Donnerstag, 14. April 2016

Friedhöfe in Deutschland - Kulturerbe entdecken und gestalten

Tagungsband des BHU
Zur Tagung des BHU und der AFD zum Thema historische Friedhöfe im letzten Jahr habe ich ja schon einen sehr ausführlichen Tagungsbericht veröffentlicht. Deswegen werde ich den aus den Vorträgen zusammengestellten Tagungsband des BHU hier nur insofern besprechen, als er ein paar zusätzliche Artikel enthält.

Zum einen ist der Vortrag von Michael Studemund-Halévy "Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte. Der Portugiesenfriedhof an der Königsstraße als Welterbe-Kandidat der UNESCO", der in Kassel ausfiehl, in das Buch aufgenommen worden. Er geht besonders auf die prunkvolle Grabdekoration und die reichhaltigen geschichtlichen Hintergründe der sefardischen Grabmalkultur auf den jüdischen Friedhöfen in Hamburg-Altona ein.

Zum anderen gibt es einen Beitrag von Mascha Schacht, die das Interesse des Vereins zur Förderung der deutschen Friedhoskultur e.V. (vffk.de) an historischen Friedhöfen erläutert, sowie einen Schlußbeitrag von Martin Bredenbeck zum Thema "Kulturdenkmal des Jahres 2015 - Historische Friedhöfe", der sozusagen für den BHU in eigener Sache zusammenfassend den historischen Friedhof als ein besonderes Kulturlandschaftselement und Kulturdenkmal in Bildern sprechen lässt.

Und natürlich gibt es die üblichen Vorworte, die zu einem solchen Buch dazugehören, ebenso wie ausführlicheren Informationen über die Autoren. Alle Beiträge sind reich bebildert, so dass dieser Tagungsband für alle, die nicht dabei waren, eine umfassende Informationsmöglichkeit bildet.

Alle Veröffentlichungen des BHU kann man beim BHU kostenfrei bestellen. Eine Spende wird erbeten, um die weitere Arbeit des BHU zu unterstützen.  

Montag, 11. April 2016

Friedhof am Meer - Buchvorstellung in Keitum und Hamburg

Titelseite von Friedhof am Meer
Ich habe selten die Möglichkeit schon auf die Vorstellung eines neuen Friedhofsbuches hinzuweisen, deswegen ergreife ich sie hier:

Am
Dienstag, 19. April um 18.00 Uhr
im Keitumer Pastorat das Buch

und am
Donnerstag, 26. Mai 2016, 19.30 Uhr
Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie
Edmund-Siemers-Allee 1 20146 Hamburg
Flügelbau West (ESA W ) Raum 220

wird das Buch:

 „Friedhof am Meer – Der St-Severin-Kirchhof in Keitum und der Tod auf Sylt“

von den Herausgebern Norbert Fischer und Claudia Schmidt vorgestellt. Es ist das Ergebnis eines fast dreijährigen Forschungsprojektes des Instituts für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Fischer und in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Kirchengemeinde St. Severin zum Keitumer Friedhof und dem Tod auf Sylt.

Alle Interessierten sind zur Buchvorstellung herzlich eingeladen. Demnächst werde ich es auch hier im Blog noch näher vorstellen:

Norbert Fischer, Julia Helbig, Stefanie Pfaff, Sina Sauer, Claudia Schmidt (Hg.), Friedhof am Meer. Der St.-Severin-Kirchhof in Keitum und der Tod auf Sylt. Husum Verlag, 192 Seiten, 19,95 Euro

Mittwoch, 6. April 2016

Thana-Tourismus: Reisen zu den Toten - Das Programm liegt vor

Grabstätte von Bertold Brecht und Helene Weigl-Brecht auf
dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin (Foto Leisner)
Ich habe hier im Blog schon die Tagung "Thana-Tourismus: Reisen zu den Toten" in der Schwabenakademie Irsee vom 3. bis 5. Juni 2016 angekündigt. Inzwischen steht das Tagungsprogramm fest und auch ich selbst werde dort mit einem Vortrag vertreten sein:

