das Projekt in anderen deutschen Städten nachgespielt werden. Kontakt: bfz Augsburg und Junges Theater Augsburg, Susanne Reng, 0821 4442995, reng@letzteheimat.net, www.letzteheimat.net
Sonntag, 4. Mai 2014
Bronzeklau
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| Der inzwischen gestohlene Löwe auf dem Grab der Familie Hagenbeck, 2012 (Foto Marianne Didiér) |
Es ist traurig, aber man muss wirklich alle Friedhofsfreunde und besonders die Fotografen unter ihnen warnen:
Veröffentlicht keine Fotos von bronzenen Grabmalplastiken und schreibt auf keine Fall das Wort "Bronze" dazu!
Bronzediebe gehen gezielt auf Friedhöfe um diese Plastiken zu stehlen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen.
Spektakulärstes Beispiel war im letzten Winter der bronzene Löwe auf der Grabstätte der Familie Hagenbeck auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Aber nicht nur er wurde rabiat an den Tatzen - ihre Reste sind noch vorhanden - abgeflext und vom Grab entfernt.
Noch weitere große Bronzeplastiken wurden in dieser Zeit in Ohlsdorf gestohlen: die beiden Statuen des Bildhauers Auguste Moreau (1834-1917) "Venus in der Muschel" und "Am Brunnen vor dem Tore". Sie standen auf einem Grab, das nah am Friedhofseingang liegt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter mit einem größeren Fahrzeug vorgefahren seien müssen, um die schweren Kunstwerke vom Friedhof abzutransportieren. Zur Zeit überwacht die Polizei den Ohlsdorfer Friedhof verstärkt, u.a. auch mit ihrer Reiterstaffel. Auf den Pferden können die Polizisten nämlich besonders gut über das hohe Gebüsch im Gelände hinüberschauen.
Natürlich sollte jeder Diebstahl auf Friedhöfen sofort der örtlichen Polizei gemeldet werden. Weitere - teilweise schon früher gestohlene - Bronzen dieses Friedhofs sind in dem Blog "Gottesacker" abgebildet.
In Ohlsdorf soll übrigens jetzt ein knopfgroßes Gerät an den Bronzestatuen angebracht werden, das jede Bewegung sofort per Funk an die zuständige Polizeistation meldet, so dass die Diebe noch vor dem Verlassen des Friedhofs gefasst werden können.
Freitag, 2. Mai 2014
Osternacht im Mausoleum - Nachlese
In meinem Post vom 14. April habe ich auf diese Veranstaltung auf dem Ohlsdorfer Friedhof hingewiesen. Von Julia Wachsman erhielt ich diese kurze Rückschau:
Die liturgische Performance zur Auferstehung Jesu, die im Mausoleum Kretschmer erstmalig stattfand, dauerte von 0 Uhr bis Sonnenaufgang an. InitiatorInnen dieser außergewöhnlichen Inszenierung waren die Prädikantin Petra Roedenbeck-Wachsmann und der Hochschulpastor Bernd Vogel. Neben biblischen und lyrischen Lesungen, Sologesang- und Tanzeinlagen wurden Videoanimationen – „Christusimpulse im Raum“ – auf Grabplatten projiziert. Die Teilnehmenden durchschritten in alten und neuen Texten, Bildern und Liedvortrag Jesu Weg vom Himmel ins Totenreich bis hin zur Auferstehung. Die bis zum Sonnenaufgang Ausharrenden wurden mit dem wunderbaren Frühgesang der zahllosen Vögel des Friedhofes belohnt, die den österlichen Morgensegen vorweg zu nehmen schienen.
Davon noch etwas mehr lesen kann man demächst auch in der Nr. 125 von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur". Dort wird unter Aktuellesvon einer weiteren Veranstaltung im Mausoleum zu lesen und Bilder werden zu sehen sein.
Die liturgische Performance zur Auferstehung Jesu, die im Mausoleum Kretschmer erstmalig stattfand, dauerte von 0 Uhr bis Sonnenaufgang an. InitiatorInnen dieser außergewöhnlichen Inszenierung waren die Prädikantin Petra Roedenbeck-Wachsmann und der Hochschulpastor Bernd Vogel. Neben biblischen und lyrischen Lesungen, Sologesang- und Tanzeinlagen wurden Videoanimationen – „Christusimpulse im Raum“ – auf Grabplatten projiziert. Die Teilnehmenden durchschritten in alten und neuen Texten, Bildern und Liedvortrag Jesu Weg vom Himmel ins Totenreich bis hin zur Auferstehung. Die bis zum Sonnenaufgang Ausharrenden wurden mit dem wunderbaren Frühgesang der zahllosen Vögel des Friedhofes belohnt, die den österlichen Morgensegen vorweg zu nehmen schienen.
Davon noch etwas mehr lesen kann man demächst auch in der Nr. 125 von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur". Dort wird unter Aktuellesvon einer weiteren Veranstaltung im Mausoleum zu lesen und Bilder werden zu sehen sein.
Die "Digitale Invasion" des Assistens Kirkegaard in Kopenhagen
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| Digital Invasions vom Assistens Kirkegaard auf Storyfy |
Die Tweets von der "ersten" digitalen Invasion eines Friedhofs von der Journalistin Marlene Hofmann kann man hier nachlesen.
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