Programm

Freitag, 3. Juni 2016

17.00 Uhr
Dr. Markwart Herzog
Begrüßung

Dr. Jörg Skriebeleit
Einführung: Dark tourism, dissonant heritage tourism, Thana Tourismus – Traditionslinien und Gegenwartsphänomene


Sektion 1: Kriegs-, Schützengraben und Schlachtfeldtourismus

17.30 Uhr
Michael Kuhmann, Berlin
Reisen an das Ende. Von Landschaften, Fotografien und Todesstätten

18.15 Uhr
Dr. Stefanie Samida, Universität Heidelberg
Orte des Schreckens. Kulturhistorische Betrachtungen zum Schlachtfeldtourismus

19.00 Uhr Abendessen


Samstag, 4. Juni 2016

9.00 Uhr
Prof. Dr. Wiebke Kolbe, Universität Lund, Schweden
Trauertourismus. Kriegsgräberreisen seit dem Zweiten Weltkrieg

9.45 Uhr
Julie Kim Morestin, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Ein Vergleich von deutsch-, französisch- und englischsprachigen Reiseführern zu den ehemaligen Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in der Somme (Frankreich)

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr
Dr. Oliver Landolt, Staatsarchiv Schwyz, Schweiz
Schlachtfeldtourismus in der Schweiz vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart

11.45 Uhr
Janina Fuge M.A., Deutsche Angestellten-Akademie, Uelzen
Touristenmagnet und Todesort: Die Erinnerungsorte von Pearl Harbor (USA) und Hiroshima (Japan) im Vergleich

12.30 Uhr Mittagessen

13.30 Uhr
Dr. Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee
Klosterführung mit Besuch der „Euthanasie“-Gedenkstätten


Sektion 2: KZ-Tourismus: Medialisierung – Pädagogisierung

14.30 Uhr
Dr. Katarzyna Woniak, Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Vom authentischen Ort zum authentischen Foto. Teilnehmende Beobachtung in Gedenkstätten an NS-Verbrechen

15.15 Uhr Kaffeepause

15.45 Uhr
Philipp C. Kohl, Berlin
#yolocaust. Zur Debatte über „Holocaust-Selfies“


Sektion 3: Folterstätten – Atombunker

16.30 Uhr
Dr. Sabine Stach, Deutsches Historisches Institut Warschau, Polen
Unterwelten. Atomschutzbunker als Touristenattraktionen

17.15 Uhr
Sylvia Kesper-Biermann, Justus-Liebig-Universität Gießen
Sehen, Fühlen, Lernen. Foltertourismus im 19. Jahrhundert

18.30 Uhr Abendessen und gemütliches Beisammensein im Stiftskeller


Sonntag, 5. Juni 2016

Sektion 4: Stadttourismus – Prominentengräber

9.00 Uhr
Dr. Barbara Leisner, Lutzhorn
Die Route der Europäischen Friedhofskultur. Friedhöfe als touristische Attraktionen

9.45 Uhr
Dr. Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee
Prominentengräber und Friedhofsführungen im Marketing von Fußballclubs

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr
Mag. Oskar Terš, Wien
„… denn die Michaelergruft ist authentisch“. Leichentourismus im „morbiden Wien“

11.45 Uhr
Schlussdiskussion

12.15 Uhr Mittagessen/Tagungsende/Abreise

Information und Anmeldung
Schwabenakademie Irsee, Klosterring 4, 87600 Irsee
Tel.: 08341 906 661
Fax: 08341 906 669
E-Mail: buero@schwabenakademie.de

Ohlsdorf - Projekt 2050

Titelseite Nr. 132
Frühjahrsausgabe der Ohlsdorfzeitschrift
Ich bin mit dem Posten etwas in Verzug gekommen, weil ich im letzten Monat verreist war. Aber jetzt soll es wieder wie gewohnt weiter gehen.

Als erstes hier der Hinweis auf die Frühjahrsausgabe unserer Ohlsdorfzeitschrift, die sich in ihrem Schwerpunktthema mit dem Projekt "Ohlsdorf 2050" befasst, dass ja auch hier und hier im Blog schon Thema war. Es geht uns vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. dabei natürlich besonders um die Frage des Denkmalschutzes auf dem Friedhof! Die Beiträge kann man online nachlesen.

Das Projekt selbst ist im Augenblick in eine wichtige Phase gekommen. Es geht jetzt um die vorgeschriebene Bürgerbeteiligung. Alles, was man darüber wissen muss, steht auf der Website der Stadt Hamburg, auf der man noch "bis zum 25. Mai 2016 Ideen, Fragen und Vorschläge äußern und so die Zukunft des Parkfriedhofs mitgestalten kann". 

Außerdem wird es dazu von seiten der Stadt Hamburg verschiedene Veranstaltungen geben, zu der die interessierten Bürger eingeladen sind. Eine Anmeldung ist dabei nicht erforderlich. Folgende Veranstaltungen sind vorgesehen:

Impulsabend
  • Freitag, den 29.04.2016 von 17:30 bis 21:00 Uhr.
  • Ort: Friedhof Ohlsdorf. Bestattungsforum. Fritz-Schumacher-Halle 
  • Thema: Informationen und Dialog zur Ohlsdorf 2050 
Erste Entwurfswerkstatt
  • Samstag, den 30.4.2016 von 9.30 bis 13.15 Uhr.  
  • Ort: Friedhof Ohlsdorf. Bestattungsforum. Cordes-Halle 
  • Thema: Neue Nutzungskonzepte für den Parkfriedhof Ohlsdorf 
Friedhofsführungen zum Thema Ohlsdorf 2050
  • Im April: 10.4., 12.4., 17.4., 19.4. und 26.4.2016 - jeweils von 15.00 bis 16.30 Uhr
  • 24.4.2016 von 10.00 bis 11.30 Uhr 
  • Thema: Friedhofsentwicklung Ohlsdorf 2050 
  • Treffpunkt: Friedhofsseite des Ohlsdorfer Verwaltungsgebäudes  
Tag der Städtebauförderung
  • Samstag, den 21.5.2016 von 11.00 bis 17.00 Uhr.  
  • Ort: Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf 
  • Themen: Ausstellungseröffnung, Erkundungstouren (1 1/2 Stunden) und Vorträge zu Ohlsdorf 2050
Zweite Entwurfswerkstatt
  • Mittwoch, 15. bis Freitag, 17.6.2016 
  • Ort: Friedhof Ohlsdorf, Bestattungsforum.  
  • Thema: Entwicklung von umsetzbaren Bürgerprojekten für den Parkfriedhof Ohlsdorf
 
Auf der Internetseite www.hamburg.de/ohlsdorf2050 finden man weitere Informationen zum Projekt Ohlsdorf 2050. Dort kann man auch Beiträge verfassen und an einer Umfrage teilnehmen.




Dienstag, 23. Februar 2016

Fünf Jahre "Salon der Erinnerung" auf dem Alten St. Matthäusfriedhof

Von dem Veranstalter Gerhard Moses Heß erreichte mich dieser Artikel, den ich hier gern ungekürzt veröffentliche:
Gerhard Heß auf dem Alten St. Matthäusfriedhof
(Foto aus dem Besitz von G. Heiß)
"Einzigartig in Berlin ist der „Salon der Erinnerung“, eine monatliche Veranstaltungsreihe, die seit 5 Jahren in den Vereinsräumen des Fördervereins EFEU auf dem Alten Matthäus-Friedhof in Schöneberg stattfindet. Es geht um konkrete Erinnerungsarbeit vor Ort: Mit dem Salon solldas Andenken von Menschen belebt werden, die auf diesem Friedhof begraben sind – mögen sie nun als historische Persönlichkeiten berühmt sein oder weitgehend vergessen oder nur einem engen Kreis erinnernswert erscheinen. Auf dem Alten Matthäus-Friedhof, der in diesem Jahr 160 Jahre alt wird, sind seit 1856 viele Wissenschaftler, Künstler, Staatsbeamte, Unternehmer und Militärs sowie Vorkämpfer demokratischer Bewegungen, der Frauen-, Schwulen- und Lesben-Bewegung begraben.

    Bislang gab es Salons für: Carl Bolle, Norbert Boesche, Georg Büchmann, Minna Cauer, Adolph Diesterweg, Adolf-Henning Frucht, Lole Gessler, Helga Goetze, Ernst v. Harnack, Familie Herpich, David Kalisch, Margot Kippenberger, Werner Kilz, Wilhelm Loewe, Karl Wilhelm Mayer, Andreas und Hans Meyer-Hanno, Jaime-Tadeo Mikan, Libuse Monikova, Otto Morgenstern und seine Schwestern, Maina-Miriam Munsky, Hilde Radusch, Cornelie Richter, Rio Reiser, Gertrude Sandmann, Cord Schauenburg, Peter Sorge, Stephan Stolze, Bethel Henry Strousberg, Rudolf Virchow. 

Anlass für einen Salon der Erinnerung ist in der Regel, dass sich ein Geburtstag oder Todestag jährt. Den Anstoß gibt oft der Wunsch von Angehörigen oder Freunden, oft auch das Interesse, mehr zu erfahren über historische Persönlichkeiten, die zu Unrecht vergessen sind oder deren Bedeutung umstritten ist. Manche sind auch völlig vergessen, ihre Gräber aufgelöst, manche (Adolph Diesterweg, David Kalisch) haben aufgrund von völlig unverständlichen Beschlüssen des Abgeordnetenhauses ihren Ehrengrab-Status verloren , manche sind unversehens in den Focus öffentlicher Aufmerksamkeit geraten wie z.B. May Ayim durch die Umbenennung des Gröbenufers 2010.

Als Gäste laden wir Angehörige, KollegInnen und enge Freunde ein, die aus eigenem Erleben über den Verstorbenen berichten können, aber auch Fachleute, die sich mit Leben und Werk des Verstorbenen beschäftigt haben. Wenn Angehörige, KollegInnen oder Freunde teilnehmen, so können diese auch den Ablauf der Veranstaltung selbständig gestalten. Der Raum wird entsprechend dekoriert, und zur Gestaltung können Musik, Fotos, Video, Tondokumente und auch persönliche Erinnerungsstücke eingesetzt werden. Das wichtigste aber ist das Gespräch zwischen den Teilnehmern im Anschluss an Vortrag oder Lesung. Am Beginn oder auch am Ende des Salons gehen die Teilnehmer gemeinsam zum Grab und legen Blumen nieder.

Die Teilnehmerzahlen der Salons liegen zwischen 5 und 25 Personen, sie sind in den fünf Jahren kontinuierlich gestiegen, bleiben aber begrenzt aufgrund der intimen Räumlichkeiten.

Oft sind mit den Salons umfangreiche historische Recherchen verbunden oder werden durch sie erst angestoßen, d.h., es gelingt, Menschen oder Institutionen zu weiteren Forschungen anzuregen. Drei Beispiele:

• Otto Morgenstern, der in Theresienstadt ermordete Gymnasialprofessor, für den es auf unserem Friedhof einen Gedenkstein gibt, wird in Steglitz zwar durch eine kleine Straße geehrt. Unsere Salons aber haben eine junge Geschichtsstudentin und einen Laienhistoriker motiviert, in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Steglitz Morgensterns höchst vielseitige kulturpolitische Aktivitäten weiter zu erforschen. Nachforschungen im Literaturarchiv Marburg aber sind bisher an den Kosten gescheitert.

• Das Pelzhaus Herpich, in den 20er Jahren in Berlin ein Begriff (mit einem von Erich Mendelsohn erbauten modernen Kaufhaus an der Leipziger Straße), wurde begründet durch einen jüdischen Kürschner in der Königsstraße um 1800. Ausgehend von dem Mausoleum von Paul und Luise Herpich auf unserem Friedhof haben wir in unserem "Salon der Erinnerung" viele Fakten u.a. über die Beteiligung der Herpich-Kinder an der Widerstandsgruppe des 20.Juli zusammen-getragen - es ist uns aber noch nicht gelungen, jemanden zu motivieren, die noch immer weitgehend unbekannte Geschichte der Herpichs zu erforschen!!

• Wilhelm Loewe, Präsident des in Stuttgart auseinanderkartätschten Rumpfparlaments von 1848, nach acht Jahren des Exils amnestiert und schließlich Alterspräsident des Deutschen Reichstags, hat immer noch ein Ehrengrab auf unserem Friedhof, aber er wird so wenig in Ehren gehalten, dass zu seinem 200. Geburtstag weder Kränze niedergelegt noch Würdigungen geschrieben wurden. Wir aber haben mit einem Salon der Erinnerung versucht, ihn als Wegbereiter eines demokratischen Deutschlands in Erinnerung zu rufen - bis heute gibt es nicht einmal eine Biografie über ihn!

Es gibt noch viel zu entdecken auf dem Alten Matthäus-Friedhof. Für 2016 sind noch folgende Salons geplant:

Sonntag,  6.März, 12 Uhr
Jubiläum: 50. Salon der Erinnerung: Führung und Lesung: 
Theodor Kugler und der Dustere Keller
In einer düsteren Kaschemme unter dem Kreuzberg träumten im Vormärz junge Dichter von Freiheit und Demokratie
So 17. April 12 Uhr:
51. Salon der Erinnerung: Führung und Lesung: 
Die Militärdynastie der Kusserows

So 8. Mai 12 Uhr:
52. Salon der Erinnerung: Führung und Lesung:
Zum 120. Todestag von Heinrich von Treitschke: 
Ein Ehrengrab für einen unbelehrbaren Antisemiten
Treitschke, der preußische Hofhistoriograf, hat mit seinem Diktum "Die Juden sind unser Unglück" den Antisemitismus salonfähig gemacht und den Nazis die Stichworte geliefert - und hat trotzdem noch immer ein Ehrengrab des Landes Berlin!                  


So 12. Juni 12 Uhr:
53. Salon der Erinnerung: 
Werner Kilz zum 85. Geburtstag:
Flucht durch die Kanalisation und erster Mauer-Roman

So 10. Juli 12 Uhr:
54. Salon der Erinnerung:
Pelzhaus Herpich -
Vom jüdischen Kürschner zum Widerstand des 20. Juli

So 14. August, 12 Uhr  
55. Salon der Erinnerung:
Zum 20. Todestag von May Ayim - 
eine afrodeutsche Dichterin und Aktivistin

So 18. September, 12 Uhr   
56. Salon der Erinnerung:
Karl Otto von Raumer:
Ein Ehrengrab für den Begründer der Untertanenschule  

So 2. Oktober 12 Uhr  
57. Salon der Erinnerung:
Zum 165.Geburtstag von Hedwig Dohm -
die spitze Feder der Frauenbewegung

So 13.November 12 Uhr  
58.Salon der Erinnerung:
Zum 5. Todestag von Hartmut Häußermann -
Ein Stadtforscher als Vorkämpfer gegen die Gentrifizierung
.
              
So 4. Dezember, 12 Uhr  
59.Salon  der Erinnerung:
Zum 65.Todestag von Ernst Kamieth:
Ein Eisenbahner als Opfer des Kalten Krieges



Donnerstag, 18. Februar 2016

Die Sieger stehen fest! - Aeternitas-Medienpreis „Friedhof heute“

Seit Kurzen stehen die Sieger im Wettbewerb der Verbraucherinitiative Aeternitas e.V. von 2015 fest. Zum 1. Preis darf man die Radioproduktion des Hessischen Rundfunks (HR 2) „Der Friedhof im Zeitalter digitaler Unsterblichkeit“ beglückwünschen. Auf den 2. Platz kamen zwei Produktionen:  „Rendezvous auf dem Friedhof“ vom WDR-Fernsehens und der Beitrag „Seelenverwandte“ aus der Süddeutschen Zeitung. Die Beiträge der Sieger und die ausführlichen Jury-Begründungen sind unter www.aeternitas.de nachzulesen bzw. verlinkt (im Menüpunkt „Medienpreis“ unter „Presse“). 

Insgesamt gab es 111 Einsendungen von 99 Journalisten mit einer großen Themenvielfalt und hoher Qualität. Auch sie sollen, wenn die Autoren damit einverstanden sind, auf der Website der Verbraucherinitiative veröffentlicht bzw. verlinkt werden. Aeternitas kündigt außerdem schon jetzt an, dass auch 2016 ein Medienpreis „Friedhof heute ausgeschrieben werden wird. 

K

Freitag, 5. Februar 2016

Szenenwechsel im Museum für Sepulkralkultur in Kassel

Prof. Dr, Reiner Sörries bei der Tagung "Historische
Friedhöfe" 2015 in Kassel (Foto Leisner)
Gestern war die festliche Verabschiedung von Prof. Dr. Reiner Sörries, bisheriger Direktor des Sepukralmuseums und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal in Kassel, und zugleich die Einführung des neuen Direktors Dr. Werner Tschacher.

Das Programm war umfangreich: Zahlreiche Grußworte standen auf der Einladung, in denen die Arbeit des scheidenden Direktors gewürdigt wurde. Reiner Sörries hat seit 1992 die Geschicke der AFD maßgeblich bestimmt und sowohl die Arbeit des Museums als auch der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich und kulturell ausgerichtet. Die Liste seiner Veröffentlichungen zur Sepulkralkultur ist außerordentlich umfangreich und er ist ein gesuchter Vortragsredner. Zwar geht er jetzt in den Ruhestand, doch lehrt er weiterhin an der Friedrich-Alexander Univerität Erlangen-Nürnberg (auf dieser Seite gibt es auch ein besseres Foto von Reiner Sörries als das Foto hier in diesem Post). Auch der AFD bleibt er verbunden. Er wird an ihrem Grundlagenbeirat teilnehmen und an dem noch nicht vollendeten Projekt "Großes Lexikon zur Bestattungs- und Friedhofskultur - Wörterbuch zur Sepulkralkultur" weiterarbeiten, dessen fünfter Band gerade im Druck ist. Zur Zeit steht allerdings der vierte Band noch aus, der jetzt gemeinsam erarbeitet werdens soll.

Während der Verabschiedung wurde die neue Ausstellung des Sepulkralmuseums "Einer geht noch" eröffnet mit Karikaturen von 33 Cartoonisten, die sich in ihren Werken dem widmen, was uns alle erwartet. Danach führte die Journalistin Petra Nagel ein Gespräch mit dem scheidenden und dem neuen Direktor, in dem es um Rückschau und Zukunftsideen ging. Der neue Direktor Dr. Werner Tschacher kommt aus Aachen, wo er als Kurator am Centre Charlemagne. Neues Stadtmuseum Aachen gewirkt und als Privatdozent für Mittlere und Neuere Geschichte geforscht und gelehrt hat.

Der Abschluss des festlichen Abends war Rainer Pause aus Bonn vorbehalten mit Auszügen aus seinem Kabarett "Das Letzte Gericht".

Ich persönlich wünsche Prof. Dr. Reiner Sörries alles Gute für seinen "Unruhestand" und freue mich, dass er der Sepulkralkultur nicht ganz verloren geht, und natürlich hoffe ich auf neue Impulse und interessante Begegnungen mit dem neuen Direktor und wünsche ihm viel Erfolg.